Wieso vertrauen die Menschen auf die bürgerliche Demokratie?

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5 Antworten

Die Sowjetunion als Vorbild zu nehmen ist nunja, schwierig. Da ist einiges schief gelaufen. Aber Ja, der reine Kapitalismus der in den USA gelebt wird und den sich viele Länder als Vorbild nehmen kann nicht ewig so weiter gehen. 
ich finde nicht, dass dafür die Demokratie überwunden werden muss, da sie zwar nicht die perfekte, aber bis heute doch die beste Regierungsform ist.
Leider wurden in der Vergangenheit Kommunistische und Sozialistische Regierungsformen immer diktatorisch durchgesetzt. Einer Bevölkerung etwas aufzuzwingen ist nie gut. Es muss von innen heraus kommen, aber solange jeder nach größer, weiter, mehr strebt wird das nicht der Fall sein.

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Kommentar von DietmarDreist
28.09.2016, 10:06

Die große sozialistische Oktoberrevolution wurde nicht maßgeblich von der KPdSU durchgeführt, sondern den Sowjets. 
Die Frage die sich stellt ist doch: 
Kann es Demokratie geben, ohne die laufende Einbeziehung der Menschen in ihre eigenen politischen Angelegenheiten ? 
Kann es Demokratie geben, auf Grundlage des Privatbesitzes an Produktionsmitteln und somit auch des Privatbesitzes an Meinungsproduktionsmitteln (Zeitungen, Druckerein, Rundfunkstudios, Versammlungsräume) 

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Kommentar von mychrissie
28.03.2017, 18:09

Das Problem der Demokratie ist, dass sie nicht nach qualitativen Regeln arbeitet, sondern nach quantitiven. Oder glaubst Du, dass was Gutes dabei rauskommen kann, wenn bei Wahlen eine Bevölkerung, die zu 80% aus Volltrotteln besteht, den Lauf der Dinge bestimmt? Das wäre ja so, wie wenn das Komitee für den Literaturnobelpreis zu 80% aus Menschen bestünde, die nur die BILD-Zeitung lesen.

Deshalb haben wir ja auch eine parlamentarische Demokratie, in der die Wünsche des "demos" erst mal durch den Filter von Politikern läuft, die von der Sache was verstehen (leider oft nur, zu verstehen "meinen").

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Wenn jedoch das Geld und die Gier überwunden ist wo bleibt dann der Reiz zur Leistung?

Die Sowjetunion konnte diesen Reiz nicht erzeugen, darum ist sie nicht mehr vorhanden...

Ich empfehle das Buch "Die Farm der Tiere".......

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Kommentar von DietmarDreist
28.09.2016, 10:03

Wenn die Sowjetunion diesen "Reiz" nicht erzeugen konnte, wieso hat sie es dann geschafft, innerhalb von wenigen Jahrzehnten einen industriellen Aufstieg zur Supermacht hin zu legen ? 
Wieso hat sie es dann geschafft, Millionen von Menschen zu Subbotniks, also zu freiwilliger Arbeit zu animieren ? 

Ich glaube die Widersprüche an der die Sowjetunion scheiterte, waren durchaus Mehrdimensionaler als der bloße fehlende Anreiz. 
Sozialismus ist nicht Gleichmacherei, sondern gesellschaftliche Aneignung der Produktionsmittel und individuelle Aneignung der Konsumgüter (Jeder nach seinen Möglichkeiten - Jedem nach seinen Leistungen) 

Der politische Niedergang der Sowjetunion lässt sich eher auf den Aufstieg des Bürokratismus und somit der neuen Herrschaft einer Minderheit über die Mehrheit. 
Und die spätere Wirtschaftspolitik, die schlicht irrational und an den Bedürfnissen des Volkes vorbei war. 

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Kommentar von NewKemroy
28.09.2016, 13:29

Ich propagiere keinen Kommunismus / Sozalismus, um das vorn an zu stellen. Aber nach meiner Auffassung ist durchaus eine funktionierende Wirtschaftsordnung denkbar, bei der die Leistung gerne erbracht wird, um den Wohlstand zu mehren - unabhängig vom Geld.

