Wieso sind manche Indische Regionen weniger vegetarisch als andere?

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5 Antworten

Vegetarismus hat ursprünglich nichts mit dem Hinduismus zu tun. Das Konzept von Ahiṃsa („Gewalt­losigkeit“) stammt aus der Jain-Religion und kam von dort in den Bud­dhis­mus.

Jainismus und Bud­dhis­mus waren eine Zeit­lang (so um die Zeiten­­wende) die dominie­renden Religionen Indiens, aber so um 500 n.Chr. erstarkte der Hinduismus wieder. Heute gibt es in Indien keine Buddhisten mehr (außer spätere Einwanderer), und die Jains sind auf ein Zehntel­prozent abgesunken.

Der neue Hinduismus hatte Ahiṃsa in sein Programm aufgenommen, aber nicht mit derselben Stärke wie der Jainismus. Vegetarismus ist empfohlen, aber die Intensität der Empfehlung hängt von der Kaste ab. Brāhmaṇen sind meistens Vegetarier aus Überzeugung oder zumindest Pflicht­bewußtsein (das erodiert aber im modernen Indien), Śudras sind es nur aus Geldmangel. Bei manchen Subkasten ist Fleischgenuß Tradition.

In Gujarāt gibt es einerseits den Einfluß durch Gandhī (der Vegetarismus und Abstinenz propagierte), anderer­seits den durch die Jain-Minderheit. Die Jains in Gujarāt (1 oder 2%) sind zwar wenige, aber reich, wohl­organisiert und gesellschaftlich von großem Einfluß.

Die niedrigen Zahlen für Tamiḻ Nāḍu wundern mich immer wieder. Ich habe dort fast nur vegetarisches Essen gesehen (außer in Kottagīrī, in den Bergen). Vielleicht spielt der Fischfang an der Küste eine Rolle, oder ein hoher Anteil der Leute ißt selten aber dafür regelmäßig Fleisch.

Moslems sind meist keine Vegetarier, Christen auch nicht. Dort wo die einen großen Anteil ausmachen, gibt es daher mehr Fleischkonsum (Kaśmīr, Goā, Nordosten). In den Bergen ist Vegetarismus generell weniger verbreitet, da essen teilweise auch Brāhmaṇen Tiere (besonders in Nepāl).

Indien ist in Bundesstaaten eingeteilt.Neben den Hindus gibt es Millionen von Muslimen und Christen.Das indische Christentum ist sogar älter als das europäische. Die Religionen sind nicht großflächig verteilt sondern sondern konzentrieren sich auf bestimmte Gebiete. Wenn in einer Gegend Muslime oder Christen die Mehrheit stellen, haben sie auch die Mehrheit über die Kochtöpfe.

Ich denke das hat mit der geistigen Gesinnung(Religion; welche herrscht in diesen Teilen vor) und dem Lebensstandart zu tun. Denn Fleisch ist teuer.

Ansonsten wüsste ich da nix, das wäre so meine Vermutung =)

Indien ist ein Land, in dem es viele Religionen und somit auch viele Essensregeln gibt. Hindus essen kein Rind, Moslems kein Schwein, andere wiederum gar kein Fleisch.

Wie die Realität aussieht, wirst du bei deiner Indienreise feststellen. Bereite dich auf einige Überraschungen vor. Das Christentum ist zB weit verbreitet.

Selbstverständlich bekommst du auch in sehr hinduistisch geprägten Regionen Rindfleisch auf dem Markt. Ich habe dazu mal von einem (hinduistischen) Fleischverkäufer den Spruch gehört "das war eine katholische Kuh". Merke: Indien ist anders.

Holger4712 03.07.2013, 11:17

"das war eine katholische Kuh"

Der ist fast gut wie der Rabbi, dem egal ist, dass der Fisch Kochschinken heißt.^^

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Möglicherweise ein Hintergrund?

In Ahmedabad, sowie für den gesamten Bundesstaat Gujarat, besteht ein Verbot von alkoholischen Genussmitteln. Diese Lebenseinstellung ist zurückzuführen auf Mahatma Gandhi, der in Ahmedabad seinen ersten Ashram gründete. Aus tiefer Verbundenheit mit seiner Person sind seine asketischen Regeln im Bundesstaat Gujarat tief verankert. Ausländer haben die Möglichkeit bei Ankunft am internationalen Flughafen im Duty-free-Bereich eine Touristen-Alkohollizenz zu erstehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ahmedabad#Alkoholverbot

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