Wieso sind Filme von 1990 im Format 16:9 wenn damals nur 4:3 TV gab?

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3 Antworten

Meinst du Fernsehfilme?
Die werden kaum in 16:9 gedreht worden sein.

Und das gängige, entsprechende Kinoformat ist 1,85:1 (ist zumindest der gängige US-Widescreen-Standard). 

Es gab bei einigen Filmen allerdings die Möglichkeit, sie in 4:3 zu zeigen, auch wenn sie nicht so gedacht waren. Wenn ein Film nicht anamorph und open matte gedreht wird (d.h., ohne Bildverzerrung* und ohne Maske**), kommt zB das 2.35-Format erst dadurch zustande, dass die Maske beim Projizieren draufkommt. Also auf dem Film ist das volle 4:3-Bild drauf, es soll aber nur der 2.35-Streifen in der vertikalen Mitte zu sehen sein, weshalb oben und unten, zwei Klappen drankommen. Fürs Fernsehen kann man dann einfach das volle Bild nehmen. 
Es gibt allerdings Filme, die mit Maske gedreht werden. Da wird die Hälfte des Films gar nicht beleuchtet https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f7/Anamorphic_lens_illustration_without_stretching.jpg .
Da wird dann für die Fernsehversion jede einzelne Einstellung so verändert, dass immer alles wichtige zu sehen ist. Wenn alles Wichtige in der Bildmitte ist, wird an beiden äußeren Bildrändern was abgeschnitten. Wenn die Personen auf der rechten Bildhälfte sind, kommt die linke Bildhälfte weg, damit man nicht nur eine Person sieht, die mit dem Bildschirmrand redet. :) Das nennt sich Pan & Scan.

Aber Kinoproduktionen werden für's Kino gedreht und nicht für's Fernsehen. Dass man sich Kinofilme auch zuhause ansehen kann, gibt es erst seit den 80ern. Und ein Regisseure machen Filme in der Regel so, dass sie im Kino gut ankommen (weil sie da gesehen werden sollen) und nicht, dass sie besonders gut zu einem gängigen Standard der Elektronik-Industrie passen.
Ein Komponist schreibt eine Sinfonie auch so, dass sie im Konzerthaus gut klingt und nicht auf CD oder als mp3. Obwohl auf sowas heutzutage immer mehr Rücksicht genommen wird. Dass sich gerade viele junge Leute Filme nur noch auf dem Mini-Bildschirm ihres Taschenspielzeugs ansehen, ist ja allgemein bekannt und genauso wie Popmusik so abgemischt wird, dass auch auf nem billigen Mono-Lautsprecher bei McDonalds alles zu hören ist, werden Filme auch oft so gemixt und gegradet (und teilweise vermutlich sogar gedreht), dass man auf nem iPhone auch alles mitbekommt.

*Ein Film, der in 2.35:1 zu sehen sein soll, wird manchmal mit verzerrter Optik gefilmt, sodass das Bild in die Höhe gezogen ist und somit das volle 4:3-Format eines gängigen 35mm-Films ausfüllt. Einen Dementsprechend umgekehrten Effekt muss die Vorführoptik haben, damit der Film nicht so aussieht https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0c/Anamorphic_lens_illustration_with_stretching.jpg sondern so https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f7/Anamorphic_lens_illustration_without_stretching.jpg .
Das hat den Vorteil, dass man in der Vertikalen mehr Bildinformationen, also mehr Bildschärfe hat.

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Kommentar von SouthCartel
13.08.2016, 06:10

Vielen Dank, sehr aufschlussreich. Habs jetzt endlich verstanden.

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Ein richtiger Kinofilm ist meist weder 16:9 noch 4:3 sondern im 21:9 Format

Deswegen hat man meist auf 16. 9 Tvs auch noch streifen, und Filme werden selten in 4 : 3 gemacht, für 4 :3 wird ein verfahren namens Pan Scan benutzt dabei wird auf den 21: 9 Film mit der Kamera hin und herr gefahren und ein auschnitt  der 4:3 ist gezeigt

Da kommt auch schon das Problem an der sache es geht ein beträchtlicher teil des Bildes Verloren dabei

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Kommentar von SouthCartel
12.08.2016, 23:50

Also das heisst das eigentlich alle Filme 21:9 aufgenommen werden aber früher auf 4:3 und heute auf 16:9 umgewandelt werden. Oder hab ich das falsch verstanden? 

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Kommentar von knallpilz
13.08.2016, 01:21

Das ist der ewige Streitpunkt. 21:9 gibt es erst seit den 50ern und die alteingesessenen Film-Konservativen fanden das natürlich schrecklich. Für die war immer noch 4:3, der Academy Standard, das absolute Seitenverhältnis. Auch an 1,85:1 musste man sich gewöhnen (was übrigens etwas breiter ist als 16:9. 16:9 ist ein Digital-Video bzw. -TV Standard). 1.85:1 geht digital nicht, weil dann auf 9 Pixel in der Höhe 16,65 in der Breite kommen würde und das geht nicht. :>). Genauso wie an Ton- und Farbfilme.
Es gibt auch heutzutage genug Filme im 1,85:1-Format, die bewusst so gedreht sind. Es gibt darüber Standard Format war immer 1,66:1 bzw. 5:3.

Und breiter als 2,35:1, das Standard-Cinemascope (was früher 2,39:1 war), geht ja auch. 2,76:1 zum Beispiel, wie Ben-Hur oder kürzlich The Hateful Eight (Ultra-Panavision).

2:1 gibt es auch gar nicht mal so selten. Die ganzen Miyazaki-Filme sind alle im 2:1-Format.

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Gedreht wurden und werden sie in 21:9! Von da ausgehend ist es egal ob 16:9 oder 4:3. Außerdem würde die Option digital remastered zu Verfügung stehen  

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