Wieso waren um den zweiten Weltkrieg rum so viele Juden in Deutschland?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Es gab vor dem 2. Weltkrieg gar nicht so viele Juden in Deutschland, wie man immer den Eindruck bekommt. Bei der Machtergreifung der Nazis waren es 500.000 und damit unter 1 % der Gesamtbevölkerung.

Der älteste Nachweis von Juden in Deutschland stammt aus der Römerzeit, wo Juden in Köln erwähnt sind. Genau genommen gab es damals Deutschland noch gar nicht, und man könnte überspitzt sagen, dass Juden schon vor den Deutschen hier waren. Sie sind durch die Zugehörigkeit zum Römischen Reich hierher gekommen.

Auch im Mittelalter ließen sich Juden in Deutschland nieder, wenn es hier Lebensmöglichkeiten gab oder sie woanders vertrieben wurden. Durch andere jüdische Gemeinden in aller Welt konnten sie leicht internationale Kontakte knüpfen und konnten so erfolgreich Fernhandel betreiben. Oft wurden Juden gezielt angeworben, weil Fürsten und Bischöfe mit Handel die Wirtschaft ankurbeln wollten. Als Christen das Zinsnehmen verboten wurde, wurden die nichtchristlichen Juden zudem als Kreditinstitute wichtig. Trotz wiederholter Vertreibungen kamen daher immer wieder Juden zurück oder neu ins Land. Viele flohen aber auch schon im Mittelalter ins damals liberale Polen und nahmen ihren mittelhochdeutschen Dialekt dorthin mit (Jiddisch).

Im 19. Jahrhundert gab es neben den wenigen jüdischesn Bankiers auch jüdische Viehhändler, eine wachsende bürgerliche Mittelschicht (Rechtsanwälte, Ärzte ) und natürlich auch arme Kesselflicker, Hausangestellte, usw. Dann kamen aus Polen noch einige Zehntausend Einwanderer hinzu, die vor Diskriminierung und Armut flohen und in Deutschland Arbeit suchten. Das hat aber die Zahl der Juden nicht wesentlich erhöht. Durch Geburtenrückgang, jüdisch-christliche Mischehen und Übertritte zum Christentum ist die Zahl der Juden in Deutschland schon vor den Nazis langsam aber stetig zurückgegangen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

1933 lebten ca. 500'000 Juden in Deutschland. 

Aber in den folgenden Jahren begann Deutschland einen Krieg, bei dem es nach und nach fast ganz Europa eroberte... österreich (Anschluss), Sudentenland, Polen, Belgien, Holland, Luxembourg, Frankreich, Jugoslawien, Griechenland, teile der Sovietunion, dann auch die Staaten, die im Krieg auf Deutschlands seite waren: Italien, Rumänien, Ungarn, etc...

In all den besetzten Gebieten wurden Juden ebenfalls von den Deutschen oder in deren Auftrag verfolgt und ermordet. Die eigentlich Mordkampagnen begannen in Polen und in der ehemaligen Sovietunion, ab der zweiten Jahreshälfte 1941.

https://en.wikipedia.org/wiki/World\_War\_II\_casualties

Wenn du dir diese STatistik anschaust (ganz unten, letzte oder vorletzte Tafel), dann stellst du fest, dass die Juden in Deutschland und Oesterreich eigentlich ganz gute Ueberlebenschancen hatten, weil viele von ihnen fliehen konnten. Die in Osteuropa hingegen sassen in der Falle. Wenn sie nicht oft der Sovietischen Seite der Front bleiben konnten, war ihr Schicksal besiegelt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Juden lebten seit Jahrhunderten in den Ländern Westeuropas, allerdings relativ wenige im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und auch etwa im Vergleich zu osteuropäischen Ländern. Sie unterlagen z.T. strengen Einschränkungen und durften sich (z.B. in der Schweiz) nur in ganz wenigen Gemeinden niederlassen und nur wenigen Berufen nachgehen.  So gab es z.B. viele jüdische Viehhändler. Lange Zeit waren sie also eher geduldet als willkommen. Auch als ihnen schließlich im 19. Jahrhundert gleiche Rechte zugestanden wurden, blieb ein latenter Antisemitismus bestehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nach der Zersörung des zweiten Tempels in Jeruslem (70 n.Chr] breiteten sich die Juden über das ganze römische Reich aus, man geht davon aus, daß 8% der Bevölkerung des römischen Reiches Juden waren, und von da aus verbreiteten sie sich über ganz Europa.

