Wieso nehmen religiöse Menschen Kritik als Beleidigung wahr?

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41 Antworten

Das ist leicht erklärt, die Ursache liegt in der menschlichen Psyche.

Es ist eine Tatsache dass der Gott der abrahimitschen Religionen jeglicher Beschreibung mangelt. Man weiß nicht wie er aussieht, was für eine Ethnie er darstellt, wie er sich anhört oder anfühlt, wie er riecht etc.

Man weiß nur: Er ist perfekt, allmächtig, allgütig, allgegenwärtig und allwissend.

Mit derartig schwammigen Beschreibungen kann unser Gehirn jedoch nichts anfangen. Es braucht einen konkreten Anhaltspunkt um sich ein Bild von einem Begriff machen zu können (i.s.v. Dem Begriff Sinn zu verleihen).

Zufälliger Weise haben wir einen psychischen Teil der genau dieser Beschreibung entspricht: Das Über-Ich.

Stell dir das ÜBer-ich wie den stereotypischen Schulterengel vor. Das Über-Ich ist eine perfekte Version deiner selbst, es ist das was du unbewusst sein willst und stellt das Beste dar was du jemals erreichen könntest.

Wenn du vor einer Entscheidung stehst, rät dir das Über-Ich mit deiner inneren Stimme was die beste Wahl wäre um dem Über-Ich ähnlicher zu werden.

(Der Schulterteufel stellt unsere Instinkte dar, also was wir jetzt sofort ohne Rücksicht auf potentielle Folgen haben oder machen wollen.)

Also haben wir ein perfektes Wesen (Über-Ich), welches immer bei uns ist (allgegenwärtig), immer weiß was wir tun, denken, wollen und fühlen (allwissend), immer das Beste für uns will (allgütig), die Macht hat uns in Form von schlechtem Gewissen zu bestrafen (allmächtig) und uns über alles liebt.

Durch die schwammige Beschreibung Gottes legt das Gehirn also die Eigenschaften Gottes über das Über-Ich, somit wird das Über-Ich Gott. Das ist auch der Grund warum Gläubige meinen mit ihrem Gott reden zu können und seine Liebe spüren zu können, denn es ist tatsächlich Kommunikation mit dem Über-Ich möglich (auch wenn das eine Form des Selbstgespräches ist) und da wir uns selbst lieben, spüren wir diese Liebe auch.

Da das perfekte Bild eines selbst jedoch von Person zu Person unterschiedlich ist, ist auch der "Wille Gottes" unterschiedlich, jetzt wissen wir auch warum die einen Gläubigen meinen dies sei wichtig, während die anderen meinen jenes sei wichtig (Beispiel Muslime und Alkohol).

Wird jetzt der Gott oder Glaube einer gläubigen Person angegriffen, ist das ein direkter Angriff auf die Person selbst, schlimmer noch, ein direkter Angriff auf ihre tiefste Psyche, ihr perfektes Selbstbild, ein Angriff auf ihr ultimatives Ziel.

Klar dass sie dann abwehrend und aggresiv reagieren.

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Kommentar von KittyCat2909
22.09.2016, 02:06

Sehr interessanter Aspekt!

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Kommentar von RudolfFischer
22.09.2016, 13:54

Und diejenigen, die _nicht_ abwehrend und aggressiv reagieren, haben auch noch ein NEBEN-Ich, das aufpasst, dass sich das UNTER-Ich nicht durch eine Beleidigung des ÜBER-Ichs nicht aus der Ruhe bringen lässt. ;-)

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Meiner Erfahrung nach als Christ, reagieren viele Menschen beleidigt, wenn man an ihrer Weltanschauung rüttelt. Das kann Religion sein, Politische Ideologie, das Idol etc.
Wobei es hier auch auf den Ton und das Ziel des Kontakts ankommt. Penetrant überzeugend, aggressiv oder aufdringliche Gespräche führen meist zu einer entsprechenden Reaktion.

Ich sehe Atheisten als gleichwertige Menschen und habe mit Religionskritik generell kein Problem.
Schwierig empfinde ich es, wenn es darum geht mir zu zeigen wie falsch ich angeblich liege oder schlecht bin mit meinem Glauben und die andere Person mir ihr Weltbild aufzwingen will, welches auch immer das sein mag.

Toleranz ist beidseitig und ein vernünftiger Meinungsaustausch ist gern gesehen, solange es ein respektvoller Umgang bleibt.

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Für tief religiöse Menschen ist das Geglaubte eine Lebensgrundlage, die ebenso verbissen verteidigt wird (wenn auch auf etwas andere Weise) wie der Erhalt der Wohnung oder die körperliche Unversehrtheit.

