Wieso war es früher normal früh Kinder zu kriegen?

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13 Antworten

Von DDR-Zeiten ausgehend, war eine Familie abgesichert. Von daher war es da normal, früh Kinder zu bekommen. Ich habe meine erste Tochter auch mit 21 Jahren bekommen.

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Früher war die Lebenserwartung deutlich niedriger und wer seine Enkelkinder noch erleben wollte, der durfte sich nicht allzu viel Zeit lassen.

Vorehelicher Sex war verpönt und teilweise mit Strafe belegt, daher wurde früh geheiratet und mangels zuverlässiger Verhütung gab es dann meist relativ bald relativ viele Kinder.

Die Rolle der Frau war auf "Hausfrau und Mutter" beschränkt und eine Frau musste/konnte nicht "zuerst einmal Karriere machen" - auch in Deutschland brauchte bis 1977 eine Frau die Erlaubnis ihres Ehemanns um Berufstätig zu sein!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Irgendwie eine knuffige Überlegung....

Da fühle ich mich mit U40 regelrecht "alt"

Also... ganz früher war es gang und gäbe das man (zumindest als Frau) so jung heiratete und Kinder auf die Welt brachte wie möglich. Die Lebenserwartung war eh bei der Durchschnittsbevölkerung nicht so sehr hoch und je mehr Zeit die Frau hatte um Nachwuchs zu gebären um so besser (da die Kindersterblichkeitsrate damals noch recht hoch war - vergleichsweise wenige erreichten das Erwachsenenalter). 

Als meine Eltern (mittlerweie Ü70) junge Erwachsene waren galt (zumindest in ihren Familien): Erst eine gescheite Ausbildung, damit hat man ein Standbein im Leben. Dann kann man an Heirat und Nachwuchs denken. 

Ähnlich war es bei den Eltern meines Ex und bei den Eltern meines Mannes... Erst kam der Schulabschluss, dann die Ausbildung... und erst nach Abschluss der Ausbildung wurd überhaupt an Heirat und Nachwuchs gedacht.

Ja und heute? Da schaut es eigentlich nicht anders aus... In unserem Freundeskreis und auch im weitläufigeren Bekanntenkreis haben die allermeisten erst eine Ausbildung (mindestens eine) abgeschlossen bevor sie überhaupt mal an Fortpflanzung und Familiengründung dachten. Heißt im Endeffekt, so ziemlich alle die ich näher kenne waren bereits weit Ü20 wenn sie Eltern wurden.

Aber wie es seit Menschengedenken eben so ist, es gibt immer mal Leute die mit U20 Kinder in die Welt setzen (bewusst oder ungewollt)Oder die  die Schule/ berufliche Ausbildung bewusst aufs spiel setzen zugunsten einer Familiengründung. Leute, die mit U20 dadurch irgendwas kompensieren möchten.

Ebenso gibt es immer wieder Leute, die erst mal ein Standbein haben möchten, die ein gewisses Grundgerüst aufbauen möchten bevor sie aktiv an die Fortpflanzung gehen.

Manchmal nimmt man das eine häufiger wahr als das andere. Kommt wohl einfach auf die persönliche Sensibilisierung und auf das Umfeld an.

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Würde vermuten das allgemeine Lebensalter hat sich gesteigert, man wird heute älter als früher und man hat heute andere Ziele und Möglichkeiten als früher.

Früher war der Weg der Frau ja quasi schon vorbestimmt heute hat sie selbst die Wahl was sie mit ihrem Leben anfängt und keiner redet mehr rein selbst wenn sie kinderlos bleiben will.

Auch hier gilt: Lasse reden. Wenn du deinen Partner gefunden hast und ihr wollt früh mit dem Kinder kriegen anfangen, dann machts. Ist euer Leben!

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Die Zeiten haben sich ganz einfach geändert. Meine Uroma hat nicht gearbeitet. Die war Vollzeit-Hausfrau und Mutter von knapp 10 Kindern. Dazu kam, dass sie keine Spülmaschine, keinen Staubsauger, nix hatte!

