Wieso sind die meisten bedeutenden Autoren der Weltliteratur marxistisch / kommunistisch?

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17 Antworten

Marxismus ist doch quasi die Reinform des harmonischen Zusammenlebens, in der rein theoretisch auf jegliche Zahlungsmittel verzichtet werden könnte.

Das ist eine Ideologie, die nicht umsetzbar ist, da der Kapitalismus im Wesen des Menschen steckt. Neid und das Streben, besser als ein anderer sein zu wollen, stehen dem stets im Weg. Ein Anwalt wird seine Arbeit immer als hochwertiger ansehen, als die eines Bäckers. Und das ist das größte Problem der heutigen Gesellschaft. Es gibt kein richtiges Gefühl für die Wertigkeiten der Beiträge, die ein jeder zur Gesellschaft beiträgt. Denn um die Gesellschaft im Lot zu halten, ist letztlich jeder Beitrag eines jeden Menschen gleich viel Wert. Aber das werden die Meisten nie einsehen.

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Denke nicht, dass die meisten Autoren der Weltliteratur marxistisch/kommunistisch sind. Das hängt natürlich auf von der Zeit ab. Die von dir genannten Schriftsteller lebten in einer Zeit, in der auf der einen Seite "links" als intellektuell fortschrittlich galt und auch "marxistisch/kommunistisch" von manchen Kreisen als Schimpfwort verwendet worden ist. 

Vielleicht ist es zwar etwas komplizierter, dafür aber ehrlicher, wenn wir mit Etikettierungen wie "marxistisch/kommunistisch" grundsätzlich vorsichtig sind!

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Na ja, das ist wieder so ein Mogelspiel mit falsch etikettierten Schubladen. Da wird alles und jeder, der mal einen halblinken Ton geflötet hat, zwangsweise eingemeindet. Frisch, Arendt oder Dürrenmatt - die würde ich schnell mal wieder aus der Schublade entfernen. Schriftsteller sind Kopfmenschen und leben immer nahe an abstrakten Idealen. Aber selbst Sartre, der sich ja offen zum Marxismus bekannt hat, hat ihm nach kurzer, näherer Bekanntschaft wieder abgeschworen. Camus hat sich vorher mit Sartre wegen seiner marxistischen Ambitionen überworfen. Geht man weiter zurück, wird es dünn mit dem marxistischen Bekenntnis. Heine Marxist - Gott bewahre. Lasker Schüler, Hermann Hesse, Georg Trakl - also bis zu Brecht wenig Marxismus in Sicht. Vielleicht wird Brecht auch deswegen so auf den Schild der linken Meinungsmacher gehoben. Und selbst der hat sich doch gesträubt, sich in die dumpfe Propagandamaschine der Kommunisten vereinnahmen zu lassen.

Die letzlich für die Literatur wie übrige Kunst wichtige Freiheit des Ausdrucks ist bei Möchtegerndiktatoren und Echtdiktatoren nicht gut aufgehoben. Wen hat Stalin nicht alles platt gemacht? Dass sich Geistesschaffende nicht gerne mit den Unvollkommenheiten der Realität abfinden ist ja vollkommen in Ordnung. Ob sie gleich in ihrer Sehnsucht nach Besserung träumerischen Utopien nachlaufen, ist etwas anderes. Das kann man aber nicht mal von Brecht behaupten. Und wenn mal ins Schaufenster der Linken gestellte Intellekturelle und Dichter an den Linken selbst Kritik üben, wie Botho Strauß, Hans Magnus Enzensberger oder Martin Walser, dann werden sie schnell in die rechte Ecke geschoben und aus den linken Feuilletons gestrichen. Würde mich nicht wundern, wenn demnächst auch Juli Zeh auf der linken Abschusslist steht. Man schaue sich an, wer als Jury da auswählt und wohin die Preise gehen - das ist Kulturpolitik und da haben die Liberalen und Konservativen gehörig geschlafen.

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Kommentar von berkersheim
17.08.2016, 10:36

Aber dass sich Politik aus der Kultur heraushält ist sicher auch
utopisch. Der Drang zur Vereinnahmung ist immer da. Ist ja auch
verführerisch, sich auf einen Schild heben zu lassen, den das eigene
Werk für sich nicht hergibt. Allerdings sollte man die Kulturszene nicht überschätzen. Ein Günter Grass konnte den Niedergang der SPD auch nicht aufhalten.

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Kommentar von JeSuisJeReste
17.08.2016, 11:32

Vielen Dank für die sachliche und ausführliche Antwort. Meine Frage ist verallgemeinernd und ungeschickt formuliert. Jedoch haben Sie den Kern meiner Frage aufgegriffen und beantwortet.

