Wieso sind viele Menschen verklemmt, wenn es um das Thema Sex geht?

18 Antworten

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  • Verklemmtheit und Prüderie entstehen durch Erziehung, also durch das Elternhaus und wie zuhause in der Familie mit Nacktheit und Sexualität umgegangen wird. Genau wie religiöser Glauben sind solche in der frühen Kindheit erworbenen Einstellungen später im Leben nur noch unter großem Aufwand oder durch starke Schlüsselerlebnisse korrigierbar.
  • Du darfst den verklemmten Menschen es also nicht vorwerfen -- ihre Eltern sind schuld und sie selbst können oftmals nicht über ihren Schatten springen oder müssen sich jedesmal wieder wahnsinnig überwinden. Natürlich ist das schade, dass so viele verklemmt sind, aber so ist die Welt nun mal und mit all der politischen Korrektheit und ach-so-großen Toleranz gegenüber religiöseren Gruppierungen wird es wohl leider in Zukunft eher mehr als weniger werden.
  • Ich persönlich spreche auch gerne über sexuelle Themen -- sauber, gebildet und ohne primitiv zu werden. Viele Menschen kriegen es aber eben auch nicht hin, über Sexualität niveauvoll zu sprechen und das schreckt andere dann noch mehr ab. Sex ist nicht schmutzig, versaut oder anzüglich, oder müsste es zumindest nicht sein.
  • Bedenke zudem noch, dass man zwar über Sexualität offen sprechen kann, aber das solche Gespräche auch möglichst neutral und allgemein bleiben sollte, denn das Offenbaren der eigenen Intimssphäre oder gar die des Partners ist auch oftmals nicht förderlich. Viele Details gehen einfach nur die beiden was an, die zusammen im Bett waren und nicht alle anderen. Ich kann schon verstehen, dass hier klare Grenzen gesetzt werden, was man erzählt und was nicht. Das ist letztlich nicht anders, als dass man auch nicht jedem seine finanziellen Details offenlegt.

Ich stimme dir zu!

Was ich aber an mir selbst gemerkt habe ist, dass ich früher Angst hatte mit Frauen über Sex zu reden oder auch mal ein bisschen schmutziger zu flirten. Bis ich mich getraut habe, nicht so verklemmt in dem Bereich zu sein und ich denke jeder Mann der genauso denkt, sollte mal über seinen Schatten springen und sehen, dass es möglich ist mit Frauen über Sex zu reden. Ich denke nämlich dass sich manche Männer zwar trauen mit Kumpels darüber zu reden, aber vor Frauen dieses Thema eine Überwindung kostet. Weiß nicht, bei wie vielen das so ist, aber ich denke das gibt es oft und ging nicht nur mir so.

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@freezyderfrosch

Ja, ich denke schon, dass etliche Frauen etwas mutigere, selbstbewusste, souveräne Männer schätzen und durchaus auch sexuelle Andeutungen nicht schaden müssen, solange es niveauvoll und stilvoll ist.

Es ist gewiss gut, über das Thema Sexualität offen reden zu können. In meiner Erfahrung ist es wesentlich einfacher, wenn man sich sauber und gewählt ausdrückt und nicht allzu persönlich wird.

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@Kajjo

Ja. Der Ton macht die Musik. Meiner Erfahrung nach schätzen es sogar viele Frauen, wenn man mit diesem Thema offen und ehrlich umgehen kann und zweitens, kann dadurch sogar eine erotische Anziehung erzeugt werden. "Wie" man über das Thema redet, kommt bei mir stark auf die Frau an. Mit meiner besten Freundin rede ich auch oft sehr salopp und mit viel Umgangssprache über Sex - klar, bei Mitmenschen die ich nicht so gut kenne, da ist niveauvoll und stilvoll die sichere Seite. So ist es zumindest bei mir, weil ich kenne auch Frauen (und nicht wenige) die sehr "salopp" über das Thema Sexualität reden.
Übrigens schätze ich deine Expertenantworten sehr. Es macht Spaß deine Antworten mitzuverfolgen. Weiter so!

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@freezyderfrosch

Danke für das Kompliment... und ja, Sprache und Niveau sind natürlich abhängig davon, wie gut man sich kennt.

