Wieso sind Placebo unethisch?

7 Antworten

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Du hast eine völlig verdrehte und falsche Vorstellung von Placebos und Arzneimitteln. Du überschätzt den Placebo Effekt maßlos und unterschätzt den Nutzen realer Medikamente.

Zu deiner 1) Frage: Die Gabe von Placebo ist bei vielen Krankheiten unethisch, da dadurch eine wirksame Therapie dem Patienten vorenthalten wird. Es erzeugt Leiden und gefährdet die Gesundheit von Menschen. Die Testung von Arzneimitteln gegen Placebo ist ein "Goldstandard", jedoch kann man die Gabe von Placebo an bsp. Krebskranken in keinster Weise verantworten.

2) Nur bei den wenigsten Arzneimitteln überwiegt der Placebo Effekt. Und das sind die oft wenig bis gar nicht wirksamen Alternativmedizinischen Behandlungen.

Du kannst es mal probieren und dein Leben lang nur noch auf Placebo zurückzugreifen, mal sehen wie alt du wirst ;)

Gruß Chillersun

Auch bei Krebskranken gibt man in klinischen Studien manchmal Placebo.

Gerade bei Krebs sind ja Kombinationen von mehreren Medikamenten der Standard. Wenn man jetzt ein neues Medikament prüft, geschieht das meist in Kombination mit anderen, bewährten Medikamenten.

Die Patienten erhalten dann entweder die bewährte Standardtherapie plus das neue Medikament, oder die bewährte Standardtherapie plus Placebo. So kann man prüfen, ob das neue Medikament zusätzliche Vorteile bietet, aber die Placebo-Patienten bleiben nicht unbehandelt.

Es ist natürlich klar, dass Placebo bei Krebs absolut wirkungslos ist,  aber man braucht ja eine Vergleichsgruppe.

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Hi Wunschmacht,verblindete Studien,die ein Substanz,die die Wirksamkeit eben zeigen soll,wird oft mit einem sogenannten Placebo verglichen.Doppelt verblindet bedeutet,weder der Arzt noch der an der Studie teilnehmende Patient wissen,welch Substanwirksam sein kann und welche nicht.Diese nennt sich Placebo.Studien sind Voraussetzung für eine eventuelles Zulassungsverfahren für ein neues wirksames Medikament.Die beantragende Pharmafirma allein kennt die fragliche Substanz.Ob ethisch oder nicht ist eine heiss diskutierte Frage.es ist auch möglich,dass die zuzulassende Substanz mit einer gleichartigen verglichen werden soll,um festzustellen,ob die neue Substanz besser wirksam ist und für die Patienten vorteilhaft ist zB nur einmal/Tag einzunehmen ist.LG Sto

Die Homöopathen haben die Placebobehandlung schon sehr weit entwickelt.

Manchmal reicht Placebowirkung aber nicht aus, dann braucht man echte Medikamente und daher müssen auch echte Medikamente weiterentwickelt bzw. neue erforscht werden.

Bei der Entwicklung neuer Medikamente wird in den klinischen Studien gegen Placebo (seltener, man müsste kranken Menschen ja ihr Medikament vorenthalten) oder eine etablierte Therapie gemessen. Das Ziel ist zumindest Nichtunterlegenheit, aber eigentlich will man besser als die bisherige Therapie sein. Wenn man nun in einer Studie eine Überlegenheit gegenüber einer Standardtherapie findet, selbst wenn diese tatsächlich nur ein Placebo wäre, dann wäre auf jeden Fall das neuere Mittel aber kein Placebo mehr.

Mal abgesehen davon ist es ein Problem, sich auf die Placebowirkung zu verlassen - die neigt dazu, manchmal auch auszubleiben.

Vielleicht ist das neue Medikament einfach ein überzeugenderes Placebo. Weil es teurer ist, oder komplizierter in der Anwendung, oder man mehr spürt, das irgendwas wirkt, weil es irgendeinen nutzlosen Effekt macht, weil euphorischere Forscher an den Studien mitwirken etc.

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@Wunschmacht

Vielleicht bist du aber auch einfach auf dem Holzweg mit deiner Erklärung, dass alles Placebowirkung ist.

Es gibt Wirkungsmechanismen, die genau erklären, wie Medikamente funktionieren. Die Medikamente funktionieren z.T. sogar unabhängig von Placebo in vitro- z.B. wenn man eine beimpfte Petrischale mit einem Plättchen mit Antibiotikum drauf bebrütet, wachsen an der Stelle, an der das AB liegt, keine Bakterien. Ich glaube nicht, dass sich die Bakterien oder die Petrischale von Placebo beeindrucken lassen (kann man aber auch probieren und ein Placeboplättchen reintun, macht man bei der Kontrollprobe ohnehin).

Natürlich spielt der Placeboeffekt immer auch eine Rolle bei vielen Medikamenten, aber er ist nicht allein ausschlaggebend. Wie oben (oder unten) schon jemand schrieb sind früher viel mehr Leute an banalen Infektionskrankheiten gestorben - und da wurden noch Wundermedizinen mit viel rituellem Brimborium drum herum angewendet. Sollten die nicht besser wirken als so eine unspektakuläre Pappschachtel, die man für paar € fuffzich in der Apotheke bekommt? Ich meine, die meisten Leute wissen doch überhaupt nicht, wie viel Arbeit in der Entwicklung eines Arzneimittels steckt. Bei Penicillin denken sich vielleicht sogar noch Leute, dass das ja eigentlich nur schimmliges Brot in Tablettenform ist. Spricht eher gegen einen Placeboeffekt.

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