Unterstellt, daß eine Diskussion ohne vorsätzliche Diffamierung stattfindet, erfolgt auf eine Konfrontation mit offensichtlichen Widersprüchen des Glaubens augenblicklich eine massive Verteidigungshaltung, weil der bis dahin mühsam "weggeglaubte" Widerspruch dann wie eine unverhofft auftauchende "extrem gefährliche Kriegswaffe" das gesamte Glaubensgebäude bedroht.

Heftig verstärkend wirkt dann noch der oftmals ebenfalls vorhandene Zusatzglaube, daß (symbolisch betrachtet) augenblicklich die Welt untergehen würde, wenn der Glaube aufgegeben wird.

Doch solche Wirkungsmechanismen gibt es nicht nur in religiösen Bereichen, sondern ebenso im politischen Fanatismus und im Prinzip sogar in jedweder extremen Ismus-Art, sofern tatsächlich Überzeugungen dahinter stecken und nicht bloße Heuchelei. Dabei beobachtete Unterschiede zeigen sich nur in der Methode der Glaubensverteidigung, nicht aber im Kern selbst.

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Kommentar von earnest
21.09.2016, 11:49

DH.

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Aber ich verstehe das nicht, sind diese Menschen echt nicht fähig dazu, andere Meinungen zu akzeptieren?


Das ist niemand, der sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnt. Und die beiden großen Bekehrerreligionen - Christentum und Islam - behaupten beide von sich, im Recht zu sein.  Und dann kann ein Kritiker nur Unrecht haben. Man muss diesen Kritiker nicht unbedingt hinrichten, was beide Religionen getan haben (und tun), aber selbst wenn man sehr tolerant und menschenfreundlich ist, ist derjenige der Unrecht hat, halt mindestens dumm.

Stell dir vor, jemand sagt dir, dass 2 und 2 gleich 5 ist. Oder der Mond aus grünem Käse ist. Den Menschen verbrennst du nicht, aber du hältst ihn auch nicht gerade für rasend klug. Bestenfalls nickst du höflich und denkst dir deinen Teil.

Wenn aber mit dem Irrtum des Anderen gleichzeitig dessen ewige Seeligkeit in Gefahr ist, willst du ihn vielleicht retten. Und dann musst du ihn von deiner Wahrheit überzeugen. Notfalls mit Feuer und Schwert. 

Akzeptieren kann man relativ leicht Meinungen, die etwas mit Geschmack zu tun haben. Man akzeptiert Leute, die rot als Lieblingsfarbe haben oder Sissy als besten Film aller Zeiten ansehen, die Schnitzel nicht mögen, aber dafür für Sushi schwärmen.

Aber das ist bei den "Wahrheiten" halt doch anders. Und dann ist derjenige, der diese Wahrheit anzweifelt, schnell ein Feind. Man muss da nicht unbedingt Islam und Christentum bemühen, Veganer gehören im Grunde auch schon dazu. *duckundweg*

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Es kommt drauf an welche Kritik gemeint ist.

Man kann beispielsweise die Politik des Vatikans kritisieren oder jemanden fragen wie man bitte schön in dem modernen Zeitalter noch an Gott glauben kann.

Ersteres höre ich öfters von Katholiken und letzteres von Atheisten. Dabei ist letzteres ein persönlicher Angriff.

In Deutschland gilt immer noch die Religionsfreiheit. Das heißt auch, dass man begreifen muss, dass man den Anderen nicht diktieren kann was er zu glauben hat, auch nicht dann, wenn man ein Atheist ist.

Vor allem kommt dann ein schönes Schwarz-Weiß-Denken dazu. Der Christ glaubt immer an die Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Bibel steht und zwar wortwörtlich. Jeder Muslim will eigentlich jeden Ungläubigen töten und behandelt Frauen wie Dreck. Das Dumme ist nur, dass nicht alle so sind!

Bei der Frage ob es Gott gibt sollte inzwischen jeden klar sein, dass das keine mathmatische Formel ist. Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt Meinungen und Ansichten und man muss die Meinung des anderen akzeptieren.

Ich erlebe es sehr selten, dass nach meinen persönlichen Glaubensansichten gefragt wird, sondern in der Regel wird mir ein Glaubenskorsett übergestülpt, wenn ich meine Religionszugehörigkeit nenne. Manchmal ist es schon interessant, an was ich so alles glaube. Das wusste ich selber nicht einmal.

Jedem muss sich klar sein, dass irrational, krank und dumm Beleidigungen sind und nichts anderes. So was hat in einer "Kritik" nichts zu suchen.

