Wieso werden die Studienplätze nicht einfach verringert?

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11 Antworten

Weil man sich hauptsächlich an z.B. OECD Studien orinteirt und feststellt, dass andere Länder ja viel mehr und jüngere Menschen mit Studienabschlüssen haben, dem Umstand haben wir das BA/MA-System zu verdanken und auch die steitg sinkenden Hürden, um ein Studium zu beginnen. Dabei wird dann die einzigartige Qualität unserer dualen Ausbildung einfach missachtet.

Es ist ja prinzipiell gut, wenn jedem auch ein Studium ermöglicht werden kann, man darf dabei aber eben nicht, so wie in den letzten Jahren, ein Studium als einzige Möglichkeit für eine sichere Zukunft darstellen. Letztlich ist es also politisch leider gewollt, dass möglichst viele das Abitur machen und studieren, Bedarf und Qualität sind da erstmal höchstens zweitrangig.

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Du musst nicht die Studienplätze verringern und schon gar nicht nach sinnvollen und sinnlosen Fächern unterscheiden, um die Flut der für ein Studium nicht tauglichen Studierenden einzudämmen.

Es ließe sich schon ein bisschen über die politisch  gesetzten Bewertungskriterien beim Zentralabitur steuern.  In Bremen wäre ein erster Schritt, dass nicht die Lehrer, die die Schüler unterrichtet haben, auch deren Klausuren bewerten, sondern dass die Klausuren des Zentralabiturs anonymisiert zentral zur Korrektur vergeben werden.

Möglich wären auch Hochschuleingangsprüfungen zwecks Feststellung einer vorhandenen Mindestqualifikation der Studierwilligen.

Denen, die in solchem Zusammenhang die Nase rümpfen, wenn wirtschaftliche Erwägungen vorgebracht werden, ist zu sagen:
Alles, was gesellschaftliche Kosten verursacht, muss sich auch einer Kosten-/ Nutzen-Analyse unterziehen lassen. Dass diese umstritten bleiben wird, je weiter man sich dabei von den harten ökonomischen Fakten entfernt und weichere Kriterien ins Spiel kommen, ändert nichts daran, dass man so eine Analyse vornehmen muss. Wo finanzielle Mittel fehlgesteuert und verschwendet werden, hat immer jemand umsonst gearbeitet - im Zweifelsfall die Masse derer, die niemals eine Uni von innen gesehen haben.

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Was machst du dann mit den ganzen jungen Leuten, die keinen Studienplatz mehr bekommen, weil du der Meinung bist, dass ihr Studiengang überflüssig ist?

Was gibt dir eigentlich das Recht zu entscheiden, was überflüssig ist? Es kann in Deutschland glücklicherweise jeder eine freie Berufswahl treffen. Ob seine Wahl gut oder schlecht war, ist dann jedem sein eigenen Problem.

Aber nicht dein Problem!

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Weil wir damit den Menschen auf seine Arbeitskraft reduzieren und die menschlichen Errungenschaften der letzten 2500 Jahre erfolgreich abschaffen. Somit wäre beendet was durch Bologna begonnen wurde.

98% der Akademiker stehen in Lohn und Brot. Nur weil man nicht weiß was ein Studium für einen Job nach sich zieht sind sie sinnlos? Die "duale Ausbildung" zum Gebäudereiniger ist direkt mit einem Job konnotiert. Ich empfinde sie dennoch als wesentlich sinnfreier, im Vergleich zu einem Germanistikstudium.

In Deutschland haben wir das Humboldtsche Bildungsideal. "Die Entwicklung des Charakters anhand der Beschäftigung mit den Wissenschaften."

Wenn man Ausbildungen und Arbeiter anständig entlohnen würde, würden vielleicht ein paar Leute eine Ausbildung erwägen. Oder sie würden nach dem Studium eine Ausbildung antreten. Das wäre auch nicht verkehrt.

Andersrum: das Abi braucht man im Normalfall bloß zum Studieren. Also verweigern wir doch einfach allen eine höhere Bildung die dem Staat nicht in der 10. Klasse vertraglich zusichern mindestens einen Doktortitel machen zu wollen oder wenigstens in einem "lohnenden" Studiengang abschließen möchten.

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Kommentar von Lyriker87
04.05.2016, 18:29

Gehts ne Nr. kleiner? Die größten naturwissenschaftlichen Errungenschaften wurden um die vorletzte Jahrhundertwende gemacht. Mit einer Abiturientenquote von ca. 4 %.

Ich bleibe dabei: Die meisten Geisteswissenschaftler haben ihren Jobs nicht wegen sondern trotz ihres Faches. 98 % akademikerbeschäftigung schließt ein gewaltiges Heer prekär beschäftiger Absolventen ein.

