Wieso sieht die Gesellschaft mich als Sexist, wenn ich einfach nur gegen Feminismus bin?

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12 Antworten

Wer dir den Sexismus-Stempel aufdrückt, nur weil du dich gegen die Emanzipation der Frau aussprichst, hat offensichtlich kein differenziertes Verständnis von jenem Begriff. Kann ja sein, dass du dich persönlich am wohlsten fühlst, wenn in deiner gewohnten Umgebung noch die alten Rollenbilder von Mann und Frau gelten. Das bedeutet aber nicht, dass du es befürwortest, dass Männer sich zuweilen auf Kosten der Damen aufgrund ihres Geschlechtes derart dreist über sie hinwegsetzen. Du darfst dein Leben mit den Werten gestalten, die du persönlich für richtig hältst. Das ist dein gutes Recht und obwohl ich deine Ansicht nicht teile, gönne ich dir diese Freiheit! So viel Platz muss sein in der Gesellschaft! 

Dennoch solltest du verstehen, dass Sexismus in einer Anti-Feministischen Umgebung sehr viel leichter im großen Stil aufblühen kann. Sexismus bedeutet, dass Männer ihre körperliche Überlegenheit auf ihre Sexualität übertragen und sich dadurch den Frauen rufschädigend überordnen – nach dem Prinzip "starkes Geschlecht vs. schwaches Geschlecht". Diese erniedrigende Praxis wird durch ein Umfeld, das sowieso schon zu Ungunsten der Frau ausgelegt ist, enorm begünstigt. Deshalb solltest du zumindest Verständnis dafür haben, dass der/die eine oder andere, aufgrund deiner Grundeinstellung zur weiblichen Emanzipation, erwartet oder befürchtet, dass du Sexismus zwar nicht begrüßt, aber zumindest duldest. Daher begegnen dir einige Menschen mit Misstrauen. 

Du solltest also lernen, deinen Standpunkt zu differenzieren, damit du ihn im Notfall mit glaubwürdigen Argumenten verteidigen und dein Gesellschaftsbild erklären kannst. Deine Ansichten werden nicht jedem gefallen, aber solange du sie niemandem aufzwingst und im großen Stil z.B. mit der Unterdrückung von Frauen wirbst, wird sie dir niemand arg verübeln können. Achte trotzdem auf die Gerechtigkeit in deinen Aussagen. Obwohl du für dich und die Menschen in deiner Umgebung eine deiner Meinung nach ideale Rolle vorsiehst, solltest du flexibel genug sein, um Abweichungen verkraften zu können. Menschen sind keine Roboter, die nur auf eine Art und Weise programmiert sein können. Genauso wenig wie du für deinen Versuch, Traditionen zu bewahren, verteufelt werden möchtest, solltest du auch andere für ihre Bemühungen um Gleichberechtigung nicht verdammen.

Kommentar von Ottavio
29.09.2016, 12:11

Es ist ja wohl ein Riesenunterschied, ob man etwas gegen  den real existierenden Feminismus hat oder ob man sich gegen die Emanzipation der Frau ausspricht.Der r.e.F. gibt leider genug Angriffsflächen auch für solche Männer, die entschieden für Gleichberechtigung und und Emanzipation sind.

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Hey fabianausberlin, 

Realität ist, dass unsere Gesellschaft laufend den Versuch unternimmt, in einem guten Licht da zu stehen, um mögliche negative Kritik besser bestreiten zu können. Aber unsere Gesellschaft besitzt ein moralisches System:

der Großteil unserer Gesellschaft ist zwar aus vielen Gründen FÜR den Feminismus, aber vor allem aus dem Grund, dass es unmoralisch und sogar nicht rechtens ist, Frauen wie in den früheren Zeiten zu behandeln. 

Wie du also erkennen kannst, hat unsere Gesellschaft mehr dazugelernt, dementsprechend gehandelt und sich in diesem Punkt verbessert. 

Verantwortlich ist unsere Gesellschaft also nicht dafür, dass man dich als einen Sexist betrachtet. Es ist zudem sicherlich nicht der Wahrheit entsprechend, dass deine Nachbarn, Freunde, Bekannte, Fremde usw. dich als einen Sexist betiteln, sobald du auch nur einen Fuß auf den Bürgersteig setzt, oder? Denn diese ganzen Menschen sind ja Teil unserer Gesellschaft ;) 

Medien und das Internet. Sie sind immer noch die Quelle, die Ursache von Lügen, Beeinflussung und manchmal auch die Ursache von Bildung falscher Gedanken. Ganz besonders bei jungen Menschen, wie Teenager. Das Internet zeigt etwas, also muss das auch die Realität sein. Aber stimmt das? Nein. Zumindest nicht am laufenden Band. 