Ich schmeiße Atheisten auf jeden Fall nicht in einen Topf, weswegen es mir schwer fällt die letzte Frage zu beantworten. Atheisten sind lediglich Menschen, die nicht an Gott glauben. Ob sie mir aber damit auf den Kex gehen oder nicht, das bleibt jedem Atheisten selbst überlassen.

In diesem Sinne: Leben und leben lassen und daran denken: Heute ist Weltfriedenstag

Respektiere deinen Gegenüber, auch wenn dieser eine andere Auffassung hat wie er/sie sein Leben leben will. Es ist sein/ihr Leben.

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Ich bin christlich-buddhistisch orientiert...und ja, das funktioniert. Sobald sich jemand mit einer gewissen Einseitigkeit und vielleicht auch einer Portion Fanatismus auf eine Idee stürzt und diese als die einzig "wahre Wahrheit" propagiert, gibt es Probleme. Ob das nun Religion/Glaube, eine bestimmte Ernährungsrichtung oder alternative Heilmethoden sind, ist egal, da es bei Fanatismus und Einseitigkeit darum geht, andere von etwas zu überzeugen, von dem sie gar nicht überzeugt werden wollen oder müssen.

Solange ich glaube, andere von etwas überzeugen zu müssen, weil ich der Meinung bin, dass es besser für sie ist, bin ich auf dem falschen Dampfer und vor allem hat das etwas mit mir selbst zu tun. Wenn mich etwas an dem Denken, Sprechen oder Verhalten am anderen stört und und bei mir unangenehme Emotionen oder Gefühle, wie Wut, Empörung, Angst und viele andere mehr hervor ruft, dann hat es etwas mit mir zu tun.

Solange jemand seinen Glauben und auch andere Einstellungen mit Leichtigkeit unter das Volk bringt und mich mein Leben leben lässt, ist alles in Ordnung und dann kann man sich auch mit Anhängern anderer Glaubensrichtungen austauschen. Dieser Austausch kann sogar sehr konstruktiv und bereichernd sein.

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Du siehst das zu einseitig.

Kritik anzunehmen, können die wenigsten Menschen, ich nehme mich da nicht aus. Kommt halt darauf an, worum's geht.

Stell Dir vor, da kommt jemand zu Dir und belehrt Dich ungefragt darüber, dass Dein Kleidungsstil aber sowas von beschei...den ist... Dir gefällt's aber, logisch, sonst würdest Du ja daran was ändern. Wie reagierst Du?

Dabei geht's aber nur um ein bissl Stoff. Wenns um Religion geht, da steht ja oft die gesamte Lebensweise dahinter. Warum sollte man Dich feiern?

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Kommentar von ThenextMeruem
21.09.2016, 07:11

Das witzige ist, dass ich bei ersteres auch nicht so begeistert wäre. Finde ich gut, dass du unterstreichst, dass es bei Religion ja auch noch um die ganze Lebensweise geht.

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Kommentar von LuzifersBae2
21.09.2016, 09:12

Stimmt schon, aber ich äußere eh nur dann Kritik, wenn es gerade passt. Ich gehe nicht einfach so zu Gläubige hin und sage dass ich ihre Religion sinnfrei finde, das wäre eine Art von Beleidigung und keine Meinung bzw Kritik mehr.

Mit Kritik meinte ich eher, wenn man die Religion anderer hinterfragt. Wenn man die Dinge eben kritisch betrachtet und nicht mit einer rosaroten Brille.

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Der Ton macht die Musik. Das ist kein spezielles Problem zwischen Atheisten und Gläubigen.

Das Internet verleitet viele Menschen, Dinge in einer Art und Weise auszuschreiben, die sie im wirklichen Leben face to face niemals so aussprechen würden.

Man muss sich vor Augen führen, dass es einen Unterschied macht, ob ich sage "Euren Glauben kann ich nicht nachvollziehen, das ist nichts für mich" oder ob ich lospoltere "Wer glaubt, ist ein indoktrinierter Irrer mit einem kindlichen Hirn, der alle Wissenschaft ablehnt".

Hinzu kommt dann noch, dass man sich vielleicht auch zu sehr aus dem Fenster lehnt und als Atheist dem Gläubigen erzählen will, wie seine Bibel gemeint ist, und dass er diese ja viel besser kennt. Dass das nicht funktionieren KANN, sollte klar sein. Wenn sich der Gläubige mit Bibellesen, Gottesdiensten und Hauskreisen und Exegese beschäftigt, wird er im Zweifelsfall die Stellen besser interpretieren können, als jemand, der sowieso mit einer ganz anderen Grundeinstellung heran geht. Spätestens, wenn der Atheist hier widerspricht, sollte er sich überlegen, ob das Wort "Atheismus" wirklich nur "Abwesenheit/Ablehnung von Glauben" bedeutet. Denn einfach nur nicht Tennisspielen ist ja schon was anderes als überall engagiert herumzulaufen und zu sagen "Tennisspielen ist soooo dämlich und sollte verboten werden".

