Wieso sind so viele Menschen unzufrieden mit dem was sie haben?

30 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo! :-)

Nun...wenn du dir keine konkrete Antwort erhoffst, kann ich ja mal munter drauf los philosophieren...... ;-)

Ich denke Unzufriedenheit, hat auch was positives. Es kann Menschen antreiben. Motivieren. Ehrgeiz wecken. Unzufriedene Menschen, haben die Welt vermutlich mehr verändert, als zufriedene. Unzufrieden sein, heißt auch, sich nicht zufrieden zu geben, und etwas besser haben zu wollen. Man ändert nur Dinge, mit denen man unzufrieden ist. Wenn man so will, gäbe es ohne Unzufriedenheit, keinen Fortschritt. Andererseits Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, heißt ja nicht unbedingt, dass man alle Missstände und Unzulänglichkeiten des Lebens akzeptiert.

Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Das war nicht immer so. Zufriedenheit ist eine Gabe, die man sich selbst zu Teil werden lassen kann. Ich habe das mit den Jahren gelernt. Du gehörst zu den Glücklichen, die das schon früher verinnerlicht haben.

Aber Menschen wie ich, lernen erst mit der Zeit, was wirklich wichtig ist im Leben, oder was Glück bedeutet. Liebe, Familie, Freundschaft, und vor allem Gesundheit. In dem Lächeln eines Kindes liegt mehr Glück, als in jedem Lottogewinn. Was nutzt es, wenn man nur noch arbeitet, um möglichst viel Geld zu verdienen, wenn du keine Zeit mehr hast, für die Menschen die man liebt?

Du hast völlig Recht. Das Glück liegt in den kleinen Dingen. Aber auf der Suche nach dem großen Glück, übersehen das viele Menschen. Vielleicht opfern sie auch ihre Zufriedenheit, auf dem Altar, aus übertriebenen Ansprüchen und Erwartungen.

Ich denke jeder Mensch erkennt irgendwann, was Zufriedenheit und Glück wirklich bedeuten. Aber es wird dann halt auch tragisch, wenn das erst auf dem "Sterbebett" passiert.

Ich denke man findet Zufriedenheit und Glück nur im wirklichen Leben. Nicht in seinen Träumen, von einem besseren oder anderem Leben. Zufriedenheit ist eine Einstellungssache, und keine Frage der persönlichen Lebensumstände.

So....das waren jetzt meine paar Gedanken, zu dem Thema....

LG :-)

Ich denke man findet Zufriedenheit und Glück nur im wirklichen Leben.

Und warum zerbrechen dann so viele, gerade auch Jugendliche, aber auch Erwachsene am "wirklichen Leben"? Weil sie nicht stark genug sind? Nicht genug Biss haben, sich gegen Ellenbogenmentalität, zwischenmenschliche Kälte und herrschenden Egoismus/Narzissmus zu behaupten?

Die meisten Menschen wissen, wie Glück geht. Es zu haben, es empfinden zu können/zu dürfen, ist trotzdem was anderes.

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@violatedsoul

Hallo! :-)

Das sind nur ein paar Gedanken von mir, die bestenfalls, einen interessierten Leser, zum nachdenken anregen können. 

Das sollte jetzt nicht so interpretiert werden, dass ich der Meinung bin, dass jeder selber Schuld an seinem Unglück ist, oder das jedes Leiden, unter Missständen der Gesellschaft, eine reine Einstellungssache ist. Denn das ist es natürlich nicht.

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@zippo1970

Du siehst alles anders und viel besser mit Augen, die geweint haben.

Wahrscheinlich sehe ich deshalb viele Dinge anders, weil ich schon zuviel geweint habe.

Ich bin immer töricht gewesen, an das Gute im Menschen zu glauben.

( Paul Gauguin)

So sieht´s aus.........

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@violatedsoul

Wie du in deiner Antwort schon geschrieben hast: "Das Leben ist kein Ponyhof"! Auch ich musste das schon erfahren. Und es gibt einfach Dinge im Leben, die kann man nicht ändern. Man muss lernen sie hinzunehmen und zu akzeptieren. Damit man nicht daran zerbricht.

  Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Dietrich Bonhoeffer


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@zippo1970

Ich werde mich nie mit gewissen Verhaltensweisen oder Charaktereigenschaften arrangieren können. Sie zu akzeptieren hieße, sie in gewisser Weise gutzuheißen. Und das tue ich definitiv nicht.

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@violatedsoul

Nun....du schaust wohl eher auf das "große Ganze". Ich bin da mittlerweile pragmatischer geworden. Die Menschen kann man nicht ändern. Das einzige was man ändern kann, ist man selbst, und seine eigenen Einstellungen und Betrachtungsweisen. 

