Wieso sind so viele Leute in der schule immer in Mathe so schlecht?

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16 Antworten

Die Grundrechenarten werden in der Grundschule nicht mehr gefestigt vermittelt! Kopfrechnen gibt es fast gar nicht mehr. Die Themen wechseln zu schnell. Schüler, die nicht ganz so schnell verstehen, werden unsicher und bleiben auf der Strecke.

Quelle???? Woher weißt du das?

Nach meiner bescheidenen Erfahrung in meinem Lehramtsstudium (inkl. sämtlicher Praktika) ist das Quatsch. Überall, wo ich war, haben die Kopfrechnen ohne Ende gelernt. Abgesehen davon ist Kopfrechnen keinesfalls eine Grundrechenart. Ich war in Kopfrechnen immer super schlecht, sobald wir den Taschenrechner benutzen durften, find ich an, aufzublühen und habe nachher das Matheabi gerockt. Aber genug der persönlichen Erfahrungen etc.

Es gibt Vorgaben (Kerncurricula), an die sich zu halten ist (zB hier für die Grundschule in Niedersachsen > http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kcgsmathe_nib.pdf). Klar bei manchen Schülern mit mehr, bei anderen mit weniger Erfolg. Das wird mit den Noten quittiert.

An der ganzen Sache hängt wesentlich mehr. Wenn du eine repräsentative Antwort, sprich eine für ganz Deutschland (und nicht nur eine für den Umkreis einzelner Personen gültige) haben willst, musst du dir (inter-)nationale Studien angucken. Tatsächlich ist es so, dass die deutschen Schüler in internationalen Vergleichsstudien wie TIMSS nur mittelmäßig abschneiden. PISA 2009 zeigt ähnliches, und hier ist der Unterschied zwischen den mathematischen Kompetenzen bei Jungen und Mädchen besteht. Und zwar schneiden Jungen hier besser ab als Mädchen.

TIMSS und PISA sind deskriptive Studien, das bedeutet, sie schauen nur WIE es ist, nicht aber WARUM. Trotzdem werden die erhobenen Daten natürlich weiter erforscht. Und zumindest den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen in Mathematik wurde erforscht und zB die OECD kam zum Schluss, dass es nicht etwa an angeborenen Defiziten der Mädchen liegt, sondern an den geschlechtsbezogenen Vorurteilen, die zB Lehrer haben. Konkret heißt das: Viele Lehrer haben dieses (gesellschaftlich verankerte und vielen unbewusste) Bild, dass Mädchen in Mathematik schlechter sind als Jungen. Sie sind sich dessen nicht mal zwangsläufig bewusst. Entsprechend werden Mädchen weniger gefordert und können zB durch weniger herausfordernde Fragen natürlich nicht zu so einem hohen Kompetenzniveau kommen. Abgesehen davon spielen da auch psychologische Prozesse wie die Self Fulfilling Prophecy eine Rolle, die kurz gesagt Folgendes bewirkt: Wenn du bewusst oder unbewusst mitbekommst, dass jemand etwas bestimmtes von dir erwartet (zB dein Lehrer, dass du als Mädchen kein Mathe kannst), wirst du dieser Erwartung oft gerecht - ohne es zu merken.

Wenn aber etwa die Hälfte der Schüler (nämlich die Mädchen) derartigen Regelmäßigkeiten unterliegen, "reißt" das den Durchschnitt natürlich runter.

Das ist übrigens nicht nur in Deutschland der Fall.

Ansonsten ist allgemein bekannt, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht sonderlich gut da steht, da tragen die mathematischen Kompetenzen natürlich ihren Teil zu. Aber auch die Lesekompetenz und die naturwissenschaftlichen Kompetenzen (PISA) sind im internationalen Vergleich mittelmäßig.