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Kommentar von Kanatar
04.05.2016, 21:37

Hier ein Beleg: http://www.zeit.de/studium/studienfuehrer-2015/arbeitsmarkt-akademiker-arbeitslosigkeit Nein es geht nicht kleiner. Ich rege mich über diese Ignoranz auf. Jeden Tag werden Entdeckungen gemacht, in allen Fachbereichen. Ein Studium ist keine Berufsausbildung und der Mensch ist mehr als seine Arbeitskraft. Genauso ist die Wissenschaft nicht im Dienste der Wirtschaft sondern im Dienste der Neugierde. Was bringt es zum Mars zu fliegen? Was bringt die Erforschung der String-Theorie am LHC? Was bringt die Anerkennung der Menschenwürde oder die Erforschung des Verhaltens von Menschen in großen Gruppen? Nur weil mir der Sinn nicht ins Gesicht geschmissen wird heißt das nicht, dass es keinen gäbe. Wenn nur noch das unterstützt wird was dem Bruttoinlandsprodukt dient bitte ich darum Menschen die arbeitsunfähig sind zur Notschlachtung.

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Kommentar von Kanatar
04.05.2016, 22:50

Ein Beitrag eines studierten BWLers der das Studium für eine Ausbildung hält. Das hat seine eigene Tragik. Allerdings kommt in meonem Text eine Zahl vor. Dass Geisteswissenschaftler die angesprochenen Texte öfter schreiben mag daran liegen, dass sie mit Texten arbeiten. Chemiker kommen naturgemäß weniger mit Texten in Kontakt. Möchten Sie denn noch auf etwas anderes eingehen oder nur den Link da stehen lassen?

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Wenn eine Gesellschaft langsam aber sicher vor die Hunde geht, dann unter anderem auch deshalb, weil Tätigkeiten und Qualifikationen in Bereichen, die nicht unmittelbar etwas mit der Wirtschaft zu tun haben, als unnötiger Ballast angesehen werden.

Dann haben wir bald nur noch eine Gesellschaft von tumben Koofmichs und hirnamputierten Konsumenten. Wir sollten darüber nachdenken, weshalb Geisteswissenschaften so heißen und was aus unserem Geist wird, wenn wir ihn nicht weiterentwickeln.

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Lass die Leute doch studieren wenn sie wollen. Ich versteh nicht weshalb das dein Problem ist. Wenn du von der Uni und vom Studieren grundsätzlich nicht hälst, dann geh halt nicht zur Uni...

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Kommentar von MrHilfestellung
04.05.2016, 17:46

Er will ja studieren, er will halt nur das alle Mediziner_innen und Ingenieure werden.

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Kommentar von Lyriker87
04.05.2016, 17:46

Ich habe einen Studiengang absolviert. Ich sehe einfach wie die Absolventen vieler wirtschaftlich nutzloser Studiengänge mit den Jahren ihre Wahl bereuen.

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Weil Gott sei Dank Unis noch nicht komplett zu Leistungsfabriken geworden sind, wo jede_r nur möglichst schnell und möglichst viel Geld verdienen soll.

Außerdem gibt es in Deutschland immer noch das Recht seine Persönlichkeit frei auszuleben und seinen Beruf frei zu wählen (auch wenn das natürlich nicht immer realistisch ist) 

Außerdem ist Forschung in den drei Studiengängen, die du angesprochen hast und vielen anderen auch wichtig, da sich zumindest viele Menschen dafür interessieren und neue Erkenntnisse auch oft das Denken der Menschen verändern können.

Speziell zur Germanistik: Viele Absolvent_innen der Germanistik werden später Journalist_innen, willst du wirklich in einem Deutschland in der es kaum Journalismus und Presse gibt leben?


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Kommentar von ihavequestion97
04.05.2016, 17:45

Passende Antwort, MrHilfestellung. :)

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Kommentar von Lyriker87
04.05.2016, 17:49

Nein, ich will in einem Land leben, in welchen Journalisten nicht prekär beschäftigt werden. Was hat die Zahl der Journalisten mit der Freiheit der Presse zu tun????

Freie Berufswahl finde ich eben so wichtig. Ein Studium ist aber nicht unbedingt an einen späteren Beruf gebunden. Genau um diese Studiengänge geht es mir.

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Was ist bei dir denn schief gelaufen?

Wieso beschränken wir uns nicht darauf, nur die besten zum Studium zuzulassen, 

Die mit den besten Abiturnoten meinst du? Das sind später nicht unbedingt die besten Studenten und schon gar nicht die besten Praktiker, wenn es ums Arbeiten geht.

Zumindest die der sinnfreien Studienplätze, deren Absolventen auf lange sicht sowieso unglücklich werden 

Soso, alle Studiengänge, deren Nutzen DU nicht erkennen kannst, sollen also weg. Armes Deutschland, kann ich da nur sagen.

Wir leben eh schon in einer Gesellschaft, in der bei vielen mehr zählt, was die Leute auf dem Konto und weniger, was sie im Herzen haben. Die biologische Forschung ist durchaus auch von Nutzen für die Medizin, aber solche Dinge weißt du wohl nicht. Ebensowenig wie für was die anderen Studiengänge gut sind.

