Wieso "versklaven" Menschen sich selber (Religion)?

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"ich würde es nur gerne nachvollziehen können"

Vergiss es, das kann kein Mensch nachvollziehen, der nicht selber eine Sklavenseele hat. Du hast offenbar keine.

Für mich ist es das undurchsichtigste Mysterium des menschlichen Wesens: das freiwillige Sklaventum. Ich werde es NIE verstehen.

Da haben sich die Menschen nach Jahrtausenden opferreicher Kämpfe endlich aus Sklaverei und, in weiten Teilen der Welt, aus Diktaturen befreit und geniessen Freiheiten und Rechte wie nie zuvor. Natürlich gibt es gewisse Regeln, an die man sich halten muss, aber die machen Sinn und sind für ein gutes Zusammenleben unerlässlich. Sie sind nachvollziehbar und entwürdigen den Menschen nicht.

Und dann bewahren sich manche Menschen FREIWILLIG einen unsichtbaren Diktator, der an Eitelkeit, Despotismus und Sadismus alles übertrifft, was sich menschliche Diktatoren jemals geleistet haben. Aber sie gestehen ihm das alles zu: er hat sie geschaffen, also "darf" er das. Er darf sie demütigen, quälen, ihnen die unsinnigsten Regeln auferlegen, absoluten Gehorsam fordern, kurz: ihnen jeden Stolz und jede Würde nehmen. Alles, was das Menschsein für  mich ausmacht.

Ich glaube, es gibt zwei Menschenrassen: im Wesen freie und unfreie. Sie ähneln sich nur äusserlich, sind aber so grundsätzlich verschieden, dass man sie nicht zur gleichen Gattung zählen kann. Darum ist es ihnen auch unmöglich, sich gegenseitig zu verstehen.

Glaub das ist die Lösung, vielen Dank, Sternchen kriegste :D

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Da haben sich die Menschen nach Jahrtausenden opferreicher Kämpfe endlich aus Sklaverei und, in weiten Teilen der Welt, aus Diktaturen befreit

Das waren nicht einfach "die Menschen", das geht konkreter.

Der internationale Sklavenhandel ist im 19. Jh. von Großbritannien gestoppt worden.

Hinter dieser Initiative stand Wilberforce. Und Wilberforce war von seinem christlichen (genauer: methodistischen) Glauben motiviert, der besagt, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, sich also niemand als was Besseres als andere Menschen fühlen kann - weder wegen seiner Leistungen noch wegen seiner Hautfarbe, Vorfahren oder sonst was.

Das ist nur eins der vielen Beispiele, wo Religion zu mehr Freiheit geführt hat.

Die Zahl der Beispiele, wo Atheismus zu mehr Freiheit geführt hat, ist offensichtlich deutlich kleiner. Die kommunistische Variante des Atheismus ist je geradezu für das Gegenteil bekannt.

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Vielen Dank, liebe(r) Bluekilla!

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Wieso "versklaven" Menschen sich selber (Religion)?

Ich sehe in Religion nicht zwangsläufig Selbstversklavung, sondern eigentlich eher das Gegenteil, sofern die betreffende Religion mit entsprechenden Werten verbunden ist und damit, dass es in der entsprechenden Konfession keinen sozialen oder gesellschaftlichen Druck gibt.

Zum Beispiel gehöre ich einer Konfession des christlichen Glaubens an, in welcher es wichtig ist, nach Eigenschaften wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Vergebungsbereitschaft, Anerkennung der Entscheidungsfreiheit Anderer zu streben und entsprechend zu leben, wie es auch schon in der Bibel nahegelegt wird. Manch einer, der nie wirklich versucht hat, danach zu leben, mag dies als einschränkend verstehen, doch eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Die Einschränkung im Glücklichsein findet nicht in einer Lebensweise statt, die von diesen oben erwähnt Werten geprägt wird, sondern in einer Lebensweise, die man recht treffend als Ellbogengesellschaft bezeichnen kann, wo jeder darauf aus ist, sich auf Kosten anderer einen Vorteil zu verschaffen.

Warum schränken Menschen sich deswegen ein, verschwenden viel Zeit mit beten usw?