Schon zu den Zeiten der Kreuzfahrer gab es in vielen Städten Europa Progrome, die Kreuzfahrer dachten sich eben, wenn man schon nach Jerusalem reist, die Stadt befreit und den Tod Jesu mit Schwert und Feuer rächt, dann kann man auch auf dem Weg dahin jeden Juden abschlachten, den man findet. Ist eh ein Aufwasch, und man zeigt allen, was für ein frommer Christ man ist.

Das Judentum in Deutschland hatte eine lange Geschichte, bis die AfD und Pegida der 30er Jahre an die Macht kam und dem ein blutiges Ende bereitete.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hei, Psyllon, es waren nicht "so viele" Menschen mosaischen Glaubens in Deutschland - um die 0,5 Prozent der Bevölkerung - machte damals im Reich von 1937, etwa 400 000 Menschen. Die vielen Menschen, die in die Hände der Mörder fielen, lebten in den besetzen, eroberten, geplünderten Gebieten.

Ansonsten verweise ich auf die bereits vorliegenden Antworten.

Grüße!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was heisst viele? Viele waren es nicht. In Polene waren es viel mehr z.B. Die Juden siedelten in Mitteleuropa seit Jahrhunderten und zwar hauptsächlich im Gebiet ziemlich mittig zwischen deutschen Landen, Österreich-Ungarn und Polen.

Und un setz' dich hin un lese mal etwas einfaches zum Allgemeinwissen gehörendes über die Geschichte Europas. Hast du dringend notwendig, denn du scheinst kaum was über das Römische Reich und die Geschichte der Juden und eben Europas zu wissen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von WDHWDH
22.02.2016, 06:58

Die Frage war...:"Wieso waren um den zweiten Weltkrieg rum so viele Juden in Deutschland? ".... Mehr ist zu deinem Kommentar nicht mehr zu sagen!

1

Juden waren seit vielen Jahrhunderten in "deutschen Landen", als deutsche  Bürger diese Landes . Bis die PEST kam und man ihnen dafür die Schuld gab. Daß sie die Vorzüge sauberen Wassers nutzten,  war damaligen verböhrten Pfaffen unheimlich, gar Hexerei.... .... Die jiddische Sprache ist dem DEUTSCHEN eng verwandt....  Viele Jufen zeichneten sich im 1. Weltkrieg durch Tapferkeit für IHR Deutschland aus....  ..............AH hingegen war "nur" ein Eingebürgerter....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gab schon immer Juden in Deutschland. Die jüdischen Mitbürger haben sich hier nicht niedergelassen, sie wohnten schon seit ewigen Zeiten hier.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gab schon lange davor Juden in DE und Europa. Der Kaiser hatte ihnen die gleichen Rechte gegeben wie den Deutschen u. a. auch das Wahlrecht. Das war in vielen anderen europäischen Ländern nicht der Fall.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Accountowner08
21.02.2016, 21:56

Das war überall in Westeuropa der Fall, in Frankreich schon lange vor Deutschland, in manchen Ländern ein paar Jahre später...

2
Kommentar von lupoklick
16.06.2016, 12:38

Juden in "deutschen Landen" waren DEUTSCHE

0

"Es waren seit Jahrhunderten DEUTSCHE, deren jiddische Spache altdeutsche Wurzeln hat......Einige trugen Auszeichnungen des Ersten Weltkriegs...

Ein Dummkopf sagte mal zu einem Vertreter des Zentralrats der Juden:

"Gehen Sie doch zurück in Ihre Heimar" ---

Antwort:"Zurück nach HANAU ??? "

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Oder gab es schon immer Juden in Deutschland?

Ja, schon immer nicht, aber mehrere Jahrhunderte schon.

Die Geschichte der Juden in Deutschland ist die einer ethnischen und konfessionellen Minderheit im deutschen Sprachraum Mitteleuropas und je nach Epoche sehr unterschiedlich dokumentiert. Juden leben seit mehr als 1700 Jahren in den Ländern und Regionen Mitteleuropas.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?