Wieso sind viele Nordeuropäer so?

4 Antworten

Für dich mag das ungewöhnlich sein, weil du es von zu Hause anders kennst. Aber z.B. hier in Deutschland ist es ganz normal, dass ein junger Mensch irgendwann auszieht, sein eigenes Leben führt, in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus wohnt. Ich finde das auch völlig richtig. Wenn man zu Hause wohnt, lässt man sich doch meistens von den Eltern bedienen, muss sich um nichts kümmern. Die Mutter kocht das Essen, wäscht die Wäsche, räumt auf und kauft ein. Das ist für beide Generationen nicht gut. Die Eltern kommen nicht zur Ruhe, können ihr Leben nicht endlich mal geniessen. Und die jungen Leute sind und bleiben unselbstständig, verlassen sich nur auf ihre Eltern, bekommen nichts selbst hin.

Das was du schreibst, bis ins Rentenalter bei den Eltern wohnen, das könnte ich mir absolut nicht vorstellen. Wenn man auszieht, bedeutet das ja nicht, dass man sich dann plötzlich nicht mehr um seine Eltern kümmert. Man kann sie ja trotzdem besuchen, mit ihnen gemeinsam was unternehmen, mit ihnen Geburtstag feiern usw.

Ich verstehe nicht wo das Problem ist. Manche gehen halt diesen Weg der Selbstständigkeit früher als andere?

In südländischen Ländern ist Familie halt nochmal ein anders gut - sowohl im Guten als auch im Schlechten. Hier ziehen Menschen aus wenn sie entweder auf eigenen Beinen stehen wollen oder die Eltern halt einfach für nichts gut sind.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Sozialpädagogischer Zug / Berufserfahrung

Sagen wir mal ganz salopp: weil wir es können.

In südlichen Regionen stellt sich die Frage oft gar nicht aufgrund von Erziehung, Religion, mangelndem gesellschaftlichen Verständnis, fehlender sozialer Unterstützung etc.

Der Familienverbund hat sich sicherlich hier in Deutschland im Laufe der Zeit extrem verändert. Ich habe als Kind neben den Großeltern gewohnt. Familie ging uns über Alles. Aber als Erwachsene wollte ich dann doch auf eigenen Füßen stehen. Was ja keineswegs bedeutet, dass man sich nicht mehr umeinander kümmert!

Aber die räumliche Trennung bedeutet nun mal auch Abnabelung. Und nicht in jeder Familie herrscht eitel Sonnenschein. Von den Wohnverhältnissen mal abgesehen.

Da hätte ich wenig Lust mit drei Geschwistern und den Eltern in der 3 Zimmer Mietskaserne zu hausen.

Und bei den Südländern ist mit Sicherheit auch nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Aber das Patriachat hat sich dort nun mal verfestigt. Kinder leben wie die Eltern es wollen. Kinder heiraten wen die Eltern wollen.

Das gilt sicherlich nicht für Alle, aber wo die Religion Heute noch eine große Rolle spielt, gibt es für Kinder eben kaum die Möglichkeit das Elternhaus zu verlassen ohne gleich von der gesamten Verwandtschaft nieder gemacht zu werden.

Unterstützung kann ich auch geben, wenn ich nicht im Haus der Eltern lebe. Und in manchen Familien sind die Kinder heilfroh so schnell wie möglich von Zuhause auszuziehen. Gewalt, Alkohol, Missbrauch... Da kann man kaum erwarten, dass das Kind sich liebevoll diesen Eltern annimmt.

Wobei ich denke, dass gerade Gewalt auch ein großes Thema in südländischen Familien ist.

Wie dem auch sei: bei beiden Formen gibt es Vor- und Nachteile. Und wenn man sich mit den Eltern super gut versteht, dann mag man es ja auch toll finden dort bis in alle Ewigkeiten zu wohnen. Aber wir sind halt freier aufgewachsen und für unser Verständnis ist es eben gut irgendwann dann doch mal auszuziehen - Manche früher, Manche später.

Und du siehst die Erziehung dann auch bei den deutschen Frauen: die Wenigsten würden ins Haus der Schwiegereltern einziehen wollen. Oder sich überhaupt mit einem Mann einlassen der mit 35 noch bei Mutti hockt. Da klaffen die Ansichten eben weit auseinander.

Weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, und wer da mithalten will um gesellschaftlich anerkannt zu werden muss eben schnell ausziehen. Menschen folgen Menschen. Genau so ist das zB. bei der ersten Wohnung.

Ich selbst habe vor wenn es geht mit 18 bereits auszuziehen, da ich von Grund auf ein selbstständiges Arbeiten an den Tag lege und somit keinen Grund sehe, sich jahrelang von den Eltern durchfüttern zu lassen.

In südlichen Ländern wird mehr auf Tradition und Familie gesetzt, was im Grunde auch nicht schlecht ist, aber in meinen Augen den Kindern irgendwann sehr schaden wird, wenn die Eltern einmal nicht mehr sind.

P.S. ich feier dich immer noch, Ehrenmann.

Weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, und wer da mithalten will um gesellschaftlich anerkannt zu werden muss eben schnell ausziehen. Menschen folgen Menschen. Genau so ist das zB. bei der ersten Wohnung.

Da gebe ich dir Recht, aber findest du nicht, dass es wirtschaftlich mehr Sinn machen würde, einige Jahre weiter bei den Eltern zu wohnen? Man kann sich ja was ansparen in der Zeit etc

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@ElonIsBack

Da hast du natürlich Recht, aber bei vielen gehts nicht nur um den finanziellen Aspekt. Wenn zB. jemand gerne mit seinem zukünftigen Partner leben möchte, stelle ich mir ein Zusammenleben im Elternhaus nicht sonderlich gut vor (sowas funktioniert nur in wenigen Fällen, vor allem hierzulande)

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@Thomas520532

Durchschnittsalter beim Auszug ist übrigens 23,7 für Männer 24,6 und für Frauen 22,8

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