Heute arbeiten wir Frauen und kriegen eben erst später Kinder.

Bedenke außerdem, dass man früher nicht so einfach verhüten konnte, wie heute!

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  1. Verhütungsmittel: Früher gab es zur Empfängnisverhütung mehr oder weniger zuverlässige Kondome. Die deutlich sichere "Antibabypille" kam erst ab 1960. Dass darauf die "sexuelle Revolution" folgte, ist kein Zufall. Erstmals konnten die Frauen ziemlich verläßlich darüber entscheiden, ob sie schwanger werden oder einfach nur Sex haben wollten.
  2. Religiosität: Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts stellte sich die Frage nach "Gott" praktisch nicht. Man war gläubig - mehr oder weniger. Das sexual- und insbes. lustfeindliche Christentum sah aber Sex nur als Mittel zur Fortpflanzung in einem vor Gott geschlossenen lebenslangen Bund. Und in der Ehe war der Sex zu diesem Zweck Pflicht.
  3. Ausbildung: Früher gingen die meisten Jugendlichen mit 16 in die Lehre und standen rasch wirtschaftlich auf eigenen Beinen. Es wurde eine Familie gegründet (schon weil Sex außerhalb der Ehe problematisch war - s. Punkt  2), was meistens zu Kindern führte (s. Punkt 1). Heutzutage ist es deutlich verbreiteter, erst Abitur zu machen, dann zu studieren, dann die Berufskarriere zu starten (mittlerweile auch für die Frauen), und dann auch mal über Kinder als Vervollständigung des eigenen Lebens nachzudenken.
  4. Wissenschaft: Nicht nur bei den vorherigen 3 Punkten spielt die Wissenschaft eine Rolle. Auch und gerade die medizinische Versorgung wurde immer besser. Verlässliche Antibiotika sind z.B. eine neue Entdeckung ab Ende der 1920er Jahre. Vorher starb man ggf. an einfachen Infektionen. Viele Kinder und/oder Mütter überlebten die Geburt nicht. Die immer bessere medizinische Versorgung machte es überhaupt erst möglich, dass Frauen auch in vergleichsweise hohem Alter noch gefahrlos Kinder bekommen können.

Seit Beginn diesen Jahrhunderts hat die Religiosität in Westeuropa stetig abgenommen. nicht zuletzt 2 Weltkriege, der Holocaust, die fortschreitende Wissenschaft und Schulbildung sowie der fehlende Zwang zur Religion sind maßgeblich dafür verantwortlich.

Noch zu Beginn der BRD waren 90% der Bürger konfessionell, heute sind 50% konfessionslos. Und von den heutigen Konfessionellen sind nur rund 15% bei den Christen bzw. rund 25% bei den Muslimen wirklich gläubig (im Sinne davon, dass sie an die jeweiligen religiösen Gebote glauben und sich danach richten). Die überwiegende Mehrzahl sind "Traditionschristen" bzw. "Traditionsmuslime" - man ist halt in einer bestimmten Kultur groß geworden, und was einem gefällt lebt man, und was nicht eben nicht.

Die offizielle Ehe ist nicht mehr obligatorisch, und wenn geheiratet wird, dann eben deutlich später.

Gleichzeitig wurden auch die Verhütungsmittel immer besser, und Schwangerschaftsabbrüche (und Scheidungen) wurden erlaubt. Pränatale Medizin sowie nachgeburtliche Versorgung auf hohem Niveau sind Standard.