Zur Lehrerausbildung lässt sich sagen, dass man nicht zwangsläufig Mathematik studiert haben muss, um es zu unterrichten (als Ausnahme ist mir nur Bayern bekannt, können aber mehr Bundesländer sein). Meiner Meinung nach ist das absolut fatal. Klar, am fachlichen wird es nicht scheitern, ein studierter Mensch wird in der Lage sein, sich Grundschul-/Sekundarstufenmathematik anzueignen. Aber das ist nicht der springende Punkt. Es geht um das WIE. Wie vermittel ich Schülern Rechnen (das nennt sich Didaktik)? Das ist ein riesen Fass. Wenn jetzt also jemand Mathe unterrichtet, der nie gelernt hat, WIE er das tun sollte (bzw. was es für Ansätze gibt) - wie soll das dann etwas werden? Ausnahmen bestätigen die Regel. Das heißt andersrum leider nicht, dass ein Mathestudium Garant für guten Matheunterricht ist. Das allerdings sind jetzt meine Überlegungen, da habe ich nichts drüber gelesen o. ä.

Man könnte jetzt noch tausend andere Aspekte beleuchten, bis man sich irgendwann einer Antwort annähert. Das Thema ist also hoch komplex und keinesfalls so leicht abhandelbar. Vorsicht immer bei persönlichen Erfahrungen. Die mögen für den persönlichen Umkreis (und vielleicht auch bei Freunden) stimmen, geben aber keinesfalls Antworten für ganz Deutschland. Es gibt so etwas wie Unterschied zwischen Stadt und Land, zwischen den Schulen, zwischen den Lehrern etc. Das zu verallgemeinern führt zu Alltagstheorien, die nichts mit einer fundierten Aussage zu tun haben.

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@LLELT

Du fragst nach einer Quelle? Manchmal reicht der gesunde Menschenverstand!

Wenn man einige Kinder in den letzten Jahren durch die Schullandschaft begleitet hat, bekommt man einen anderen Blickwinkel als einige studierte PISA-Forscher oder ähnliche Problem-Akrobaten.

Wie kommst Du darauf, dass Kopfrechnen eine Grundrechenart ist?...lach

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@auchmama

Wie gesagt, ich habe gänzlich andere Erfahrungen gemacht als du. So ist das mit den Alltagstheorien, fast jede widerspricht der anderen weil sie eben nur einen ganz kleinen Teil, quasi einen Mikrokosmos der Gesamtheit, der Realität abbilden.

Was du allerdings tust, ist Verallgemeinerung deiner persönlichen Erfahrungen. Du formulierst deine Aussage wie eine allgemeingültige Sache. Und genau das ist sie nicht. Es mag für deine Umgebung zutreffen (wie ich auch oben geschrieben habe), aber es trifft eben nicht für ganz Deutschland zu. Dazu muss man nun mal die Statistik bemühen - oder man besucht selbst alle Schulen in Deutschland, um ein umfassendes und damit korrektes Bild zu kriegen.

Und so habe ich die Frage verstanden: Sie fragt danach, wieso "viele Leute" und nicht, wieso "eure Kinder/die Kinder eurer Freunde" so schlecht sind.

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@LLELT

Sorry, meine Erfahrungen zweifelst Du an und tust sie als Verallgemeinerung ab. Deine Erfahrungen sind aber richtig? Für mich eine merkwürdige Form einer Kommentierung!

Die Statistiker finden ja auch kein Ergebnis für die allgemeine Mathe-Schwäche/Angst!

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!

Das 2/3 aller Schüler in z. Z. acht 10. Klassen (Gymnasium) große Probleme mit Mathe haben, ist ganz einfach eine Tatsache und kann nicht nur an den vermittelnden Lehrern liegen. Die Schüler kommen außerdem noch aus den unterschiedlichsten Grundschulen.

Die Lehrmethoden haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Viele wurden nach kurzer Zeit wieder verworfen, weil sie sich nach kürzester Zeit als dummes Zeug herausgestellt haben. Und das die Kids dümmer geworden sind, mag ich einfach nicht glauben, da die Leistungen in anderen Fächern überwiegend konstant geblieben sind.

Mit einigen Mathe Lehrern meiner Kids habe ich übrigens meine Erfahrungen diskutiert und immer offene Ohren und Zustimmung gefunden.