Es gibt zu Gebeten in verschiedenen Religionen verschiedene Regeln. Soweit mir bekannt, gibt es im Islam vorgeschriebene Zeiten für 5 Gebete pro Tag, im Christentum gibt es hingegen keine derartige Regel, wann genau man beten soll, was die Tageszeit betrifft, aber viele beten nur entsprechend vorgefasster Gebete. Wenige hingegen, beispielsweise Mormonen, sagen im Gebet genau das, was ihnen entsprechend, entweder für sich selbst oder auch für andere wichtig ist. Ich persönlich sehe im Gebet keine Zeitverschwendung. Zumindest ist ein Gebet eine Möglichkeit (oder sollte es zumindest sein) eine Möglichkeit, kurz geistig in sich selbst zu gehen, sich geistig wieder neu zu fassen, um mit besserer Konzentration einer aktuellen Herausforderung besser zu begegnen. Idealerweise wird ein Gebet auch als ein Zwiegespräch, also als ein Dialog mit Gott angesehen, was mit einschließt, dass man sein Bewusstsein zugänglich für geistige Eingebungen hält und dass es solche gibt, habe ich mehrfach erlebt. Meiner Erfahrung nach sind Gebete keine Zeitverschwendung, wenn man glaubt, dass Gebete erhört werden. Wenn man jedoch betet, ohne wirklich zu glauben, dass Gebete erhört werden, dann, aber auch nur dann, sind sie in der Tat Zeitverschwendung.

Warum lassen sich Frauen aufgrund des glaubens einfach unterdrücken?

Ist das bei jeder Religion so? Ich denke eher nicht. Und selbst bei den Religionen, wo es Querverweise gibt, dass Frauen unterdrückt werden und sich "einfach unterdrücken" lassen, ist diese Unterdrückung vermutlich eher traditioneller, als religiöser Natur.

Warum lebt man freiwillig nach so vielen Regeln?

Um die oben benannten vier Beispiele damit in Verbindung zu bringen, ohne sie noch einmal zu erwähnen, um entsprechend glücklicher sein zu können und nicht ständig befürchten zu müssen, dass man aufgrund des Egoismus anderer benachteiligt wird. Wenn möglichst viele in einem sozialen Umfeld zumindest nach diesen vier Eigenschaften leben, können alle gemeinsam glücklich sein.

Machen sie das, weil sie Angst vor dem Tod haben?

Das mag in einer Religion sein, in welcher die Hölle (oder etwas vergleichbares) ein fester Bestandteil der Lehre ist, mit welcher denen gedroht wird, die gegen einzelne oder mehrere Regeln, egal wie unbedeutend diese Regeln sind, verstoßen. Bei Mormonen beispielsweise gibt es eine Art Hölle nur für diejenigen, die man eigentlich nicht mehr als Menschen, sondern nur noch als Monster bezeichnen kann. Wenn es nach dem geht, woran Mormonen glauben, kommt jemand, der hin und wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommt und/oder nicht an ihre Lehre glaubt, nicht automatisch in die Hölle oder etwas vergleichbarem, sondern in eine himmlische Herrlichkeit, die dieser Person entspricht. Je größer die Bündnisse und Verheißungen sind, die ein Wesen annimmt und denen dieses treu bleibt, je größer ist die Verheißungen in Bezug auf die entsprechende himmlische Herrlichkeit.

Das hat auch nichts mit irgendeiner Ungerechtigkeit zu tun, sondern ganz einfach damit, dass, zumindest der entsprechenden Lehre nach, jede dieser Herrlichkeiten aufgrund von Ursache und Wirkung ganz einfach erfordert, dass man nur so glücklich sein kann, wie es die entsprechenden Gesetze erfordern, dass man diese einhält. Je größer die allgemeine Seligkeit, je höher die Gesetze jedes Einzelnen. So ist es aufgrund der reinen Notwendigkeit her bereits im irdischen Dasein. Daher kommt man laut dem Glauben der Mormonen in die Herrlichkeit, in welcher die entsprechenden Gesetze keiner derartigen Selbstüberwindung bedürfen, was zur Folge hätte, dass man in dieser nicht glücklich werden könnte, was zur Folge hat, dass man in der Herrlichkeit, in die man kommt, wesentlich glücklicher sein kann, als in jeder anderen, egal ob diese mehr oder weniger Verheißungen und damit ein höheres oder geringeres Maß an notwendigen Gesetzen hat, als die anderen.

Ich sehe das persönlich noch etwas anders, obwohl ich aufgrund verschiedener Dinge durchaus ebenfalls aus gutem Glauben Mormone bin. Ich glaube, dass man, im Gegensatz zum irdischen Dasein, in einem ewigen Dasein sein Gewissen nicht mehr verdrängen kann, und dass alle Erinnerungen, selbst jene, die im irdischen Dasein vergessen schienen, wieder voll zugänglich sind, dass man sich all seiner Entscheidungen und ihrer Konsequenzen bewusst ist, wie nie zuvor im irdischen Dasein, und dass man, wenn man immer nur gute Entscheidungen getroffen hat, damit ebenso glücklich sein kann, wie wenn man gelernt hat, anderen (und auch sich selbst) ehrlich und möglichst bedingungslos zu vergeben, denn dann wird man im letzteren Fall ebenso sich selbst seine eigenen Fehler im Nachhinein vergeben können. Ich persönlich glaube auch nicht, dass Gott in der Ewigkeit unser Richter sein wird (auch weil ich glaube, dass Gott dazu viel zu liebevoll und viel zu gütig wäre) sondern eher, dass unser jeweils eigenes Gewissen, welches wir dann nicht mehr verdrängen können, unser "Richter" sein wird, also entsprechend zulässt, wie glücklich wir im ewigen Dasein sein können.

