Wieso werden Abspaltungen (zb. Katalonien, Südsudan, ehemaligen Länder der Sowjetunion) immer als das beste dargestellt, obwohl das ja gegen die Global...?

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7 Antworten

Da wirfst du etwas durcheinander. Die Krisen im Sudan reichen viel länger zurück als die Trennung in Nord- und Süd-Sudan. Die Trennung ist nur die Folge der jahrelangen Spannungen zwischen dem arabisch geprägten Norden und dem "schwarzafrikanisch" geprägten Süden.

Man erinnere sich auch an den Darfur-Konflikt (die Fur sind eine nicht-arabische Ethnie im Sudan). Auch da war die aggressive Expansion einiger arabischer Gruppen die Ursachen für Vertreibung und viel Not.

In Europa hatten wir eine ähnliche Situation im ehemaligen Jugoslawien. Heute haben wir mehrere, getrennte Staaten, und eine weitgehend friedliche Situation.

Natürlich ist Kooperation gut, aber Frieden ist die Grundvoraussetzung.

Diese Dinge werden aus reiner Interessenlage heraus gesehen.

Zurueck zur Kleinstaaterei kann niemals gut sein. Die da klatschen verfolgen ihre Ziele.

Der Hauptgrund ist die Entwicklung von falschen Nationalismus.

Diese kleineren Gebilde von Staaten fallen politisch gesehen, in die Bedeutungslosigkeit. Sie koennen leicht zum Spielball der "Grossen" werden.

Wirtschaftlich sind sie dann auch nicht mehr verzahnt, somit muessen sie mehr Handel treiben, wenn es ihre Moeglichkeiten zulassen, oder sie muessen fehlende Industriezweige neu gruenden, was natuerlich enorme Kosten verursacht. 

Ich sehe jetzt nicht, dass das "immer" als "das beste" dargestellt wird.

Im Kern geht es dabei aber immer um die Aktivierung nationalistischer Ressentiments für wirtschaftspolitische Ziele.

Automatisch müssen solche separatistischen Bestrebungen auch nicht unbedingt der Globalisierung entgegenstehen

Globalisierung ist ein Marktwirtschaftliches Thema, welches sich mit dem freien Handel befasst.

Seperatismus hat eine Kulturelle und Freiheitliche Komponente, welches Anstich nicht den freien Handel betrifft. Erst gepaart mit anderen Ideologien kann es gegen die Globalisierung gehen.

Gegenfrage: warum ist Zentralismus (also das künstliche Zusammenführen von ehemals unabhängigen Staaten) etwas positives? Sowohl Grenzen haben ihren Sinn und Nutzen. Das heißt ja nicht, dass man sich auf manchen Ebenen nicht entgegen kommen kann, aber auf die eigenverantwortliche Freiheit zu verzichten, NUR damit man irgendwie (zb. dieses EU Monstrum) zusammen kommt.. ist doch mehr als Fraglich. 

Dennoch hat natürlich alles logischerweise auch so seine Vorteile. Die Konflikte entstehen ja nicht durch Abspaltungen.. sondern aus zwei völlig anderen Gründen heraus: 1. Wenn dir jemand anderes vorschreiben will, die du Dinge zu regeln hast, fühlst du dich unfrei und 2. wirtschaftliche Interessen. Peter Schol Latour hat einmal gesagt: wenn dir jemand erzählen will, irgendein Krieg hätte etwas mit Demokratie oder Menschenrechte zu tun, dann gehe davon aus, daß du belogen wirst. Und er hat Recht..

Zu förderst geht es um das Selbstbestimmungsrecht der Völker, nicht wer den Hegemon (Vorherrschaft) ausüben will.
Warum Völker ihre Freiheit für wirtchaftliche Interessen (Globalisierung) aufgeben sollten, statt slebstbestimmt über ihr Wohlergehen zu entscheiden, erschließt sich nicht.

Wenn eine neoliberale und wirtschaftshörige Politik dem Selbstbestimmungsrecht der Völker zuwiederläuft kommt es zu Spannungen und Konflikten.

Frei übersetzt, das sind die natürlichen Grenzen von Neoliberalismus und Globalisierung.

Und wer genau stellt Abspaltungen als das Beste dar? 

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