Wieso sind viele Grüne so gegen die Atomenergie, die ist doch eine saubere Energie?

18 Antworten

Solange alles gut geht, ist es halbwegs sauber. Aber wehe es rumpelt im Karton - dann ist die Umgebung für Jahrtausende verstrahlt und wer dort gewohnt hat, ist tot, krank oder heimatlos.
Das kann man jetzt abwägen und sagen: okay, im Durchschnitt alle 20 Jahre ein Stück Welt verloren, damit kann man leben. Wir Deutschen haben ja auch Ostpreußen verloren und es bewältigt. Aber für die unmittelbar Betroffenen ist es sehr hart.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ehemaliger Kommunalpolitiker und Mandatsträger

Man muss sich anschauen, wo die Unfälle stattfanden. Beide Ursachen können bei uns nicht entstehen. Erdbeben mit anschließendem Tsunami-Fokushima. Veraltete Graphitspitzen und mangelnde Wartung und Qualität-Tschernobyl.

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@Tonis9706
Beide Ursachen können bei uns nicht entstehen.

Wenn du wüsstest, was da alles passiert, von dem wir nichts mitbekommen. Ein Vater eines guten Freundes hat im AKW nicht weit weg von mir gearbeitet und ist jetzt in Rente. Das AKW selbst ist auch mittlerweile stillgelegt und befindet sich im Rückbau.

Wenn man die Geschichten hört, dann geht es einem gleich anders. Da werden Störfälle konsequent verschwiegen, die locker in die Tagesschau gekommen wären.

Meine "Lieblingsgeschichte" war zB, dass das AKW vor einigen Jahren im Sommer mal so wenig Kühlwasser gehabt hat (da der Rhein so stark Niedrigwasser hatte), dass bei irgendeinem Problem im Reaktor, absolut gar nichts hätte getan werden können und eine Kernschmelze nicht hätte verhindert werden können.

Deutsche AKWs sind/waren sicherer, als viele andere. Trotzdem gibt es genügend Fehlerquellen, die zu katastrophalen Schäden führen können.

Es ist eben ein wenig russisch Roulette: Du hast nen Revolver mit 6 Kammern, nur in einer ist ne Kugel. Du hältst ihn dir an den Kopf und drückst einmal ab. Wenn du überlebst, bekommst du ne Million.

Würdest du das machen? Ich nämlich nicht.

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@Tonis9706

Hey Tonis!(wir zwei schon wieder🙂). Die Jungs in Tschernobyl waren überzeugt, ihre Technik kann nicht versagen. In Japan war man ebenfalls von der Unfehlbarkeit der Technik überzeugt. Beides hat nicht funktioniert und es war nicht mal etwas wirklich Unvorhergesehenes passiert(Flugzeugabsturz, Terroranschlag). Auch die neuen Thorium Reaktoren werden ihre Tücken haben. Und selbst da bleibt das Problem des Atommülls. Atomkraft ist und bleibt riskant, ich kann verstehen, dass niemand so ein Ding im Vorgarten haben will, obwohl ich in meiner Jugend viel Spaß hatte beim winterlichen 'Kühlwasserbad' im Rhein bei Phillipsburg. 😉 Liebe Grüße!

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@number11

Bei solchen Themen wäre immer ganz ratsam wirklich nur das wiederzugeben was man selbst gesehen und verstanden hat. Diese Geschichten von jemanden der jemanden kennt, da ist immer jede Menge "Grauzone" dabei.

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@HoskevonBerg

Da hast du definitiv recht. Einige (nicht alle!) der Erzählungen (zB die mit dem Kühlwasser) wurden später jedoch tatsächlich vom Energiekonzern offengelegt.

Allerdings eben erst Jahre später.

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@number11

Hallo number11! Welche Erzählungen meinst du? Ich hoffe, es war nicht gefährlich, da zu baden, das hab ich jahrelang gemacht! Kannst du mir bitte genauer erklären, was du meinst? Was legten die erst Jahre später offen? Gruß!

