Wieso werden die Juden gehassen?

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9 Antworten

Die Christen waren eine sehr rabiate Religionsgemeinschaft, die zum Ziel hatte, alle Menschen der Welt zum Christentum zu bekehren.

Ab dem 4. Jahrhundert, noch im römischen Reich, haben die Christen andere Religionen mit Gewalt bekämpft und unterdrückt.

Im Falle der polytheistischen Religionen der Römer oder der Germanen oder der Wikinger ist es ihnen mit der Zeit gelungen, diese Religionen auszurotten und all ihre Angehörigen zum Christentum zu konvertieren. Deshalb ist heute praktisch ganz Europa seit Jahrhunderten christlich.

Im Falle des Judentums stiessen sie auf mehr Widerstand: die Juden wollten meistens nicht zum Christentum übertreten und blieben als Minderheit in Europa.

Und so lebten sie als wehrlose Minderheit in einer brachialen christlichen Mehrheitsgesellschaft. Sie konnten sich nicht mit Waffen gegen Verfolgung wehren.

Und so kam es immer wieder vor, dass die Christen schlimme Übergriffe gegen die jüdische Minderheit begingen: Pogrome, Morde, Vertreibungen, Diskriminierung, Einschränkung der Siedlungsbewilligungen oder Hochzeitsbewilligungen.

Es gab viele Orte, wo Juden überhaupt nicht wohnen durften.

Dann gab es Orte, wo nur eine bestimmte Zahl Juden wohnen durften, manchmal nur mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung, für 3 oder 5 Jahre. Das war z.B. in Wien im 16. und 17 Jahrhundert der Fall.

Und es gab immer wieder Orte, wo Juden aufgrund von verschiedenen Vorwänden vertrieben wurden.

Ein Vorwand war "Wir wollen hier nur Christen, Religion ist uns sehr wichtig, entweder ihr konvertiert zum Christentum oder ihr müsst gehen oder wir bringen euch um". Das war in Deutschland zur Zeit der Kreuzzüge so - die Kreuzritter waren so eifrig, dass sie die Nicht-Christen gleich im eigenen Land bekämpfen wollten, oder in Spanien 1492, und immer wieder durch die Geschichte.

Dann gab es auch haltlose Beschuldigungen, z.B. dass die Pest angeblich dadurch entstand, dass Juden die Brunnen vergifteten. Was natürlich nicht stimmt, die Pest wird durch eine Bakterie verursacht... Hat mit Brunnen nichts zu tun...

De facto geschah sowohl die Ansiedlung als auch die Vertreibung von Juden meist aus Geldgier. Wenn ein lokaler Fürst seinen Landstrich entwickeln wollte, erlaubte er Juden die Ansiedlung, und meistens ging es dann wirtschaftlich bergauf, weil die Juden wichtiges Know-How mitbrachten, fleissig arbeiteten und auch gute Netze schaffen konnten.

Dann geschah es, das ein Fürst z.B. hoch verschuldet war, und viele seiner Gläubiger Juden waren, dann hetzte er sein Volk auf die Juden, vertrieb sie und beschlagnahmte alles, was sie hatten und zahlte seine Schulden natürlich nicht zurück. Problem gelöst...

Es ist eine Realität, dass es den Satan gibt. Dieser hat das Ziel, die Rettung der Welt zu verhindern und die Wiederkunft Christi zu verhindern. Es ist vorhergesagt, dass das ganze Volk Israel den Messias anrufen wird, da sie in arger Bedrängnis sein werden, denn praktisch alle Nationen werden sich gegen Israel (und die Juden) wenden und gegen sie kämpfen, um sie zu vernichten. In dieser Not werden sie den Herrn anflehen, sie zu erretten und der Messias (Jesus) wird sie erhören und sie erretten!

Satan versucht nun schon sehr lange, das Volk der Juden bzw. Israel zu vernichten, da sie eine Voraussetzung zur Erfüllung der oben genannten Prophetie sind.

Der Satan ist der Vater der Lüge, Gott aber ist der Vater der Wahrheit. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben!

Der Mensch entscheidet, ob er auf die Lüge oder die Wahrheit hört. Viele Menschen entscheiden sich leider für die Lüge und machen sich damit zu Sklaven Satans.

Leider sind auch Menschen, die sich Christen nennen, bei denen, die sich zu Werkzeugen Satans machen lassen. Aber Jesus hat das schon gewusst, daher kam von ihm auch die Aussage "Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel." (Mat 7:21) und etwas weiter steht: "Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!"

Gesegnet ist, wer Jesus als Herrn hat!

