Wieso werden Hypothesen oft als Fakten in Fragen dargestellt?

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6 Antworten

Hi, selbst deine Frage ist, wie jede andere Fragestellung auch, zunächst mal eine Hypothese.

Als Fakten gelten - nach meiner Auffassung - auch die durch entsprechende Beweisführung bestätigten Hypothesen, sofern die Beweisführung seriösen Betrachtungen folgt und einer Kausalität unterliegt. Natürlich sind Kausalität bzw. Signifikanz maßgeblich von den der Beweisführung zugrundeliegenden Parametern abhängig.

Insofern ist bei der Bewertung von Fakten die Verlässlichkeit der Quelle zu berücksichtigen. Und hier, da hast du unbestritten recht, ist die Neigung zur gezielten Manipulation besonders dann erfolgreich, wenn die in den Raum gestellten Behauptungen ungeprüft übernommen und letztlich als "Fakten" weitergereicht werden.

So sind die Ergebnisse von Untersuchungen oftmals davon abhängig, wer die Untersuchung beauftragt und finanziert. Die Statistiken des Bundesamts für Arbeit mögen hier stellvertretend genannt sein; jedem Logiker werden in Anbetracht der Ausgangslage (eine Behörde erstellt ihre Statistiken selbst) zwangsläufig Zweifel kommen. Dennoch werden die Zahlen rotzig-frech als "Fakten" medial präsentiert.

Hieraus kannst du die Beantwortung deiner Frage ableiten. Die Deklarierung von Behauptungen als "Fakten" dient der Umgehung einer Beweisführung und daher einer mehr oder weniger gezielten Manipulation, Irreführung oder vorsätzlichen Täuschung.

Dies trifft eben auch für manipulative Fragestellungen zu, welche unrichtige oder unbewiesene Aspekte in der Fragestellung als "Fakt" suggerieren.

Wenn ich etwas vergessen habe, liegt´s an der frühen Stunde. LG.

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Kommentar von SedOwl
14.11.2016, 15:54

Hi, Nube, danke fürs Sternchen. Wäre schön, wieder mehr von dir zu lesen. LG

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Zusätzlich zu den vielen guten Antworten ist noch zu bemerken, dass die Menschen oft einen Eindruck oder eine Meinung als Tatsache annehmen. (Beispiel: ,,Die Musil vom Komponisten XXX ist scheusslich", anstatt ,,ich finde, dass . . . .") Das ist meistens kein böser Wille oder Manipulation, sondern schludriges Denken.

Ich bin jetzt auch in diese Falle getreten: ,,die vielen guten Antworten" sollte heißen: ,,die vielen Antworten, die ich gut finde".

Übrigens sind die Fragen, wie "Warum werden die Menschen immer unglücklicher?". selbstverständlich sehr gut beantwortbar, insofern der Antwortgeber die Meinung oder den Eindruck des Fragestellers teilt.

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Kommentar von SedOwl
13.11.2016, 14:32

Hi, richtig, diesen Aspekt habe auch ich nicht bedacht. Termini wie "meines Erachtens", "nach meinem Verständnis" oder einfach "es könnte sein, dass" etc. sind leider wenig zu finden. Liegt wohl in der Tatsache begründet, dass auch die eigene Auffassung selten kritisch hinterfragt wird. LG

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Kommentar von ulrich1919
13.11.2016, 14:44

Bitte lesen: Musik statt Musil.

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Merkste selbst, ne?

Wenn nich, auch deie Frage ist so ein Fall. Es mag zwar sein, dass es in deinem Fall etwas begründeter ist, aber das ändert nichts an der grundlegenden Tatsache.

Viele denken eben nicht daran ihre Grundbedingungne genügend zu recherchieren oder sie haben keine Lust ihre Fragen dementsprechend umzugestalten, indem sie sagen: Wenn A, warum dann B?

Es kann aber auch durchaus gerechtferigt sein, wenn die Grundanahme tatsächlich der Wahrheit entspricht. Dann ist es unnötig genauer auszuführen (bei deiner bin ich mir nicht so ganz sicher, vor allem das oft stört, weil es bei mir zumindest nicht so häufig vorkommt, als dass die Verwendung gerectfertigt wäre:https://de.wikipedia.org/wiki/Verbale_Rating-Skala#Adjektive_quantifizieren, also wieder eine Hypothese als Fakt.

Bei der Beantortung solcher fragen weist man dann entweder darauf hin oder nimmt die Grundannahem des Fragestellers an und antwortet dementsprechend.

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Kommentar von Nube4618
13.11.2016, 01:46

Hat was, ja. Trotzdem bleibe ich beim "oft"

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Ja, ist immer so. Ich glaube entweder sind die dumm (Warum sind alle Frauen schlampen?) oder sie versuchen durch Ihre Fragestellung den Leser gezielt zu beeinflussen wie bei manchen politischen Fragen

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Der Fragesteller geht eben von dieser Annahme aus.

Vielleicht hat er entsprechende Beobachtungen gemacht. Eigene Erfahrungen sind eine natürliche Quelle für menschliche Annahmen.

Natürlich hast du recht damit, dass die Annahme oft falsch ist.

Aber gibt es überhaupt eine gemeinsame Bemessungsgrundlage dessen, was ein Fakt ist, für uns alle?

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Kommentar von Nube4618
13.11.2016, 01:35

Es gibt die Logik, die uns erlaubt, vernünftige Schlüsse zu ziehen. Doch selbst dann, wenn die Logik zutrifft, heisst das nicht, dass sie als gemeinsame Bemessungsgrundlage für alle relevant sein muss. Da muss ich dir Recht geben. 

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hypothesen sind neben keine fakten

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