Wieso sind Werke von berühmten alten Autoren wie Goethe pädagogisch wertvoller oder auch tiefgründiger als ein schöner spannender Roman mit Humor und Fantasie?

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6 Antworten

Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Es ist so, dass die meisten Menschen sich einfach von allem beeinflussen und manipulieren lassen. Die Abhängigkeit von Medien nimmt immer mehr zu. Botschaften, die man in heutigen Büchern finden kann, sind also möglicherweise darauf ausgerichtet, die Menschen in ihrer Denkweise zu manipulieren.

Bücher von früher können einem die Sicherheit geben, keine manipulative, sondern eine didaktische Intention zu verfolgen. Beispielsweise Goethes Werk Faust ist darauf aus, die Menschen zu lehren, dass sie nicht alles für sich interpretieren können. Es werden Symbole in ironischem Kontext verwendet, oder aus rhetorischen Stilmitteln lassen sich wiederum Stilmittel bilden, z.B. spricht Faust in der Nacht vom Mondenschein (elegante Seite des Teufels), dann von dessen lieben Lichte (eine Göttlichkeit). Daraus ergibt sich ein innerer Widerspruch. Der Widerspruch ist übertragbar auf den entladenen Wissensqualm (ein Hauch von allem). So wird aus einem Hauch von allem ein Hauch von nichts. Daraus wiederum ergibt sich eine Abhängigkeit von etwas; wenn man nichts weiß; muss man sich wissen beschaffen. Es wird damit auf die scheinbare Notwendigkeit der Naivität des Volks angespielt. Auf heute übertragen heißt das, dass wir keine andere Wahl haben, als alles über uns ergehen zu lassen, also jegliche Unterwürfigkeit selbstverständlich ist. Man kann das auch als Kritik an der Abhängigkeit von Medien sehen.

Aus diesem Grund mag ich auch lieber ältere Bücher. Hinter solchen steckt immer versteckte, meist scharfe Kritik, die den Rezipienten jedoch belehren und zum Nachdenken anregen soll.

Das ist bei heutigen Büchern nur extremst selten so. Es gibt kaum einen tieferen Hintergrund. Wenn, dann um für irgendeine Partei zu profitieren. Der Kapitalismus hat überhand genommen.

Wer deshalb keine Bücher liest, schaut fernsehen. Die Sendungen sind auch wieder nur auf Profit aus. Bauer sucht Frau und co. diskreditieren Menschen, und diese Tatsache wird von denjenigen unterstrichen, die das belustigend finden. Sie merken nicht mehr, wie sie sich selbst diskreditieren, indem sie das vorgekaute Urteil der Sender ohne nachzudenken unterstützen. Genau dasselbe ist mit den Simpsons. Alle finden sie ja ach so witzig, aber die wenigsten wissen, was mit der Sendung bezweckt werden soll. Sie rutschen tiefer und tiefer in eine Ebene, in der sie ihr Leben nur noch rechtfertigen können, indem sie so tun, als wüssten sie, was das Ziel von sowas ist. Aber sie wissen es nicht, nehmen als Scheinziel das heraus, was sich am schlauesten anhört und laufen ohne kritisch zu denken mit der Masse mit.

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Wieso ist eine Klaviersonate von Beethoven wertvoller und tiefgründiger als ein Song von Helene Fischer?

Es gibt eben Dinge, die sind einfach so. Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose...

Es gibt Literatur und Strandlektüre. Man kann sich natürlich nicht pausenlos und ausschließlich mit Hochkultur beschäftigen, das ändert aber nichts dran, dass sie mehr wert ist.

Aber das ist von Person zu Person unterschiedlich. Ich habe am Gardasee vormittags im Liegestuhl den "Erwählten" von Thomas Mann gelesen und mich mittags als die Ora kam, aufs Surfbrett geschwungen. Geht alles. Und abends hab ich mit Freunden beim Guinness über Finnenprofile diskutiert.

Sogar dieselbe Person hat unterschiedliche Perioden, die eben mal weiter und mal weniger weit von der Hochkultur entfernt sind.

