Wieso sind psychische Störungen so "Up to date"?

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8 Antworten

Ich hab dazu mal was gelesen, was es meiner Meinung nach kurz und knapp auf den Punkt bringt.

Harte Zeiten kreieren starke Menschen. Starke Menschen kreieren gute Zeiten. Gute Zeiten kreieren schwache Menschen. Schwache Menschen kreieren schwere Zeiten.

Wir befinden uns grade in der Zeit, in der die meisten jungen Menschen in guten Verhältnissen aufgewachsen sind. Wir haben alles was wir brauchen, kennen es nicht wirklich zu leiden aber hinkriegen tun wir auch nicht viel, weil wir nicht gelernt haben, was Ausdauer, Arbeit und Courage bedeutet. Irgendwann merken wir wie wenig wir hinkriegen, wollen aber nicht die Verantwortung dafür übernehmen, also suchen wir uns Gründe, wieso das eben alles nicht so einfach ging und wieso das Leben kompliziert ist. 

Und wenn materiell alles da ist bleibt da nur noch der Ausweg auf die Psyche.

Ich weiß das ist sehr pauschal formuliert und natürlich gibt es da noch alle möglichen andere Gründe für, aber ich glaube, das spielt da wirklich sehr mit rein.

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Ob das Internet uns dabei wirklich eine Hilfe ist, wage ich zu bezweifeln.

Psychische Diagnosen sind auf dem Vormarsch, aber nur, weil sich heutzutage viele Leute Hilfe holen und erkennen, dass da etwas schief läuft. Ich wette, dass es viele dieser -Krankheiten- schon seit etlichen Jahren wenn nicht Jahrzehnten gibt, aber damals hat man nicht drauf geachtet, eher gesagt: Stell Dich nicht so an! Da wurden die Zähne zusammengebissen und keiner wollte abnormal sein, kann ich mir vorstellen. Dass wir heute diese Diagnosen stellen, deutet darauf hin, dass viel mehr hingeguckt wird und nachgefragt wird. Ich finde, insofern werden wir menschlicher. Ich finde das positiv und ich hoffe, dass es demnächst viel mehr Verständnis geben wird für Burn Out und Co. und dass wir endlich lernen, mit unseren Mitmenschen umzugehen anstatt sie zu verteufeln.

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Psychische Erkrankungen sind keine Mode-Erscheinung und ein Must-Have.

- "Hey, ich leg mir mal einen BurnOut zu, ist im Moment voll im Trend!"
- "Echt? Cool. Muss ich auch mal ausprobieren. Ich hatte da mal eine Depression, ey war das krass!"

Die Arbeitswelt wird immer irrer.

Früher, zu Zeiten meines Vaters, hast du in einer Firma deine Lehre gemacht, und hast dann bis zur Rente da gearbeitet. Die Arbeit wurde geschafft, und wenn mehr Arbeit da war wurden mal Überstunden geschoben oder Leute eingestellt.
Heute ist der Druck in der Arbeitswelt ganz enorm gestiegen. In vielen Firmen bist  du eine Nummer. Du musst funktionieren, und wenn du nicht so funktionierst wie die Obrigkeit will dann wirst du ersetzt. Da wird nicht gefragt ob du die Arbeit schaffst und was man evtl tun könnte damit du besser klar kommt. Du packst das nicht? Dann kommt einer der das packt. Und wenn der nach 2 Monaten zusammenbricht kommt der Nächste.
Du lebst in der ständigen Angst deinen Job zu verlieren. Ich hatte einen Chef, dessen Lieblingsspruch war "Wenn du nicht willst, draußen stehen 5 Mio. Arbeitslose!".

Die Chefs sind aber nur ein Rädchen im Getriebe. Die "Geiz ist Geil" Gesellschaft drängt viele Firmen dazu, möglichst billig zu produzieren um mit der Konkurenz mithalten zu können. Und dann kommen die Dollarzeichen der Obrigkeit dazu, die immr mehr versucht mit möglichst wenig Mitteln (Arbeitskräfte und Löhne)  möglichst viel Profit zu machen.

