Wieso sagen viele das Shiba Inu und Akita inu schwierige Hunde sind? Sind sie wirklich so schwierig?

11 Antworten

Ich bin selber dreifache Besitzerin von Shibas. Les Dir meinen selbst geschrieben Text zu der Rasse aufmerksam durch. Vieles davon kannst du auch auf den Akita übertragen

Ein Shiba ist ein Hund vom Ur-Typ, der zur selbstständiger Jagd gezüchtet wurde. Er ging also nicht mit den Menschen jagen, sondern in erster Linie alleine auf eigene Faust.

Er musste Entscheidungen alleine treffen und sich alleine zurecht finden.

Hinzu kommt eine hohe Intelligenz.

Das darf man nie vergessen, wofür der Shiba gezüchtet wurde.

Er besitzt also starken Jagdtrieb, ist sich bewusst das er ohne Menschen auskommen würde und dich nicht braucht und ist eigenständig. Der Jagdtrieb ist kaum in den Griff zu bekommen bei den meisten Shiba's  weswegen freilaufen in Wald und Wiesen für viele unmöglich ist, da er dem erst besten Tier nachjagen würde.

Ein Shiba ist kaum bis schwer erziehbar. Er wird in den wenigsten Fällen das tun was du willst, sondern lieber sein eigenes Ding drehen.

Wenn er grade nicht will, ist er auf beiden Ohren taub und da dran gibt es auch nichts zu rütteln. Ob es nun ist das du ihn rufst oder etwas von ihm möchtest. Da hilft auch keine Erziehung. Stell dir einfach vor du hast eine Katze die vom Charakter her ein Ar..xxxxxx..schloch ist, im Körper eines Hundes.

 Du kannst eine Katze erziehen und sie weiß auch was sie darf und was nicht, versteht vieles was du willst, das bedeutet aber nicht das die Katze tut was du gerne willst oder hört wenn du sagst oder sich an Regeln hält.

Passender Satz dazu:

"Wenn du einen Shiba rufst ist das kein Kommando zu kommen sondern eine Einladung auf die er bei bedarf zurückgreift"

Und bei Bedarf bedeutet: Er kommt dann wenn er erledigt hat, was auch immer er grade tut.

Ob es nun ein Mauseloch ausgraben ist, alle Vögel im garten auf die Bäume scheuchen oder halt draußen einfach nur einer Fährte folgen. 

Nun kommen wir auf das zusprechen das ein Shiba sich bewusst ist ohne Menschen klar zu kommen.

Was bedeutet das für den Besitzer? 

Das der Shiba dir nicht zu Füßen liegt, so wie zum Beispiel ein Schäferhund es tun würde.

Der Shiba will das du dich ihm beweist und zwar jeden Tag aufs neue das du Taugst als souveräne Führungsperson der er vertrauen kann und die ihm Sicherheit gibt.

Er will das du ihm zeigst das du es wert bist das er auch nur einen Schritt für dich läuft.

Er will das du ihm zeigst das eine Zusammenarbeit mit dir sich lohnt!

Kannst du das nicht oder zeigst Nachgiebigkeit und Schwäche wird der Shiba um sich selber zu schützen seine eigene Führung übernehmen.

Bist du dem Shiba zu langweilig, zu wankelmütig, zu streng oder zu schwach schlägt sein Charakter entweder in pure Ignoranz um, du wirst also wie Luft behandelt.

Und im schlimmsten Fall wandelt sich das Ganze in Aggressivität.

Und mit einem Shiba, so klein er auch ist, willst du dich nicht anlegen.

Manche Leute haben mehr Respekt vor einem Shiba der sie versucht zu stellen als vor einem Schäferhund der das versucht.

Denn der Shiba wird schneller ernst machen.

Der Shiba verzeiht KEINE erziehungsfehler und wird JEDE Schwäche und Nachgiebigkeit von dir versuchen auszunutzen.

Er lernt schnell wie er dich dazu bekommt das es so läuft wie er es will und zwar ohne das man es meist merkt.

Der Shiba braucht strickte Konsequenz in der Erziehung.

Konsequenz bedeutet aber nicht Härte oder strenge.

Bist du unfair zu deinem Shiba oder zu hart oder zu streng wird er dir das auch sein restliches Leben sehr übel nehmen.

Denn ein Shiba ist sehr sensibel.

Du musst im Umgang mit diesem Hund ausgeglichen sein und darfst dich nicht auf die Palme bringen lassen. Oder extreme Stimmungsschwankungen haben.

Das verunsichert den Shiba und schadet dem Vertrauen in dich.

Und wenn du 10 Minuten da stehst und deinen Hund rufst, rufst du ihn selbst dann nach den 10 Minuten noch so fröhlich wie am Anfang, auch wenn du vielleicht innerlich genervt bist, bist du äußerlich die Freude selbst, wenn der Hund dann kommt.

