Wieso schläft man bei Vollmond so schlecht?

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9 Antworten

Hallo frag0mich,

ob eine Vorstellung faszinierend ist oder nicht, ist ein schlechter Anhaltspunkt bei der Frage ob etwas tatsächlis zutrifft. Im Falle des Mondes lautet die Erklärung: Der Vollmond übt keinen(!) besonderen Einfluss auf uns aus. Das kann man sehr gut überprüfen, hat es überprüft und ist eben zu diesem Ergebnis gekommen. Man kann aber sehr gut erklären, woher der Eindruck kommt, es gäbe diese Einflüsse.

Wenn Du die gf-Fragenliste durchschaust, wirst Du feststellen, dass sogar bei anderen Mondphasen genauso gejammert wird, man könne wegen des Vollmondes nicht schlafen...

... und hier liegt eigentlich schon der Schlüssel zur Erklärung:

In jeder Nacht können immer irgendwelche Leute nicht schlafen. Entsprechend können auch in Vollmondnächten einige Leute nicht schlafen. Die suchen nach einer Erklärung. Jeder Mensch, der nicht schlafen kann, sucht nach einer Erklärung, was denn heute los sei.

Der Mond fällt auf. Er ist verdächtig, weil Gerüchte kursieren, der Vollmond sei
für schlechten Schlaf verantwortlich. Der Mond wird schuldig gesprochen. Das ist unpersönlicher als zu spätes Essen, zu lange Bildschirmarbeit, zu viel Action, Sorgen,.... Der Mond ist ein prima Sündenbock. Wir brauchen unser Vehalten gar nicht zu überdenken, der Mond ist ja schuld. Alles bestens.

Und erst einmal angedacht, bleibt die Idee im Gedächtnis und bestätigt sich immer wieder: Denn all die Vollmondnächte, in denen wir dann doch mal gut schlafen, die  erinnern wir nicht. Wir machen keine mentalen Notizen "Ui, gestern war Vollmond und ich habe gut geschlafen". Dasselbe gilt für die schlaflosen Nächte bei anderen Mondphasen: Wir liegen nicht im Bett und denken "Heute ist kein Vollmond - also stimmt das mit dem Vollmond gar nicht." Wenn der Mond Pech hat, liegt man sogar im Bett und denkt "Ist bestimmt wieder Vollmond, wenn ich nicht schlafen kann" - und bestätigen den
Aberglauben, obwohl gar nicht Vollmond ist.

Psychologen nennen das "selektive Wahrnehmung". Das passiert alles ganz unbewusst und hat mit Einbildung nichts zu tun.

De facto schlafen wir - obwohl etwa jeder Dritte von sich sagt, er schlafe bei Vollmond schlechter - nachgewiesenermaßen(!) bei Vollmond genauso gut, wenn man diese psychologischen Effekte durch saubere Aufzeichnungen herausrechnet.

Der Vollmond verursacht also gar keinen schlechten Schlaf, es ist unsere Erwartungshaltung, die uns unbewusst austrickst.

Ich habe die psychologischen Effekte und die großen Studien, die das Fehlen
eines Vollmondeinflusses belegen hier in dieser älteren Antwort genauer
beschrieben:

https://www.gutefrage.net/frage/schlafwandeln-bei-vollmond-?foundIn=unknown_listing

Grüße

Zum Weiterlesen auch hier: http://www.dermond.at/index.php

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Hallo!

Habt ihr eine Erklärung dafür ?

Ja. Subjektive und damit falsche Wahrnehmung. Oft wird da die Gravitation ( Anziehungskraft ) ins Spiel gebracht. Aber ein dicker Mensch der direkt neben Dir steht übt - zumindest physikalisch - eine größere Anziehungskraft auf Dich aus.

Der Mond ist für den Schlaf ebenso wichtig - oder unwichtig - wie eine Glühbirne an Deiner Decke und die muss man auch ausschaalten.

Ich wünsche Dir alles Gute, schönes Wochenende..

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Ich vermute, es ist einfach das Wissen darüber, daß "da oben am Himmel" ein großes Licht ist, das durchaus ein wenig, aber nicht total, an die Sonne erinnert. Also tatsächlich "Einbildung".

Wenn das stimmt, müßte der zunehmende Mond am Abend und der abnehmende Mond am Morgen einen ebensolchen, nur etwas geringeren Einfluß ausüben.

Dazu kommt *vielleicht* ein monatlicher Rhythmus, der sich durch Schwankungen der nächtlichen Helligkeit über Jahrmillionen hinweg in den Gruppenseelen vieler Tierarten etabliert hat. Also eine kollektiv-psychologische Reaktion aufgrund einer kollektiven Wahrnehmung. Ich wüßte jetzt von keiner Forschung dazu, aber der bekannteste Forscher der sich mit Gruppenseelen befaßt ist sicher Rupert Sheldrake.

