Wieso sind Geburten heute so ne komplizierte und aufwendige Sache. Früher in der Höhle haben sie das doch auch geschafft?

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19 Antworten

Teilweise verstehe ich was du meinst. Experten haben ja schon einmal gesagt das viele Voruntersuchungen völlig unnötig sind bzw. einfach viel zu viele teilweise davon gemacht werden. Vieles ist heutzutage auch einfach Panikmache. Wie viele Frauen bekommen täglich deutschlandweit Kinder?! Klar gibt es hier und da Komplikationen aber im Großen und Ganzen sind wir medizinisch gut aufgestellt.

Aber eigentlich können wir froh sein das wir nicht mehr in einer dreckigen Höhle zwischen Essen kochen und Essen suchen die Kinder gebären müssen und uns jederzeit Fachkräfte zur Verfügung stehen wenn wir sie brauchen.

Damals gab es zwar keine Sterberate bei den Geburten aber die war definitiv höher als heutzutage.

Eine Katzengeschichte
Tricia Anderson 2002 Hebamme

Wir wissen, dass Katzen zum Gebären ungestört sein müssen, an einem dunklen, einsamen Ort, vielleicht vorbereitet mit einer weich ausgeschlagenen Schachtel. Und alle, die Katzen kennen, wissen auch, dass man eine Katze beim Gebären nie stören darf, sonst hören die Wehen auf oder sie nimmt ihre Jungen nicht an.

Und jetzt stellen Sie sich vor, dass vor langer Zeit eine Gruppe von gut meinenden Wissenschaftlern sich vorgenommen hat, das Gebärverhalten von Katzen zu untersuchen. Sie haben angefangen, Katzen beim Gebären zu beobachten im hell erleuchteten, lauten, modernen Labor. Sie schlossen sie an viele Monitore und Sonden an, umgaben sie mit fremden Technikern, gingen ständig raus und rein, um alles zu dokumentieren. Die Studien an den gebärenden Katzen in den hell erleuchteten Kabinen gingen über viele Jahre. Es zeigte sich, dass die Geburtsarbeit unkoordiniert wurde, länger dauerte oder mittendrin aufhörte. Die Katzen waren zunehmend gestresst, ihr Stöhnen und ihre Schreie waren schrecklich. Die Jungen hatten Sauerstoffnot, kamen schwach zur Welt und brauchten Reanimation. Da kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss: Es scheint, dass Katzen nicht gut gebären können.

Sie erfanden viele Maschinen, um das Gebären zu verbessern und den Sauerstoffgehalt im Blut der Jungen zu überwachen. Sie erfanden Schmerzmittel und Tranquilizer, Wehenmittel und Wehenhemmer und entwickelten Notfalloperationen. In wissenschaftlichen Papieren berichteten die Wissenschaftler über die Schwierigkeiten der Katzen beim Gebären und gleichzeitig über ihre eigene hoch entwickelte, effiziente Geburtstechnologie. Die Medien verbreiteten diese Erkenntnisse und bald brachten alle ihre Katzen zum Gebären ins Labor. Das musste für Katzen der sicherste Platz zum Gebären sein.

Jahre gingen ins Land, die Arbeit in den Labors nahm zu, immer neues Personal wurde eingestellt, langsam wurden die ersten alt und gingen in Ruhestand. Leider wusste die zweite Generation nichts mehr vom ursprünglichen Experiment. Sie wussten nicht einmal, dass das Ganze ein Versuch war. Sie hatten noch nie erlebt, wie Katzen an einem einsamen Platz in einer weich ausgeschlagenen Schachtel ihre Jungen gebären – wieso auch, was für eine gefährliche Idee! Sie waren absolut überzeugt, dass Katzen ohne die Hilfe von viel Technologie nicht gebären könnten. Sie dachten an die vielen wissenschaftlichen Ergebnisse, die sie in den letzten Jahren gesammelt hatten, und waren sehr zufrieden mit sich selbst, ihrer klugen und guten Arbeit und den vielen Katzen und Jungen, die sie gerettet hatten.

