Wieso sind die reichen Länder überwiegend auf der Nordhalbkugel und die Armen auf der Südhalbkugel?

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5 Antworten

Man kann das nicht ganz so eindeutig sehen. Es gab und gibt Länder auf den verschiedensten Teilen der Erde, die zmd. eine lokale Überlegenheit über ihre Konkurrenz haben. Die Nordhalbkugel war dabei allerdings nicht immer überlegen, so war China, als östliches Land schon vor 3000 Jahren auf einem für damalige Verhältnisse sehr hohem Entwicklungsniveau. Auch die Mauren, Persien, Ägypten, Karthago, Rom und Griechenland waren Staaten bzw. Völker, die eher im gemäßigten bis südlichen, als im nördlichen Teil der Welt ansiedelten. Damals bezeichnete man noch alles nördliche von Italien als Barbaren.

Und Dschingis Khan stammte beispielsweise aus der Mongolei und errichtete das größte Weltreich, dass jemals existierte - dabei kam er aus einem (heutigen) Staat, der keine wirkliche Relevanz für die Welt hat. So gab es auch afrikanische Stämme wie Numider oder Libyer, die in ihrer Region die Übermacht hatten. In Mittelamerika gab es Maya und Azteken. Die arabische Welt wurde mitunter von Sarazenen und Seldschuken dominiert. 

Tatsächlich aber hatten die mitteleuropäischen Völker Vorteile, die sie zu den mächtigsten Nationen in der jetzigen Zeit machten. Den Vorsprung erhielten die eher nördlichen Völker besonders, weil sie einen leichteren Zugang zu bestimmten Rohstoffen (Holz, Eisen, später Kohle) hatten und in einer nicht ganz so lebensfeindlichen Umgebung siedeln konnten (verglichen mit bspw. dem heißen Afrika). Das Klima (bezogen auch auf Landwirtschaft), leichterer Zugang zu Ressourcen wie Wasser war vielen Völkern nicht gegeben.

Die mitteleuropäischen, anfangs auch nordafrikanischen Völker hatten somit einen gewissen Vorsprung zu bspw. diversen asiatischen Gruppen. Diese Entwicklung beschleunigte sich natürlich, da jede einzelne Innovation den Gesamtfortschritt des Gesellschaft beschleunigte, sodass es zu ersten Staats- bzw. Ländergründungen gab, dieser resultierte aus dem (mitunter auch gewaltsamen) Zusammenschluss vieler einzelner Stämme zu einer größeren, entsprechend auch überlegeneren und mächtigeren Gruppe. Diese Gruppe hatte, durch ihre relativ überlegene Technik und ihre schiere Größe den Vorteil, andere Völker und Länder auszubeuten zu können. Diese ausgebeuteten Länder und Menschen hatten es in der Folge natürlich noch schwerer, auf den Entwicklungsstandard der vorherrschenden zu reagieren. Es kam vor dem Hintergrund des vor allem westlichen Imperialismus zur Kolonialisierung weiter Teile der Erde und zur mehr oder minder offiziellen Unterdrückung zahlreicher Länder und Völker. So baute sich der Vorsprung immer weiter aus und heute sind wir hier.

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Kommentar von Mgxix
26.04.2016, 05:51

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort!

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Kommentar von atzef
26.04.2016, 09:18

Löst man sich von den aktuellen Verhältnissen und wirft einen Blick in die Geschichte, hat sich der hot spot kultureller und wirtschaftlicher Hochblüte kreuz und quer über den Globus bewegt. Das hat OhneRelevanz sehr anschaulich erläutert (der indische Subkontinent fehlte noch :-) ).

Aktuell wieder um befinden wir uns in einer Phase, wo die nordatlantische Wirtschaftsregion, die die letzten beiden Jahrhunderte dominierte, an Bedeutung verliert und perspektivisch vom Südostpazifik abgelöst wird.

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Weil die reichen Länder irgendwann einmal beschlossen haben die Welt zu invadieren und seit dem auf Kosten der restlichen Welt leben. Länder die zu sehr aufstreben werden politisch destabilisiert und unten gehalten.

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Kommentar von Mgxix
25.04.2016, 22:14

Was genau meinst du  mit destabilisieren? Kannst du eventuell ein Beispiel geben?

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Kommentar von Mgxix
26.04.2016, 05:51

Danke für diese ausführliche Antwort!

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Zuerst einmal liegt der Großteil der Länder auf der Nordhalbkugel.

Dann haben viele verschiedene Faktoren Einfluss
z.B. Klima, Ausbeutung der halben Welt durch Kolonisation in den letzten Jahrhunderten, Beginn der Industrialisierung in Europa, höherer Bildungsstand (Wissenschaft, Technologien)

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Das ist so nicht zutreffend. Es gibt sehr wohl bitterarme Staaten auf der Nordhalbkugel, z. B. Bangladesh, Nepal, Afghanistan, Sudan, Mali, Somalia und Eritrea und reiche und aufstrebende Staaten auf der Südhalbkugel, z. B. Australien, Neuseeland, Brasilien, Chile, Argentinien und Südafrika. Dass das wirtschaftliche Hauptgewicht auf der Nordhalbkugel liegt, liegt einfach daran, weil hier mehr als 80 % aller Erdenbewohner leben.

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Auf jeden Fall eine interessante Theorie. An die ich jetzt nicht so glaube, das die Himmelsrichtung ausschlaggebend ist.

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