Ich finde aber, dass man auch in sehr vertrauten Freundschaften nicht unbedingt in Vulgaritäten abgleiten muss. Aber man kann noch offener und direkter werden und muss dann kein Blatt mehr vor den Mund nehmen.

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@Kajjo

Ja. Normal drüber reden ist die sicherste Methode. Und "nicht unbedingt" ist auch ein gutes Stichwort, vieles kann , nichts muss... aber wir reden ja auch über das Alltagsthema Sex. Im Bett kann die ein und andere Vulgarität im richtigen Moment wenn man in Fahrt ist, etwas sehr aufregendes sein.

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Ich habe erlebt, dass die meisten, die offen über Sex reden wollen, nur prollen wollen. Mit Problemen im Bett kommt kaum jemand an. Da wird aus dem sexualemanzipiertesten jemand ganz Prüdes.

Jetzt fragst du sicherlich als nächstes, weshalb viele Menschen nicht gerne prollen :/

Vielleicht lohnt sich ein Blick von der anderen Seite: Warum sollte mich denn das Sexualleben anderer interessieren? Kann ich erwarten, dass jemand ehrlich zu mir ist, sollte es nicht so gut klappen? 

Du darfst außerdem andere nicht an dir messen. Sex wird in sehr unterschiedlichem Umfang und in sehr unterschiedlicher Intensität betrieben. Für manche ist das eben kein so spannendes Thema wie für dich. Ich kenne Leute, die können schon bald über nichts anderes reden, als über Sex, Brüste, versaute Sprüche und und und. Das Leben besteht für manche nicht nur aus Sex.

Als letzten Punkt möchte ich nennen, dass es bei der Offenlegung des Sexuallebens nicht nur darauf ankommt, wie locker man selber mit dem Thema umgeht. Wenn man jemanden liebt, möchte man diesen auch nicht in Verlegenheit bringen. Es müssen also beide sehr locker im Umgang mit dem Thema sein.


Wenn du dich gerne über Sex unterhalten willst, mach es doch so wie bei anderen Themen auch. Ich meine, wenn ich mich übers Kuchenbacken unterhalten will, wäre es doch ratsam, einen Kuchenbackkurs zu besuchen oder eine Tuppaparty.

Über Sex kann man sich doch ganz bestimmt z. B. in Swinger Clubs gut und sehr frei unterhalten.

Ich glaube, es spielen dieselben Barrieren eine Rolle, wie dafür, dass wir nicht im Sommer nackt herum laufen oder gerne auf der Toilette ungestört sind.

Da spricht im Grunde auch nichts gegen. Über Sex zu sprechen und wenn es nur Äußerungen dazu sind, wie man darüber denkt - gibt einen Teil der Intimssphäre preis.

Intimssphäre ist von der Natur aus unnötig. 
Es fängt schon bei der eigenen Wohnung an. Wieso benötigen wir eine eigene Wohnung mit eigener Familie? Weshalb leben wir nicht zu 100ten in großen Hallen?

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Ich habe kein Problem mit diesem Thema... es interessiert mich auch. Kann mich auch tabulos über alle "Abartigkeiten" in diesem Bereich austauschen...

Finde alles gut, solange es die betreffenden Personen gerne und freiwillig machen - und dadurch keinem anderen ein Schaden entsteht.

Finde es aber gar nicht gut, wenn eine Person dazu genötigt wird... es aus Alternativlosigkeit macht...

Und ich finde es nicht gut, wenn die Leute dabei gedankenlos vorgehen und zu schnell Kinder bekommen, um die sie sich dann nicht gut kümmern können... kann jedem passieren... aber schön wäre es, wenn die Verhütung bei mehr Menschen eine wesentlich höhere Priorität hätte... wenn Mann und Frau da gleich streng drauf schauen... und nicht diese "Ich zieh ihn rechtzeitig raus und komm dann draußen - da wirst du nicht schwanger", "Nehmen wir doch die Kalendermethode" "Du hast deine Tage - da passiert garantiert nix." -Sprüche... Da hab ich wenig Vertrauen drauf... Ich bin - wenn es um Verhütung geht - für doppelt hält besser... Auch über sexuell übertragbare Krankheiten sollte das Paar sich gut im klaren sein...

Aufklärungsarbeit in dem Bereich kann gar nicht genug betrieben werden... kommt mir vor...

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