Wieso werden Asylbewerber innerhalb der EU hin und her geschoben?

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4 Antworten

Es geht hier nicht um Menschen, sondern um Kosten.

Das mag sozial oder christlich eingestellte Menschen entsetzen, ist aber leider so. Asylbewerber oder Flüchtlinge kosten das Aufnahmeland Geld. Daher ist es klar, dass keiner die Kosten an der Backe haben will. Die A-Karte haben diejenigen Länder, welche die EU-Außengrenzen bilden, weil dort die meißten illegalen Flüchtlinge landen und daher auch von diesen Ländern versorgt werden müssen. Gerade Griechenland ist aber noch nicht einmal mehr in der Lage die eigene Bevölkerung menschenwürdig zu versorgen und sind dann natürlich mit Flüchtlingen überfordert.

Hintergrund dieses Menschenverachtenden Verhaltens der EU ist, dass es eine Regelung gibt, wonach die Flüchtlinge in dem EU-Land ihren Antrag stellen müssen, welches sie zuerst betreten haben. Da hat Deutschland natürlich eine geographischen Vorteil, weil es eben keine EU-Außengrenzen hat. Die hin- und herschieberei hat aber genau damit zu tun, dass wenn sich herausstellt, dass z. B. die Niederlande nicht das erste Land waren, welches die Flüchtlinge betreten haben, diese z. B. wieder nach Italien abgeschoben werden, sofern sie politisch in ihren Heimatländern verfolgt werden. Andernfalls werden sie direkt in ihr Heimatland abgeschoben.

Leider wird nach wie vor von sog. Wirtschaftsflüchtlingen gesprochen. Diese menschenverachtende Bezeichnung soll ganz bewußt verschleiern, dass es sich in Wahrheit überwiegend um Armutsflüchtlinge handelt. Sie können ihre Familien nicht mehr ernähren, weil sie keine Arbeit in ihrem Heimatland bekommen. Daher müssen sie ihr Geld im Ausland verdienen, weshalb sie sich überhaupt auf diese lebensgefährliche Reise begeben. Aber wen kümmert es schon, wenn alle paar Sekunden ein Kind verhungert? Für den Rest der Welt ist es schlimmer, wenn 3000 Amis sterben, als Millionen Kinder, weshalb man hier auch bereit ist Billionen von Euros auszugeben um ein paar Terroristen zur Strecke zu bringen.

Zunächst gilt: Jeder Asylbewerber darf nur in dem EU-Land um Asyl fragen, das er zuerst betritt. Wenn z.B. jemand aus Rußland mit dem Bus nach Deutschland kommt, dann schicken ihn normalerweise die Deutschen zurück nach Polen als erstes EU Land, in dem er eingereist ist. Das ist natürlich ungerecht, weil die EU-Länder an der Peripherie dadurch mehr belastet werden als Länder mittten in Europa. Nachdem bekannt wurde, daß die Griechen und auch andere Länder Asylbewerber ziemlich unmenschlich behandelten, gab es Gerichte, die sich gegen eine zwangsweise Rücküberstellung von Asylbewerber in die "Erstländer" entschieden haben. Das sind bislang aber leider nur Ausnahmen. Vielleicht kannst Du noch präzisere Angaben von Amnesty International erhalten?!

Der Hauptgrund ist Überforderung. Keiner will Verantwortung für diese Menschen übernehmen. Aber die pragmatische Frage muss sein, tut es einem Land gut? Oder eher gefragt, kann man Probleme wirklich verteilen?

C.S

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