Wieso werden depressive Menschen oft von ihren Mitmenschen belächelt?

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14 Antworten

Leider ist heutzutage eine psychische Krankheit nicht so angesehen, wie ein gebrochenes Bein oder eine Grippe.

Diese Art von Sätzen: "Denk nicht so viel nach" , "Reiß dich mal zusammen" usw. nennt man eine Invalidierung. Das bedeutet, deine Aussage wird entwertet, nicht ernst genommen, für ungültig erklärt.

Menschen, die in Ihrer Krankheit nicht ernst genommen werden, fühlen sich meist noch schlechter als sowieso schon...Keiner versteht einen.

Mein Rat: Halte dich an die Menschen, die dir zuhören und dich akzeptieren auch mit deiner Krankheit. Du bist nicht weniger wert, nur weil du Depressionen hast!

Belächel doch einfach mal die Menschen, die sowas von keine Ahnung haben, wie schwer du es hast. Unwissendes Volk ;)

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Kommentar von Klohaus
24.05.2016, 05:17

Danke, dass ist richtig lieb von dir :) 

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Für viele existiert Depression nicht. Ja sie wissen es gibt das Krankheitsbild aber können sich nichts drunter vorstellen. Wenn man nicht weiß wie man damit umgeht hat man 2 Möglichkeiten - Verleugnung oder lächeln :P

Man sieht Depression auf den 1. Blick nicht. Oft sind es sogar jene Menschen die nach Außen immer gute Laune haben. Oft jene die immer hilfsbereit sind. Depression ist wie eine Nadel in der Seele die nie weggeht und sich immer tiefer hineinbohrt bis sie irgendwann Auswirkung zeigt. Man bemerkt es aber versucht es Anfangs noch zu ignorieren.

Die Umgebung fällt dann aus allen Wolken weil man sich das nicht vorstellen kann. Die Menschen haben einfach eine falsche Vorstellung davon. Denken sich man müsste nur "durchbeissen" und "sich zusammenreißen" und alles ist gut. Das Problem ist allerdings: ALLE haben bis zu dem Zeitpunkt wo es nicht mehr ging "durchgebissen" und "sich zusammengerissen" - nur irgendwann ging es nicht mehr. Irgendwann steckt die Nadel so tief drin dass man keine Luft mehr bekommt und auf Verständnis bei den Menschen hofft, die einem Nahe stehen. Nur die wenigsten die selbst nie depressiv waren verstehen, was da abgeht.

Wichtig ist für den Depressiven sich von solchen Leuten fernzuhalten oder ihnen deutlich zu sagen was Sache ist - dass du nicht ausgelacht werden willst und dass sie dich in Ruhe lassen sollen wenn du von Ihnen keine Unterstützung zu erwarten hast. So in der Art. Ja - es tut weh wenn genau die Menschen denen man vertraut hat so reagieren. Halt dich fern von solchen Leuten. Die, die dich wirklich mögen werden sich melden und das auch mit dir durchstehen.

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Der Grund für die fehlende Empathie ist sicher ,dass viele Leute den Begriff depressiv einfach missbrauchen und es gleich mit einer psychischen Erkrankung gleich setzen . Depressiv sein kann ja fast jeder ,wenn man in seinem Leben eine negative Phase erlebt. Jedoch unter einer richtigen Depression leiden ist ganz was anderes. Es ist eine richtige Erkrankung ,die im Normalfall auch diagnostiziert werden kann ,weil bestimmte körperliche und seelische Symptome einfach typisch sind. Wie gesagt viele stecken sich einfach in die Schublade "krank" ohne dass wirklich die psychische Erkrankung vorliegt. Deshalb werden dann sogar die wirklich Erkrankten nicht Ernst genommen. Bei dir kann ich es nicht sagen ob es diagnostiziert wurde oder du es dir einfach nur selbst zuschreibst. Dann reagiert das Umfeld schon mal mit "stell dich nicht so an".

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Kommentar von Klohaus
24.05.2016, 02:21

Bin nicht nur depressiv, hab auch Borderline :( 

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Kommentar von labertasche01
24.05.2016, 07:20

Alleine schafft man es selten. Hole dir Hilfe. Und nicht aufgeben wenn es mit dem ersten Therapeuten nicht klappt. Du musst den richtigen für dich finden.   Mit dem du reden kannst. Bei dem du alles erzählen kannst. Vielleicht kann dir jemand helfen bei verschiedenen anzurufen und nach Terminen zu Fragen. Absagen werfen einen manchmal sehr zurück. Sind aber üblich, weil oft keine Plätze frei sind. Erste Anlaufstelle Hausarzt. Dann gibt es listen mit Psychologen und einen Dienst der dir sagt welche Therapeuten Plätze frei haben. Kann dir alles dein Hausarzt geben.
Gib nicht auf! Es ist schwer, ich weiss das aus eigener Erfahrung. Alles Liebe!    

