Wieso nehmen Gläubige auch ärztliche Hilfe in Anspruch - hilft ihnen ihr heiliger Gott doch nicht so sehr?

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13 Antworten

Mir ist das auch schon aufgefallen:

  • Man glaubt nicht an Evolution, möchte aber auch moderne Antibiotika, nicht die aus den 60er Jahren gegen die heute dank der stattgefundenen Evolution Erreger resistent sind.
  • Man glaubt nicht an die Korrektheit von Nuklearen Zerfallsraten und eine Datierung die den Planeten älter als 6000 Jahre macht, aber man navigiert mit GPS das ohne die Atomuhren nicht funktionieren könnte zum Gottesdienst.
  • Man sagt, Wissenschaft könne man ignorieren, da die Ergebnisse immer vorläufig und damit nie "richtig" wären, aber man benutzt nicht etwa Steintafeln sondern einen Computer und das Internet um diese Meinung zu verbreiten - beides Dinge die ohne eben diese Wissenschaftlichen Erkenntnisse gar nicht möglich wären.
  • .......

Natürlich schwankt das Ausmaß der Wahrnehmungsstörung - nicht jeder religiöse Mensch ist in allen Lebensbereichen so - aber prinzipiell scheint das immer vorhanden zu sein, und wenn es nur um die Frage geht, ob Gott existiert.

Warum religiöse Menschen das tun? Auch hier: Nicht alle religiösen sind gleich. Es gibt einige Glaubensgemeinschaften deren Mitglieder z.B. keine Bluttransfusionen annehmen.

Anderes Beispiel: Es gibt meines Wissens keinen Gentechnik-Gegner mit Diabetes, der gerade im sterben liegt, weil er gentechnisch hergestelltes Humaninsulin ablehnt.

Ich vermute Menschen sind einfach so. Sitzen auf ihrem hohen Roß wenn sie es sich erlauben können, und wenn es dann ums Überleben (oder einfach nur um Bequemlichkeit) geht lassen sie 5 gerade sein...

Ich würde mir da auch mehr Ehrlichkeit und Konsequenz wünschen.

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Kommentar von nowka20
05.02.2017, 17:19

-glaube gibt lebenshilfe

-wissenschaft gibt erkenntnis

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Was meinst Du, wie viele Gläubige würde es geben, wenn dem so wäre?

Käme dann noch dazu, dass es jedem gläubigen Christen materiell gut ginge, dann gäbe es fast keine "Ungläubigen" mehr. 

Tatsächlich scheint es mir so zu sein, dass Gläubige ärztliche Gesundheitsprobleme leichter tragen, als der Durchschnitt der Mitbürger. 

Und doch sagt Jesus Christus in Matthäus 5,45: „Der Vater im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Prüfungen, gleich welcher Art, bleiben Gläubigen nicht erspart. Doch sie glauben, dass Gott alles in seiner Hand hat. Nach seinem Plan und seinen Vorstellungen. 

Es gab und wird es immer wieder geben, dass nach Gebeten von Freunden und Angehörigen "Berge versetzt wurden" und an Kranken und Verletzten medizinisch nicht erklärbare Wunder geschahen. 

Ein Buch dazu: 

"Krankenheilung -Ein wahrer Klassiker" - 

ISBN: 978-3-940794-97-0

Zum Thema "Berge versetzen" kenne ich viele andere Bücher. Zwei  Tipps: 

"Ich habe Gott gesehen" von Klaus-Dieter John 

ISBN: 978-3-7655-1757-0

"Gott hat uns gesehen" 

ISBN: 978-3-7655-0930-8

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Nun ja, du scheinst mir hier verschiedene Dinge zu verwechseln. Ebenso wie Walter Faber in Frischs Roman "Homo faber", stellst du Religion und Naturwissenschaft in Konkurrenz: was das eine nicht kann, kann das andere; folglich sei Religion nicht notwendig und somit falsch. Mir scheint es, als würde dir der Begriff "Gott" nicht ganz klar vorkommen. Denn die Auffassung, Gott würde mal schnell kommen und einen heilen, ist wohl eher die Auffassung einer der vielen heidnischen Religionen, die dem Menschen waren, allerdings entspricht dies nicht dem Gottesbild des Gottes der christlichen Tradition. Der Gott des Christentums kommt nicht einfach vom Himmel herab, heilt ein paar Menschen und geht dann wieder. Solch ein Gottesbild würde bedeuten, Gott stehe über dem Menschen, an der Spitze der Hierarchiepyramide und beherrscht von dort aus alles. Nichts könnte weiter daneben liegen. Denn Gott ist nicht ein seiendes, mächtiges Wesen; er ist der Seiende, ὁ ὤν; er erhält alles im Sein. So handelt er nicht direkt, sondern indirekt u.a. in den Naturgesetzen.