Wer dir also sagen möchte, dass du ein Sexist bist, sind Medien und das Internet. Eventuell einmal recherchiert und schon befindest du dich in der Annahme, die Gesellschaft betrachtet dich als einen Sexist, weil das im Internet so erklärt wird. 

Aber nun mal im Ernst, fabianausberlin:

ich bin selbst eine Frau und auch natürlich für den Feminismus, da er sich für die Gleichberechtigung einsetzt, die noch nicht jeden erreicht hat, aber soweit fast jede und jeden. Aber mal davon abgesehen, fabianausberlin, warum versuchst du dich zu rechtfertigen oder zu begründen, dass du den Feminismus nicht magst? Wenn du etwas nicht magst, dann ist das eben so - und wer damit ein Problem hat, der soll/braucht sich mit dir auch nicht auseinandersetzen. 

Klar, es ist nun mal so, dass es als nicht vernünftig betrachtet wird, wenn man etwas gegen den Feminismus hat. Aber das sage nicht ich, sondern die Gesellschaft trägt dafür die Verantwortung, dass es so betrachtet wird. Aber nur, weil das so sein mag, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich dem anpassen, oder es ebenso betrachten muss. Jede und Jeder soll das denken und tun, was sie und er für richtig hält. Ganz einfach. 

Lass dich also nicht manipulieren. Weder durch die Medien, durch das Internet, noch durch unsere Gesellschaft, die ja angeblich perfekt, super korrekt, politisch korrekt und moralisch sein soll ;) 

LG, Toxic38 

Kommentar von Dxmklvw
29.09.2016, 19:15

Es ist angenehm, die Sache auf solche Weise dargestellt zu lesen. Diese Form deutet sehr stark darauf hin, daß hier tatsächlich jemand sein eigenes Ich zum Ausdruck bringt und sich nicht blind einem einseitigen Gruppengeist unterwirft.

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Du verwendest drei Ausdrücke, die alle ganz schlecht definiert sind: "Gesellschaft", "Feminismus" und "Sexist". Ich glaube Dir nicht, dass die (!) Gesellschaft Dich als einen Sexisten bezeichnet. Die (!) Gesellschaft gibt es gar nicht, und der bei weitem überwiegende Teil der Menschen in diesem Land verwendet das Wort "Sexist" überhaupt nicht. Das ist auch gut so. Wenn jemand Dich als "Sexist" bezeichnet hat, dann können das wohl nur einige Menschen aus Deiner Umgebung sein. Nimm es gelassen, das kann jedem Mann passieren. Dass das Wort "Feminismus" so schlecht definiert ist, liegt daran, dass es so viele verschiedene Fraktionen dieser Bewegung gibt wie es Nebenarme eines nicht regulierten Flusses gibt. Dass sie nicht gewillt sind, sich Männern gegenüber klar von einander abzugrenzen, ist problematisch. Diese "Solidarität" hat zur natürlichen Folge, dass sie dann auch in einen Topf geworfen werden. Wie bei anderen Bewegungen auch, gibt es auch bei den Feministinnen solche, die besonders radikal auftreten und besonders laut schreien. Heutzutage tun sie es im Internet. Klar ist meines Erachtens, dass Feminismus nicht nur das Eintreten für Emanzipation und Gleichberechtigung ist. Das tun auch andere Menschen, auch solche, die von Feministinnen als "Sexisten" bezeichnet werden. Das Wort "Emanzipation" (aus dem Lateinischen) bezeichnet ursprünglich die Emanzipation des jungen Mannes von der Vorherrschaft erst der Eltern und dann des Militärs. Emanzipiert sein wollen wir doch alle, aber bitte nicht unter die Knute von Feministinnen. Das Wort "Sexist" ist am allerschlechtesten definiert. Ich wette, dass es auch Dir selbst nach monatelanger Recherche nicht gelingen wird, eine treffende Definition des Wortes zu finden. Ich habe den Versuch schon gemacht. Dafür gibt es einige Ursachen: Zum ersten wird das Wort im Wesentlichen ja nur von Feministinnen gebraucht, und die sind sich keineswegs einig (s.o,). Zum anderen gibt es einen mündlichen Sprachgebrauch, der sich eigentlich nur so beschreiben lässt: "Sexistisch" ist alles, was von einer Frau rein subjektiv und emotional als solches empfunden wird. Andererseits wird im "Feministischen Wörterbuch" versucht, eine verobjektivierende Definition zu geben. Das Hauptproblem ist aber, dass der erste Sprachgebrauch mit dieser Definition überhaupt nicht übereinstimmt. Das nächste Problem ist, dass die Definition keine Handhabe bietet, anzugeben, was nicht (!) "sexistisch" sei - außer der, dass Frauen niemals sexistisch sein können. Aber das ist nur eine Frage der Vokabel, Namen sind Schall und Rauch. Wenn Feministinnen eben die Verhaltensweisen an den Tag legen, die sie bei Männern als "sexistisch" kritisieren, sollte es uns Männern nicht schwer fallen, dem Kind einen anderen Namen zu geben. Ich schlage vor "männerfeindlich". Schließlich gibt es das Problem, dass der Begriffsinhalt der Vokabel "sexistisch" ja niemals abgeschlossen ist, sondern ständig weiterentwickelt wird, und zwar in dem Sinne, dass immer neue Kategorien von Männer als "Sexisten" geoutet werden. Das führt schließlich zur Antwort auf Deine Frage: Wenn Du etwas gegen Feministen hast, bist Du nach letzter Definition eben ein "moderner Sexist" und zwar ein "hostiler" - genau aus diesem Grunde, und nur aus diesem. Da kann man gar nichts machen. Nimm es gelassen. Was Du vielleicht machen kannst, ist, zu allen Frauen nett und freundlich sein, auch zu Feministinnen. Du bleibst dann allerdings immer noch ein "Sexist", nur kein hostiler mehr, sondern ein benevolenter. Wenn Dir das gelingt, dann sei stolz darauf. Es ist ein Ehrentitel, auch wenn es als Beleidigung gebraucht wird.