Wenn dir das zu viel zum Lesen ist, schau mal hier:


Alles Gute für dich!

Einen gesunden Mittelwert zu finden zwischen einer Kindersterblichkeit, bei der bis zu 70% aller Neugeborenen nicht einmal den ersten Winter überlebten und der aktuellen Entwicklung ist nicht einfach.

Eher durchschnittliche Eltern, die früher aus der Reproduktionskette herausgefallen wären (Vom Säbelzahntiger erwischt etc.) sind der festen Überzeugung, dass ihrem göttlichen Genmaterial nur noch dieses 1% zu einer Mischung aus Helene Fischer, Usain Bolt, Mozart und Einstein fehlt.

Um hierbei "gut aufgestelt" zu sein, müssen natürlich sämtliche Produkte der http://www.babywelt-messe.de/de/Home.html gekauft werden und nach wochenlangem Geburtsklinik- und Hebammen-Casting steht dem Event dann nichts Irdisches mehr im Wege.

Für den Rest bietet die Esoterik vielfältige Produkte und Praktiken an: "Ich atme tief und ohne Angst, meine Vagina ist riesengroß."

Früher sind auch sehr viele Frauen an einer Schwangerschaft gestorben - oder auch während der Schwangerschaft. Durch die heutige Versorgung können auch Frühchen lebensfähig sein; früher wären Sie nicht lebensfähig gewesen. Dank des Fortschritts in der Medizin

Manche übertreiben, man will ja Geld verdienen

Früher war die Sterberate bei Geburten auch exorbitant hoch. Heutzutage ist dank der guten medizinischen Vorsorgeuntersuchungsmethoden und guter ärztlicher Versorgung der Anteil an Todgeburten stark zurückgegangen. In Afrika z.B. stirbt jede 5 Frau bei der Geburt !!!!. Das war früher zu "Höhlenmenschenszeiten" auch nicht anders

Früher sind die viele nach der Geburt auch an Blutverlust oder Infektion gestorben. Heute versucht man die Frauen halbwegs am Leben zu erhalten.

Früher hat man Operationen auch ohne wirklicher Narkose durchgeführt und heute wird auf 1000 Sachen geachtet. Aber gut, wenn du das nicht willst. Früher haben sie es ja auch geschafft. 

"halbwegs" :D Da kriegt man richtig Lust aufs Kinder kriegen ;)

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Kommt drauf an welche OPs du genau meinst... Dass Geburten früher geschafft wurden, ist nunmal ne Tatsache. Aber früher wurden bestimmt keine Stents gesetzt ^^

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@PascalJerome

@ PascalJerome: Google mal "Trepanation". Das ist eine OP, die man in der Steinzeit schon durchgeführt hat - und manche haben sie überlebt. Die Chance sind heutzutage erheblich gestiegen.

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@Schuhu

Ja, das kenne ich. Das ist ja auch nicht mit Operationen an inneren Organen der Bauchhöhle zu vergleichen.

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@PascalJerome

Im Mittelalter waren Amputationen, Blasen- oder Nierensteinoperationen und auch Zahnextraktionen medizinischer Alltag. In England wurden derartige Operationen sogar öffentlich in Operationssälen mit Publikum von Ärzten durchgeführt. Dass die meisten am Schock starben, muss man denke ich nicht weiter erläutern. Narkose wie Alkohol oder Chloroform kam recht spät, davor wurde der Patient fixiert und musste halt hoffen.

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Früher sagte man oft, dass für eine Frau die Geburt eines Kindes ebenso gefährlich sei, wie für den Mann das Betreten eines Schlachtfeldes. Und nicht ohne Grund.

