Wieso sind so viele grundsätzlich gegen Antidepressiva?

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8 Antworten

Viele Menschen die gegen Antidepressiva sind, haben sie nie mit diesem Thema beschäftigt. Sie wissen nicht wie es sich anfühlt eine schwere Depression zu haben und somit auch keine Wahl zu haben.

Alles was in den Kopf eingreift macht Angst. Doch Alkohol und Cannabis greifen auch in den Botenstoffwechsel im Gehin ein und dies noch viel unkontrollierter als Antidepressiva.

Viele meinen auch, dass sich mit Antidepressiva die Persönlichkeit verändert, was nachweislich nicht der Fall ist. Sie gehen davon aus, dass man von Antidepressiva fremdgesteuert wird und der Wille beeinträchtigt wird (was ebenfalls nicht der Fall ist). Zudem gehen viele Menschen davon aus, dass diese Medikamente süchtig machen; auch dies trifft nicht zu.

Dennoch sollten Antidepressiva nicht unterschätzt werden. Ja, sie greifen in den Botenstoffhaushalt des Gehrins ein. Sie haben viele Nebenwirkungen und je nach Antidepressiva können sie auch sedierend wirken (vor allem die älteren tri- bzw. tetrazyklischen AD's). Und ja, es ist pure Chemie.

Hinzu kommt, dass wer Antidepressiva nimmt sich eingesteht, dass er seine Probleme bzw. Depressionen nicht mehr alleine bewältigen kann. In unserer Gesellschaft gilt dies immer noch als Zeichen der Schwäche.

Antidepressiva sollten weder verteufelt noch überbewertet werden. Jeder muss für sich entscheiden, was das kleinere Übel ist: Die Depression oder das Medikament.

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Nimm die Meinungen der ( meist unbetroffenden) gesunden Menschen mit "Halbwissen" nicht so ernst. Die wissen nicht was sie sagen. Vertraue lieber den Betroffenden (wenn sie sich "geoutet" haben, was aber zu wenige tun) oder en wirklichen Experten.

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Viele Menschen haben kaum eine Ahnung von dem Thema. Sie hören dann so Dinge, wie "verändern die Persönlichkeit" oder denken dann an so sedierte Zombies.

Auf der anderen Seite haben Anti-Depressiva auch eine Menge Nebenwirkungen, sie können nicht so schnell abgesetzt werden, es ist Chemie, ...

Aber eigentlich ist das ganz egal. Jeder sollte für sich selbst entscheiden , ob er welche nehmen will oder nicht. Natürlich immer noch in Absprache mit dem Arzt.

Aber die Entscheidung sollte nicht von den Äußerungen irgendwelcher Laien abhängig sein.

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Kommentar von Funmichi
10.07.2016, 20:35

Wer sich vom hausarzt antidepressiva verordnen lässt, handelt dieser grob fahrlässig. Eine  GUTE psychotherapie ist das A und O um die probleme aufzudecken, die sich dahinter verstecken.  Daran sollte man dann intensiv arbeiten. AD lösen diese probleme nicht.

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Kommentar von einfachichseinn
10.07.2016, 20:48

Oft bieten Anti-Depressiva ersteinmal das Fundament, um eine Psychotherapie in Angriff zu nehmen. Ansonsten hast du recht. Nur Medikamente werden nichts ändern. Allerdings ist grobe Fahrlässigkeit doch ziemlich übertrieben ausgedrückt.

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Leider ist es bei Psychopharmaka oft so, dass die Betroffenen unter den Medikamenten mehr leiden als unter der Krankheit. Der schlechte Ruf der Antidepressiva stammt aus einer Zeit, als nur die alten, trizyklischen Antidepressiva, die meist mit starken Nebenwirkungen einhergehen, verfügbar waren. Inzwischen greifen Psychiater etwas vorsichtiger in diese Kiste, es sind in den letzten Jahre viele neue und verträgliche Antidepressiva auf den Markt gekommen, die besser wirken als die alten Medis. Das hat zu einem Umdenken geführt.