PS: In meiner Familie finde ich alle 4 Punkte vereint: Meine Großmutter hat meinen Vater schon mit 16 bekommen (Mangel an sicheren Verhütungsmitteln), und meine Mutter hat mich erst mit 35 bekommen (damals ein fast unglaublich hohes Alter, aber es sollte noch unbedingt ein Kind für den früh verstorbenen Sohn kommen). Ich fand frühzeitig den Weg zur Wissenschaft (Nerd), Verhütungsmittel waren eine Selbstverständlichkeit (versauter Nerd ;)), und den Schritt vom Traditionschristen zum "offiziellen" Atheisten habe ich auch noch auf die Reihe gekriegt ... :)

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Libertinaer 05.10.2017, 04:09

Nachtrag:

Wenn ich mir vorstelle, heutzutage mit 20 ein Kind zu kriegen- das würde doch keiner für „normal“ halten

Was für "normal" gehalten wird und was nicht, ist keine Frage der Normalität im Sinne von "richtig/falsch" oder "gut/schlecht".

Es ist eine Frage unserer Gewohnheit, die wir dann "Kultur" nennen.

Und aus den von mir genannten Gründen war man früher junge Mütter zwangsläufig gewohnt, und ältere Mütter zwangsläufig nicht.

Heutzutage hat man a) mehr Optionen, und b) einen stärkeren Individualismus. Das führt, auch zwangsläufig, zu einer Verlagerung der Gewohnheiten/Änderung der Kultur.

Wenn sich aber jemand bewusst entscheidet, seine berufliche Karriere vorzuziehen und eigene Kinder (weil möglich) hintenan zu stellen (wenn überhaupt), dann wird er sich eher wundern, wenn das jemand anders sieht - zumal es heute so auch eher "normal" ist.

Der Mensch als solcher hat leider die starke Neigung, sich selbst für "normal", davon abweichende Verhaltensweisen aber für, nun ja, "weniger normal" zu halten. ;-)

Deswegen ist es auch eine der großen Errungenschaften unserer Verfassung, dass jeder das Recht hat, seine Persönlichkeit frei zu entfalten.

Das war früher nicht selbstverständlich (im Gegenteil - s. Punkt 2), ist aber offensichtlich immer noch nicht in allen Gehirnen auch tatsächlich angekommen ... :-/

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baileys17 05.10.2017, 09:20

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort !:-)

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Also gaaaaaanz früher wurden die Menschen nur 40 Jahre alt. Dazu kommt, dass die Frauen heute bessere Karrierechancen haben als damals

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Heute kann man die Empfängnis weitestgehendsd kontrollieren durch diverse Verhütungsmittel! Das war früher - ich sag mal für die jetzt 70-Jährigen! - nicht möglich. Die mussten DIE Kinder kriegen, die sie "empfingen".

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Früher war einfach die Lebenserwartung kürzer und von der Tradition wurden junge Menschen dazu gedrängt früh zu heiraten.

Die Kindersterblichkeit war hoch (besonders in den unteren Schichten) und konnte nur durch eine Numerik ausgeglichen werden.

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Hallo,

Weil vielen Karriere wichtiger ist. Man "muss" zuerst die Ausbildung machen, studieren, Haus kaufen und dann denken die mit 35 an kinder. Da braucht man sich dann nicht wundern dass 5% aller in DE geborenen kinder mit einer behinderung auf die Welt kommen. 

Ich habe mit 18 geheiratet, mit 19 meinen sohn bekommen und jetzt mit 20 mit dem 2. Baby schwanger und och bereue es nicht. 

Über 35 wird man ja nicht umsonst als risiko schwangere eingestuft aber vielen ist das egal die denken nur an ihre Zukunft und nicht an die geundheit des Babys.

Also ist ch verstehe es nicht sber ich meine die Leute sollen machen was die wollen, jeder hat seinen eigenen kopf...

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20 ist doch nicht früh....Wir sind heute eher recht spät dran...Vor dreihundert Jahren war das Durchschnittsalter für das erste Kind bei 13,3 Jahren!

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Warum sollte es nicht normal sein, ein Kind mit 20 Jahren zu bekommen?? Meine Meinung ist eher... wenn heute Frauen mit 45-50
Kinder bekommen, halte ich das für
Problematisch.

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Nein, das verstehe ich nicht!

wie kommst du darauf, daß es heutzutage anders ist?

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