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@IwieAnders
Meine "Lieblingsgeschichte" war zB, dass das AKW vor einigen Jahren im Sommer mal so wenig Kühlwasser gehabt hat (da der Rhein so stark Niedrigwasser hatte), dass bei irgendeinem Problem im Reaktor, absolut gar nichts hätte getan werden können und eine Kernschmelze nicht hätte verhindert werden können.

Das meinte ich.

Also baden im Rhein ist wegen den Strömungen sowieso ziemlich gefährlich, also würde ich so oder so lassen.
Strahlen wirst du deswegen allerdings nicht :D

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@number11

Danke für die schnelle Antwort! Ok, ich strahle nicht-zumindest radioaktiv-sonst jederzeit 😉. Stimmt mit dem Schwimmen im Rhein, aber in jungen Jahren war ich bei jeder Gelegenheit in jeder noch so kleinen Pfütze baden, normalerweise auch ungeachtet der Temperatur. Im Sommer fuhren meine Eltern mit ihrem Boot den Rhein rauf und runter, ich hab da drin Schwimmen erst gelernt. Heute bin ich auch nicht mehr so risikobereit, aber als Jugendlicher nutzt man seine 'Schutzengel'-Brigade nun mal schamlos aus, war bestimmt nicht viel anders bei dir! 😄 Grüße!

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@Tonis9706

Der erste Versuchsreaktor der Schweiz ist im Berg drin explodiert. Kernschmelze. Versiegelt und endgelagert.
Dann war noch Harrisburg, Kernschmelze wegen Fehlfunktion der pneumatischen Steuerung... Aber kann bei uns alles nie nie nie passieren...

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@atoemlein

Das sind seine Argumente? Ein Vorfall in den 60zigern. Einer in den späten 70zigern. Wenn das Kamel tot ist, sollte man absteigen.

Die ersten Versuchsreaktoren haben nicht gänzlich funktioniert... Wie verwunderlich.

Auf unserem blauen Planeten sind mehrere zig tausend Atombomben gezündet worden... Der Schaden atomarer Strahlung ist global völlig überbewertet..

Kann bei uns passieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nur so hoch, wie das du im Lotto den Millionen-Jackpot gewinnst.

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@Tonis9706
  • Was sind seine (wessen) Argumente? Es gibt genügend Beispiele gegen die Plattitüde "das kann bei uns nicht passieren".
  • Wegen Risiko: Dies bemisst sich nicht nur an der Eintretenswahrscheinlichkeit, sondern auch am Schadensausmass.
  • Wegen Wahrscheinlichkeit: Vielleicht kannst du das beantworten: Vor Tschernobyl und Fukushima wurde die GAU-Wahrscheinlichkeit immer irgendwie salopp mit 1:1 Mio angegeben. FRAGE 1: Weil es nun schon mind. 2 GAUs gegeben hat: ist nun diese Wahrscheinlichkeit gestiegen oder gesunken? Eigentlich dürfte ja nun für den Rest der Menschheitsgeschichte nichts mehr passieren... FRAGE 2: Was heisst 1:1 Mio? Betriebsjahre? Oder vielleicht Betriebs-Sekunden?
  • hinkender Lotto-Vergleich: Im Lotto gewinnt fast jedesmal einer. Aber eben nur einer. Bei einem GAU sind Zehntausender betroffen - darf man denn deine Wahrscheinlichkeit multiplizieren?
  • Was glaubst du, wäre bei uns passiert, wenn Fukushima in Mitteleuropa passiert wäre? Wohl ein mittlerer Bürgerkrieg.
  • "Radioakivität wird überbewertet". Dann nimmt doch den Strahlenmüll zu dir in den Keller - nur DEINEN Anteil!
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Atomenergie ist sauber dahingehend, dass dabei kaum Treibhausgase freigesetzt werden. Das was bei einem Atomkraftwerk aus dem Schornstein qualmt, ist nur Wasserdampf.

Das heißt aber nicht, dass Atomenergie die Perfekte Lösung ist. Ein Atomkraftwerk produziert Atommüll, der für die nächsten Jahrtausende verstrahlt sein wird. Es gibt bisher keine ideale Möglichkeit für ein Endlager für diesen Atommüll. Im Prinzip will keiner diesen Müll in seiner Nähe haben.