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Man sollte marxistisch/kommunistisch nicht unbedingt mit stalinistisch, maoistisch, sowie dem Regime in Nordkorea in einen Topf werfen. Die bedeutenden Autoren waren zu ihrer Zeit Vordenker und die wenigsten hingen autoritären Diktaturen an. Und die russischen Intellektuellen haben ja auch am meisten unter diesem totalitären Regime gelitten. Und nicht nur die russischen Dichter und Denker in der Sowjetunion.

LA

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Nicht jeder, der dank seiner Fähigkeit, nachdenken zu können rechte und autoritäre Systeme ablehnt, ist deshalb ein Kommunist.

Viele Intellektuelle, die irgendwann mal naiv hoffnungsvoll in den Thesen des Kommunismus eine am Menschen orientierte Zukunft sahen, haben schnell gemerkt, dass er nur eine weitere Heilsbotschaft ist, die schnell zum Unterdrückungsinstrument mutiert ist.

Dann haben sie fast alle dem extremen Kommunismus abgeschworen. Dass sie danach eher links von der Mitte geblieben sind, statt an den rechten Rand zu driften, spricht ja durchaus für sie und ihre demokratische Gesinnung.

Man darf dabei nicht vergessen, dass beide extremen Ränder schon den Bereich um die Mitte als das andere Extrem wahrnehmen. Das geht auch mir so, bei mir geht schon die rote Alarmlampe an, wenn jemand von Zucht und Ordnung spricht, weil ich der Ansicht bin, dass man den Anfängen wehren muss und (wie Brecht sagt) der "Schoß noch fruchbar ist, aus dem das (also der Faschismus) kroch".

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Quatsch. Oder wie ist deine Definition von marxistisch? Gut, kein bedeutender Author ist rechts, dafür haben sie zuviel Verstand. Aber Böll, Grass, Joyce etc... sind keine Kommunisten.

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Ist dir eigentlich klar, dass du bis zum Exzess verallgemeinerst ?

Du hast dir 3 Typen raus gepickt, aber es gibt hunderte Autoren die Weltliteratur geschrieben haben.

Und so ein Wort wie "alle" sollte man schon gar nicht verwenden.

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Kommentar von paulklaus
18.08.2016, 11:26

Siehe meine Antwort (geschrieben, bevor ich deine las).

pk

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Ich glaube nicht, dass die drei von dir genannten Autoren "die Meisten" sind. Wenn du möchtest, nenne ich dir aus dem Stehgreif drei rechte Autoren und drei unpolitische Autoren.

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Böll, Hesse, Grass etc.... alle kommunistisch?

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Max Frisch? Hannah Arendt? Was haben die mit Marxismus oder Kommunismus zu tun?

Viele Schriftsteller sind fraglos eher links, liberal und fortschrittlich und damit antirechts und antikonservativ.

Das liegt daran, dass sie sich mit der menschlichen Individualität auseinandersetzen wo Rechte anhand äußerer Merkmale pauschal rassistisch abwerten.

Statt "den Juden", "den Nigger", "den Slawen" pauschal als "Untermenschen" zu diffamieren, betrachten sie diese wie jeden anderen Menschen in ihrer menschlichen Individualität und damit Einzigartigkeit - jedenfalls die meisten.

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Kommentar von JeSuisJeReste
17.08.2016, 11:31

Klar, war verallgemeinernd. Max Frisch kannst du sehr gut an seinem Tagebuch von '46-'49 belegen, wo ein deutlicher Linksdrall erkennbar ist. Ich will das damit auch gar nicht diskreditieren. Es war eine rein sachliche, keine ideologische Frage. Ich stehe beiden Seiten kritisch gegenüber.

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Lol du nimmst drei Autoren als Beispiel und meinst, dann deine These sei damit bestätigt???

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Hääääh ??????????

Hätte ich Zeit, könnte ich dir HUNDERTE (!!!) von Autoren der so genannten Weltliteratur nennen, deren Werke alles andere als "marxistisch-kommunistisch" geprägt sind !!

pk

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So einfach wie auch plump.....

Pflichtlektüre in kommunistischen Ländern,

und dadurch Pflichtlektüre in den nicht kommunistischen Ländern, da man ja wissen muss, was den Feind so antreibt.

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Deine Prämisse ist falsch. Daran ändert auch keine suggestiv gestellte Frage etwas. Daher sind auch deine Schlussfolgerungen falsch.

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Es sind ja nicht alle kommunistisch, nur weil sie nicht unreflektiert und ohne Zweifel kapitalistisch sind. ;)

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Was ist mit Shakespeare, Mark Twain, Charles Dickens, Kafka, Tolstoi, Dostojewski, Nietzsche etc., sind die alle Kommunisten?

Von Frisch, Ahrendt, Brecht habe ich nur von Brecht gehört, wie kommst du darauf, die seien die bedeutenden Autoren der Weltliteratur?

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Kein Wunder, wenn man von Nazis umgeben ist. Die Intellektuellen waren eher Salonmarxisten.

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