Ein Shiba ist zudem ein Ausbrecher König, der es schafft selbst hohe Zäune und Hindernisse zu überwinden wenn er es will. Auch Türriegel und ähnliches Stellen für ihn kein Hindernisse dar sobald er verstanden hat wie es geht.

Unser garten hat einen 3 Meter hohen Zaun der oben dann noch mal schräg nach innen gebogen ist gut 30cm. Und ich weiß warum. 

Meine älteste Hündin ist viel am Zaun herum geklettert. 

Auch noch hinzu zum Charakter her kommt das ein Shiba sich meist nicht als Familien Hund eignet.

Ein Shiba ist ein Ein-Mann-Hund, im besten Fall akzeptiert er noch deinen Partner. Aber der Rest ist im Wurscht.

Er kommt häufig nicht mit fremden aus (Hunde wie Menschen) und hat ein starkes territorial verhalten.

Auch ist ein Shiba, so süß er aussieht, kein Kuschel Hund.

Er entscheidet alleine da drüber wann du ihm kuscheln und streicheln darfst. 

Und wenn er es halt mal 2 Wochen nicht will, dann ist das so. 

Kommen wir nun mal zum Auslauf:

Ein Shiba will VIEL Auslauf, viel Arbeit und viel Beschäftigung.

Er will aber nicht jeden Tag den gleichen Weg laufen und er will auch nicht jeden Tag die gleiche Arbeit machen. Sondern er will Abwechslung und meist bedeutet das: Spontan sein und dich drauf einstellen das der Hund an dem Tag nicht das möchte was du geplant hast.

Du bereitest etwas für die Fährten Arbeit vor, der Liebe Shiba wirkt total begeistert, kaum bist du aber damit fertig ist das nächst beste Mauseloch interessanter und du darfst deinen kompletten Plan für den Tag über den haufen werfen und dir was anderes einfallen lassen auf das der Shiba Lust hat.

Hoher Bewegungsdrang (im Winter, dann wenn das beste Wetter für den Shiba ist, sind wir manchmal 5-6 Stunden unterwegs) und ein großer Wille sich körperlich zu betätigen stehen an der Tages Ordnung. Egal wie das Wetter ist. Außer es ist heiß, aber da tust du jedem Hund Einen gefallen wenn du um 5 Uhr aufstehst um früh morgens wenn es kühl ist zu laufen und abends ab 22 bis 23 Uhr Wenn es wieder kühler wird.

Auch geistig darf der Shiba nicht zu kurz kommen, sonst sucht er sich was eigenes zu tun.

Du brauchst starke Nerven im Alltag mit diesen Hunden und ein glückliches Zusammenleben funktioniert nur wenn du wirklich ehrlich zu dir bist und zu 1.000% sagen kannst: Das will ich! So einen Hund möchte ich! Damit werde ich die nächsten 10-15 jahre glücklich! Und auf den Shiba kann ich mich einlassen ohne versuchen zu wollen ihn mit Gewalt zu ändern! 

Wenn du einen hund willst der dir jeden Wunsch von den Augen abliest dann ist der Shiba nichts für dich. 

Der Shiba wird dir in 90% der Fälle Kein Stöckchen oder Bällchen zurückbringen und er wird auch selten sinnlose Kommandos ausführen.

Hat etwas in seinen Augen keinen Sinn: Tut er es nicht. 

Sind sie wirklich so schwierig?

Sie sind anders als andere Hunderassen. Man braucht viel gedult und man muss konsequent sein.

Ich habe selber einen Japanischen Akita und kann sagen das die ersten 3 Monate echt gezerrt haben. Ich habe mit ihm 3 Monate auf der Couch geschlafen und bin jede Nacht 3 mal raus mit ihm. Er brauchte 24/7 Betreuung und man muss sich als Besitzer auch mal mehr auf die Bedürfnisse des Hundes achten und eingehen.

Zum Thema kommandos:

Meiner hatte sie sehr schnell drauf. 1-2 mal geübt und er konnte sie. Machen tut er sie wirklich nur wenn er Bock hat oder ein Leckerli dafür bekommt.

Abrufbar ist meiner noch nicht da denke ich werde ich noch viel Spaß haben bis er ohne leine laufen kann im Wald oder außerhalb der Stadt.

Es ist eine sture und sehr intelligente Rasse.

Wenn er kein Bock hat mehr zu laufen dann legt er sich hin, genießt die sonne und läuft nicht mehr weiter. Da hilft es auch nicht unruhig zu werden und den Hund zu zwingen. Dann versuche ich es mit einem Stock so das er hinterher läuft.

Meine Freundin hat am Anfang bei der Erziehung versagt. Sie war nicht konsequent genug und hat das zu spüren bekommen. Mittlerweile geht es aber es ist sehr schwer rauszubekommen.

Sei dir wirklich sicher ob du einem möchtest. Leicht wird es nicht.

Trotz alledem liebe ich es mit meinem Hund was zu machen. Ich finde er ist wie dein bester Freund der alles von dir anhört und immer für einen da ist. Er ist super treu und lieb nir er will auch gefordert werden.