Das nächste Problem ist, dass bei Atomkraftwerken hin und wieder Radioaktive Substanzen austreten und selten sogar Katastrophen passieren. Dieses Problem wird zwar zunehmend kleiner, da Atomkraftwerke immer sicherer werden - aber ein gewisses Risiko hat man immer.

Die Tragik bei dem Thema ist leider, viele reden darüber aber wirklich Wissen über diese Art der Energiegewinnung haben Wenige.

Der technische Vorgang zur Energiegewinnung ist wirklich eine sehr saubere Art der Energiegewinnung. Allerdings stellt die Logistik um ein Kernkraftwerk eine echte Herausforderung dar.

Einmal die Entsorgung der Kernbrennstäbe, aber auch der Rückbau eines Kernkraftwerkes nach der Außerbetriebnahme. Es gibt relativ wenige Ort auf der Welt, welche ein nach dem heutigen Standard sicheres Endlager zulassen.

Es gibt ein sehr großes und für hochradioaktive Stoffe ausgelegtes Endlager in Olkiluoto in Finnland, wobei der Bau sehr kostenintensiv war, da das komplette Lager in ein massiven Granitfelsen getrieben wurde.

Die Frage bleibt am Ende nur, was wollen wir eigentlich. Man kann Kernenergie verteufeln, aber dann müssen wir uns in absehbarer Zeit auf eine erhebliche Einschränkung was Energieverbrauch betrifft einrichten. Interessanterweise gerade dann wenn wir das "Umweltwunder" E-Auto als die einzig wahre Alternative sehen wollen.

Das große Problem bei vielen alternativen Energiequellen (Windkraft, Solar) ist die Speichermöglichkeit, um halt kontinuierlich Energie in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben.

Ich persönlich halte, wenn alle Rahmenbedingungen aufeinander abgestimmt sind, Kernenergie für eine zukunftsweise Technologie.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wer das eine nicht will, braucht dafür einen Ausgleich. Das Atom langfristig teuer und risikoreich bleiben wird, das ist gesetzt, denn die Endlagerung ist ein Problem und der Grundstoff Uran ist endlich. Hier gäbe es eine Lösung, die schon einmal von der RSA in England praktiziert wurde. 6 A Bomben wurden in Sellafield in Strom gewandelt, das geht und bei 15 Tsd. die es davon auf der Erde gibt, koennten lange die Lichter davon brennen. Aber diese Vernunft wird den Verantwortlichen nicht nahe kommen, denn damit soll ja eines Tages der Erde der Hals umgedreht werden, das gibt doch mehr her und wird vorrangig gesehen.

Die jetzigen Windräder sind durchgehend nicht zuverlässig genug, somit müssen mindestens Turbinen, mit Gas betrieben, da aushelfen, das aber wollen die Grünen auch verhindern und damit verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield

Woher ich das weiß:Recherche
mit Gas betrieben, da aushelfen, das aber wollen die Grünen auch verhindern 

weißt du woher?

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@zetra

Das bezweifle ich nicht. Du hast aber was anderes behauptet. Und zwar, dass sie Gasturbinen verhindern wollen.

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@Elementarer

Worin siegst da da einen Widerspruch, oder wolltest du eventuell, das Fracking Gas der USAS dabei vorne sehen?

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@zetra

Du hast behauptet, dass sie gegen Gasturbinen sind.

Das sind sie nicht. Sie sind gegen die Pipeline, aber aus ökologischen und geopolitischen Gründen. Das ist der Widerspruch. DIe Ablehjnung einer Pipeline hat nichts mit Gasturbinen zu tun, ganz einfach.

Abgesehen davon ist dien Behauptung, wenn man gegen diese Pipeline sei, müsse man für "Fracking Gas der USAS" sein, ein weiterer logischer Unfug

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@Elementarer

Du klärst und hier schon auf, was Unfug ist und du für richtig halst, das ist sehr erfreulich und zum schmunzeln reicht auch noch, weiter so.

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@zetra

Logik: folgerichtiges Denken - echt zum Schmunzeln. Wenn du meinst....

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Geht nicht um sauber, sondern um die katastrophalen Dinge, die passieren, wenn so ein Reaktor versagt (Tschernobil, Fukushima).

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