wieso sollte mann mit aufsteighilfe aufsteigen?

9 Antworten

Ich hab unten mal ein Bild angehängt, das die Unterschiede beim Aufsteigen mit und ohne Aufstiegshilfe darstellt. Ohne Aufstiegshilfe muss man wesentlich länger einseitig am Pferd hängen und sich hochhiefen. Auch wirkt der Reiter schwerer, da er viel Körperspannung verliert, während er sich hochzerrt. Das ist extrem schädlich für den Pferderücken. Eine Aufstiegshilfe verringert die einseitige Belastung am Sattel um bis zu 55% (!). Gemessen wurde an einem 1,80m großen Pferd das Aufsteigen eines 80kg schweren Reiters (nichts ungewöhnliches, großes Pferd und ausgewachsener Mann). Ohne Aufstiegshilfe zogen 35kg den Sattel zur Seite, mit nur 17kg.

Bei einseitigem Gewicht zieht der Sattel nach links rüber. Dabei drückt er stark auf die langen Dornfortsätze, die bei Pferden bis zu 30cm lang sein können. Sie sind ein Teil der Wirbelsäulknochen im Widerristbereich. Unten noch ein Bild dazu. Wird zu oft von einer Seite aufgestiegen und das noch ohne Aufstiegshilfe, so können sich die Wirbel verziehen. Hat das Pferd dann wirklich verzogene Wirbel, so ist es sehr, sehr schwierig einen passenden Sattel zu finden bzw anpassen oder fertigen zu lassen. Ist der Fall ganz schlimm passt gar kein Sattel mehr, das Pferd ist unreitbar. Bei den meisten Pferden sind die Dornfortsätze leicht verzogen, allerdings nicht so schlimm dass es auffällt oder Probleme bereitet. Trotzdem ist die Wirbelsäule beim Pferd essentiell. Der Rücken trägt, ist er kaputt ist das Pferd im Eimer. So etwas ist auch nur sehr schwer therapierbar. Vermeiden kann man es nur durch abwechselnd beidseitiges Aufsteigen und das Benutzen einer Aufstiegshilfe.

Viele Reiter denken, aufstiegshilfen sind nur was für korpulente oder ungelenke Leute oder extrem riesige Pferde. "Gute Reiter", so denken die meisten "steigen ohne Hilfe auf". Das ist grundsätzlich falsch, denn ein guter Reiter bemüht sich immer um die Gesundheit des Pferdes und würde deshalb immer eine Aufstiegshilfe benutzen. Auch Reiter wie Ingrid Klimke nutzen Aufstiegshilfen beim Training. Jeder Reiter sollte unabhängig von seiner Größe oder der des Pferdes eine Aufstiegshilfe benutzen. Auch wenn man ein Shetty reitet, und auch, wenn man 1,90m groß ist. Ich steige tatsächlich mit Aufstiegshilfe auf meine 1,40m RB obwohl ich es ohne locker schaffe. Einfach um des Pferdes Rücken Willen. Einmal abgesehen von all den anderen Aspekten: Viele Reiter überdehnen sich beim Aufsteigen auf ein zu großes Pferd den Oberschenkelmuskel. Dieser kann dann nicht mehr richtig arbeiten, was auch dazu führt, dass der Reiter auf einem Bein gehandicapt ist. folglich hat er zwangsweise Probleme beim Reiten.

Noch dazu kann sich auch der Sattel verziehen. Hängen kontinuierlich mehrere Kilo immer wieder an einer Seite, so verzieht sich der Sattelbaum. Sowas kann man nicht bis sehr schwer richten und dann ist auch der 5.000€ Sattel schrott. Viele merken das jedoch nicht und reiten mit einem schiefen Sattel - und wundern sich, wenn das Pferd bockt und durchgeht, Sattelzwang zeigt und Druckstellen sowie Verspannungen im Rücken aufweist. Oftmals ist bei der Garantie von Sätteln eine Garantieausschluss verzeichnet, wenn dieser durch zu häufiges einseitiges Aufsteigen ohne Aufstiegshilfe verzogen wurde.

