Wieso sind Leute noch religiös?

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15 Antworten

Aber eigentlich kann heutzutage doch fast alles wissenschaftlich erklärt werden...

Erstens:

Genau das ist die Fehleinschätzung, die von vielen Atheisten immer wieder gemacht wird: Sie ist grundlegend falsch.

Was meinst du, warum Milliarden an Euro in Grundlagenforschung gesteckt werden?

Gerade deswegen, weil es eben sehr viele Dinge gibt, die man nicht erklären kann und von denen man hofft, einige in Zukunft erklären zu können.

Das paradoxe daran: Wenn man eine Frage geklärt hat, kommen dabei gleich mehrere neue Fragen auf. So ging man um 1850 davon aus, dass es kaum noch offene Fragen in der Physik gibt.

Von den damaligen offenen Fragen sind viele inzwischen geklärt, dafür sind wesentlich mehr neue offene Fragen dazugekommen, als es 1850 offene Fragen gab.

Zu den wesentlichen Fragen, die die Religion zu beantworten versucht, gibt es bis heute noch nicht einmal den Versuch, Forschungen zu unternehmen.

Zweitens:

Eine Religion ist nicht primär dazu da, Fragen zu beantworten und/oder die Welt zu erklären. Deine Frage (ich formuliere sie etwas um):

Wieso gibt es eigentlich noch Religionen, wo man doch alles wissenschaftlich erklären kann?

... ist daher genau die selbe Frage wie:

Wieso gibt es eigentlich noch Autos, obwohl man doch inzwischen mit dem Handy telefonieren kann?

Tatsächlich muss man aufgrund von Handys und Telefonen nicht mehr persönlich zu einer Person reisen, wenn man mit ihr sprechen will. So gesehen machen Telefone tatsächlich einige, wenige Autofahrten überflüssig.

Den "Hauptzweck" eines Autos kann das Telefon allerdings nicht überflüssig machen.

Kommentar von kalippo314
30.10.2015, 20:21

Zu den wesentlichen Fragen, die die Religion zu beantworten versucht, gibt es bis heute noch nicht einmal den Versuch, Forschungen zu unternehmen.

Welche Fragen sind das?

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Aus irgendwelchen Gründen gibt es im Gehirn sogar ein näher einzugrenzendes Areal, das für spirituelle Erfahrungen zuständig ist. Folgt man der Evolutionstheorie, so war es für den Menschen wohl vorteilhaft, religiös oder spirituell zu sein und solche Erfahrungen zu machen. Weiß der Geier, warum. Vielleicht ist es so eine Art Motivation, die einen aus Tiefphasen heben kann.

Menschen suchen auch heute solche Erlebnisse ganz gezielt. Und selbst durch die Wissenschaft verschwindet diese urmenschliche Eigenschaft oder das Bedürfnis wohl nicht :). Vlt hat hier jemand ja ein paar Buchempfehlungen zu dem Thema, würde mich auch interessieren!

Es kann noch gar nicht annähernd alles wissenschaftlich erklärt werden. Und selbst wenn wir die Antworten alle wüssten, könnten wir sie kaum begreifen.

Religiös kann man natürlich aus vielen Gründen sein. Zum Beispiel, weil es eben so vieles gibt, was wir noch nicht erklären und begreifen können. Vielleicht wollen sie auch an etwas Glauben, was ihnen die Furcht nimmt. Zum Beispiel vor Dingen wie dem Tod. Einige sind auch, wie du bereits gesagt hast, mit ihrer Religion aufgewachsen und haben sie möglicherweise einfach akzeptiert ohne sehr viel darüber nachzudenken.

Vielleicht glaubt man aber auch gar nicht an Gottheiten, sondern an die Wissenschaft, aber findet gefallen an den religiösen Werten und der Gemeinschaft. Oder auch an den Regeln. Religionen  fordern es gewisse Regeln und Gebote einzuhalten. Im Gegenzug bieten sie einem aber auch einen Leitfaden durchs Leben und kann einem schwierige moralische Entscheidungen abnehmen.

Ich persönlich bin christlich aufgewachsen und habe lange an Gott geglaubt. Allerdings habe ich sehr viel darüber nachgedacht und halte es nun für wahrscheinlicher, dass es keinen Gott gibt. Hätte ich mich weniger für Religionen interessiert, wäre ich heute wohl noch immer Christ.

Kommentar von milena666
30.10.2015, 00:46

Aber sind religiöse Leute nicht einfach "blind". Sie erklären alles, was nur etwas seltsam oder außergewöhnlich ist, mit Gott und denken nicht mal über Sachen wie Wissenschaft nach. Ich rede jetzt hauptsächlich über Katholiken und Orthodoxe.

