Wieso spürt man vorerst keinen Schmerz, wenn man sich z.B mit einer Kreissäge die Finger absägt?

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2 Antworten

Schmerzhemmung basiert auf einer Vielzahl von Mechanismen. 

Wie man selbst leicht bemerkt, empfindet der Mensch in Gefahrensituationen oder Streßsituationen deutlich weniger Schmerz. Der gesamte Körper wird in einen hochwachsamen,reaktionsbereiten Zustand versetzt und auf seine evolutionären Reaktionsmechanismen Flucht oder Kampf vorbereitet. Die Schmerzwahrnehmung wird herabgesetzt.

Durch eine Gefahren/Stresssituation wird jegliche Art von Stressor (z.B. Lärm, Schmerz, visuelle Reize) über die Sinnesorgane erfasst und als Information über aufsteigende Nervenfasern weitergeleitet und im Hirn (Amygdala/ Mandelkern) verarbeitet.  

Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung von Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen, sowie der Analyse möglicher Gefahren. Sie verarbeitet die externen Impulse und aktiviert wiederum verschiedene stressrelevante Hirnareale, fungiert also als allgemeines Regulationszentrum für Stressreaktionen.
Über den Hypothalamus (das übergeordnete Regulationszentrum des vegetativen Nerven und Hormonsystems) erfolgen die Aktivierung des Sympathikus (Stressnerv) und der stressrelevanten Hormone (über ACTH Ausschüttung).
Durch die Verbindung mit der Formatio reticularis (Neuronennetzwerk im Stammhirn) wird eine allgemeine Reflexverstärkung angeregt. Weiterhin werden Hormone und Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin, Endorphine) freigesetzt, die die Wachheit und Aufmerksamkeit fördern und Schmerzen unterdrücken. 

Noradrenalin ist ein Hormon/Neurotransmitter, welches schmerzhemmend wirkt. Opioide bewirken eine Veränderung in der chemischen Umgebung der Nozizeptoren und haben so eine direkte Wirkung auf die Erregbarkeit der Nozizeptoren.

Nozizeptoren sind freie sensorische Nervenendigung, die eine Gewebeschädigung beziehungsweise Verletzung melden.

Hauptquelle:

http://static1.1.sqspcdn.com/static/f/662584/16399458/1328299936290/Reaktionen+und+Verhaltensmuster+in+Krisen.pdf?token=Hl18FiXzpPlqedrw2srGGZeAHO8%3D

Ein Schock ist eine schwere Störung der Kreislauffunktion, etwa durch starken Blutverlust, schwere Verletzungen, ausgedehnte Verbrennungen, Vergiftungen, schwere Allergien oder Herzrhythmusstörungen. Es kommt zu einer Unterversorgung der lebenswichtigen Organe mit Blut und damit zu einer ungenügenden Sauerstoffversorgung, die in Folge zum Tod führen kann. Der Schock führt rasch zu einer Bedrohung des Lebens. 

Ist also der falsche Begriff für diese Situation.

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Kommentar von Jeremias2712
02.10.2016, 12:44

Danke für deine ausführliche Antwort!

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Der Schock verhindert für einige Zeit den Schmerz.

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