Wieso soll Agnostizismus nicht mit Atheismus vereinbar sein?

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12 Antworten

Kommt auf die Definition von Atheismus an. Es gibt Leute, die sagen Atheismus ist die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt, dann kann man nicht gleichzeitig zweifeln, also wäre es nicht vereinbar. Es gibt aber auch Leute, die sagen, Atheismus kann auch heißen, man glaubt, dass es wahrscheinlich keinen Gott gibt, dann hat man noch letzte Zweifel und somit wäre es doch vereinbar.

Es ist vereinbar.

Beim Atheismus geht es um das Glauben, d.h. ein Atheist glaubt nicht, dass es einen Gott gibt.

Beim Agnostizismus geht es um das Wissen oder Erkennen, d.h. ein Agnostiker hält die Frage nach einem Gott für nicht beantwortbar, da der Mensch dies weder wissen noch erkennen noch erforschen könne.

Ein agnostischer Atheist ist also jemand, der zwar nicht an einen Gott glaubt(!), die Frage aber letztendlich und objektiv für nicht beantwortbar hält (er glaubt zwar nicht an einen Gott, weiß aber nicht objektiv, ob es einen gibt oder nicht).

Wahrscheinlich sind sogar die meisten Atheisten agnostische Atheisten, und ob man sich nun Atheist oder Agnostiker nennt kommt mehr darauf an, was man betonen möchte, d.h. ob man betonen möchte, dass man nicht an Gott glaubt (Atheist) oder dass man es nicht wissen und erkennen kann (Agnostiker).

DH!    

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Ich denke das schon, es gibt doch auch den atheistischen Agnostizismus. Ich selbst würde mich auch als Atheist bezeichnen, aber die Sicherheit, ob es Gott gibt, hat man ja nie. Es geht ja nur darum, was man glaubt. Und bezeichnend für Agnostizismus ist ja auch, dass man sich intensiv mit der religiösen Frage beschäftigt.

Ich hab mal von einem Religionsforscher oder so gelesen, der sich damit befasst hat, der gesagt hat dass Agnostizismus nicht mit Atheismus vereinbar sei.

Da wäre ich gespannt, wie dieser Religionsforscher Atheismus und Agnostizismus definiert. Der mir bekannten Definition sind sie sehr wohl vereinbar.

Doch ist es nicht möglich, sich nicht sicher zu sein, ob es einen Gott gibt und trotzdem Atheist zu sein?

Klar. Atheisten glauben an keinen Gott, was oft gerade daher rührt, dass man sich nicht sicher ist.

Denn ich bin ein Mensch, der sich entscheiden muss und ich glaube nicht an Gott, obwohl ich natürlich nicht wissen kann, ob es ihn gibt.

Dann bist du Atheist.

Wenn man davon ausgeht das Atheismus die Überzeugung ist, dass es keinen Gott gibt, (also nach der Definition geht) dann sind sie nicht vereinbar.

Die Frage, ob Sie Agnostiker oder Atheist sind, ist nicht schwer zu beantworten.

Wenn ich Sie fragen würde: Gibt es einen Gott? Können Sie sagen: JA, dann sind Sie ein Theist (Jude, Christ, Muslim usw.).

Wenn Sie NEIN sagen, dann sind Sie, per Definition, Atheist.

Wenn Sie sagen: Ich weiß es nicht, dann sind Sie ein schwacher Agnostiker! Wenn Sie sagen: Ich kann es nicht wissen, dann sind Sie ein starker Agnostiker!

Da Sie sagen: "Denn ich bin ein Mensch, der sich entscheiden muss und ich glaube nicht an Gott, obwohl ich natürlich nicht wissen kann, ob es ihn gibt." sind Sie ein starker Agnostiker, der nicht an Gott glaubt.

Als Atheist würden Sie sagen: "Ich glaube nicht an Gott, weil es ihn nicht gibt"!

Mfg Agnostiker90

Also Agnostizismus heißt ja, dass man der Meinung ist, über die Existenz von Göttern kann man keine Aussage treffen. Atheisten wählen ja sozusagen eine Seite, sie sind der Überzeugung, dass bestimmte Gründe dafür sprechen, dass es keinen Gott gibt.