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Ganz pragmatisch gesagt: In gewisser Weise haben Religionen den großen Vorteil, eigene Verantwortung abzugeben.
Klingt banal, aber das ist tatsächlich ein wesentlicher Grund.
Und ein Widerspruch zu den Naturwissenschaften besteht auch nur dann, wenn man alles wortwörtlich nimmt.
Übrigens: Es ist bereits nachgewiesen, dass unser Gehirn ein eigenes Zentrum für Spiritualität hat. Wenn man diesen bestimmten Bereich künstlich stimuliert, kann man bei den Probanden spirituelle Erfahrungen hervorrufen. Es ist also wie es aussieht sogar evolutionär vorgesehen...

Kommentar von Viktor1
30.10.2015, 16:33
Ganz pragmatisch gesagt: In gewisser Weise haben
 Religionen den großen Vorteil, eigene
Verantwortung abzugeben.

Kannst du mir mal aufzeigen, wo in der Botschaft Jesu (die Basis des Christentums) die "Verantwortung" (für was) abgegeben wird ? (an wen ?)
Natürlich gibt es auch "christliche" Religionsgemeinschaften (z.Bsp. fast alle aus der Reformation) welche die Botschaft Jesu, mit expliziter Eigenverantwortung für das gerechte Handeln und das "Heil", ignorieren oder leugnen (in der Lehre !, in der Praxis weniger) zugunsten einer Vorherbestimmung oder der Zuweisung der Verantwortung an Gott, weil der ja das rechte Tun des Menschen bewirken soll.

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Kommentar von Samy795
30.10.2015, 16:55

Die Absolution ist doch ein Paradebeispiel dafür...

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Du musst dir vor Augen führen, dass der Homo Sapiens schon seit mehr als 200.000 Jahren existiert. Und erst in den vergangenen 200 Jahren haben wir die "wichtigsten" Entdeckungen gemacht, die die Worte in der Bibel, Koran usw. widerlegten. 200 Jahre sind im Vergleich zu den 200.000 Jahren, die wir schon leben, absolut nichts. Der Glaube an das Übernatürliche und an Gott ist also noch tief in uns und unseren Kulturen verankert.

Wenn ich in einem 1400 Jahre alten "göttlichen" Buch lese, dass sich das Weltall kontinuierlich ausdehnt, oder je höher man steigt die Luft immer dünner wird(also kann der Mensch immer schwerer atmen) .. alles heute wissenschaftliche Tatsachen, kann ich nicht verstehen warum sich Religion und Wissenschaft widersprechen müssen. Viele große Wissenschaftler wie Einstein oder Heisenberg haben sich in Ihrem Glauben an einen Schöpfer allein durch die Wissenschaft intensiviert und bestätigt.
Jede Wissenschaft hört an  einen gewissen Punkt auf... was sind Gefühle..wie "denkt" ein Gehirn und und und..alles Sachen worauf die Wissenschaft wohl nie eine hunderprozentige Antwort liefern wird.
Und dass das Universum aus Sternen und schwarzen Löchern und Galaxien bis hin zum Menschen und den kleinsten Lebenwesen..das alles steht in einem so perfekten Gleichgewicht und jedes Tier erfüllt seinen Zweck für die Umwelt und den Menschen.. soll ein Zufall sein? Das kann keiner ernsthaft bejahen.

Warum diese Religion oder ne andere und welche Rolle das für unser Leben spielt ist eine andere Frage... aber dem GROßEN ZUFALL kann ich nichts logisches oder "wissenschaftliches" abgewinnen!

Kommentar von kalippo314
30.10.2015, 20:16

GROßEN ZUFALL

Ich auch nicht, ich bin gleichzeitig Determinist und ungläubig. Nur weil ich nicht an den Zufall glaube, heißt das nicht, dass es einen Schöpfer glaube. Es gibt in der Wissenschaft sogar Platz für den Determinismus.

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Manchmal wandelt sich das Gottesbild eines Theisten, während man mit ihm spricht.  So werden viele logische Rückschlüsse von der Welt auf Gott gemacht - so wird Gott als Schöpfer bezeichnet, weil die Welt ja »irgendwo« herkommen muss. Das geht nur, wenn so ein logischer Schluss bei Gott überhaupt möglich wäre. Aber schon ein paar Sätze später heißt es dann oft, dass man nicht die Logik benutzen kann oder darf, um damit auf Gott zu schließen. Ist Gott nun der Logik zugänglich oder nicht? Darüber sind sich die Theisten untereinander uneinig, manchmal sogar mit sich selbst.

Ohne eine Definition des Wortes »Gott« ist der Begriff substanz- und inhaltslos.

