Wieso schützt Unwissenheit vor Strafe nicht?

10 Antworten

Man muß nicht alles wissen - aber man sollte ein "gesundes Rechtsempfinden" haben. Im allgemeinen hat man doch ein gutes Gespür dafür, was in Ordnung ist und was besser bleiben lassen sollte. Du weist doch, daß man im Laden nichts klauen darf. Und Du weist auch, daß man niemanden schlägt. Der Grundsatz "Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem Andern zu" genügt in der Regel, nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Und wenn es um etwas komplizierteres als Körperverletzung oder Diebstahl geht, dann denkst Du sowieso erst einmal lange genug darüber nach. Und dann hast Du auch die Möglichkeit, die Legalität der geplanten Unternehmung zu prüfen.

Das ist nicht ganz so. Vielmehr muß die Unwissenheit vermeidbar sein. Konnte der Täter nicht wissen, daß sein Tun illegal ist, so handelt es sich um einen sogenannten "Verbotsirrtum" und er kann trotzdem nicht bestraft werden. http://dejure.org/gesetze/StGB/17.html

Dann könnte jeder bei jeder Straftat sagen, dass er nicht wusste, dass das strafbar ist und dann mit einem Freispruch nach Hause gehen.

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