Versuch mal, dein beschränktes Weltbild dahingehend zu erweitern, dass du dich mit diesen von dir verpönten Bereichen näher auseinandersetzt. Eine Welt ohne Kunst und Kultur? Ohne Bücher oder Sprachwissenschaften? Traurige Vorstellung.

Und wieso sollten diese Absolventen nicht glücklich werden? Nicht für jeden ist Geld alles und, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, es gibt in diesen Bereichen gut bezahlte, dauerhafte Jobs. 

Versuch mal, dich als würdiger Akademiker zu beweisen und Klischees zu hinterfragen.

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Kommentar von Lyriker87
04.05.2016, 20:46


"Die mit den besten Abiturnoten meinst du? Das sind später nicht

unbedingt die besten Studenten [...]"

Möchtest du ernsthaft die unzähligen Studien ignorieren, welche den signifikanten Zusammenhang zwischen Abiturnote und Studienerfolg widerspruchsfrei belegen?


"und schon gar nicht die besten Praktiker,
wenn es ums Arbeiten geht."


Richtig. Wie wärs daher mit einer guten praktischen Ausbildung für gute Praktiker?

"Soso, alle Studiengänge, deren Nutzen DU nicht erkennen kannst, sollen also weg. Armes Deutschland, kann ich da nur sagen."

Ich rede nicht von meiner Meinung. Man könnte ja mal evaluieren, welche Absolventen 5 Jahre nach Abschluss ihr Studium wieder empfehen würden.


"Wir leben eh schon in einer Gesellschaft, in der bei vielen mehr
zählt, was die Leute auf dem Konto und weniger, was sie im Herzen haben."

schnief

"Die biologische Forschung ist durchaus auch von Nutzen für die Medizin,
aber solche Dinge weißt du wohl nicht. Ebensowenig wie für was die anderen Studiengänge gut sind."

Ich beuge mich deiner Weisheit. Wirtschaftlich nutzlose Studiengänge qualifizieren beruflich gesehen nur für die Forschung. --> prekär, unbefristet.


Versuch mal, dein beschränktes Weltbild dahingehend zu erweitern,
dass du dich mit diesen von dir verpönten Bereichen näher
auseinandersetzt. Eine Welt ohne Kunst und Kultur? Ohne Bücher oder
Sprachwissenschaften? Traurige Vorstellung.

Allerdings. Ich lese viel, gehe ins Theater und auf Kunstausstellungen. Hierzu muss man aber keine Studiengänge finanzieren.


"Und wieso sollten diese Absolventen nicht glücklich werden? Nicht für jeden ist Geld alles und, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst,  es gibt in diesen Bereichen gut bezahlte, dauerhafte Jobs. "


für einen Bruchteil der Absolventen. Und ich behaupte, das wird verharmlost gegenüber den Abiturienten.

Versuch mal, dich als würdiger Akademiker zu beweisen und Klischees zu hinterfragen.

Das ist kein Klischee. Würdige Akademiker setzten sich mit Theorien und deren Falsidikation auseinander. Geisteswissenschaftliche Studiengänge führen selten zu fachnahen, unbefristeten und sozialversicherungspflichtigen Jobs oberhalb des ALG 2-Niveaus.



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Wieso werden die Studienplätze nicht einfach verringert?

Weil das ebenso rückschrittlich wäre wie es jetzt schon die Idee ist, Einkommen an Arbeit zu koppeln.   

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ganz einfach: Weil Geld nicht alles ist. Alle deine Argumente sind einseitig und pauschal. Als wenn alle Geisteswissenschaftler unglücklich werden würden.. lool.. mach die Augen auf

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Nur die "besten" könnten nur durch ein NC bestimmt werden. Der sagt aber rein gar nichts über die Fähigkeiten eines Menschen aus. Die Kompetenzen entfalten sich erst, bei manchen zumindest, im Studium. Jeder sollte die Möglichkeit haben, diese Fähigkeiten und Interessen voll und ganz auszuschöpfen. 

So eine Idee wäre aus meiner persönlichen Sicht schwachsinnig. 

Und Teure Medizinplätze? Unterschiede zwischen Reich und Arm in der Bildung? Wow, toller Plan.

Dein Vorschlag wäre nicht einmal mit dem Grundgesetz vereinbar, da jeder die Wahl hat seinen Beruf auszuwählen und auszuüben. Das wird bei vielen durch das Studium unterstützt. 

Letztendlich kommt es auf die Fähigkeiten während des Studiums an, nicht nach einem Ausschlussverfahren, wer klug ist und wer dumm.

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Kommentar von Lyriker87
04.05.2016, 17:45

Du hast einfach mal nix kapiert. Den NC kann man nicht verändern sondern nur die Zahl der Plätze. Der NC ergibt sich ja dann erst durch die Bewerberzahl.

Mit teure Medizinstudienplätze meine ich: Teuer für die Uni. Nicht für den Student. Du scheinst nicht wirklich tief in der Materie zu sein.

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