Aber das geht schon zu sehr Richtung Inhalt. Ich spreche ja zunächst mal nur von der äußeren Form.

Man sollte bedenken, dass die meisten Atheisten mit den meisten Gläubigen problemlos klar kommen - im realen Leben. Allein bei mir in der Firma sind wir eine bunt gemischte Truppe.

Das Internet hebt offenbar viele Regeln des guten Umgangs ersatzlos auf.


Vor allem wird man dann als intolerant, unwissend und manipuliert bezeichnet

Interessant: Meine Erfahrung ist genau dieselbe - als CHRIST!

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Kommentar von DarkSepia
22.09.2016, 11:51

Du sprichst einige gute Punkte an. Aber einige Sachen sind grundlegend falsch.

"Hinzu kommt dann noch, dass man sich vielleicht auch zu sehr aus dem Fenster lehnt und als Atheist dem Gläubigen erzählen will, wie seine Bibel gemeint ist, und dass er diese ja viel besser kennt. Dass das nicht funktionieren KANN, sollte klar sein. Wenn sich der Gläubige mit Bibellesen, Gottesdiensten und Hauskreisen und Exegese beschäftigt, wird er im Zweifelsfall die Stellen besser interpretieren können, als jemand, der sowieso mit einer ganz anderen Grundeinstellung heran geht."

Es kann sein, dass ein bestimmter Gläubiger die Bibel besser kennt, als ein bestimmter Atheist, aber das muss nicht sein. Es gibt Atheisten, die sich mit der Bibel beschäftigen und Theisten, die das entweder weniger tun, oder viel zu voreingenommen. Es KANN also funktionieren.

"Spätestens, wenn der Atheist hier widerspricht, sollte er sich
überlegen, ob das Wort "Atheismus" wirklich nur "Abwesenheit/Ablehnung von Glauben" bedeutet."

Nein, das muss man nicht. Atheisten sind mehr, als nur Atheisten, genauso wie Gläubige mehr sind, als nur Gläubige. "Atheismus" soll kein Wort für alles sein, was einen Menschen ausmacht, der unter Anderem Atheist ist.

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Ok, also religiöse menschen, zu denen ich auch mal gehörte reagieren so aus einem ganz bestimmten grund, sie glauben an etwas, was ihrer meinung nach die absolute wahrheit ist, ihr glaube ist ihre realität und weltanschauung, wenn du religion kritisierst oder den glauben, dann ist das so, dass du auch gleichzeitig die person die glaubt kritisierst, daher gehen sie offt in den selbstverteidigungsmodus! Religiöse menschen sind offt nicht in der lage andere weltanschauungen als gleichberechtigt anzusehen, was verständlich ist, da sie sich sicher sind die wahrheit zu haben und naja es kann ja nur eine wahrheit geben und würden sie andere wahrheiten anerkennen, verliert ihr glaube an autorität, deswegen sind für sie andersdenkende offt menschen die ihrer meinung nach unwissend sind oder sonst was! Aber das betrifft nicht nur gläubige menschen, es gibt auch sehr viele atheisten, die sich kaum besser verhalten, offt handeln atheisten gleich, den sie sind sich ebenfalls offt sicher die überwahrheit zu kennen, das ist die menschliche natur, unabhängig vom glauben, sicher gibt es menschen die da anders denken! Naja viele religiöse menschen sind in der lage atheisten zu respektieren, aber sie sind nicht in der lage ihre vorstellungen zu akzeptieren, wegen der glaubensautorität und natürlich auch umgekehrt! Wenn ein gläubiger sagt, er wisse nicht alles genau, dann meint er in wirklichkeit, er wisse nicht alles, aber er weiß auf jedenfall über gott und die welt besser bescheid als andere menschen, glaubensrichtungen oder sont was, da gott von ca 1000den christlichen glaubensrichtung ausgerechnet seine erwählt hat! Lg

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Kommentar von NinthFived
21.09.2016, 07:30

"Aber das betrifft nicht nur gläubige menschen, es gibt auch sehr viele
atheisten, die sich kaum besser verhalten, offt handeln atheisten
gleich, den sie sind sich ebenfalls offt sicher die überwahrheit zu
kennen"

Find ich gut, dass das hier einem aufgefallen ist.