Dem Pferd, dir und dem Sattel zu liebe: Immer mit Aufstiegshilfe :) Auch im Gelände nach Bänken oder Baumstämmen suchen von denen man aufsteigen kann. Und auch beidseitig aufsteigen. Hält geschmeidig und ist wichtig für Pferderücken und Sattel.

 - (Pferde, Reiten) Dornfortsätze bilden den Widerrist. sie sind bis ca. 30cm lang - (Pferde, Reiten)

Man steigt sonst mit mehr Gewicht auf, da man sich erst hochhieven muss. Hier wirkt mehr Gewicht auf das Pferd, weil man ja vom Boden aus rauf muss. Hat was mit Newton und Erdanziehungskraft zu tun. ;)   

Dieses vermehrte Gewicht lastet aber nur einseitig auf dem Pferd, was zu Verspannungen, Blockaden und Co führen kann.  

Außerdem verzieht sich dabei der Sattel, wenn man sowas öfter macht. 


Mit Aufstiegshilfe schonst du also dein Pferd, den Sattel und auch dich.

1. Weil der Reiter zu ungelenkig ist, sich sanft in den Sattel zu setzen

2. Weil es bei "schlechtem" Aufsteigen von Boden das Pferd zur einen Seite zieht, auf Dauer die Wirbelsäule verbiegt und zur Einseitigkeit des Pferdes führt

3. Weil es im Extremfall sogar den Sattel verbiegen kann

--> Man kann auch zur Vermeidung von Punkt 2 und 3 einfach auch mal von rechts aufsteigen. Bei der Islandreiterei ist das völlig normal, keine Ahnung was die Klassischen Reiter gegen rechts haben.

Ich persönlich würde keine Aufstieghilfen benutzen, aber dafür abwechselnd von links und rechts aufsteigen und auch alles andere mal von der rechten Seite machen.

--> Die Aufstieghilfe ist nicht unbedingt notwendig. Steigt man auch mal von rechts auf, beugt man Verbiegung des Sattels und der Wirbelsäule des Pferdes vor und fördert die eigene Beidseitigkeit sowie die des Pferdes.

Junges Pferd lässt mich nicht aufsteigen, was kann ich tun?

Hallo:) Meine Reitbeteiligung (6 jähriger wallach, seit knapp 2 jahren unterm sattel) lässt mich nur nach langem diskutieren aufsteigen. Ich reite ihn erst seit ein paar wochen und bin ihn demletzt das erste mal ohne eine zweite Person die ihn festhalten konnte geritten und ich habe sehr lange gebraucht bis ich aufsteigen durfte. Seine Besitzerin sagte mir bereits dass das ein Problem sei. An Schmerzen oder an dem Sattel liegt es DEFINITIV NICHT! Seine Besitzerin ist Tierärztin und kennt sich ganz gut aus! Auch an schlechten Erfahrungen mit mir oder jemand anderem kann es nicht liegen da er beim reiten dann durchaus sehr zufrieden ist und das auch zeigt indem er abschnaubt oder nach dem absteigen knuddeln möchte also eine abneigung gegen den reiter liegt nicht vor! Allerding läuft er dann auch oft wenn man endlich oben sitzt nicht vorwärts sondern seit oder rückwärts und nimmt den kopf hoch, wenn man dran bleibt und ihn konsequent reitet läuft er aber ganz schön und lieb vorwärts:) Das bocken beim aufsteigen äußert sich indem er zur seite weicht, immer einen schritt sobald man den fuß in den steigbügel stellt. Beim alleinigen aufsteigen auf den Bock bleibt er total ruhig und gelassen, auch das streichen über sattel und kruppe nimmt er gelassen hin!

Über hilfreiche tipps was ich machen kann würde ich mich sehr freuen! und bitte keine beleidigungen oder vorwürfe, ich versichere euch mit ihm wird gut umgegangen und er hat keinerlei schmerzen oder schlechte erfahrungen gemacht!:)

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