Wieso spielen immer weniger Menschen Instrumente?

10 Antworten

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Weil das zu viel Eigeninitiative erfordert. Die Menschen wollen sich nur noch seicht und oberflächlich berieseln lassen. Unterhaltung muss per Knopfdruck, am besten natürlich per Dauerrumschlepp-Handy funktionieren, sie muss jederzeit verfügbar sein. Dinge die Spaß machen oder einem ein besonderes Gefühl verschaffen, müssen ebenfalls ohne jede Mühe und ohne jeden Aufwand funktionieren.

Ein Musikinstrument zu lernen erfordert eine längere Phase, in der das, was man damit erreichen möchte, noch nicht funktioniert. Man muss die erste Zeit einen relativ hohen Aufwand erbringen, um ein, nach heutigen kulturellen Ansprüchen sehr geringes Ergebnis erzielen zu können.

Ich denke das ist der Hauptgrund.

Der erste große Kontakt kommt meist über die Schule. Ich erinnere mich da an die „Zwangsflöte“, die jeder spielen lernen musste (3./4. Klasse). Entweder hat man Talent und ist gut, oder man dümpelt irgendwo unter ferner liefen herum. Und da man da schon unschöne Erinnerungen hatte, will man nicht weitere mit einem weiteren Instrument machen.

Ist wie Sportunterricht, der ist auch eher kontraproduktiv zur Motivation zum Sport.

Heute spielt einfach alles Musik ab. Ich denke das ist einfach der Hauptgrund. Einfach das Handy zücken und man bekommt alle Lieder, die man mag. Warum sich da noch die Mühe machen selber ein Instrument zu lernen?

Der Musikgeschmack ändert sich ja auch. Viele Leute hören ja auch Musikrichtungen die keine Instrumente mehr brauchen und deshalb werden einige Instrumente einfach unattraktiv. Jemand der ein Instrument spielen kann sorgt am Anfang noch für einen Wow-effekt aber meistens war es das dann auch. Ich habe mal Gitarre gespielt aber mich wollte niemand dann wirklich oft spielen hören. Die Lieblingsbands von den Leuten hat denen einfach besser gefallen. Das gilt natürlich nicht für jeden. An Weihnachten spiele ich noch regelmäßig für meine Familie ^^

Ps. Wie andere auch schreiben, gibts natürlich jetzt auf viel mehr zu tun. ^^ Früher gabs halt weniger Auswahlmöglichkeiten ;)

Kann dir großteils zustimmen. Jedoch finde ich, dass man es für sich selbst lernt. Nicht, um anderen etwas vorzuspielen. Das ist nur ein netter Nebeneffekt.

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@Uniquorni

Ich weiß es nicht genau. Mir macht das schon mehr Spaß mit anderen zu spielen und auch mit denen dann zu singen. Viele Stunden in das Lernen meiner Gitarre zu investieren hat mir am Ende nicht genügend Spaß gemacht, deshalb bin ich einfach bei dem geblieben, was ich kann, ohne mich weiter zu verbessern. (Leicht fortgeschrittenes Level)

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@RelentlessAvos

Hm okay, ging mir vor ein paar Jahren auch so. Das hatte dann letztendlich dazu geführt, dass ich komplett aufgehört hatte. Habe jetzt aber wieder angefangen und bin schon nach ein paar Wochen auf einem deutlich höheren Stand. Es ist einfach unglaublich, wenn man die einst unmöglich scheinenden Akkorde/Melodien mühelos spielen kann.

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In meinem Freundeskreis konnte ich ganz gut beobachten, wie es viele mal probiert haben, sich dann zum Beispiel ein Keyboard kauften, aber nicht die Ausdauer aufbringen konnten, es wirklich zu lernen. Bei der ersten Niederlage wurde aufgegeben. Und wenn man es nur lernt, um für andere zu spielen, dann hat man nicht lange Freude daran. Ich lerne aus Spaß an der Freude. Dazu war es damals noch geläufiger im Musikunterricht ein Instrument zu lernen. So hatte man schon Grundkenntnisse und der Einstieg fiel leichter.

Ganz genau. Wenig Ausdauer, zu hohe Erwartungen.

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ist das so? Man sieht weniger Leute spielen, wegen Corona. Aber die spielen, spielen weiter.

Es gibt viel weniger Sessions, aber nicht weniger Musiker. Das ist meine Wahrnehmung.

Ist mir bei meinen Mitschülern aufgefallen und einige Statistiken weisen auch einen Rückgang auf.

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