Ich selbst kann das auch nicht nachvollziehen, aber soweit ich weiß, ist es so:
Einer der Gründe ist, weil "die Juden Jesus ermordet haben".
Deshalb waren Juden schon im Mittelalter eine Gruppe, die ausgeschlossen wurde. Sie durften nur ungeliebte Jobs ausführen, wie Geldleiher. Niemand mag die Person, der man Geld schuldet und arme Menschen mögen reiche Menschen nicht. Außerdem gab man den Juden die Schuld an der Pest, weil sie seltener daran erkrankten, was aber nur daran gelegen hat, dass sie etwas sauberer lebten.

Der erste Grund ist wohl, dass die Christen alle Menschen der Welt unbedingt zum Christentum konvertieren wollten, und dass es ihnen missfiel, dass die Juden das nicht wollten.

Der erste Grund für Judenhass in Europa liegt also in der Essenz des Christentums. Das Christentum ist eine barbarische und grausame Religion, die es völlig OK findet, die Wehrlosigkeit von unbewaffneten Minderheiten auszunützen...

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Du musst schon unterscheiden, ob die Lehren des Christentums gewalttätig sind oder Menschen, die eine verdrehte Vorstellung haben. Das Christentum ist nicht gewalttätig und der Großteil der Christen lebt friedlich. Das ist als würdest du sagen: "Alle Christen sind Massenmörder und alle Muslime sind Terroristen"

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Aus religiöser Sicht ist das schnell erklärt: Die Christen beanspruchen den Gott der Juden und die völlige Interpretationsgewalt der "heiligen" Schriften für sich, ebenso wie der Islam.

Gesellschaftlich wurden Juden unter anderem gehasst weil sie ihre Religion nicht aufgeben wollten (eher Mittelalter) und aus Neid weil sie als geschickte Händler bekannt waren (eher Neuzeit).

Der Kern des Judenhasses in Europa liegt in den Werten des Christentums. Christen fanden es völlig OK, wehrlose Minderheiten zu verfolgen, auszugrenzen, zu vertreiben und zu ermorden...

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@HohutiSorent

Nein, der Kern des Judenhasses liegt definitiv nicht in den Werten des Christentums, sofern mit dem Begriff "Christentum" das biblisch gelehrte Christentum gemeinet ist.

Das Problem ist eher das Herz des Menschen!

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@wiele

Eine Religion ist das was ihre Anhänger daraus machen.

Wie ich immer sage.

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Immer wieder wird auf die Vergangenheit verwiesen, in der Juden von vielen gehasst wurden, aus unterschiedlichen Gründen. Christen waren da durchaus "fleißig". Die mächtigste Vernichtungswelle unter Hitler schob aber keine christlichen Motive vor, sondern hatte deutlich andere Vorgaben.

Bis in das letzte Jahrhundert wurden Juden bei der katholischen Kirche eher zu den "Heiden" gezählt, aber es gab eher Annäherungen durch die Päpste, als strikte Ablehnug. Erst Johannes XXIII reichte den Juden die Hand und empfing 130 jüdische Führer mit den Worten: „Ich bin Joseph, euer Bruder.“

Auf der Führungsebene wurden seitdem die Kontakte immer häufiger, entspannter, kollegialer, ja fast schon freundschaftlich und Franzikus scheut sich nicht, Juden mit herzlicher Umarmung und Bruderkuss zu begrüßen.

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Ein gewisser Prozentsatz der Menschen kommt offensichtlich nicht ohne Sündenböcke aus.

Christen, die sich an der Lehre der Bibel orientieren, können Juden nicht hassen.

Jesus hat gelehrt, seine Mitmenschen und sogar Feinde zu lieben und andere zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Christen haben den Juden viel zu verdanken, da sie die Bibel über viele Jahrhunderte sehr genau überliefert haben. Jesus und die Apostel waren Juden.

Der Apostel Paulus bezeugt im Brief an die Römer: "Das Heil kommt aus den Juden" (Römer 8,22).

Ebenso bestätigt er, dass das Volk Israel das auserwählte Volk Gottes ist und dass Gott sein Volk nicht verstoßen hat (z. B. in Römer 11).

Wenn Christen also Juden hassen, wäre zu hinterfragen, ob es sich bei diesen Menschen wirklich im Christen, die sich an Christus und der Bibel orientieren (und daher diesen Namen tragen) handelt oder nicht...

Es gibt in den christlichen religiösen Schriften genügend Hasserfüllte Botschaften gegen Juden.

Zu behaupten, dass Judenhass im Widerspruch zu den Maximen des Christentums steht, ist rosa-färberei.

Die Christen haben die Juden jahrhundertelang verfolgt, und das hat seinen Ursprung in der christlichen Lehre...

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@HohutiSorent

Wenn du sowas behauptest, solltest du es auch biblisch belegen. Zeig mal solche Stellen die Judenhass fordern. Bin gespannt, was da kommt...