Was nicht bedeutet, dass man sich mit Missständen abfindet und sie gut heißt. Es bedeutet das man nicht darunter leidet, und man es Einfluss nehmen lässt, auf sein persönliches Wohlbefinden.

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@zippo1970

Richtig, man ändert sich selbst. Man zieht sich (wieder) zurück und vertraut keinem mehr.

Wenn die Missstände einen täglich umgeben, nehmen sie unweigerlich Einfluss. Man kann sie nur kurzzeitig ausblenden und dann geht es einem auch für diese Zeit gut oder zumindest besser. Geht bei mir beispielsweise übers Tanzen.

Aber jedes Lied endet auch mal.

Fakt ist, dass sich die Menschen vieles Materielle kaufen können. Viele macht das real auch wirklich zufrieden und glücklich. Aber wer ehrlich ist, der weiß, dass es nur ein wahres Glücksgefühl gibt: Wenn das Herz einen Parkplatz gefunden hat.

Ich denke, dass Menschen viel stärker und innerlich ruhiger sind, wenn sie wissen, dass sie geliebt werden. Dieses Gefühl lässt viele Wege viel leichter gehen. Wo die Liebe fehlt, fehlt etwas Essentielles. 

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@violatedsoul

Ich geb dir (fast) vollkommen Recht, und was du schreibst ist ein schönes Schlusswort.

Ich würde dir wünschen, dass du wieder lernst, Vertrauen zu fassen. Das dein Herz einen Parkplatz findet, und das an diesem Platz, die Musik, für dich niemals aufhört.

Alles Gute! :-)

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Du wirst auch keine konkrete Antwort erhalten können weil Menschen eben verschieden sind und unterschiedliche Ansprüche haben :)

Zu erst einmal ist es natürlich nichts schlechtes, wenn man sich an kleinen Dingen erfreuen kann und so im Alltag  "wunschlos glücklich" ist. Wieso nun manche Menschen (un)glücklich sind oder so viele (für dich belanglose) Probleme haben ist unterschiedlich von Mensch zu Mensch. 

  • manche haben eine schwere Vergangenheit hinter sich und ein Problem beschäftigt sie daher stärker als andere (negative Erfahrung) - oder aber sie sehen es genau deswegen nicht mehr als Problem an weil sie erkannt haben, dass es eigentlich keines ist bzw. kein wichtiges
  • psychische Probleme sind nicht immer erklärbar bzw. rational. Jemand der unter Depressionen leidet weiß vielleicht dass es ihm eigentlich gar nicht so schlecht geht, aber wenn er gerade ein Tief hat funktioniert eine rationale Logik eben nicht mehr und kleine Dinge erscheinen sehr schlimm/bedeutend. 
  • nicht jeder sieht die selben Probleme als belanglos an. Das hat nicht immer etwas mit Verwöhntheit zu tun sondern einfach auch mit Interesse und "Charakter".  Wenn nun eine bestimmte Mannschaft im Fußball haushoch verliert interessiert mich das nicht und beeinflusst meine Stimmung nicht. Ein Fan dieser Mannschaft wird vermutlich erst mal schlecht gelaunt sein. Jemand, der aus Spaß von einem Freund "Streber" genannt wird (z.B. nach einer sehr guten Klausur) lacht vielleicht und weiß dass es nicht erst gemeint ist. Aber jemand, der früher für gute Noten gemobbt wurde sieht das ganz anders, weil Erinnerungen hochkommen.  Welche Probleme nun deine Klassenkameraden angeschrieben haben und ob das wirklich alles Wohlstandswehwechen sind oder doch ernstere Ursprünge haben wissen wir nicht. 
  • wer weiß wie sehr diese Probleme dein Mitschüler bzw. die "Meckerer" überhaupt belasten? Vielleicht haben sie zwar ein paar Dinge genannt weil danach gefragt wurde, aber eigentlich sind sie auch so ziemlich zufrieden. Außerdem halten die Probleme sie ja nicht davon ab, sich trotzdem über Kleinigkeiten zu freuen ;)

Ob deine Zufriedenheit ein Problem darstellt hängt davon ab, wie du mit Problemen oder negativen Dingen umgehst. Erkennst du diese noch als solche und handelst du entsprechend oder ist dir einfach alles egal (weil die Sonne ja trotzdem so schön scheint)? Dann könnte es schwierig werden wenn sich ein Problem später doch als schlimmer darstellt als angenommen oder nur noch schwer lösbar wird weil du zu lange "weggesehen" hast. 