Das ginge wenn Geld (Liquidität) auf seine reine Tauschmittelfunktion reduziert/beschränkt würde. Wenn Geld nicht mehr der Gott unserer Gesellschaft ist, sondern zum reinen Werkzeug für den Wert-Transfer vergleichbar mit den Wasserstraßen der Binnenschifffart würde.

Eine Wertaufbewarungsfunktion oder Schatzbildungsfunktion ist nicht zwingend notwendig damit Geld seine Hauptaufgabe erfüllen kann. Der Reiz bleibt es gute Produkte herzustellen.

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Was hat Kapitalismus mit Demokratie zu tun? Der Kapitalismus ist das Gegenstück zum Sozialismus. Beide haben eine volksvernichtende Wirkung, wenn es keine diesbezügliche Kontrolle gibt. Bei einer "echten" Demokratie ist dies möglich, wenn das Volk es will. Ansonsten steuern die "Mächtigen" (Kapitalisten bzw. Funktionäre) die Entwicklung. Übrigens, nenne mal einen sozialistischen Staat, der als Vorzeigeobjekt für den Sozialismus herhalten kann.

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Kommentar von DietmarDreist
28.09.2016, 10:11

Es gibt keinen Staat, der in all seinen Entwicklungsepochen als Vorzeigeprojekt des Sozialismus herhalten kann. Das würde bedeuten, dass dieser Staat heute noch existiert oder durch Krieg vernichtet wurde. 
Wirtschaftliche Basis (Kapitalismus/Planwirtschaft) stehen in engem Verhältnis zur politischen Form. 
Ein Kapitalismus, also die Privatmacht über sämtliche Produktionsmittel, als der Grundeinheit des menschlichen Lebensprozesses, schließt Demokratie kategorisch aus. 
Es sei denn, die Privatmacht über die Produktionsmittel wäre lediglich Formal und die wirkliche Verfügungsgewalt läge in den Händen der gesamten Bevölkerung.
Damit hört der Privatbesitz aber auf, Privatbesitz zu sein. 

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Selbstverständlich brauchen wir ein System, welches den Kapitalismus überwunden hat.

Aber nicht nach Vorbild der Sowjetunion.

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Kommentar von DietmarDreist
28.09.2016, 09:49

Ist es nicht auffallend, dass die Vertreter der kritischen Theorie zwar sehr groß darin sind, alles bestehende oder bestandene ab zu lehnen. 
Ohne jemals selber einen Vorschlag zu einem konkreten Weg der Überwindung des Kapitalismus zu machen. 
Und sich in Adornolesekreisen die Seele heiß reden um dann doch wieder in bloßem Aktionismus gegen die symptomatischen Übel des Kapitalismus auf zu treten. 
Ist es nicht signifikant für diese theoretische Ausrichtung, dass sie keine konstruktive Staatstheorie besitzt ? 

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Die Demokratie benötigt nicht gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln. Die Demokratie benötigt gesellschaftliches Eigentum an Geld. Hier ist Karl Marx einfach falsch abgebogen.

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Kommentar von DietmarDreist
28.09.2016, 11:20

Marx ist nicht falsch abgebogen, er hat mit wissenschaftlicher Methode festgestellt, dass der gesellschaftliche Reichtum nicht aus der Zirkulationsphäre entspringt sondern in ihr lediglich realisiert wird. 
Dass der Mehrwert erzeugt wird durch menschliche Arbeit als Grundlage jeden gesellschaftlichen Reichtums. 

Mit dem Fetischcharakter des Geldes, also der allgemeinen Ware, den sie hier sehr eindrücklich praktizieren, hat sich Karl Marx übrigens sehr ausführlich beschäftigt. 

Ferner möchte ich sie auf ein "kapitalismuskritisches" Konzept hinweisen, welches auf eben der von ihnen getroffenen Einteilung in raffendes und schaffendes Kapital, in gutes Industrie- und böses Bankkapital basiert. 
Dieses "kapitalismuskritische" Konzept nannte sich Nationalsozialismus und hat zur Vernichtung von 6 Millionen dieser vermeintlichen Ausbeuter geführt. 

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