Wieso wachsen amputierte Körperteile nicht nach, alle Erbinformationen sind doch in jedem Zellkern (d.h.: überall)?

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5 Antworten

Die Embryonalentwicklung des Menschen (und anderer Tiere) ist ein sehr komplexer Prozess. Irgendwann beginnt  aus einem "Zellhaufen" heraus die Differenzierung von Zellen, dann entschiedet sich, was aus einer Zelle wird und wie das weitere Wachstum gesteuert wird. Eine wichtige Rolle dabei spielen dabei u.a. die Hox-Gene.

Das bei dieser Differenzierung auch etwas schieflaufen kann, wurde schmerzhaft beim sogenannten Contergan-Skandal deutlich. Die Entwicklung von Gliedmaßen beruht auf einer komplizierten Wechselwirkung von Genen und Botenstoffen zwischen den Zellen. So erfährt die DNA jeder Zelle eine Art epigenetische Prägung, die auch verhindert, dass die Zellen aus dem Ruder laufen und sich unkontrolliert teilen.

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Es ist zwar korrekt, dass alle Erbinformationen im Zellkern vorhanden sind, doch viele von ihnen werden nach der Zuteilung zu einer Körperregion deaktiviert, sodas nur noch auf die Gene, die für die Körperregion wichtig sind, zugegriffen werden kann.

Anfangs sind in der Blastocyste (Bis etwa 400 Zellstadium) einfach nur Stammzellen und aus jeder einzelnen davon könnte sich theoretisch noch ein gesamtes Lebewesen bilden, doch mit der weiteren Entwicklung beginnen sich die Stammzellen zu programmieren. Zuerst auf bestimmte Regionen, wie zum Beispiel das Muskelgewebe und dann später spezialisieren sie sich auf ein ganz bestimmtes Muskelgewebe. Außerdem können sie sich dann nicht mehr unendlich oft teilen. An dem Punkt angelangt kann der Körper sie nicht wieder zu Stammzellen zurückverwandeln und da er das nicht kann, kann er auch nicht beim einspritzen von Stammzellen einfach so wieder ein neues Körperteil bilden.

Medizinisch gibt es allerdings die Möglichkeit eine Zelle (meist werden Hautzellen verwendet) durch das einschleusen von Viren zu Stammzellen rezuprogrammieren, doch das hat einmal hohe Mutationswahrscheinlichkeiten und kann nur zur Bekämpfung von Blutkrebs eingesetzt werden (bzw. wird nur zur Not dafür verwendet, ich mein in Deutschland eh verboten).

Desweiteren wird die DNA in den Zellen im Laufe deines Lebens immer schlechter, weil sie durch Krankheiten etc. viele Mutationen durchläuft und deshalb auch nur geringe Erfolgschancen verspricht um überhaupt noch für andere Körperregionen, als ihre Spezialisierte, hilfreich zu sein.

Ich hoffe ich habs halbwegs verständlich ausgedrückt :)

Sven

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Die Wundreaktion unterscheidet sich, beim Menschen bildet sich Narbengewebe, bei manchen Reptilien und Amphibien bilden sich Zellen mit Stammzellcharakter, weshalb das so ist weiß man (noch) nicht wirklich.

Hier noch ein Artikel dazu:

www.spektrum.de/magazin/koennten-menschliche-gliedmassen-nachwachsen/965708


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Haare und Nägel sind sogesehen programmiert nachzuwachsen, nicht bei z.b. Gliedmaßen. Die werden gewachsen (Fötus) und dann nicht mehr. Ein Salamander kann z.b. den Schwanz nach wachsen lassen, weil er das Gen hat, wir nicht :)

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Weil der menschliche Körper irgendwann mit dem Wachsen und Bilden der Gliedmaßen aufhört.

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