Wieso werden immer Juden verfolgt?

15 Antworten

Das musst du die Antisemiten oder Judenfeinde fragen. Objektiven Grund gibt es keinen.

Juden sind normalerweise überdurchschnittlich gesetzestreue Bürger (weil aufgrund der Diskriminierung über die Jahrhunderte ständig eine latente Angst davor besteht, vertrieben zu werden, deshalb will man nicht blöd auffallen). 

Die jüdische Kultur ist eine Kultur des Lernens und der Diskussion, Bildung für alle (Knaben) und gewisse Hygiene-Grundregeln gibt es dort schon seit 2000 Jahren und mehr. D.h. in einer Zeit, wo es in Europa überwiegend Analphabeten gab konnten die meisten (männlichen) Juden zumindest (hebräisch) lesen und schreiben.

Die jüdische Kultur ist grundsätzich eine sehr friedfertige Kultur, was man im Köpfchen hat zählt (grob gesagt) mehr als der grosse Bizeps. Kommt hinzu, dass man als sehr kleine Minderheit bei bewaffneten Auseinandersetzungen eh kaum eine Chance hat.

Grundsätzlich brachten die Juden also den Ländern, in denen sie sich ansiedelten eher einen Mehrwert als einen Nachteil. Häufig forderten Grafen, Fürsten, Äbte, Könige die ihre Stadt oder ihren Landstrich wirtschaftlich entwickeln wollten, Juden auf, sich bei ihnen anzusiedeln, bzw. boten ihnen Schutz an. Das Muster war dann so, dass Jahrzehntelang alles klaglos funktionierte, und plötzlich überlegte der Fürst (oder sein Erbe) es sich anders und vertrieb die Juden. Oft hing das auch damit zusammen, dass der Fürst eventuelle Schulden nicht zurückzahlen wollte, sich am Besitz der Juden bereichern wollte, oder von christlichen religiösen Fanatikern beeinflusst wurde - oder beides, wie im Fall von Isabella der Katholischen und ihrem Alhambra-Edikt von 1492.

Ich denke, dass beim Antisemitismus in Europa die christliche Religion und ihre Hetze gegen Juden, ihre Intoleranz gegen Andersgläubige eine wichtige Rolle gespielt hat.  Gier der lokalen Fürsten, Intoleranz und Neid der Bevölkerung waren weitere wichtige Faktoren.

Also zumindest die Juden, die ich persönlich kenne, sind ausgesprochen angenehme Zeitgenossen. Und da ich berufsbedingt eine zeitlang als Untermieter in einer jüdisch-säkularen Familie in London gelebt habe, die die jüdische Kultur nach wie vor pflegt, kann ich sagen, dass die gewonnenen Einblicke interessant und eher ein Gewinn für mich waren. Gründe für Diskrimierung konnte ich jedenfalls keine erkennen. Das sonntägliche Roastbeef war jedenfalls köstlich. ;-)

Umsomehr regt mich die aggressive Politik der gegenwärtigen israelischen Regierung auf, da ich darin eine erhebliche Gefahr für den Staat Israel sehe.

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@Hamburger02

Na ist ja nett von dir, wenn du dir um den israelischen Staat so viele Sorgen machst.... Aber nimm vielleicht doch lieber ein paar Beruhigungsmittel, bevor du dich zu sehr aufregst. Es bringt ja niemandem was, da du wahrscheinlich in Israel nicht stimmberechtigt bist und es dir damit verwehrt ist, eine Regierung zu wählen, die die Interessen dieses Landes deiner Meinung nach besser vertritt... Und auch bei denen, die dort wählen gehen erfüllen sich nicht alle Wünsche...

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Vielleicht weil Gott die Juden im alten Testament als sein Volk, also das Volk Gottes, auserwählte. Eine Form von Neid wäre ein Motiv. Heute verfolgt man auch u.A. Christen. Die Bibel verleiht im AT zunächst den Juden, und im NT dann den Christen eine Selbstgefälligkeit als "Auserwählte". Den anderen Glaubenszweigen passt das natürlich weniger. Man stelle sich vor, ein Vater hat einen Lieblingskind, so wie bei Josef im alten Testament. Der wurde auch schließlich von seinen Brüdern verraten und nach Ägypten verkauft weil er bevorzugt wurde.

Zudem denkt jeder er hat Recht mit seinen Ansichten, und dass es leichter fiele nur unter Gleichgesinnten zuleben, weshalb man anderen seinen Glauben aufzwingt, oder die "Ungläubigen" bzw. Andersgläubigen umbringt.  (Kreuzzüge; IS-Terror)

Dass es immer die Juden sind würde ich so nicht sagen, da das Volk Israel auch religiöse Kriege geführt und Schlachten gewonnen hat (gegen Hetiter, Philister, Babylonia und andere persische Mächte anderen Glaubens). Sogar unter Gottes Einfluss. (Die Schlacht um Jericho)

Aber die vorhin erwähnte Selbstgefälligkeit, als Auserwähltes Volk, könnte ein Indikator für Antisemitismus sein, zumal diese Einstellung bei den Juden am ältesten ist. 

Der Holocaust ist ein spezielles Phänomen, das nicht auf religiösen Unterschieden beruhte. Hitler hat seinen Hass auf vielleicht ein paar Juden pauschalisiert, kam an die Macht und brauchte einen Sündenbock, den das Volk gerne annahm. "Zu der Zeit hat Jesus auch die Bibel geschreibt" Die Menschen vergessen leider, dass sie alle Kinder Gottes sind.

Liebe Grüße Shotgans

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Es verwirrt mich sehr. Ich kann nachvollziehen, dass es damals so war einfach weil man die Ressourcen nicht hatte und die Informationen die wir heutzutage haben. Aber jedes Wort in der Bibel, jedes Buch ist wichtig für den gesamten Kanon, meiner Meinung nach. Und dann darf da doch nichts fehlen. Und auch wenn sich Schriften inhaltlich überschneiden, ist doch besonders dies das Interessante dabei. Wie aus damaligen Volkerzählungen die Menschen die Geschehnisse anders oder teilweise gleich aufgefasst haben.

Danke für jede Antwort !

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