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Tolle Frage Bae, wundert mich aber nicht bei deinen restlichen Beiträgen.

Ich schätze das liegt in der Natur des Glaubens, dass wenn man etwas nicht beweisen kann, dass man davon dann überzeugt sein muss und dementsprechend fällts einem schwerer Kritik einfach an einem Abprallen zu lassen.

Wenn mir jemand sagt, dass Alkohol keine Drogen sind kann ich ja noch begründen wieso ich anderer Meinung bin, aber seine Religion zu verteidigen, dafür fehlen die Alternativen dazu, es nicht Emotional zu nehmen.

Ich glaube nur nicht, dass das auf alle zutrifft.
Mit meinem damaligen Pastor konnte ich wunderbar diskutieren.
In der Tat bestand unser Firmunterricht aus nichts anderem mehr, aber gefirmt hat er mich dennoch =D

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Kommentar von DinoMath
21.09.2016, 06:02

btw: hast du eigentlich irgendetwas NICHT zu den Themen hinzugefügt? =P

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Weshalb viele Menschen sich selbst durch sachliche Kritik persönlich angegriffen fühlen, liegt meiner Meinung nach daran, dass sie sich sehr stark über ihre Religion definieren.

Ihr gesamtes Weltbild basiert auf ihren religiösen Vorstellungen. Ihre religiösen Überzeugungen zu kritisieren, wird von ihnen daher als Angriff auf ihre persönliche Identität wahrgenommen.

Zumal haben viele Religionen den Anspruch absoluter Wahrheit und alleiniger Richtigkeit der Lehre, was sie höherwertig als jedes menschliche Gesetz erscheinen lässt und den Gesprächspartner unzugänglich für rationale Argumente machen kann.

Das führt insbesondere bei Fundamentalisten oftmals zu einer sehr beschränkten Weltsicht, da sie kaum noch sachlicher Argumentation zugänglich ist und jedwede Kritik als Offensive gegen ihren Glauben sieht.

Letztlich werden sie häufig zum Opfer ihrer radikalen Auslegung, denn sie können in keiner Weise ihre Ansichten relativieren, oder kritisch hinterfragen, ohne dass ihre ganze ideologisch zementierte Welt zusammenbricht.

Deshalb sind extrem konservative Gläubige nach meiner Ansicht auch intellektuell beschränkt - da sie ihren geistigen Horizont selbst limitieren.

Ich selbst bin Buddhist und sehe mich als religiösen Menschen. Ich halte aber Selbstkritik für wünschenswert und begrüße daher auch konstruktive Kritik an meinen Ansichten.

Ein abfälliger Wortgebrauch, oder eine Missionierungsabsicht sind dagegen für mich Gründe, ein Gespräch abzubrechen, da ich keine gemeinsame Grundlage sehe.

Deshalb führe ich vergleichsweise wenige religiöse Diskussionen - viele Menschen wollen schlichtweg Überzeugungsarbeit leisten und daher nicht zuhören.

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Kommentar von PlueschTiger
22.09.2016, 10:01

Was ich aber nicht verstehe ist wieso ignorieren die Gläubigen ihre eigenen Regeln, denn Feindseligkeit gegen anders Denkende ist bei den wenigsten vorgeschrieben. Gerade Christen sollten eigentlich, sehr Tolerant sein bei Kritik. Liebe deinen nächsten, und halte wenn du geschlagen wirst auch die andere Wange hin. Als Beispiele. Doch getan wird oft das Gegenteil.

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Weil ihnen eine Welt zusammenbricht, wenn das Gebäude ihres Glaubens einstürzt. Deshalb reagieren sie sehr defensiv, und Angriff ist die beste Verteidigung.

Bei so Diskussionen kannst du leicht intellektuell überlegen sein, aber das bringt nichts, weil der andere die Realität nicht wissen will, er klammert sich ja an seinem Glauben fest, und es kommt nur zu einem vorgefertigten Schlagabtausch.

Effizienter wäre es, wenn du erst mal fragen würdest, was ihr glaube so beinhaltet, lange interessiert zuhören würdest, und dir dann irgendwann am Kopf kratzen würdest und mit Eselsmine sagen würdest: "aber das und das verstehe ich nicht, das ist mir zu hoch" (wo ein Widerspruch besteht, z.B.). Und dann würde der andere versuchen, den Widerspruch wegzuerklären, und du würdest wieder sehr geduldig und interessiert zuhören, und dir dann wieder am Kopf kratzen würdest, "ich bin wahrscheinlich zu dumm, aber ich habe das und das nicht verstanden".