Wer meine Antworten in Bezug auf ein Leben nach dem Tod kennt, der weiß auch, dass ich daran glaube, dass aus der Perspektive des ewigen Daseins gesehen, alle irdischen Leben, die man durchlebt, eher wie Teilnahmen an kollektiven Träumen sind, so wie man im Laufe des irdischen Lebens eigentlich in jeder Nacht träumt, unabhängig davon, ob man sich danach an diese erinnert. Man hat dann also in jeder neuen Teilnahme an einem kollektiven Traum erneut die Chance etwas anders, bzw. besser zu machen. Vielleicht ist damit auch die Vorstellung von Wiedergeburt und/oder Karma vereinbar.

Ich persönlich habe keine Angst vor dem Tod, sondern allenfalls davor zu sterben, um genauer zu sein, vor möglicherweise schmerzvollen Wegen des Sterbens, aber wenn die Zeit für mich gekommen ist, begrüße ich den Tod, selbst wenn ich mich täuschen sollte und nach dem irdischen Leben nichts kommt, denn dann würde ich es nie erfahren. Aber gegenwärtig verbindet mich eine ewige Liebe mit diesem ewigen Dasein von welcher und welchem ich durch mein gegenwärtiges Leben getrennt bin und eben deshalb freue ich mich darauf, hoffentlich in dieses ewige Dasein zurückzukehren, aber falls es dieses nicht gibt, zumindest durch die Nichtexistenz von den Depressionen einer aufgrund beiderseitig unglücklicher Trennung einer ansonsten beiderseitig dauerhaft glücklichen Liebe befreit zu werden.

Eigentlich... ob wir "erschaffen"... oder durch Urknall "entstanden" sind....

wäre es im Grunde "wurschdd"....

"Angst" vor dem Tod....

also die meisten Menschen, so wie ich auch... haben weniger Angst vor dem Tod sein... als mehr vor einem schmerzlichen Weg.... um zu sterben......

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Es ist und bleibt mir rätselhaft... weshalb "menschen" sich nicht einfach an der Fülle der natur erfreuen können.... daraus schöpfen und "leben" können/wollen...

SONDERN:

sich teils permanent die Frage stellen:

" haben wir/ich das überhaupt verdient ?"

" müssen wir nicht irgendwie einem Schöpfer dankbar sein, dass ! er diese wunderbare Erde überhaupt so ... für uns erschaffen hat ?"

oder auch:

"ich bin doch eigentlich ein "Nichts"... ich leiste nichts Besonderes....da habe ich aber ein sau-schlechtes Gewissen.... da muss ! ich mich doch demütig und dankbar.... irgendetwas "Höherem" zuwenden...

u.ä.

Kurz:

mangelndes Selbstbewusstsein führt zur Unterwerfung, und Versklavung.....

( das wäre ein möglicher Aspekt.....)

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Frauen:

in vielen Religionen wird wird "Frauen" eingeredet... SIE seien für "Die Sünde" verantwortlich....

wenn ! sie das dann selbst glauben.... 

..verhalten sie sich auch entsprechend....

Beispiel:

Da steht ein harmloser Imam/pfarrer/Geislticher auf seiner Kanzel... und predigt wunderbare Dinge....

..bis... ?

Ja... bis ER eine Frau sieht, die ihn antörnt....

und plötzlich ändert sich seine "Predigt"...

DENN:

"Dort sitzt ein Teufel in Menschengestalt "

.. natürlich sitzt dort weder ein Teufel.... noch sonstwas... sondern nur eine harmlose Frau....die rein gar NICHTS dafür kann... dass

"Der Prediger" seine Triebe nicht unter Kontrolle hat.....

( das wäre ein möglicher Aspekt...)

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wie mir mal eine "Eso-Tante" sagte... ( also sie ist nicht meine "Tante"... ich benenne es nur so....:-)....)

dennoch scheint sie Recht zu haben...

Sie sagte:

"Es gehören bei allen Dingen IMMER zwei ! dazu....

eine/r..der was behauptet.... und ein/e Andere/r... wo das dann annimmt....

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