Muss es nicht. Das kommt ganz auf die Definition an. Grundsätzlich gilt wohl, Atheisten schließen Götter aus, Agnostiker treffen dazu keine Aussage.

Es gibt auch Definitionen, die für dieses unterschiedliche Verhältnis zu Göttern auch von starkem und schwachem Atheismus sprechen.

Wenn dir das lieber ist, sieh dich also einfach als schwachen Atheisten und nicht als Agnostiker.

Interessant ist übrigens, dass diese Definitionen sich nur auf Götter beziehen. Atheisten könnte also durchaus an Geister, Feen usw. glauben und Agnostiker diese konsequent verneinen.

Wer beides verneint, Götter und alle anderen Spukgestalten, ist Naturalist. Die heißen so weil sie davon ausgehen, dass auf Erden alles natürlich zu geht.

per definition nein. ein atheist lehnt die vortellung eines gottes ab, ein agnostiker enthält sich einer entscheidung. trotzdem sind die meißten wenn nicht sogar alle atheisten agnostisch, da sie nicht dogmatisch an ihrer meinung festhalten. ich z.b. bin überzeugter atheist, sollte aber irgendwann mal mir ein beweis für einen gott vorgelegt werden, werde ich meine überzeugung überdenken und an einen gott glauben. ich bin also in einem gewissen maße agnostisch, da ich die existenz eines oder mehrer götter nicht absolut ausschließen kann.

Hallo BlackDracula,

den Nick noch nicht abgeändert? ;-)

Genau dies ist die 'Übung', die Prüfung. Glaube aus dem Glauben heraus und nicht aufgrund von Beweisen. Wenn Deine Freundin Dich aus tiefstem Herzen liebt, dann müsstest Du dies eigentlich spüren und somit es auch dann wissen, weil Du an ihre Liebe aus der Empfindung heraus glaubst. Oder wirst Du von ihr dann immer Beweise verlangen, um Deinen Glauben an ihre Liebe zu 'bestärken'? Das wäre sehr traurig, wenn sie Dir jedesmal einen Beweis erbringen muss, und Du erst dann an ihre Liebe glaubst. So ist es auch bei Gott. Entweder Du liebst Gott aus tiefstem Herzen, oder Du lässt es sein. Aber erwarte nicht, dass Gott Dir Beweise für seine Liebe oder Existenz erbringen wird. Denn der Glaube, der dann daraufhin 'entsteht', ist nicht mehr der Glaube aus dem tiefsten Glauben, sondern aus einem Wissen heraus. Aus dem Verstand, und nicht aus dem Herzen heraus.

MfG Fantho

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Definiert man einen Agnostiker als jemand , der nur der Meinung ist , "ich kann es nicht wissen ob es einen Gott gibt " so sind alle Menschen Agnostiker . Weder ein Theist noch ein Atheist weis , ob es einen "Gott" gibt , oder nicht . Der Unterschied ist nur , das Atheisten auf Grund vieler logischer Begründungen einen Gott als nicht existent ansehen .

Es ist vereinbar.

Der Atheismus ist die Aussage über die eigene Überzeugung. Der Agnostizismus ist die Aussage über die eigene Toleranz.

Ein Mensch kann an Gott glauben, oder es lassen, und diesen Glauben auch gegenüber anderen Vertreten. Dass ist die eine Sache. Aber diesen Glauben (welcher auch immer) als unbestreitbare Wahrheit zu definieren, die auch für andere gelten muss, ist eine völlig andere Sache.

Der Atheist leugnet die Existenz eines Gottes.

Der Agnostiker fragt sich: Gibt es einen Gott?

D.h. der Atheist ist sich seiner Sache sicher, der Agnostiker nicht.

Man kann nur existentes leugnen, also stimmt der erste Satz nicht.

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Oder leugnet der Agnostiker die Belegbarkeit Gottes? Wenn man schon den Begriff Leugnen benutzt

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meinst vereinbar oder gleichzusetzen ?? !!

der eine sagt= ich glaub es nicht -- der andere = ich kann es nicht wissen

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Vereinbar, also Atheist und gleichzeitig Agnostiker zu sein. Wobei ich nicht behaupte, es sei dasselbe.

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