Das war die Methode des Sokrates. Scheinbar ganz dumme Fragen stellen, auf die die Leute dann keine Antwort wissen. So kannst du einen Denkprozess auslösen. Aber du musst immer sehr offen und interessiert wirken.

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Kommentar von earnest
21.05.2017, 15:51

Diese Methode haben ja auch einige User bei GF perfektioniert.

;-)

Das ist auch dir sicher schon aufgefallen.

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Es kommt drauf an, wie kritisiert wird.

Wenn jemand sagt "So einen Blödsinn glaubst du? Hallo, wir leben nicht mehr im Mittelalter." und dergleichen, alles was die Glaubensrichtung als Unsinn bezeichnet und damit den Glaubenden als dumm und unaufgeklärt, nur weil er glaubt...ja das ist durchaus beleidigend. Das würde jeder als beleidigend empfinden, der mit seinen eigenen Entscheidungen glücklich ist, auch wenn es nur um die Haarfarbe geht. Denn was geht es den Anderen überhaupt an und woher nimmt der sich das Recht, es einem schlecht zu reden? Woher nimmt der sich das Recht, zu glauben, er wisse, was wahr ist und was nicht? (Ich mag auch religiöse Menschen nicht, die die Wahrheit für sich beanspruchen, das mal ganz nebenbei.)

Wenn ein Atheist (oder auch ein Andersgläubiger) aber Interesse zeigt "Wieso glaubst du?" und erklärt, wieso er es nicht/anders tut, ohne belehren zu wollen und beide akzeptieren, dass das Gegenüber eben einfach anders denkt, auch wenn man das vielleicht nicht nachvollziehen kann, dann fühlt sich niemand beleidigt.

Leider ist die Kritik eben meistens so, wie das erste Beispiel. In Glaubensfragen kann man aber nicht mit rationaler Logik auf sowas reagieren, es geht schließlich nicht um ein Thema wie Mathematik, sondern um etwas sehr emotionales. Es ist direkte Kritik am Charakter des Anderen und sowas tut weh. Da bleibt einem eben nur die "beleidigte Leberwurst", auch wenn das kindisch ist.

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Offenbar legst du dich besonders gerne mit religiös-gläubigen Menschen an und lehnst dich dabei vermutlich, trotz mangelnder Sachkenntnis zu weit aus dem "Fenster". Da ist es dann kein Wunder, wenn dich diese Menschen als unwissend, intolerant und "manipuliert" bezeichnen und womöglich beleidigt sind.

Viel besser ginge es vermutlich, wenn du selbst über einiges Fachwissen verfügen würdest, sodass du diesen Menschen "auf ihrer Ebene" begegnen und so deine Meinung kundtun könntest.

Ganz allgemein gilt aber, dass Menschen generell, egal um welches Thema es sich handelt, sich nicht gerne kritisieren lassen. Das merkst du ja an dir selbst.

Kritik sollte deshalb immer einfühlsam und sachlich geübt werden und setzt, wenn sie ankommen soll, auch auf der Gegenseite ein gewisses Maß an Bildung, Niveau und Toleranz voraus. Nur dann können auch beide Seiten aus unterschiedlichen Meinungen profitieren.

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Kommentar von earnest
21.09.2016, 10:25

Wie kommst du zu einem solchen Pauschalurteil, das du auch noch als "offenbar" bezeichnest - ohne die Fragestellerin zu kennen?

Warum unterstellst du der Fragestellerin "mangelnde Sachkenntnis"?

Da sind offenbar die Pferde mit dir durchgegangen?

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Kommentar von PlueschTiger
22.09.2016, 09:54

Offenbar legst du dich besonders gerne mit religiös-gläubigen Menschen an und lehnst dich dabei vermutlich, trotz mangelnder Sachkenntnis zu weit aus dem "Fenster"

Das trifft auch auf etliche Gläubige zu, denn es gibt genug die nicht einmal das kleine 1x1 ihres Glaubens kennen und nicht mal ein Minimum hinterfragen. Siehe die Sontags Christen, die Woche über Lügen, saufen, Frau verprügeln und Sonntag in die Kirche, sich reinwaschen, denn Gott vergibt ja alles.

Viel besser ginge es vermutlich, wenn du selbst über einiges Fachwissen verfügen würdest, sodass du diesen Menschen "auf ihrer Ebene" begegnen und so deine Meinung kundtun könntest.

Der Rat ist gut, doch kann auch nach hinten los gehen, denn Wissen ist nicht immer das Problem, denn gerade Wissen kann in dem Fall auch als Bedrohung gesehen werden, mit genau der Selben Reaktion. Ein deppen kann man Fehler verzeihen da er es nicht besser weiß und ihn Belehren, doch wenn ein Gläubiger merkt der andere weiß was, dann wird er zur ernsten Gefahr fürs Selbst Bild, auch wenn das eher unterbewusst geschieht.