Die Metaphorik vom Glauben, der Berge versetzen kann, deute ich, dass ein fester Glaube dem Menschen im Leben Halt gibt, allerdings nicht, dass Gott spontan heilt. So etwas mag es auch geben, wenn auch nur in geringer Zahl - man nennt es dann Wunder -, aber Wunder sind eigentlich nicht notwendig, um zu glauben. Der Christ führt in dieser Hinsicht ein ganz normales Leben; er ist nicht, wie die Tiere, die durch die Natur fast schon von selbst versorgt werden. Der Mensch soll selbst überleben, er soll selbst ernten, er soll sich selbst versorgen können. Der Mensch braucht somit auch einen Arzt. Denn nach deiner Auffassung müsste ein Gläubiger Mensch dann auch gar nicht arbeiten, denn es müsste ja alles Gott machen. Dann wäre der Mensch ziemlich faul. Man lässt Gott alles machen. Aber was ist denn das für eine Auffassung? Der Mensch ist Herrscher und Gott ist ein Sklave des Menschen?  Solch eine Auffassung würde wieder zum Sündenfall führen: der Mensch will wie Gott sein, er will sich über Gott stellen und besser als er wissen, was gut und richtig ist.

Nun, ich gehe zum Arzt. Und gerade als Christ soll man Gottes handeln in den Mitmenschen sehen. So sehe ich nach einer guten Operation in dem Arzt ein Stück weit Gott, der sich meiner erbarmt und im Mitmenschen handelt. Nicht direkt sondern indirekt. Ich danke Gott, dass die Operation gut verlaufen ist; ich danke ihm, dass er die Natur so geschaffen hat, dass es überhaupt Moleküle gibt, die sich letztenendes so zusammenfügen lassen, dass sie eine Medizin ergeben, ich danke Gott, dass er die Bedingungen für ärztliche Hilfe in den Gesetzen der Natur so verankert hat, dass ärztliche Hilfe überhaupt nur möglich sein kann; ich danke Gott, dass er mich liebt. Für dieses wunderbare Handeln, welches er indirekt in den Dingen vollzieht, danke ich Gott und kann nur sagen: Hosea (hebräischer Name, bedeutet: Gott hilft).

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Kommentar von Honah
05.02.2017, 22:07

Das klingt alles sehr überzeugend. Nur woher nimmst du die Gewissheit, dass es überhaupt einen Gott gibt? Das zu glauben und zu fühlen, wäre das eine, ob es tatsächlich auch so ist, das andere. Sicher kann sich in beiden Fällen kein Mensch sein. So gehe ich genauso zu einem Arzt wie du hin. Auf seine Heilkunst können wir uns verlassen und leider in manchen Fällen auch nicht. Denn Ärzte sind auch nur Menschen - keine fehlerfreien.

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Abgesehen von der Bibel ist das Wahr, dass unser Bewusstsein und unsere Gedanken effektiv in unseren Körper eingreifen. Krankheit generell ist ein Zeichen dafür, dass Geistig etwas nicht stimmt. der Körper drückt es mit einer Krankheit aus. Es ist durchaus Möglich auch nicht Schulärztlich Gesund zu werden. Leute die dies Prädigen und dann zum Schularzt gehen haben nicht genug Wille für die alternative Genesung bzw. glauben daran, dass der Arzt ihnen sagen kann was sie haben. So wie du dich mit deiner Psyche heilen kannst, kannst du dich damit auch zerstören. Aus diesem Grund würde ich auch nicht auf den Arzt hören wenn er mir sagen würde ich würde nurnoch X Tage leben. Der glaube daran, dass das so ist, wird es zu dem machen. 

Schwer sich damit in Einklang zu bringen aber Interessierte wissen dies schon lange :)

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Kommentar von Bodesurry
05.02.2017, 16:28

So pauschal und generell kann man das nicht sagen. Denke nur einmal an ein einfaches Beispiel - die Krankheit "Grippe". 

