Wieso verpflichtet man sich auf einem U boot?

2 Antworten

Von Experte ponter bestätigt

Die Motivation dazu kann durchaus unterschiedlich sein.

Kann dir nur sagen, warum ich mich damals freiwillig zu den Ubooten gemeldet habe.

Das waren mehrere Gründe. Dass ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, lag an der Familientradition. Mein Großcousin fuhr Uboot, wurde allerdings 1941 bei Gibraltar versenkt. Mein Vater fuhr von 1943 bis Kriegsende auf einem Uboot.

Da wäre die Abenteuerlust bzw. das Bedürfnis, etwas zu erleben und etwas Außergewöhnliches zu tun. Das hat sich voll erfüllt. Am heftigsten war eine Aufklärungsfahrt Ost (könnte man auch Spionagefahrt nennnen), bei der wir uns mit einem ganzen hochmodernen sowjetischen Flottenverband angelegt haben, um mal zu testen, was die und wir können. Das anschließende Gefühl, denen völlig überlegen zu sein und nicht erwischt werden zu können, ist schon geil. Ähnliches dürften auch die Besatzungen erlebt haben, denen es in Manövern gelang, amerikanische und englische Flugzeugträger versenkt zu haben, ohne überhaupt entdeckt zu werden.

Reizvoll ist es auch das Gefühl, zu einer Elitetruppe zu gehören mit einigen Privilegien und einem sehr hohen Ansehen innerhalb und außerhalb der Marine. Noch heute, Jahrzehnte später, erlebe ich das oft, dass mir eine gewisse Bewunderung und Faszination und Respekt entgegengebracht wird und meine Erzählungen großes Interesse wecken.

Dann ist es der Reiz der Technik. So ein modernes Uboot ist ein absolutes High-Tech-Produkt und bei konventionellen Ubooten sind die deutschen weltweit die fortschrittlichsten und mit großem Abstand die besten. In einem Krieg, denn es hoffentlich nie geben wird, halte ich ein deutsches Uboot für einen der sichersten Plätze, die es überhaupt gibt.

Was ich aus den Schilderungen meines Vaters erwartet hatte und auch bestätigt fand, ist die außerordentliche Kameradschaft innerhalb der Besatzung. So ein enges Zusammengehörigkeitsgefühl und gegenseitige Kameradschaft wie an Bord eines Ubootes habe ich nie wieder in meinem Leben erlebt. Insgesamt fand ich die Atmosphäre ganz besonders, da die kaum militärisch und hierarchisch geprägt ist, sondern vor allem aufgabenorientiert. Sobald man auf See war und der Deckel oben geschlossen war, galten ganz eigene Regeln und es war auch ein gewisser Raum für diverse "Spinnereien". So kann man im Prinzip tragen was man will. Unser Kommandant lief z.B. die ganze Zeit in Micky-Maus Hausschuhen rum.

Was das "sehen" betrifft, noch eine Bemerkung. Auch auf einem Überwasserschiff kriegt man auf See eventuell gar nicht viel zu sehen, wenn man im Innneren des Schiffes seinen Posten hat. Aber auch Uboote machen immer wieder Auslandsreisen mit entprechenden Hafenaufenthalten und da hat man dann natürlich auch entsprechenden Landgang.

Mir fällt z.B. ein, dass wir bei einem Manöver in dänischen Gewässern immer nur tagsüber fuhren und abends im Hafen lagen. Da das Uboot nicht genügend Schlafplätze für alle hat, war während dieser Zeit die ganze Besatzung in einem guten Hotel untergebracht. Da konnte man natürlich auch an Land gehen (frei in Zivil ausgehen).

Ach ja, einen Aspekt habeich vergessen. Der war zwar nicht der wichtigste, spielte aber dennoch eine Rolle. Durch die ganzen Zulagen ist das Fahren auf einem Uboot durchaus auch finanziell interessant.

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Von Experte Nomex64 bestätigt

Eine derartige Frage kann man sich zu unterschiedlichen Berufen stellen. Was bewegt bspw jemanden, Bestatter zu werden?

Viele Dinge macht man natürlich, weil man Interesse daran hat.

Seefahrt ist in irgendeiner Form immer ein Erlebnis und nicht vergleichbar mit einem herkömmlichen "9 to 5" Job.

Besonders im Militär werden die Männer und Frauen hier besonders gefordert.

Innerhalb von Seestreitkräften bilden die U-Boot Fahrer auch heute noch eine Art Elite.

Mal die Bundeswehr aufgegriffen, diese stellt in vielen Bereichen eine Herausforderung dar. Dazu gehört u.a. der Dienst auf einem U-Boot.

Die Entscheidung dafür erfolgt aus verschiedenen Gründen. So besteht der Reiz etwa für Einige am Interesse an der umfangreichen, spezifischen Technik, andere sehen am Dienst auf einem U-Boot eine Art Berufung.

Wer zur See fährt, z.B. bei der Bundesmarine, der tut dies nicht vornehmlich, um etwas zu "sehen".

Ein großer Teil der Soldaten verlässt die Bundeswehr nach einer gewissen Dienstzeit wieder. Verschiedene Tätigkeiten bieten in diesen Jahren die Möglichkeit auf eine abwechslungsreiche, nicht alltägliche Tätigkeit, die sich für die meisten so nicht mehr wiederholen wird.

Für Viele ist der Militärdienst eine besondere Erfahrung.

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