Das kann man mit Kulturschaum vor dem Mund zur Kenntnis nehmen oder mit einem entspannten Lächeln. Das letzte kommt besser.

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Was für eine wunderbare Frage! Und Deine Meinung über Deinen Lehrer hat mich gefreut,- also, bitte sei nicht enttäuscht, wenn Ihr nicht der gleichen Meinung seid. Zum einen ist es eine Altersfrage, welche Art von Büchern und Themen und Gedanken einen Menschen erreicht. Dein Lehrer ist bei aller Aufgeschlossenheit ein Mensch, der sich seit vielen Jahren mit Literatur beschäftigt. Da wird man oft weniger von aktueller oder phantasievoller Literatur begeistert sein,- und mehr in die Tiefe der Gedanken eines Autors wie Goethe z.B. gehen. Manchmal ist es aber auch eine Art von Eitelkeit, daß man in der Lage ist , die etwas komplizierten Texte und die Methaphern zu verstehen. Nicht nur beim Leser,- auch beim Autor!! Das ist nicht nur eine Frage des Alters, sondern hat auch mit Lebenserfahrung  und Freude an guter Sprache, oder auch Kenntnis von Hintergründen zu tun. (dazu hat er schließlich Germanistik studiert und ist Deutschlehrer geworden) . Du solltest Dir aber Deine Begeisterung für die Tribute von  Panem nicht verderben lassen. Es kann sein , daß Du in wenigen Jahren eine andere Wertung vornimmst. Das ist vielen von uns im Laufe des Lebens so gegangen. Und; nicht jeder ist von Goethe, Schiller, Thomas Mann oder Hesse  usw. begeistert. Laß Dir auf keinen Fall die Freude am Lesen verderben,- jedes Alter hat eben andere Schwerpunkte. 

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Werke von Goethe, Shakespeare usw. bedienen nicht den Zeitgeschmack, sondern sind universell gültig. Deshalb zählen sie ja auch heute noch zur Weltliteratur und werden auch weiterhin dazugehören.

Fantasygeschichten wie von Dir erwähnt sind für eine Klientel geschrieben, nämlich für überwiegend jugendliche Leser, die nur einfache Zusammenhänge ("Gut & Böse") verstehen können oder wollen.

Außerdem unterliegt diese Art Literatur Modeströmungen. Jede Mode ist aber einem Wandel unterworfen - was heute en vogue sein mag, ist im nächsten Jahr bereits uninteressant und vergessen.

Die Bücher von Tolkien ("Herr der Ringe"), die als Ursprung des Fantasy-Genres gelten, waren vergessen und wären es heutzutage weiterhin, wenn nicht Hollywood dem Fantasy-Trend gefolgt wäre und dank der modernen Tricktechnik daraus erfolgeiche Firlme gemacht hätte.

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Das ist eine landläufige MEINUNG, die durch nichts belegt ist, aber sich durch ständiges pseudo-pädagogisches Nachplappern erhärtet !!

Zwar bin ich schon immer absoluter "Goethe-Fan" gewesen; dennoch war ich als Lehrer immer gern bereit, an seinem zementierten Denkmal-Sockel zu kratzen...

Das tat schon mit großer innerer Genugtuung mein Deutschlehrer zu Beginn der 60er.

Und der Grad von "pädagogisch Wertvollem" ist ohnehin überhaupt nicht messbar, um das Wort "Unsinn" zu vermeiden...

Indessen: Lustige, humorvolle Romane lassen sich nun so gar nicht mit Werken wie "Faust" vergleichen - völlig unabhängig von den unterschiedlichen genres !

"Als "pädagogisch wertvoll" kann ich (genauso gut) scharfsinnige Satiren von Ephraim Kishon, entsprechenden Gedichte von Tucholsky bis Kästner erachten....

TOUT EST RELATIF !

pk

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Hallo,

in ein Werk z.B.  den "Faust" von Goethe, musst Du Dich hineinknien und dabei genau in den Text hinein lesen, sonst verstehst Du es nicht. Einen Krimi z.B. kannst Du einfach herunterlesen.

Alles Gute                 

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