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@HohutiSorent

@HohutiSorent : Dass Menschen sich aus Macht- und Habgier den christlichen Glauben zu nutze machten steht außer Frage. Allerdings unterscheide ich deutlich zwischen Menschen, die Christen sind und denen die sich nur Christen nennen.

Ich stimme chrisbyrd zu - wobei ich davon ausgehe, dass Christen gemeint sind, die sich nicht aus Eigennutz Christen nennen, sondern die Jesus Christus tatsächlich als Ihren Herrn und Gott angenommen haben!

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"Das eben ist der Fluch der bösen Tat // Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären." (Friedrich Schiller, Wallenstein)

Der Haß gegen die Juden in der westlichen, christlich geprägten Welt geht auf einen Vorgang zurück, der sich im 2. Jahrhundert im Römischen Reich abspielte, zur Zeit des Kaisers Hadrian.

Die Juden hatten ein für die damalige Zeit revolutionäres Gesetz: Am siebten Tag der Woche, dem Sabbat, ein ganzer Tag arbeitsfrei für jeden, der zu einem jüdischen Haushalt gehörte. Bei der arbeitenden Bevölkerung stieß das auf Sympathie, bei der Oberschicht hingegen auf Kritik.

In den Jahren 132 bis 135 gab es im römisch besetzten Judäa einen Aufstand und zur Strafe führte der Kaiser Hadrian scharfe antijüdische Gesetze ein. Die Ausübung des jüdischen Glaubens wurde zur Straftat, auch der arbeitsfreie Sabbat.

Bis hatten die Christen sich als einen Zweig des Judentums verstanden. Nun aber wurde es gefährlich, als eine Art Jude zu gelten. Viele christliche Gemeinden Roms erklärten darum anstelle des Sabbats den darauffolgenden Tag, den Sonntag, zum allwöchentlichen Feiertag, und es sollte auch am Sonntag gearbeitet werden. Christliche Verfasser begannen nun in ihren Schriften antijüdische Hetze zu verbreiten.

Nicht alle Christen gingen diesen Weg mit. Darum hat es immer wieder kirchliche Warnungen und Strafen gegen Christen gegeben, die die antijüdischen Regeln nicht befolgten und z.B. weiterhin den Sabbat einhielten.

Die aber, die diesen Weg gingen, haben seither den Verrat an dem Volk ihres Herrn vor sich selbst immer wieder von neuem rechtfertigen müssen, indem sie sich einredeten, daß die Juden böse seien und den Haß verdient hätten. Psychologisch ausgedrückt ist dies Projektion und victim blaming.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sabbat

https://de.wikipedia.org/wiki/Bar-Kochba-Aufstand

https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychologie)

https://de.wikipedia.org/wiki/Victim_blaming

Empfehlenswerte Bücher:

Judenhaß und Judenfurcht : Die Entstehung des Antisemitismus in der Antike, von Peter Schäfer

From Sabbath to Sunday : A Historical Investigation of the Rise of Sunday Observance in Early Christianity, von Samuele Bacchiocchi

Ich bin sehr beeinfruckt.

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Weil sie "Gottes Volk" sind und als einzige Nation den Sabbath halten, welchen unser ewige Schöpfer (Jes.45,22) als "Ruhetag" eingesetzt hat (1.Mose 2,3; 2.Mose 35,2).

Satan, der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9), hasst Menschen, die Gottes Gebote halten und möchte diese alle töten (Offb.17,1-14).

Diese Denkweise beinflusst auch andere Menschen (Eph.2,2).

Aber er selbst kommt zu seiner Zeit in das ewige Feuer (Offb.20,10).

Aus meiner Sicht trifft diese Antwort bisher den Kern am besten.

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Die Frage ist falsch

Warum wurden die Juden gehasst

Wie sollte dann die Frage formuliert werden? Vorschlag?

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Die Frage ist richtig.

Es gibt Stadtteile in Frankreich und auch in Deutschland wo man besser nicht mit einer Kippa herumläuft.

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@SchakKlusoh

Es gibt auch Stadtteile, wo Kopftücher verpönt sind oder ein knapper Minirock zu Aufruhr führt. Mit einer Krachledernen kommt man in Berlin auch nicht weit.

In Jerusalem kann man sich mit Schläfenlocken Feinde mache und bei Muslimen Freunde finden. Das ist aber eine komplizierte Geschichte.

Ich wehre mich gegen die Pauschalierung: "die Juden". Und ich wehre mich, den verordneten Staatshass auf unsere Zeit zu übertragen.

Immer wird es Menschen geben, die andere Gruppen oder Rassen "aus Prinzip" hassen. Doch diese Hasser sind nicht (mehr) die Allgemeinheit, obwohl sich inzwischen wieder neue Fronten auftun.

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