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Man sieht die Krankheit nicht. Wer es nicht selbst hat kann nicht verstehen wie es ist aus diesem Loch nicht wieder raus zu kommen.
Ich habe diese Sätze oft gehört und dabei auch oft an mir gezweifelt. Vielleicht muss ich mich ja wirklich nur etwas zusammen reissen? Bei anderen geht es doch auch? Andere schaffen das doch.
Aber ich halt nicht!!
Jeder Mensch ist anders und hat andere Belastungsgrenzen. Einem ist Job und Haushalt schon zu viel , ein anderer kriegt noch Kinder mit versorgt, andere können den ganzen Tag schuften.
Aber jeder ist wie er ist. Deshalb muss man sich nicht schlecht fühlen oder klein.
Man ist , nur weil man Probleme hat alles unter einen Hut zu bringen, nicht weniger Wert.
Suche dir Hilfe.  Und halte dich von Menschen mit der Meinung " das wird schon wieder" oder " reiss dich zusammen" fern wenn es geht.
Alles Liebe!  

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In der Psychologie spricht man von Übertragung und Gegenübertragung. Es gibt eine Wirkung, die der Klient bei seinem Therapeuten auslöst (oder auch Mitmenschen) und diese wiederum übertragen etwas zurück auf den Klienten. Patienten mit Depressionen übertragen typischerweise Aggressionsgefühle (man wird aggressiv: hab dich nicht so!) wohingegen z.B. Magersucht Hungergefühle auslöst. So viel zur Erklärung.

Ich schließe mich dem Grundtenor an: Du musst (!) in eine professionelle Behandlung. Würdest Du ein gebrochenes Bein auch selbst behandeln? Findest Du, dass die Lehrer in der Schule den Schülern das Lernen abnehmen? Nein? Dann wundert es mich, wieso Du nicht eine Therapie beginnst. Wie alt bist Du eigentlich?

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Naja ich glaube die meisten wollen einen einfach nur aufrappeln. Wir Menschen sind Meister im reinsteigern vor allem im jungen Alter. Ich möchte gar nicht die Probleme von Menschen die Depressionen haben klein machen aber durch grübeln werden die noch viel schlimmer. Besser einer kommt und sagt "steh auf und tu was, ist doch alles gar nicht so schlimm" als sich mit mieser Mine neben dich zu hocken und dich noch mehr runterzuziehen.

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Kommentar von peace1287
24.05.2016, 02:57

Nein das ist genau das falsche!

Ein Depressiver Mensch hat sehr große Probleme bei den einfachsten Dingen im Alltag. Alles kostet Kraft, Energie und Überwindung. Wenn du die Person dann aufrappeln willst (so gut deine Absichten auch sein mögen). 

Aber für den Depressiven Menschen bedeuted das, dass du ihn noch mehr runter ziehst dadurch. Denn wenn der Depressive nicht sofort im Stande ist, diesen Versuchen nachzukommen, fühlt er sich schlecht und schuldig. ( Da er ja nicht im Stande ist, aufgrund der Erkrankung sich motivieren zu lassen.)

Auch der Zwang zum Grübeln kann nicht gesteuert werden! Jemand der das nicht selbst erleiden musste, kann das nur schwer nachvollziehen. Aber es ist NICHT so einfach möglich, das Denken einfach aufzuhören und alle negativen Gedanken einfach "weg zu zaubern".

Einen Depressiven Menschen sollte man nie zu etwas drängen, oder versuchen ihn zu irgendetwas zu motivieren. Das geht in den meisten Fällen nach hinten los. Und nützt dann weder dem Erkrankten, noch dessem sozialen Umfeld...

Besser ist, einfach nur Verständnis zu zeigen. Und unnötigen Druck zu vermeiden. Den Depressiven zu nichts drängen. Und auch keine Vorwürfe machen... 

Weniger ist manchmal mehr...

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Kommentar von labertasche01
24.05.2016, 07:14

Genau. Einfach sagen "ich bin  für dich da". Wer keine Depression hat kann nicht verstehen was da in einem vorgeht.

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Kommentar von lilamuffin15
24.05.2016, 12:14

Ich hatte Depressionen letztes Jahr und  und ich persönlich hätte mir Menschen gewünscht die mich versuchen aufzuheitern. Ich wollte keine Hilfe aber wenigstens jemand der auf dem Boden der Tatsachen bleibt weil ich es nicht war. Und ich hab es zwar allein da raus geschafft aber dieser Prozess wäre wesentlich einfacher und kürzer und weniger schmerzhaft gewesen wenn ich solche Menschen gehabt hätte.