Jaa ich verstehe was du meinst.
Aber ich finde es dann doch besser wenn wirkich alles richtig untersucht ist alles sauber vom Tisch geht. Dann gibt es im Nachhinein nicht so viele Probleme. Vor Untersuchungen sind auch nützlich. Damit kann man feststellen ob die Kinder behindert oder Lebens unfähig ist oder so, und gegebenenfalls dann sogar noch abtreiben.

Wieso meinst du, dass das heute kompliziert ist? Frau ist mit der Hebamme allein im Kreißsaal - vielleicht noch der Mann dabei, wenn er möchte und kann. That´s it. Im letzten Moment dann ein Arzt, falls halt was schiefgeht. Aber Raketenwissenschaft kann ich da nicht erkennen - eher Ruhe, Begleitung, Atmen, "Hecheln" ;-) und die Sicherheit, dass geholfen werden kann, wenn´s Not tut.

Ich meine jetzt nicht nur genau den Vorgang der Geburt an sich... auch alles drumherum, vorher und nachher.

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@PascalJerome

Auch da: ein paar Infos zu Ernährung und Vorsorge in der Schwangerschaft. Hinterher Betreuung durch eine Hebamme. Alles kein Hokuspokus. Gibt den Frauen einfach Sicherheit, dass man nicht alleine ist, wenn man Hilfe braucht. Im Prinzip übernimmt die Hebamme das, was früher in der Höhle vielleicht die Sippe übernommen hat.

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@PascalJerome

Man versteht heute immer besser, dass Schwangerschaft und Geburt einen großen Einfluss auf die lebenslange Gesundheit eines Kindes haben.

Die Zahl der Babys mit offenem Rücken konnte stark reduziert werden, weil Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig Folsäure bekommen.

Hat die Mutter während der Schwangerschaft viel Stress, werden beim Kind Gene eingeschaltet, die es stress- und depressionsanfälliger machen.

Kinder, die per Kaiserschnitt geholt werden, haben ein höheres Diabetesrisiko.

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Hast Du auch bedacht, wie oft das damals schief gegangen ist und mit dem Tod von Mutter, Kind oder sogar beiden geendet ist?

Ich habe leider keine Zahlen zur Hand, aber die Anzahl der Frauen (und auch Kinder) die bei der Geburt versterben ist heute sicherlich signifikant geringer als damals in der Höhle.

Wo ist denn dein Problem? Die Medizin hat sich, wie alles, weiterentwickelt. Dadurch sterben oder erkranken wesentlich weniger Menschen.

Klassische "Zvilisations"krankheit. Eigtl. braucht man den ganzen Unfug nicht ausser in anomalen schwierigen Fällen. Aber es verdient auch die Medizin daran soviel Aufheens zu machen.

Ja, und wie oft ist die Frau oder das Kind dabei gestorben?

Wenn sie diese Rate dadurch noch mehr verringern könnten, hätte ich kein Problem damit, noch mehr "Experten" zu involvieren....

Früher sind auch sehr viele Frauen unter der Geburt gestorben, und die Säuglings- und Kleinkindsterblichkeit war sehr hoch.

Noch im 18./19. Jahrhundert war es durchaus gängig, dass z.B. eine Frau acht Kinder geboren hat, und davon haben nur drei Kinder das Erwachsenenalter erreicht.

Weißt du, wieviele Frauen damals gestorben sind? Und wieviele Kinder? Na also.

Die Zeit von der Du meinst Kenntnisse  zu haben, hatte eine sehr hohe Sterberate unter frisch geborenen Babys. Auch die Mütter verstarben häufig nach der Geburt. Alle Risiken die bei einer Geburt entstehen können werden heute medizinisch so gut wie ausgeschlossen. Deshalb wird ein erhöhter Aufwand betrieben dass es nicht zu solche Vorfällen kommen kann die das Leben von Mutter und Säuglingen schädigen können. 

"Früher in der Höhle haben sie das doch auch geschafft? "

viele haben es auch nicht geschafft und es dann eben nicht überlebt.

die menschheit kann auch ohne medizin überleben. jedenfalls einige

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