Zu guter Letzt. Es ist immer ein Glücksspiel für dem der Neugierig ist oder Kritik übt, denn was als angriff gedeutet wird legt der Gläubige fest nicht nur der Ton des Fragers. So manche neugierige Frage wurde schon als Intoleranz gesehen nur weil man die Falsche stellte.

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Glauben heisst nicht Wissen....

Aber der Mensch war schon sehr früh mit der Sinnfrage des Lebens beschäftigt...So heisst Religion eigentlich auch gar nichts anderes...

Man erhielt mit der Religion alle offenen Fragen beantwortet und sie spendete einem Trost und Hoffnung.

Wenn nun jemand diese Grundfeste in Zweifel zieht oder sie kritisiert, dann werden genau diese tief verankerten Grundwerte angegriffen und die Leute reagieren mit Abwehr,...

Denn es wird ihre Sinnfrage des Lebens und vor allem was passiert nach dem Tod in Frage gestellt....Also das was ihnen in jeder Lebenslage Halt und Sicherheit gibt.

Schade ist einfach, dass deswegen so viele Kriege geführt wurden und werden...statt dass man jedem seinen Glauben lässt und respektiert...

Denn eben Glauben heisst nicht Wissen...und selbst wenn man wüsste, statt nur zu glauben, wäre dies kein Grund den anderen bekehren zu wollen.

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Kommentar von Eidolon150
21.09.2016, 07:10

Ich kannte mal einen Arzt, der Atheist war (gestorben 2015). Der lebte doch wirklich die Bergpredigt aus dem Evangelium. Demgegenüber gibt es sogenannte "Christen", denen ich ohne weiteres zutrauen würde, ihre Mutter zu verkaufen, wenn das für sie ein Vorteil wäre. Zur Aufrechterhaltung der Fassade lassen sie keinen Gottesdienst aus, und mokieren sich über alle Andersdenkenden.
Da sind mir persönlich die Atheisten lieber, weil sie nicht so über andere urteilen und niemanden bekehren wollen.

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Kommentar von danhof
21.09.2016, 08:31

Kriege werden immer geführt. Religion wird hier und da gern vorgeschoben. Aber selbst wenn es sie nicht mehr gäbe, würden dieselben Kriege geführt - dann unter anderem Vorzeichen.

Glauben heißt nicht Wissen

Es gibt in der Tat mehrere Bedeutungen des Wortes "Glauben". Neben "Annahme ohne Beleg" gibt es auch die Definition einer religiösen ÜBERZEUGUNG. Es hat also nichts mit dem umgangssprachlichen "vielleicht" zu tun. Das muss man im Hinterkopf behalten. Das kann man auch im Duden http://www.duden.de/rechtschreibung/Glaube nachlesen.

So wie auch "Doppler-Effekt" nichts mit verdoppeln zu tun hat und sich eine Wissenschaftliche "Theorie" auch nicht mit "mal schnell was ausgedacht" beschreiben lässt.

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Kommentar von gromio
23.09.2016, 07:44

Einer der größten Irrtümer, die ich immer wieder lese:

GLAUBEN HEIßT NICHT WISSEN.

Dawkins schrieb gleich in seinem ersten Kapitel des Buches DER GOTTESWAHN denselben Quatsch.

Definition von Glauben: Hebräer Kapitel 11:1,2

DAS bedeutet Glauben, und JEDER wendet diesen Begriff auch so an.

Nietzsche war es wahrscheinlich, der diesen Irrtum über Glauben und Wissen verursacht hat:

http://www.ursulahomann.de/NietzscheUndDasChristentum/kap006.html

cheerio

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Sie fühlen sich einfach angegriffen. Sie glauben an etwas und haben dann das Gefuehl, dass der Gesprächspartner versucht, ihren Glauben kaputt zu machen. Meiner Meinung nach

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Kommentar von DinoMath
21.09.2016, 06:00

selbst wenn sie es nicht kaputt machen wollen kann man kaum verhindern ihren Glauben zu schwächen, wenn man sieht, dass es anderen Menschen ohne Glauben auch gut geht.

Nur sind die meisten von ihnen nunmal so geboren und kennen das kaum anders, als selbst gläubig zu sein.
Da hält man sich nunmal an das, was man kennt und verteidigt, was einem wichtig ist.

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Das hast du korrekt beobachtet.