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Kommentar von Midlife16
03.08.2016, 18:11

Sorry, aber das ist völlig falsch.Jedes Jahr steigt die Verordnung von AD. Die neuen SSRI sind in keinster Weise besser verträglich.

Keiner weiß, warum die AD wirken sollen, bzw. weiß niemand, wie eigentlich eine Depression entsteht...die Serotonin-Lüge ist längst entlarvt...daher verwundert eine Wirksamkeit auf placebo-Niveau bei diesen Präparaten auch in keinster Weise.

Auch die Absetz/Entzugssymptome sind erschreckend und führen häufig in einen Teufelskreis, da sie den Symptomen der Erkrankung sehr gleichen und somit eine erneute Medikation nach sixh ziehen.

Die gesamte Thapie der Depression ist eine Katastrophe und hat viele Menschen unnötig in eine jahrelange Therapie getrieben, die sie oftmals nie benötigt hätten.

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Da muss man schon etwas mehr abwägen als ein prinzipielles Ja oder Nein, für oder gegen Antidepressiva. Klar ist, dass man mit Psychopharmaka keine Erkrankungen heilt sondern, wenn es notwendig ist, Psychopharmaka unterstützend zur einer Gesprächstherapie eingenommen werden könnten. Es gibt bereits Kliniken (Langzeitstationen) die auf Psychopharmaka gänzlich verzichten und wenn überhaupt mit Homöopathie arbeiten. Schlussendlich muss man die Entscheidung immer selbst treffen und für sich wissen wo man hin will, was man erreichen möchte,

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Kommentar von FS0071995
11.07.2016, 08:56

Ich bin natürlich auch der Meinung, dass man das differenziert betrachten sollte. Also nur da Antidepressiva verschreiben, wo es wirklich notwendig ist. Habe eine rezidivierende mittelgradige depressive Störung und bin froh, dass ich es genommen habe. In anderen Fällen mag eine Gesprächstherapie alleine ausreichend sein, ich wäre dazu nicht in der Lage gewesen.

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naja man muss eben selbst wissen, ob man das braucht aber meiner meinung nach verschreiben ärzte sowas teilweise echt viel zu früh bzw wenn die stärke der depression sowas überhaupt nicht verlangt.. trotzdem gibt es natürlich menschen, die es brauchen

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Kommentar von Funmichi
10.07.2016, 20:39

Nein gibt es nicht. Eine gute intensive psychotherapie ist die lösung in 90% der depressionen. ADs zerstören das hirngleichgewicht dauerhaft.

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Kommentar von amiliii
10.07.2016, 20:46

das kann gut sein, jedoch meinte ich das auch anders.. nämlich ich denke, die heilung einer depression spielt sich eben im kopf ab und wenn jemand mit sehr starken depressionen weiß, neben diesem "gerede" gibt es auch tabletten, die eine sehr hohe wirksamkeit aufweisen möchte man diese scheinbar einfachere methode eben gerne ausprobieren und das kann dann so weit hinauslaufen, dass er oder sie die therapie nicht richtig aufnehmen kann, weil er denkt, ohne tabletten gehts nicht..

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Hallo FS,

habe vor kurzem einen zuverlässigen medizinischen Fachartikel gelesen. Darin wurde eine Studie zitiert nach der Antidepressiva nur bei einem von zehn Patienten eine gute Wirksamkeit zeigen. Das bedeutet 9 von 10 nehmen sie unnötiger Weise ein und alle 10 haben die üblichen Risiken und Nebenwirkungen.

Wenn Du der eine von 10 bist der profitiert dann freue Dich! :)

Und wundere Dich dass die anderen 9 Deine Begeisterung nicht teilen ;)

LG, Hourriyah

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Kommentar von FS0071995
10.07.2016, 22:12

Ok, das verstehe ich. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass viele eine Weile brauchen, um das richtige Medikament zu finden. Aber wenn man dann das passende gefunden hat, dann waren die vorherigen Risiken ja nicht ganz unnötig.

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Mir hat eine homöopathische Behandlung sehr gut geholfen! Wichtig ist, deinem Heilpraktiker sehr ausführlich zu beschreiben, wie es dir geht und sich die Depressionen äußern...

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