Hallo zusammen,

der Thread ist zwar schon ein paar Tage alt, aber heute möchte ich mal auch meinen Senf dazu geben. Ja, Akitas sind eine Rasse für sich. Es wird zwar immer gesagt, dass diese Rasse nichts für Anfänger ist, aber ehrlich gesagt sollten sich gerade Anfänger so einen Hund zulegen. Voraussetzung ist aber, dass sie einen Hund auch richtig erziehen wollen und die Zeit dafür haben. Sie müssen Konsequent in ihrem Handeln sein. Akitas brauchen Abwechslung beim Spiel und beim Laufen. Ihnen muss klar gemacht werden, wer der Chef im Haus ist. Die Beißhemmung muss richtig beigebracht werden (dazu findet ihr viele Tipps im Internet). Sie sind schlaue Hunde die sich sicherlich nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Unser ist jetzt 10 Wochen alt, Stubenrein, macht Kommandos wie Platz und Sitz sowie Apportieren von Spielzeug funktioniert auch. Beim Beißen hat sie Probleme, aber wir ignorieren sie einfach oder bestrafen sie mit Entzug des Menschen, sprich für 1-2 Minuten alleine lassen. Das wird von Tag zu Tag besser. Nur wer solche Themen berücksichtigt, wird einen Hund an seiner Seite haben der ihn täglich begeistern und stolz machen wird.

Hunde erfahrene Menschen gehen oftmals von Voraussetzungen aus, die man mit Akitas nicht vergleichen kann. Hunde unerfahrene haben diese Voraussetzungen nicht. Sie müssen alles noch erst lernen. Wenn ich wie damals meinem Schäferhund etwas beigebracht habe wie Sitz oder so, heißt das nicht, dass es bei einem Akita auch so klappt. Der Akita will erst seinen Nutzen aus einem Befehl erkennen. Könnte sein das er sich erst 2 Minuten später hinsetzt:)

Glaubt mir, so ein Welpe ist sehr anstrengend. Ich habe mir nur noch gedacht das meine Kinder jetzt groß sind und jetzt haben wir wieder jemanden um den wir uns kümmern müssen. Warum nur? Aber wenn man sieht, wie die kleine sich in den letzten Tagen gemacht hat, kann ich nur sagen, die Anstrengungen lohnen sich wirklich. Ich hoffe ihr beherzigt so einige Sachen. Und wenn ihr wirklich denn Schritt machen wollt euch einen Akita zuzulegen, dann kauft keinen Hund der unter 1.200,-€ kostet. In der Regel bekommt ihr einen Welpen beim guten Züchter ab 1.500,-€. Ein guter Züchter wird euch die Elterntiere zeigen und wie sie aufwachsen. Dafür auch vielen Dank an unserem Züchter aus Speichersdorf. Er wird euch immer auf dem laufenden halten was der Wachstum und die Gesundheit macht. Also von meiner Seite war es das erstmal.

Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt gerne.

Selbst die meisten wirklich erfahrenen Hundehalter würden einen Shiba nicht geschenkt haben wollen.

Shibas sind sehr intelligent, sensibel und selbstständig. Das bedeutet, dass sie keine Erziehungsfehler verzeihen, bei einer inkonsequenten oder gar "zu harten" Erziehung ignorieren sie einen entweder komplett oder werden sogar aggressiv. Diese Hunde zeigen kein nennenswertes Will-to-please-Verhalten. Das bedeutet nicht, dass sie nicht wissen, was sie tun sollen, sie tun es nur nicht, wenn sie keinen Sinn darin sehen. Sie wollen auch nicht jeden Tag gleich ausgelastet werden (und ihr wollt nicht, dass er selber kreativ wird). Aufgrund des ausgeprägten Jagdtriebs kann man sie auch nicht ableinen.

Shibas sind "Ein-Mann-Hunde", die sich nur an einer Person orientieren, die sie für würdig halten. Sie biedern sich nicht an, wie viele anderen Rassen.

Du findest es nicht schlimm, "Wenn der Hund nicht immer das tut, was du sagst"? Nicht wenige, die solche Aussagen tätigen, sind mit einem "normalem" Hund, der zwischendurch mal Kommandos hinterfragt, schon überfordert. Viele stellen sich nach dem Lesen der Rassebeschreibung eine Art Terrier vor, was ein großer Fehler ist. Hunde vom Ur-Typ sind eine Klasse für sich.

Ich war mal so frei eine alte Antwort von mir zu recyceln.

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Da wird die LukaUndShiba wohl gleich noch eine (sehr viel bessere als meine) Antwort zu geben.

Aber generell: weil sie nicht "mal" nicht tun was du willst, sondern immer nicht tun was du willst. Du musst konstant den Shiba überzeugen, dass er machen soll was du möchtest. Ansonsten macht der immer was er möchte. Quasi: der Hund hat keinen will-to-please, sondern eher Herrchen/Frauchen sollten beim Shiba den will-to-please haben.

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