Wieso strebt Leben danach, sich weiterzuentwickeln?

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12 Antworten

Für die Antwort auf diese Frage hat Ilya Prigogine 1977 den Nobelpreis erhalten.

Der Mechanismus, der die Weiterentwicklung vorantreibt, nennt sich Disspative Struktur (-> wikipedia). Es geht dabei in der Tat entscheidend um Energie. Dabei gibt es drei bedeutende Schwellenwerte:

1. Wird einem System keine Energie zugeführt, strebt es dem thermodynamischen Gleichgewicht zu. Alle Ordnungsstrukturen lösen sich auf, Energie wird vollständig entwertet (dissipiert). Zu diesen Systemen gehören tote Lebewesen.

2. Wird nur mäßig Energie zugeführt, entfernt sich das System etwas vom thermodynamischen Gleichgewicht, hat aber das ständige Bedürfnis, wieder dem Gleichgewicht zuzustreben. In diese Kategorie fallen technische Systeme.

3. Wird reichlich Energie zugeführt, entfernt sich das System so weit vom thermodynamischen Gleichgewicht, dass es instabil wird und dadurch schlagartig einen anderen Zustand annimmt. Beispiel dafür wäre der Bénard-Effekt. Hier liegt eine dissipative Struktur vor, die ein deterministisches Chaos erzeugt. Chaos deswegen, weil die Struktur durch die Energiezufuhr ständig im Chaos gehalten wird. Das wird dadurch erzeugt, dass es selbstverstärkende Rückkoppelungen gibt, deren Auswirkungen vom Maß der Energiezufuhr abhängig ist. Gleichzeitig bilden sich aber neue Ordnungsstrukturen, sogenannte Korrelationen, zwischen weit entfernt liegenden Elementen aus, weswegen von "deterministisch" die Rede ist .
Alle lebenden Systeme stellen solche Dissipativen Strukturen dar. Sie nehmen hochwertige Energie aus der Umwelt auf, entwerten diese und erzeugen dabei neue Ordnungsstrukturen. Die entwertete Energie wird als Entropie an die Umwelt zurückgegeben.

Diese Entwicklung geht immer weiter, solange genügend hochwertige Energie in der Umwelt zur Verfügung steht. Das System gehorcht im Zustand des Kippens dem Gesetz der maximalen Entropieproduktion. Dann wird so viel wie möglich Energie aus der Umwelt gezogen, unabhängig vom Wirkungsgrad. Hat das System eine neue stabile höhere Ordnung erreicht, gilt das Gesetz der minimalen Entropieproduktion. Das heißt, das System entwickelt sich zu einem Zustand, der die verfügbare wertvolle Energie optimal zum Strrukturaufbau nutzt.

4. Überschreitet die Energiezufuhr eine weitere Schwelle indem sie zu groß wird, kippt das System ins totale Chaos, was meistens dessen Zerstörung bedeutet.

Prigogine hat die Auswirkungen seiner Theorie auch ausgiebig mit Philosophen diskutiert. Aus dem Blickwinkel stellt es sich so dar, dass die treibende Kraft für die Weiterentwicklung nutzbare Energie ist und jedes lebende System dem zustand optimaler Nutzung der Ressourcen zustrebt. Ein Ziel, auf das das Leben zustrebt, gibt es nicht. Welche Strukturen sich konkret ausbilden, hängt stark von Zufällen ab. Eine von außen steuernd eingreifende Macht (Gott z.B.) braucht es nicht und gibt es auch nicht. Das Leben ist nicht teleologisch.

Diese Theorie hat eine gewaltige Revolution in den Wissernschaften ausgelöst und ihr ganz neue Impulse gegeben. Basierend auf dieser Theorie gibt es für verschiedene Anwendungen und Betrachtungsweise viele verschiedene Begriffe. Beispiele wären Emergenztheorie, Selbstorganisation, nicht-lineare dynamische Systeme, Chaostheorie, Komlexitätsforschung u.v.a.

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Kommentar von Hamburger02
31.08.2015, 21:17

Danke für den Stern

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Kommentar von nowka20
28.01.2016, 17:04

es fehlt völlig der geistige ursprung

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Überleg das doch selber: wenn du in einem Zelt lebst, träumst du von einem Wohnwagen. Dann möchtest du eine kleine Mietswohnung, dann träumst du von einer Eigentumswohnung, und dann muß es ein Haus sein. Wenn du darin wohnst willst du lieber eine Villa. Und wenn die Villa nicht mehr ausreicht, ein großflächiges, schloßartiges Anwesen über mehrere Hektar.

Der Mensch ist unersättlich. Das Tier ist unersättlich. Der Tod ist unersättlich. Und zwischen Geburt und Tod findet das statt, was du beschreibst. Niemand ist im Grunde seines Herzens zufrieden mit dem, was er hat. Es muß immer mehr sein.