Zufriedenheit ist wichtig und man sollte die kleinen positiven Sachen wahrnehmen können. Aber das heißt halt nicht automatisch, dass es einem rundum super geht - manche haben halt trotzdem das ein oder andere Problem. Es wäre für dich vielleicht ganz gut, wenn du dich in diese Menschen hineinversetzen kannst und erkennen kannst, wieso etwas für sie ein Problem ist. 

Hey Chillkroete1994, das ist die erste Frage die ich hier beantworte weil du finde ich einen sehr wichtigen Punkt aussprichst. Ich will dir hier die Frage aus verschiedenen Bereichen beantworten.

Soziologisch: 

Die Tunneltheorie.Stell dir vor du bist in einem ganz langen Tunnel im Stau. Die Straße ist 3 spurig. Alle ärgern sich logischerweise weil Sie im Stau stehen. Dann fängt es in einer Spur an wieder voran zu gehen. Man ist nicht neidisch, weil man denkt sich ja, OK wenn es dort vorangeht wird es bei mir auch bald vorangehen. Wenn dass aber nicht so ist wird das ganze zu Ärger. Warum fährt diese Spur weiter und meine nicht ? Man hat Ärger auf die anderen. Was aber das große Problem an der Sache ist, wenn man in der fahrenden Spur ist und nach dem Tunnel sieht wie der Stau sich noch Kilometer weit zieht ärgert man sich dass man noch ewig im Stau steht.

Nur sehr kurz zusammengefasst. Es geht quasi darum, dass man sich immer etwas anderes wünscht, hat man es erreicht, sieht man erst die Probleme dahinter. 

 Anthropologisch

Auch in anderen Kulturen gibt es etwas wie Neid. In Neu Guinea gibt es Dörfer die Handelsbeziehungen pflegen. Wenn Abgesandte aus dem anderen Dorf kommen wird das beste Essen aufgetischt, die schönsten Gewänder getragen, die tollsten Tänze getanzt. Das kennt man ja auch wenn man wo eingeladen ist oder in ein anderes Land fährt. Es erscheint viel toller als es ist, weil es vll. exotisch oder prunkvoll erscheint. Wobei uns unsere Vorstellung einen Streich spielt und wir über den generellen Alltag salop gesagt keine Ahnung haben.

Psychologie

Da gibt es derlei viele Ansätze. Von Minderwertigkeit (Begriff von Alfred Adler, hatte früher nicht so eine stigmatisierende Bedeutung) bis hin zu einfachen Neid (er hat was, ich will es!)Was du über Suizid schreibst kann ich leider nicht nachvollziehen, weil ich den Ursprungs Thread darüber nicht kenne. Es gibt viele Menschen mit physischen und psychischen Problemen. Psychische Probleme sind sehr gefährlich weil man einfach keine Symptome sieht. Bei manisch depressiven z.B. wechselt sich immer ein Hoch mit einem Tief ab. Wenn dass Tief da ist und alles geht den Bach runter und dann passiert auch noch so eine Belanglosigkeit wie du schreibst. Sozusagen als Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat, dann kann es dazu kommen. 

Aber natürlich ist das nicht immer der Fall. Aber natürlich kann es auch der Fall sein das jemand zu verwöhnt ist. Wir leben in einer Konsumgesellschaft in der uns täglich in der Werbung präsentiert wird, was unsere Haare brauchen, welche Cremes wir verwenden müssen und was wir für unsere Vollständigkeit für ein Auto fahren sollen. Dies alles verkauft eine nicht vorhandene Realität. Es soll einen Schein erwecken den wir glauben oder nicht glauben können. Viele fallen aber darauf herein. Übrigens: Nach einem Kauf ist man tatsächlich kurz glücklicher, aber wirklich nur kurz. Man gewöhnt sich viel zu schnell an das neue gekaufte Objekt und ist bald wieder genauso unglücklich oder glücklich wie davor.

So jetzt habe ich auch viel zu viel geschrieben, aber ein kurzes Resumé gibts noch:

Es gibt verschiedenste Erklärungsversuche und in jedem ist ein Quäntchen Wahrheit.  Was du aber hast, ist etwas dass sich jeder wünschen sollte. Zufriedenheit mit dem wie es jetzt ist. Das ist ein Geschenk dass du auf jeden Fall behalten solltest und wenn möglich an andere weitergeben. Wenn wir jetzt unzufrieden sind, warum sollten wir dann mit einem neuen Handy immer zufriedener sein? ;)

Ich hoffe meine Antwort kann dir mehr oder weniger weiterhelfen.Lg Icekreme

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