Kommentar von Ottavio
29.09.2016, 12:07

Schon wieder hat dieser Sche*ß-Computer alle Absätze zu einem kaum noch lesbaren Eintopf zusammengeschoben. Es tut mir leid, ich kann es nicht verhindern.

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Ist doch völliger Blödsinn - außerdem denkt nicht "die Gesellschaft" so, sondern das wird dir von den Medien eingetrichtert und das Denkmuster übernimmt man dann.

Ist genau so ein Blödsinn wie das jeder der was gegen Asylanten hat ein Nazi ist. Das sind nur Mittel um dich wieder auf Linie zu bringen.

Lebe dein Leben wie du es möchtest, wenn andere ein Problem damit haben, was kümmert es dich. Basta :)

Weil Feminismus für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, wenn du dagegen bist, bist du de facto ein Sexist.

Es ist nicht "die Gesellschaft", die es so sieht, sondern es sind diejenige, die sich mit einer bestimmten Gruppe verbunden fühlen und in diesem Bereich nicht mehr sich selbst leben, sondern den Gruppengeist, und auch nicht mehr selbst denken, sondern sich vom Gruppengeist "denken lassen".

Ein freier Mensch, der sich keiner Denklobby unterwirft, behält sein "Ich" unter eigener Kontrolle, soweit es ihm real möglich ist. Typische Anzeichen dafür sind, über den Tellerrand hinausschauen zu können, Dinge auch aus anderen Blickwinkeln heraus betrachten zu können und verstehen zu können, daß andere Menschen anderen Umständen unterworfen sind und deshalb auch andere Denkweisen haben können.

In Ismen denkender Gruppengeist ist diesbezüglich anderes geartet, weil ihm solches Können fehlt, und er deshalb darauf angewiesen ist, auf jede sich bietende Weise das fehlende Können durch Zwingen zu kompensieren und/oder durch die Bekämpfung Andersdenkender. Dies dient der Selbsterhaltung des Gruppengeistes.

Ein derartiges Erscheinungsbild ist nicht rundum schlecht. Es kann für diejenigen von großem Nutzen sein, die unmittelbar mit entsprechenden Menschen konfrontiert sind und dann bequem erkennen können, welchem Bereich geäußerte Ansichten zuzuordnen sind. Das kann davor schützen, sich völlig sinnlos um etwas zu bemühen, was von vornherein keine Aussicht auf Erfolg hat.

. Ein dramatisierendes Beispiel: Frau fässt Mann an: Sexy Anmache. Mann fässt Frau an: Triebtäter.

Wenn du nicht sexistisch wärst, hättest du keinen Grund gegen Feminismus zu sein.

bist du für Gleichberechtigung, also dass man unabhängig vom Geschlecht die gleichen Chancen bekommt, dass auch mal der Mann Haushalt macht, dass auch mal die Frau Karriere macht, hast du vor Frauen den selben Respekt wie vor Männern,... dann bist du kein Sexist
sind für dich Frauen nur für das eine da und dürfen sonst nicht mu und nicht mä sagen, dann schon

Vielleicht sehen dich sexistische Feministen als Sexist, aber nicht die Gesellschaft.

Weil in Deutschland Frauen das sagen haben und alles bestimmen und wer da was dagegen sagt wird beschimpft.

zb in Indien und arabien ist es anders, da kommen Machos gut an :)

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