Wieso werden die Juden gehassen?

12 Antworten

Christen, die sich an der Lehre der Bibel orientieren, können Juden nicht hassen.

Jesus hat gelehrt, seine Mitmenschen und sogar Feinde zu lieben und andere zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Christen haben den Juden viel zu verdanken, da sie die Bibel über viele Jahrhunderte sehr genau überliefert haben. Jesus und die Apostel waren Juden.

Der Apostel Paulus bezeugt im Brief an die Römer: "Das Heil kommt aus den Juden" (Römer 8,22).

Ebenso bestätigt er, dass das Volk Israel das auserwählte Volk Gottes ist und dass Gott sein Volk nicht verstoßen hat (z. B. in Römer 11).

Wenn Christen also Juden hassen, wäre zu hinterfragen, ob es sich bei diesen Menschen wirklich im Christen, die sich an Christus und der Bibel orientieren (und daher diesen Namen tragen) handelt oder nicht...

Es gibt in den christlichen religiösen Schriften genügend Hasserfüllte Botschaften gegen Juden.

Zu behaupten, dass Judenhass im Widerspruch zu den Maximen des Christentums steht, ist rosa-färberei.

Die Christen haben die Juden jahrhundertelang verfolgt, und das hat seinen Ursprung in der christlichen Lehre...

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@HohutiSorent

Wenn du sowas behauptest, solltest du es auch biblisch belegen. Zeig mal solche Stellen die Judenhass fordern. Bin gespannt, was da kommt...

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@HohutiSorent

@HohutiSorent : Dass Menschen sich aus Macht- und Habgier den christlichen Glauben zu nutze machten steht außer Frage. Allerdings unterscheide ich deutlich zwischen Menschen, die Christen sind und denen die sich nur Christen nennen.

Ich stimme chrisbyrd zu - wobei ich davon ausgehe, dass Christen gemeint sind, die sich nicht aus Eigennutz Christen nennen, sondern die Jesus Christus tatsächlich als Ihren Herrn und Gott angenommen haben!

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"Das eben ist der Fluch der bösen Tat // Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären." (Friedrich Schiller, Wallenstein)

Der Haß gegen die Juden in der westlichen, christlich geprägten Welt geht auf einen Vorgang zurück, der sich im 2. Jahrhundert im Römischen Reich abspielte, zur Zeit des Kaisers Hadrian.

Die Juden hatten ein für die damalige Zeit revolutionäres Gesetz: Am siebten Tag der Woche, dem Sabbat, ein ganzer Tag arbeitsfrei für jeden, der zu einem jüdischen Haushalt gehörte. Bei der arbeitenden Bevölkerung stieß das auf Sympathie, bei der Oberschicht hingegen auf Kritik.

In den Jahren 132 bis 135 gab es im römisch besetzten Judäa einen Aufstand und zur Strafe führte der Kaiser Hadrian scharfe antijüdische Gesetze ein. Die Ausübung des jüdischen Glaubens wurde zur Straftat, auch der arbeitsfreie Sabbat.

Bis hatten die Christen sich als einen Zweig des Judentums verstanden. Nun aber wurde es gefährlich, als eine Art Jude zu gelten. Viele christliche Gemeinden Roms erklärten darum anstelle des Sabbats den darauffolgenden Tag, den Sonntag, zum allwöchentlichen Feiertag, und es sollte auch am Sonntag gearbeitet werden. Christliche Verfasser begannen nun in ihren Schriften antijüdische Hetze zu verbreiten.

Nicht alle Christen gingen diesen Weg mit. Darum hat es immer wieder kirchliche Warnungen und Strafen gegen Christen gegeben, die die antijüdischen Regeln nicht befolgten und z.B. weiterhin den Sabbat einhielten.

Die aber, die diesen Weg gingen, haben seither den Verrat an dem Volk ihres Herrn vor sich selbst immer wieder von neuem rechtfertigen müssen, indem sie sich einredeten, daß die Juden böse seien und den Haß verdient hätten. Psychologisch ausgedrückt ist dies Projektion und victim blaming.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sabbat

https://de.wikipedia.org/wiki/Bar-Kochba-Aufstand

https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychologie)

https://de.wikipedia.org/wiki/Victim_blaming

Empfehlenswerte Bücher:

Judenhaß und Judenfurcht : Die Entstehung des Antisemitismus in der Antike, von Peter Schäfer

From Sabbath to Sunday : A Historical Investigation of the Rise of Sunday Observance in Early Christianity, von Samuele Bacchiocchi

Ich bin sehr beeinfruckt.

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Die Christen waren eine sehr rabiate Religionsgemeinschaft, die zum Ziel hatte, alle Menschen der Welt zum Christentum zu bekehren.

Ab dem 4. Jahrhundert, noch im römischen Reich, haben die Christen andere Religionen mit Gewalt bekämpft und unterdrückt.

Im Falle der polytheistischen Religionen der Römer oder der Germanen oder der Wikinger ist es ihnen mit der Zeit gelungen, diese Religionen auszurotten und all ihre Angehörigen zum Christentum zu konvertieren. Deshalb ist heute praktisch ganz Europa seit Jahrhunderten christlich.

Im Falle des Judentums stiessen sie auf mehr Widerstand: die Juden wollten meistens nicht zum Christentum übertreten und blieben als Minderheit in Europa.

Und so lebten sie als wehrlose Minderheit in einer brachialen christlichen Mehrheitsgesellschaft. Sie konnten sich nicht mit Waffen gegen Verfolgung wehren.

Und so kam es immer wieder vor, dass die Christen schlimme Übergriffe gegen die jüdische Minderheit begingen: Pogrome, Morde, Vertreibungen, Diskriminierung, Einschränkung der Siedlungsbewilligungen oder Hochzeitsbewilligungen.

Es gab viele Orte, wo Juden überhaupt nicht wohnen durften.

Dann gab es Orte, wo nur eine bestimmte Zahl Juden wohnen durften, manchmal nur mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung, für 3 oder 5 Jahre. Das war z.B. in Wien im 16. und 17 Jahrhundert der Fall.

Und es gab immer wieder Orte, wo Juden aufgrund von verschiedenen Vorwänden vertrieben wurden.

Ein Vorwand war "Wir wollen hier nur Christen, Religion ist uns sehr wichtig, entweder ihr konvertiert zum Christentum oder ihr müsst gehen oder wir bringen euch um". Das war in Deutschland zur Zeit der Kreuzzüge so - die Kreuzritter waren so eifrig, dass sie die Nicht-Christen gleich im eigenen Land bekämpfen wollten, oder in Spanien 1492, und immer wieder durch die Geschichte.

Dann gab es auch haltlose Beschuldigungen, z.B. dass die Pest angeblich dadurch entstand, dass Juden die Brunnen vergifteten. Was natürlich nicht stimmt, die Pest wird durch eine Bakterie verursacht... Hat mit Brunnen nichts zu tun...

De facto geschah sowohl die Ansiedlung als auch die Vertreibung von Juden meist aus Geldgier. Wenn ein lokaler Fürst seinen Landstrich entwickeln wollte, erlaubte er Juden die Ansiedlung, und meistens ging es dann wirtschaftlich bergauf, weil die Juden wichtiges Know-How mitbrachten, fleissig arbeiteten und auch gute Netze schaffen konnten.

Dann geschah es, das ein Fürst z.B. hoch verschuldet war, und viele seiner Gläubiger Juden waren, dann hetzte er sein Volk auf die Juden, vertrieb sie und beschlagnahmte alles, was sie hatten und zahlte seine Schulden natürlich nicht zurück. Problem gelöst...

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