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Hallo, weil man diese Krankheit nicht sieht. Sie findet im Gehirn statt. Die meisten Menschen sind egoistisch, und bemitleiden Krankheiten die man am Körper sehen kann. 

Und das Problem ist, dass sehr viele nicht betroffene zum beispiel dir sagen "Ach, ich habe es schlimmer als du" und "ich habe mehr erlebt als du", diese Sprüche sind wirklich Sche!ße. Leider kann man dagegen nichts tun :(

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wenn dir jemand sagt, du sollst dich nicht so anstellen, geht er von einem normalverhalten aus. anders wäre es, wenn du auf deiner stirn ein schild "vorsicht deprtessiv" hättest. dann würde dein nölen sinn machen. die verletzungen entstehen hauptsächlich aus der uninformiertheit des umfeldes.

also - halte mal den ball flach und fühl dich nicht überall angegriffen.

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Kommentar von labertasche01
24.05.2016, 07:25

Das angegriffen fühlen ist leider ein Symptom der Krankheit und kann , wie die Krankheit selbst, nicht selbst gesteuert werden.

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Sie können sich das nicht vorstellen, ich denke auch sie unterschätzen deinen Zusatand, denn ist ja nicht mal kurz, sondern ist immer.

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Weil sich jemand mit gesunder Psyche nicht vorstellen kann wie es sich anfühlt unter einer psychischen Krankheit zu leiden. Sie waren vielleicht einmal traurig, sie hatten vielleicht einmal eine depressive Phase, aber sie kennen das Gefühl der absoluten Machtlosigkeit nicht, das Gefühl im Sumpf seiner Gedanken und Emotionen zu versinken, obwohl man sich vielleicht dagegen wehrt.

Sie glauben weil sie es geschafft haben aus ihren Trauerphasen herauszukommen, muss das jeder schaffen können und dabei übersehen sie dass sie eine Erkältung für eine echte Grippe halten. Dass sie einen blauen Fleck mit einem abgetrennten Bein vergleichen.

Daher neigen sie dazu in Gesprächen mit wirklich Kranken diese früher oder später zu belächeln oder sie werden sogar wütend auf sie.

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Kommentar von wilees
24.05.2016, 02:16

Hut ab vor dieser Erklärung

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es wird halt dann nur belächelt weil solche Menschen die sich so krass selbstbemittleiden gar nicht in der Lage sind zu erkennen dass auf dieser Erde manche Kinder viel ärmer dran sind oder andere viel größere Probleme am anderen Ende des Planeten haben. und diese engstirnigkeit regt auf. es regt auf, weil es nichts bringt sich isoliert zu betrachten und sich als Mittelpunkt der Erde mit seinen Problemen zu bringen. es bringt nichts für den Betroffenen. lieber mal aktiv was ändern und nicht rumheulen sozusagen ...

als hätte nicht jeder sein Päckchen zu tragen. außerdem ist es extrem unverschämt und respektlos gegenüber Menschen die WIRKLICH psychische Störungen haben. es ist  unfair gegenüber den Menschen weil man auf Termine bei einem Psychologen eh schon Monate warten muss.
wenn da jeder idi*t hingeht weil er super depressiv ist .. was soll dann mit den Menschen passieren die wirklich dringend Hilfe benötigen ?

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Kommentar von labertasche01
24.05.2016, 07:22

Das klingt fast so als würdest du dem Fragesteller unterstellen keine "echte" Depression zu haben....das können wir hier gar nicht beurteilen!!  

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Kommentar von Kitharea
24.05.2016, 10:18

Und weil jeder sein Päckchen hat kannst du nicht wissen wie schwer seines ist. Also hör auf zu urteilen über Dinge von denen du keine Ahnung hast.

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Kommentar von acidfairy
24.05.2016, 12:53

Pech wenn ihr das falsch wahrnimmt

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Na weil sich keiner sowas vorstellen kann wer es nicht selbst erlebt hat. Für die Anderen ist es einfach zu sagen man soll sich nicht so anstellen.

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Weil es der geläufigen Meinung entspricht, Depression sei die Krankheit der Schwachen, während Burnout jene der Starken sei.

Dieser Irrglaube wird durch Aussagen wie "Ich bin heute so Depri", die heutzutage viele Menschen bei schlechter Laune verkünden noch verstärkt.

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Es ist schwer für sie sich mit dir zu identifizieren, sie wissen nicht wie es dir geht. Sie wissen nicht wie mit dir umgehen, da ist es am einfachsten zu sagen man soll einfach normal sein. Suche einen guten Psychologen bei so etwas.

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