Wieso sollte man Perfekt und Präteritum im schriftlichen Deutsch verwenden?!

5 Antworten

Dem Beitrag von earnest ist nur noch hinzuzufügen, dass  Präteritum und Perfekt nicht mal die gleiche Zeitstufe ausdrücken.

Im Perfekt reden wir von der abgeschlossenen Gegenwart. Wir sind noch im Hier und Jetzt.

Im Präteritum reden wir von der einfachen Vergangenheit. Das ist grundlegend etwas anderes. Die Handlung im Präteritum liegt bereits in der Vergangenheit, die im Perfekt noch in der Gegenwart. Und schon kennen wir die Fehlerquelle, weshalb das Perfekt das Präteritum mehr und mehr ersetzt. Diesen Unterschied kennen die meisten nicht mehr.

Das Perfekt wird immer in einer scheinbaren "Vergangenheit" gelehrt, obwohl es totaler Müll so ist. Nicht umsonst muss in Aufsätzen, die das Präsens verlangen, als gleiche Zeitstufe für die Wiedergabe der im Roman vergangenen Taten mit dem Perfekt und eben nicht mit dem Plusquamperfekt umschrieben werden. Diese Aufsätze verlangen die GEGENWART. Nichts anderes.

Früher gab es glaube ich noch keine einheitliche Regelung für so was. Daher könnte das kommen. Die Rechtschreibung wurde übrigens auch erst in der zweiten Hälfte des 19.Jh. "erfunden".

Den hervorragenden Beiträgen von earnest und koschutnig möchte ich nur noch hinzufügen, dass das Pröteritum im Deutschen MEIST, aber nicht immer, Scriftsprache ist, wöhernd as Perfekt in der Umgangssprache die übliche Zeitform ist.

Bei einigen Verben aber das Präteritum auch in der Alltagssprache üblich: z.B. Ich war ; Ich hatte; Er stand; Sie lag u.a.

Kaum jemand aber würde sagen: Gestern genoss ich das Frühlingswetter. ODER: Ich schwamm gestern im Hallenbad.

Für Deutsche ist der fast durchgängige Gebrauch des Perfekt ein Problem, wenn sie Englsch lernen, weil in der Sprache strenge und auch komplizierte Tempusregeln herrschen. Typischer Fehler: "Yesterday I have met a friend".

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