Die Folgen sind kaum absehbar.
Die Verluste der Firmen durch krankheitsbedingte Ausfälle werden immer höher, es passiert also eigentlich das genaue Gegenteil von dem was gewünscht ist.

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Du unterstellst, dass psychische Störungen Up to date sind. Das sind sie sicher nicht.

Burn-out ist keine psychische Störung.

Wenn du fragst, ob von medizinischen Laien Alltagsverstimmungen als Krankheiten wahrgenommen werden, dann könnte da etwas dran sein, es gibt da Hinweise, dass dies teilweise geschieht. Insbesondere bei jungen Frauen bzw, Mädchen scheint es da einen Trend zu geben. Aber das ist (noch) n icht statistisch abgesichert, bislang nur ein kolportierter Eindruck. Aber von einem breiten allgemeinen Trend kann man da sicher nicht sprechen.

Nach meiner persönlichen Beobachtung kommt dies auch vor, wenn an und für sich kostenpflichtige Beratungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse erschlichen werden sollen (was mM einen Mißbrauch des freien Zugangs zur ambulanten Psychotherapie darstellt). Aber auch hier kein Mehrheitsphänomen.

In der Mehrheit bedeutet psychisch krank zu sein aber immer noch Diskriminierung (bis in die Strukturen der Behandlungen hinein).

Außerdem sind Begriffe wie Burn-out Hinweis darauf, dass das Erkranktsein nach wie vor mehrheitlich eher (meist aus Scham) verharmlost und unterschätzt wird, bei beiden Geschlechtern.

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Nein, psychische "Störungen" sind sicher nichts neues, die gab es schon vor tausenden Jahren. aber der Umgang damit wird immer offener. Galt es früher noch als Makel psychisch krank zu sein,  (oft war es sogar so das beahptet wurde der jenige könne doch wenn er wolle, er solle sich nicht so anstellen)so ist das heute zum Glück anderes. Psychische Krankheiten werden mehr und mehr von der Gesellschaft anerkannt.

Ich habe aber so den Eindruck, das es gerade bei Jungendlichen als "chic" gilt, Burn out zu haben oder Depressionen. Das diese Sachen vorgeschoben werden um geschont zu werden.

Klar, auch Kinder können darunter leiden. Aber nur weil man in der Pubertät mal traurig ist, heißt das eben noch lange nicht das man Depressionen hat.

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Kommentar von rockylady
18.11.2016, 20:45

ja ich denke auch, dass es irgendwie eine Welle der Depressionen gibt. Auch oft als Rechtfertigung für eigenes Nichtstun. So habe ich es erlebt, nach dem Motto "ich kann ja nichts dafür".

Und doch scheinen mehr davon betroffen, als offen ausgesprochen. In den USA zb ist es Gang und Gebe einen Therapeuten zu haben, hier schämt man sich oft noch dafür.

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Solche Sachen sind nur Trend bei Leuten , die sich nach Aufmerksamkeit sehnen. Normalerweise ist das kein Trend, liegt bloß heutzutage an (manchmal) großem Druck.

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die sind nicht up to date, sondern die sind eine zeitkrankheit wie krebs oder aids

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Kommentar von rockylady
20.11.2016, 08:05

das ist mir klar, dennoch rücken sie mehr in den Fokus als je zuvor.

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Natürlich treten psychische Erkrankungen heute verstärkt auf, vor allem in den erste Welt Ländern. Das liegt an der unglaublichen Reizüberflutung und dem irren Leistungsdruck. In der dritten Welt sterben die Leute zwar häufiger an Erkrankungen, bedingt durch Armut, aber sind nicht so oft psychisch krank wie wir. Nein früher sind die Leute nicht so oft psychisch krank geworden wie heute, somit ist es leider wirklich modern.

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