Wieso war der Gott in der Renaissance nicht mehr von so großer Bedeutung wie im Mittelalter?

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5 Antworten

Renaissance das ist bereits die Neuzeit, also jene Zeit, die sich durch folgende Merkmale auzeichnete:

1. bewußte Entdeckung Amerikas und Beginn dessen Vereinnahmung

2. Einführung der Buchdruckkunst in Europa

3. heliozentrische Astronomie durch Kopernikus

4. verstärkter Fernhandel

5. Reformation

All das waren recht irdische Dinge, war ein verstärkter Bezug zum Hier und Jetzt, zum Alltag, eine Hinwendung zum wirklichen Leben. Je mehr also das Irdische, das sogenannte Profane dominierte, desto unwichtiger wurde irgend so ein bloßer Himmelsmeister, der sich nie zeigt/e und von daher keinerlei wirklichen Einfluß auf unser Leben nehmen konnte. Daher rückte der folglich immer mehr in die ferne, beließ es zusehens dabei, ihm nach getaner Arbeit und am Sonntag zu danken und war fortan damit zufrieden, es dabei bewenden zu lassen. Je weniger dieser Himmelsmeister in das tägliche Handwerk hineinfunkte, Möbel z.B. das nicht mehr geweiht und eingesegnet wurde und anderweitigen Mummenschanz mehr, desto mehr mußte solch eine Pantasiegestalt mit der Zeit verblassen.

die bürgerliche Gesellschaft öffnet mithin das Tor zu einem religionsarmen Dasein, ganz beseitigt hat sie diesen lieben Herrgott dennoch nicht, denn er eignet sich schließlich auch dafür, Arme und Unwissende mit derlei Firlefanz abzuspeisen.

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Kommentar von voayager
05.10.2016, 16:58

danke für den Stern

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Gott hatte nicht direkt einen hohen Stellenwert - aufjeden Fall nicht bei den mächtigen Personen der damaligen Zeit. Die nutzen Religionen nur um mehr Profit daraus zu erlangen. Und auch nach der Renaissance: ob katholisch oder protestantisch - das ist total egal und manchmal auch wild wechselnd, je nach Option und Chance. Da konnten die ganz schön Geld mit machen, Ablassbriefe sind das beste Beispiel dafür.

Die Renaissance hat einen Unterpunkt der sich Reformation nennt. Das kannst du gut googeln und darüber mehr erfahren. Martin Luther hat gegen dieses System der kirchlichen Ausbeutung des Proletariats erfolgreich protestiert.

Von einer direkten ethischen Veränderung im Glauben ist nichts nachweisbar. Religion war etwas für das dümmliche Proletariat und ein Weg zu Macht und Geld für die reichere Bevölkerung.

Die Veränderung der Reformation: Man braucht keine Priester mehr (die einem das Geld abnehmen) um zu Gott zu gelangen - sondern nur die Bibel ("sola scriptura")!

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Das hat einzig und allein mit dem Paradigmenwechsel zu tun, der WIRKLICH hinter der Renaissance stand. Nämlich weg von der mittelalterlicher Wirtschafts- und Wertestruktur hin zur kapitalistisch-rechtspositivistischen. Das Monopol der Rechtsauslegung lag im Mittelalter bei der Kirche, die logischerweise das Recht auf Gott zurückführen liess. Die Revolution der Reformation bestand darin den Zinskapitalisms als Wirtschaftssystem und Rechtspositivismus nach dem Vorbild des Römischen Rechts einzuführen. Der Kirche wurde das Monopol auf Rechtsauslegung entzogen. Natürlich verlor damit auch "Gott" an Bedeutung.

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Aufklärung nennt sich das, der Mensch entdeckte, dass Gutt Humbug ist.
Glauben heißt nicht Wissen.

Wie wir nun Wissen gibt es zwischen hier und dem Urknall keinen Gott.
Auch keinen der uns vor was auch immer bewahren würde oder könnte.

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Auflösung der Ständegesellschaft
Hinwendung zur Natur (dadurch Entdeckung der späteren Naturwissenschaften)
...

Einfach mal Merkmale der Renaissance in Google eingeben :)

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Kommentar von pafot
12.07.2016, 17:56

Das habe ich bereits aber liegt es womöglich auch daran, dass die Menschen das Vertrauen an der Kirche verloren haben, weil sie oft von ihr enttäuscht wurden??

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