Wieso werde ich direkt in "die rechte Ecke gestellt, wenn ich sage, dass der 8. Mai kein Feiertag ist?

27 Antworten

Salue Justin

Die Sieger feiern den Tag als "Tag des Sieges". Die Deutschen aber haben den 8. Mai 1945 als "Tag des Ende des Krieges" in dankbarer Erinnerung.

Man hatte überlebt, man riskierte nicht mehr, in einem Feuersturm ums Leben zu kommen oder als Soldat für etwas völlig Sinnloses im Kugelhagel zu sterben.

Selbst wer auf die Kriegsberichterstattung des 3. Reiches angewiesen war, hatte ja im letzten Kriegsjahr mitbekommen, dass die "Abwehrerfolge" immer näher am eigenen Standort stattfanden. Den meisten Leuten, die diesen Krieg aktiv als Soldat oder als Zivilist erlebt haben, war schon lange klar, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte.

Man hoffe auf den Tag, an dem der Schrecken zu Ende ist ! Dieser Tag war der 8. Mai 1945.

Wenn Du diesen Tag nicht rückwirkend aus der heutigen Sicht siehst, sondern Dich in die Lage Deiner Vorfahren versetzt, dann darfst Du deren Glück mit gutem Gewissen "mitfeiern".

Es grüsst Dich aus der, damals ebenfalls glücklichen, Schweiz.

Dein

Tellensohn .  

Du musst ja immer daran denken, dass zwar Deutschland, aber mit ihm auch das Naziregime besiegt wurde. Und den Tag des untergangs dieses kriminellen Regimes muss man auf jeden fall als Gedenktag nutzen!

Das mit der rechten ecke kommt daher, dass viele rechte beim dritten Reich nur die militärische Seite und nicht die Verbrecherische (Holocaust etc.) sehen bzw. die Verbrecherische leugnen.

Das was danach kam war natürlich auch erstmal besonders auf der russischen Seite nicht viel besser (aber zumindest wurden im Westen die KZs geschlossen)


Die Siegermächte haben dafür gesorgt, dass zumindest in einem Teil Deutschlands eine freiheitliche Demokratie entstehen konnte, die jeder Diktatur vorzuziehen ist.

Desweiteren haben die Siegermächte dafür gesorgt, dass der von Deutschland verübte Massenmord gestoppt wurde.

Das ist natürlich ein Grund zu feiern, auch wenn die Rhetorik, dass "die Deutschen" vom Faschismus befreit wurden Schwachsinn ist, denn den Faschismus gab es in Deutschland ja nur, weil "die Deutschen" ihn zugelassen und/oder gefördert haben.

Man sollte also in Deutschland den 8.Mai weniger als Befreiung Deutschlands feiern, sondern als Niederlage (Nazi-)Deutschlands.


Das mit der Demokratie in einem Teil DE ist so eine Sache und mehr als Kalkuehl der USA zu sehen, denn der MORGENTHAUPLAN stand auch zur Debatte.

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@zetra

Der Morgenthau-Plan wurde nie ernsthaft in Erwägung gezogen und auch schnell wieder verworfen.

Desweiteren ist es ja weniger wichtig, was die Siegermächte vorhatten, sondern, was sie getan haben. Die Rote Armee hatte die Befreiung Auschwitz ja auch nicht als wichtiges Kriegsziel, getan haben sie es trotzdem und dafür sollte man ihnen dankbar sein.

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