Wieso Rumänien so ländlich geprägt?

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5 Antworten

Allgemein war die Industriealisierung im Ostblock dadurch gehemmt, dass der Staat alles planen wollte und der Eigeninititive seiner Bürger keinen Raum gelassen hat. Für Rumänien kommt noch hinzu, dass dieses Land kein typischer Ostblockstaat war, sondern für Jahrzehnte als Diktatur von Nicolae Ceausescu und seiner Frau Elena geführt wurde. Sie haben große Industriekombinate gebaut, aber die Kleinindustrie, aus der sich im Westen immer wieder große Betriebe entwickelt haben, vernachlässigt. Dabei war Rumänien früher ein sehr fortschrittliches Land dank seiner Erdölförderung.

Da war schon sehr viel Planwirtschaft (wie in der ehemaligen DDR auch) im Spiel. Ökonomische Strukturen entwickeln sich meist nur in Demokratischen-Liberalen Systemen. Schau Dir nur die neuen Bundesländer an, die sind auch wesentlich ländlicher geprägt. Was heutzutage für Erholungssuchende und den Tourismus wieder von Vorteil ist. 

JBEZorg 20.09.2015, 23:53

Ökonomische Strukturen entwickeln sich meist nur in Demokratischen-Liberalen Systemen.

Quatsch mit Sosse. Obwohl wahre Hintergründe ungern diskutiert werden im Westen.

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Modem1 23.09.2015, 02:34

Die Länder Sachsen & Sachsen Anhalt waren das Ruhrgebiet in der DDR.Die Kohls & Waigel haben die Gebiete ausgeschlachtet.

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DrSchmitt 07.03.2016, 21:22

Aber vor der Planwirtschaft war in Rumänien auch nicht viel los. Also darfst du die Schuld nicht nur auf sie schieben:)

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Die  ehemaligen Länder des Ostblocks, die in die westliche Einflussphäre kamen wurden gezielt deindustrialisiert. Der Westen braucht Märkte und keine Konkurrenz.

Das hat erst einmal überhaupt (oder sagen wir einmal: sehr wenig) mit der Geschichte der letzten 50 Jahre und damit mit dem Ostblock zu tun.

Welche Länder sind denn heute industrialisiert? England, da begann es um 1750, Frankreich, Deutschland, Belgien, da begann es um 1830/50, später kamen noch die anderen Staaten Westeuropas und Nordamerikas hinzu. Japan hat sich in den 1870er Jahre tiefgreifend modernisiert und industrialisiert, China begann damit um 1980 (die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen), in Indien steckt die Entwikclung in den Kinderschuhen.

Rumänien dagegen war lange Zeit aufgeteilt, ein Teil gehörte zu Russland, ein anderer zu Österreich-Ungarn, ein anderer zum Osmanischen Reich (Türkei). Das waren drei relativ rückständige Staaten, vor allem die Türkei konnte trotz der radikalen Umgestalten unter Atatürk (1923 - 1928) noch nicht an die Industrieländer anknüpfen. Deshalb litt Rumänien lange Zeit unter einer schlechten Infrastruktur und einem schlechten Bildungssystem, beide Sachen konnte man nach der Unabhängigkeit auch nicht aus dem Stehgreif schaffen.

Das Kommunistische Regime hat versucht Rumänien zwanghaft zu industrialisieren, das ist aber mehr oder weniger gescheitert (Verschuldung, Hungersnot). Nach 89 kam es dann wieder zu einer Deindustrialisierung.

Fazit: Die Ursachen für die ländliche Prägung sind auch im Ostblock und der Deindustrialisierung nach dem Sturz des Sozialismus, vor allem aber in der seit jahrhunderten schwachen Wirtschaft Rumäniens zu suchen und der infrastrukturellen Rückständigkeit der Region.

es liegt an der Seelenverwandschaft mit Dithmarschen ;-)))

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