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Eine Theorie: Der Vollmond stört den natürlichen Melatonin-Stoffwechsel. Das Hormon wird verstärkt bei Dunkelheit ausgeschüttet und fördert das Einschlafen. Licht hemmt dagegen die Melatonin-Produktion in der Zirbeldrüse des menschlichen Gehirns. Scheint der kugelrunde Mond hell durch das Schlafzimmerfenster, könnte das also eine geringere Ausschüttung des Schlafhormons zur Folge haben.

Vielleicht ist die Erklärung aber auch viel einfacher: Der Glaube an die Macht des Vollmonds führt dazu, dass Menschen im Vorhinein erwarten, in diesen Nächten schlecht schlafen zu können. Und deswegen tatsächlich keine Ruhe finden.

Quelle: www.apotheken-umschau.de

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Kommentar von frag0mich
19.08.2016, 00:47

Danke!!!

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Kommentar von frag0mich
19.08.2016, 00:47

😊👌🏼

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Kommentar von uteausmuenchen
19.08.2016, 04:11

Ich verlinke einmal die richtige Quelle, also den Artikel selbst, nicht einfach nur die Apothekenrundschau:

http://www.apotheken-umschau.de/Schlaf/Schlafen-wir-bei-Vollmond-schlechter-517559.html

Zur Sache mit dem Melatonin: Das wurde vermutet, nachdem Christian Cajochen 2013 die in dem Artikel erwähnte Studie mit gerade einmal 33 Teilnehmern vorlegte, in der es minimalste Einflüsse des Vollmondes zu geben schien - und auch in der Teilnehmergruppe, deren Nächte um den Vollmond herum lagen, niedrigere Melatoninwerte vorlagen.

Nun bestanden immer Zweifel an der Aussagekraft dieser Arbeit, weil die Probanden gerade einmal 5 Minuten(!) später einschliefen und insgesamt 20 Minuten weniger Schlaf hatten. Das sind nicht gerade durchwachte Nächte.

Bei genauerem Hinsehen fand man aber ein Problem in den Daten: Die Gruppe der Vollmond-Teilnehmer war nämlich auch älter als die Teilnehmer der anderen Gruppen. Auch im Alter sinkt der Melatoninspiegel. Dieser Effekt kann die Ergebnisse bewirkt haben.

Erheblich größere Untersuchungen ergaben keinerlei Zusammenhänge mit den Mondphasen. Das schreibt dann auch die Apotheken-Umschau: "Eine ähnlich aufgebaute Untersuchung mit mehr Teilnehmern konnte die Ergebnisse ein Jahr später nicht bestätigen."

Und noch besser nachzulesen: Hier https://www.mpg.de/8271794/schlaf_vollmond

Grüße

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Kein echter Effekt, sondern nur Selbsttäuschung.

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Viele Leute behaupten, dass sie bei Vollmond schlecht schlafen, wird das dann tatsächlich im Schlaflabor untersucht, dann ist es praktisch immer so, dass sie bei Vollmond genauso gut schlafen, wie bei jeder anderen Mondphase.

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Wie funktioniert dann diese Selbsttäuschung?

Jeder Mensch sachläft mal besser und mal schlechter. Wenn man dann wach wird und sieht den Vollmond, dann hat man eine Erklärung und merkt sich der Mond ist schuld. Wenn man keinen Mond sieht, dann schläft man halt weiter ohne dass der Mond im Gedächtnis entlastet würde. Kaum jemand führt echte Strichliste (außer natürlich im Schlaflabor).

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Es könnte daran liegen, dass es bei Vollmond heller draußen ist oder es ist einfach Einbildung. Wenn man bei Vollmond ein paar Mal schlecht geschlafen hat, kann man sich sozusagen angewöhnen, dass das auch so bleibt.

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Es ist heller als sonst. 

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Kommentar von frag0mich
19.08.2016, 00:42

Aber ich habe mein Rollo runter und man kann immer noch schlecht schlafen, es war jetzt immer so

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Vielleicht ist das alles auch nur einbildung...wissen tu ich es nicht...

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Kommentar von frag0mich
19.08.2016, 00:45

Dachte ich auch schon mal aber ich denke nicht wirklich .. Da wird schon was dran sein 👌🏼

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Vielleicht stimmt deine Periode mit dem mondzirkel zusammen (falls du weiblich bist) da süß eigentlich sehr häufig. Oder du glaubst an feng shui

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