Mehr Schuhe, mehr Schmuck, mehr PS. Mehr Frauen. Mehr Gigabyte. Das Iphone 8s schon vor allen andern besitzen usw usw

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Kommentar von Clara1
29.08.2015, 20:19

Das ist menschliches Denken und keine Evolution.

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Kommentar von Simtastic
29.08.2015, 20:21

Und das beschriebene von dir trifft nicht auf jeden zu ;)

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Kommentar von Clara1
29.08.2015, 20:23

was meinst du?

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Es entwickelt sich weiter weil die umwelt es dazu treibt. Sobald sich die umwelt drastisch verändert SOLLTE sich die Schöpfung mit verändern um sich daran anzupassen, allerdings hat sich der mensch so entwickelt, das er den Umweltveränderungen neue Technologien entgegensätzt als sich weiter zu entwickeln. In einem Satz: Das Leben entwickelt sich, weil es sich anpassen muss.

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Kommentar von Alpha456
29.08.2015, 21:11

Danke. :) Okay, ich verstehe zwar was du sagst und finde es auch logisch, aber wieso will lebendiges Leben.. (Hört sich irgendwie depressiv an).

Seit Intelligentes Leben besteht, ich spreche hier von dem Menschen, will er ja bewusst leben und etwas erreichen, sich entwickeln.. Aber wieso.. woher kommt diese treibende Kraft? Auch wenn der stärker überlebt bla bla, wieso will er weiter leben? LG Clara. :)

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Kommentar von Clara1
27.12.2015, 00:25

warscheinlich weil alles was lebt angst vorm tod also dem ungewissen hat.

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Ich glaub nicht, dass Leben sich weiterentwickelt. Leben verändert sich und das permanent. Weiter wohin? Leben ist doch Erschaffung, Zusammenbruch, Erschaffung, Zusammenbruch - aber immer Veränderung. Alles was lebt, unterliegt dieser Veränderung von Erschaffung (Geburt) und Zusammenbruch (Tod). Was wir als weiter erkennen wollen ist eine Geschichte, mehr nicht. Schon Sokrates klagte über die "Jugend von heute" und das wird heute noch getan. Es verändert sich nur - hin und her und wieder hin und her. 

Und gerade heute kann ich kein Weiter mehr sehen, eher ein baldiges Ende.

LG

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Kommentar von nowka20
28.01.2016, 17:08



Es verändert sich nur - hin und her und wieder hin und her. 


du beschreibst lediglich das leben von pflanzen und tieren.

das menschliche leben ist geprägt von evolution und involution in spiralförmigem aufstieg bis zur vollkommenheit



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Alles Leben strebt danach, sich fortzupflanzen. Warum? Die es nicht tun sind ausgestorben. "Weiterentwicklung": Wenn die Erbanlagen eines Lebewesens durch Zufall (Mutation) so verändert sind, dass es erfolgreicher im Daseinskampf und in der Fortpflanzung/Vermehrung ist, setzen sich diese Gene durch.

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nur menschliches leben entwickelt sich weiter in richtung vervollkommnung

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Dass sich Leben immer weiterentwickeln will ist nur eine Illusion.

Einfach ausgedrückt wird das Leben, dass besser geeignet ist überleben und das "schlechtere" sterben.

Von den Überlebenden wird wieder das beste aussortiert und so weiter und so fort.

Leben selbst strebt also kein Ziel an, die ständige Weiterentwicklung ist nur das Ergebnis aller alltäglichen Einwirkungen, auch genannt Evolution.

lg

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Das einzige, wonach das Leben strebt, ist...

...zu überleben.

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Kommentar von Dojando98
29.08.2015, 21:25

und die frage ist (mal wieder) warum?

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Tut es nicht. Es strebt nicht.

Evolution ist ein Prozess ohne Richtung, ohne Ziel. Das Entwicklung stattfindet, ist der kumulativen Selektion geschuldet.

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Weil Stillstand Tod bedeutet.

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Der Mensch, der stets irrt so lang er strebt, maßt an zu wissen, was er nicht wissen kann. Wir versuchen etwas in Worte zu fassen, was wir halbherzig verstehen. Das ist typisch für den Menschen und daher bin ich der Meinung, der Mensch sollte solch philosophische Fragen entweder sachgemäß beantworten (so wie man es meint: "man nehme an") oder es lassen.

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Kommentar von Alpha456
29.08.2015, 21:14

Und wieso strebt er an zu wissen ? Weil er ein Mensch ist? Wohin führt uns, unser Wissen noch? Was haben wir (davon), wenn wir die vollkommene Erleuchtung über alles haben? 

LG

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Kommentar von realsausi2
29.08.2015, 22:55

der Mensch sollte solch philosophische Fragen

Das ist ja keine philosophische Frage, sondern eine biologische. DIe Biologie kann sich auch sehr gut beantworten.

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eigentlich geht es nur um  -überleben-

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