Leider ist es so, dass insbesondere unbedarfte und fanatisierte Fundamentalisten ein solches Verhaltensmuster aufweisen - wie auch hier bei GF tagtäglich zu beobachten.

Sie begeben sich eine Opferrolle, ohne Opfer zu sein und werten auch nur die leiseste Kritik an ihrem Glauben als persönlichen Angriff. Ein blinder Reflex ...

Sie haben Angst, dass ihr Glaubensgebäude zusammenkracht, wenn nur ein einziger Stein dieses Gebäudes entfernt wird.

Ein solches Verhalten ist typisch für Glaubensfanatiker aller Schattierungen.

Es fehlt dann nur noch, dass den "Kritikern" das ewige Höllenfeuer angedroht wird - wie leider auch hier bei GF tagtäglich zu beobachten.

Gruß, earnest


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Kommentar von Aktzeptieren
21.09.2016, 10:11

genau durch solche Leute wie du oder derbuddha :D. 1. Nenne bitte keine Religion Fundamentalismus oder irgendwas so. 2.Opfer ist eine Beleidigung. 3. Ich kann dich zu nichts zwingen, aber du versuchst immer Religionen in den Dreck zu ziehen und ich bitte dich das du damit aufhörst.

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Kommentar von Aktzeptieren
21.09.2016, 10:25

Ich meine damit, wenn du auf fragen die mit Religionen zu tun haben antwortest, dann bitte ohne die Religion als Märchen zu nennen oder irgendwas so, das sehen viele als Beleidigung. Du achtest darauf :) aber derbuddha ist einfach immer gemein, da bekommt man gleich Hass auf ihn und antwortet auf andere genau gleich! Und wie schon gesagt ich zwinge dich zu nichts, aber ich bitte dich Religionen zu akzeptieren, dass machst du eigentlich auch.

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Kommentar von Nadelwald75
21.09.2016, 10:52

Hallo earnest, einverstanden!

Unter Kritik verstehe ich zunächst einmal von der Wortbedeutung her (krinein) die sachliche Auseinandersetzung mit unterschiedenen Meinungen, also durchaus positiv zu sehen.

Auch, wenn es ein noch sachlicher Angriff ist - damit kann man sich ebenso sachlich auseinandersetzen.

Bleibt noch eine "Kritikfom", die ich aber nicht als Kritkik sehe, bei der die Meinung eines anderen bewusst lächerlich gemacht wird, bei der jemand von der Person her angegriffen wird, die bewusst beleidigend sein soll: Und auch damit könnte ich leben.

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Kommentar von earnest
21.09.2016, 11:15

-edit: Sie begeben sich in eine Opferrrolle

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Naja, kritisieren kannst du die Menschen selber, aber wenn ich dir sag: Du deine Mutter kocht nicht so dolle... Oder: Deine Mutter ist ja eigentlich schon ganz lieb, aber sie raucht und trinkt..

Dann meinst du: Woher willst du das wissen, kennst du meine Mutter so gut??!!

Ich denke das ist der Grund, die Liebe zu ihrer Religion, die Unkenntnis der kritisierenden Laien, und und vielleicht auch die Undankbarkeit gegenüber Gott. Denn Glauben ist eine der beiden stärksten Kräfte die ich kenn.

Was Atheisten in derer Augen sind, weiss ich nicht ;)

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Ich glaube, das ist einfacher als man denkt.

Religion ist eine Frage des Glaubens.

Übst Du Kritik an der Religion eines Menschen stellst Du etwas sehr Persönliches in frage - nämlich die Gedanken und Überzeugung eines Menschen.

Du unterstellst ihm, dass er falsch denkt und das ist für viele Grund genug beleidigt zu sein.

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Kannst du Beispiele nennen? Meiner Erfahrung nach tun das religiöse Leute selten und manchmal haben sie damit auch Recht, weil viele Atheisten heutzutage Kritk mit Beleldigung vermuschen.

"Vor allem wird man dann als intolerant, unwissend und manipuliert bezeichnet."

Weder muss das passieren, wenn sich jemand von dir beleidigt fühlt. Noch ist sich beleidigt zu fühlen eine notwendige Voraussetzung.

"Aber ich verstehe das nicht, sind diese Menschen echt nicht fähig dazu, andere Meinungen zu akzeptieren?"

Manchmal sind sie es nicht. Gerade in Sachen Religion ist das ein Problem. Es gibt Religiöse, die Atheisten ihre Rationalität absprechen wollen. Kritikern die Rationalität abzuerkennen, ist ein Defensivmechanismus und prinzipiell könnte dazu auch gehören, Kritken als Beleldigung aufzufassen.

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