Nicht alles was neu eingeführt wird ist automatisch besser. Vielleicht sollte man bei einigen Dingen am Altbewährten festhalten. 1 +1 ergibt auch in 100 Jahren noch 2. Generationen vorher haben es immer verstanden und ihr Wissen darauf aufgebaut. Heute gehen zu viele Schüler mit kalten Füßen in die Mathe Stunden und keiner der studierten Statistiker findet eine logische Erklärung dafür...:-(

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Ich war früher in der Schule auch besser in Deutsch als in Mathe. Mittlerweile macht mir im Studium Mathe gegenüber den anderen Fächern am meisten Spaß.

Die Mathematik setzt ein hohes Abstraktionsvermögen voraus, das man meist so nicht gewohnt ist und erstmal Zugang dazu finden muss. Für mich war es wie ne Fremdsprache lernen und ich hab mich am Anfang echt durchgequält.

Wenn man ein bisschen in die Materie eingestiegen ist, lernt man aber die messerscharfen logischen Schlussweisen und genialen Strukturen zu schätzen!

mathe war ich gut, bin eher schlecht in deutsch und englisch gewesen, weil mir das schwer fiel zu lange texte nach einem gewissen schema (comment usw.) zu schreiben, dafür war ich mündlich besser

Die Erklärung ist sicher eine Kombination aus schlechten Lehrern, Eltern, die es auch nicht besser können und Schülern, die zu faul sind bzw. unnötigen Respekt haben, weil sie denken, dass es normal ist, in Mathe schlecht zu sein. Mathe ist im wesentlichen Übung.

Der Mensch ist ein Individuum. - Das Problem bei Mathe wird wohl darin liegen, dass so gut wie alles aufeinander aufbaut und sobald man einmal den Anschluss verliert und nicht den versäumten Stoff nachholt auch den neuen Stoff nicht versteht ;)

Hi, Deutsch, Sprachen kann man leichter machen. Bei Mathe sind 2x2 immer noch 4. Daher mehrere Möglichkeiten, Schüler sind dümmer (Sarrazin) bzw. Dyskalkuliker nehmen überproprtional zu Lehrer sind dümmer, Lehrstoff wird ungenügend durchgenommen/gepaukt oder zu geringe Anforderungen bzw. zu viele lernschwche in den Klassen. Was ich nicht glauben mag, daß sowas System hat, politisch gar gewollt ist (nix wird dagegen getan).. Gruß Osmond

Da gabs mal ne Studie drüber.Warum haben die aber nicht herausgefunden.Ich denk weils ziemlich kompliziert ist :)

Ich bin auch schlecht in Mathe. Bei mir in der Klasse haben alle die eine 5 aufm Zeugniss haben die in Mathe. Ich finde es liegt an der Lehrerin. Wir haben immer viel zu wenig zeit in der arbeit... Fast die hälfte der Klasse hat eine 5 in Mathe.

"Mathe" setzt prinzipiell logisches Denken voraus; man muss also klar und strukturell denken können.

Das ist für viele Menschen schwierig, weil sie die erblichen Voraussetzungen mit den entsprechenden Veranlagungen nicht erbringen können.

Mathematik kann man nicht einfach durch Üben lernen, das muss man verstehen...und dazu braucht man Lehrer, die gut erklären können....

Ich war immer in Mathe gut und dafür in den Sprachen nicht so wirklich. Ich glaub das ist einfach Begabung.

man muss können sich im kopf das ganze vorzustellen! wenn man kein bild hat, ist es schwer etwas zu verstehen...

Das trifft aber bei mir überhaupt nicht zu, und links seitwärts einparken kann ich perfekt. Ich bin halt eine echte Schweizerin. Grüessli Brigittli

Naja Englisch und Deutsch muss man halt nur lernen und in Mathe muss man den Kopf ansterengen.

Ich bin in Mathe besser gewesen als in Deutsch und Englisch.

??? Also wenn ich hier so einige Fragen lese, bin ich mir auch ziemlich sicher, dass genügend Schüler Probleme in Deutsch haben!

Hab ich mir auch schon gedacht ;).

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