Entgegen dem, was einige Christen gerne behaupten (vor allem Theologen), muss man als Atheist

keineswegs

  beweisen, dass es keinen Gott gibt, um nicht an ihn zu glauben. Denn dann müsste, der Logik nach, ein Christ beweisen, dass Zeus oder Odin oder einer der tausend anderen Götter nicht existiert – denn ein Christ glaubt auch nicht an diese Götter.

Warum sollte man nicht daran glauben, dass ein Gott existiert? Die meisten Theisten halten es für völlig legitim, zu glauben, dass es Zeus oder Thor oder Odin (oder einen der paar tausend anderen Götter nicht gibt. Wie kommen sie dazu? Wenn es nicht richtig wäre, an die Nichtexistenz eines Gottes zu glauben, dann dürfte auch der Theist die Existenz von Zeus und anderen Göttern nicht leugnen. Theisten tun das aber im Allgemeinen, und Christen oder Muslime im Besonderen. Sie sind, was andere Götter angeht,

starke Atheisten

, zumindest glauben sie nicht an andere Götter. Ihren Unglauben halten sie für ihr selbstverständliches Recht bzw. für gerechtfertigt. Darin muss man ihnen zustimmen. Aber es bedeutet auch, dass jeder das Recht hat, für keinen Gott eine Ausnahme zu machen, statt für einen bestimmten eine machen zu müssen.(Atheismus)

Ich verstehe nicht was religiös sein mit "Aber eigentlich kann heutzutage doch fast alles wissenschaftlich erklärt werden..." Zu tun hat...
Religiös gesehen hat Gott dieses Automatisch funktionierendes Universum erst erschaffen. Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn an eine uns höher gestellte Macht zu glauben :D

Wissenschaft erklärt nur die vorletzten Fragen. Die allerletzten Fragen kann man nur mit der Religion beantworten.

Kommentar von Hamburger02
30.10.2015, 15:04

Womit dann ehrliches Nichtwissen durch realitäsfremde Fantasien ersetzt wird.

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Es kann nicht alles wissenschaftlich geklärt werden. Wenn Wissenschaftler zu alles eine Antwort hätten, dann wären sie arbeitslos ;)

Ausserdem sind Wissenschaft und Religion keine Gegensätze sondern stehen jeweils separat.

Weil sie es sein wollen.

Das sind Leute die mit den Erklärungen, die ihnen die Naturwissenschaften und die Mathematik bieten, nicht zufrieden sind, und dann nach Alternativen suchen.

Kommentar von kalippo314
30.10.2015, 20:39

Wie kann man mit etwas unzufrieden sein, von dem man keine Ahnung hat?

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Ich habe Sachen erlebt, die mich glauben lassen. In der Bibel gibt es erfüllte Prophezeihungen und Menschen berichten auf youtube von ihrer Begegnung mit Jesus.
Die Jünger von Jesus sind teilweise für das Christentum gestorben, sie wurden verfolgt und verletzt, sie hatten also keinen Grund, sich die Religion auszudenken.

Kommentar von kalippo314
30.10.2015, 20:19

Die Jünger von Jesus sind teilweise für das Christentum gestorben, sie wurden verfolgt und verletzt, sie hatten also keinen Grund, sich die Religion auszudenken.

Vielleicht sind in erster Linie ja die Jünger Jesu erfunden? Für ihre Erfindung gab es Grund genug.

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Die Kinder bekommen ihre Gehirnwäsche recht zeitig und leben nach den eingetrichterten Regeln dann eben manchmal das ganze Leben lang.

Die Betonung liegt auf "fast"(alles ist wissenschaftlich Erklärbar.

Kommentar von milena666
29.10.2015, 23:41

Ja aber viele glauben ja Gott hätte alles geschaffen und das stimmt einfach nicht. Religion haben die Leute früher benutzt um Sachen zu erklären, die heute schon längst erklärt sind.

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Kommentar von HinataHime
29.10.2015, 23:44

Woher weißt du den,dass Gott nicht existiert?Wer hat den dann das alles erschaffen?

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Kommentar von milena666
29.10.2015, 23:48

So c.a 9 Milliarden Jahre nach dem Urknall ist die Erde entstanden....hat was mit der Milchstraße zu tun. Dauert zu lange die ganze Menschheit zu erklären

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Kommentar von HinataHime
29.10.2015, 23:50

Wie kam es zum Urknall

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Ist doch egal ob es bewiesen ist oder nicht. Meinst du Gott kann keine Evolution erschaffen.

Kommentar von kalippo314
30.10.2015, 20:28

Allah sammelt lieber Analplugs statt irgendwas zu erschaffen.

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