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Das liegt daran, dass sie in Wirklichkeit nicht an diesen Unsinn glauben.

matmat hat das schon großartig zusammengefasst, dazu sei noch zu sagen dass selbst Menschen die an göttliche Vorherbestimmung glauben beim Überqueren der Straße nach links und rechts sehen.

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Kommentar von Honah
06.02.2017, 17:46

Sie glauben in etwa, dass der Arzt mithilfe vom Herrgott behandelt/heilt

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Das kann er ja auch, muss aber nicht ;) 

Gott heilt wann ER will und nicht wenn wir es wollen... Gott will uns manchmal etwas zeigen und vielleicht heilt er deswegen nicht immer. Wenn ich ein gebrechen habe, gehe ich eigentlich immer erst zu Gott, bete dafür und lass für mich beten. Du hast völlig richtig verstanden, dass es dazu glauben und Vertrauen braucht. Ich bin überzeugt davon würden wir wirklich tief daran glauben dann würde Gott viel viel mehr Zugang zu uns haben und uns Heilung schenken. Aber das ist selbst als gläubiger Mensch nicht immer so einfach. Deswegen braucht es auch Menschliche Hilfe (Gott hat ja auch Menschen berufen Arzt zu sein). Und wir dürfen auch als gläubige Leute, menschliche Hilfe in Anspruch nehmen. 

Ich habe aber auch schon erlebt, dass Menschen durch ein einfaches Gebet von einer Sekunde auf die andere Schmerzfrei waren. Z.B hatten wir in unserem Jugendtreff mit einem Vater eines Kindes gebetet, der mit starken Rückenschmerzen kam. Wir beteten und er sagte danach zu uns: hää, wie habt ihr das gemacht? Wir haben nichts gemacht, nur gebetet :-) Er: Die Schmerzen sind weg...einfach weg... Er war völlig aus dem Häuschen! Er sagte, dass er ja schon wusste, dass Gott sowas kann aber das gleich so zu erleben ist wirklich unglaublich! 

Andere male haben wir Gebetet und es passierte nichts. Aber das ist kein Grund aufzuhören. Wir kennen Gottes Pläne nicht, wir verstehen sein handeln manchmal nicht und dennoch dürfen wir immer wieder zu Ihm gehen und weiter zu beten! 

LG 

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Hallo,

Sie haben völlig Recht - "normalerweise müßte dieser Glaube heilen können. Und dennoch haben Sie Unrecht: nicht der Glaube heilt, sondern der Glaube an den Herrn Jesus Christus und an dessen universale Heilkraft. In Mose steht übrigens: Ich bin dein Gott - ich heile dich. Und da liegt auch schon die Crux: es geschehe uns nach dem Maß unseres Glaubens, sagt Jesus an anderer Stelle. Da wir alle hier auf dieser Welt dem "Fürsten dieser Welt", also Satan als der Verkörperung des Sündenprinzips ausgesetzt sind, befinden wir uns in einem ständigen Spannungsfeld zwischen glauben und zweifeln. Und das wäre ein Grund, weshalb wir auch gesundheitlich nicht die Segnungen genießen können, die uns Gott eigentlich zusagt.

Außerdem könnte es sein, daß uns Gott hingibt und eine zeitlang beläßt in Phasen von Erkrankungen, damit wir Zeit zur Reflexion, zum Bibellesen, zum Gebet und zur Ruhe finden.

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Du stellst eine sehr gute Frage und hast 100%ig Recht sie zu stellen. Ja, es stimmt, eigentlich müsste ein Christ sich in Bezug auf jede Heilung nur auf JESUS verlassen und sollte eigentlich auch gar keinen Arzt aufsuchen, noch nicht einmal bei lebensbedrohlichen Sachen.

Um allerdings das Recht auf Heilung durch JESUS zu haben, müsste der Christ auch in der 100%igen Jesusnachfolge stehen - mit allem, was dies beinhaltet, und mit allen Konsequenzen. Und da hapert es bei den allermeisten "Christen" ganz gewaltig. - Dies ist definitiv der einzige Grund, warum sie dann meistens doch zum Arzt rennen müssen.

: )

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Kommentar von Honah
06.02.2017, 17:43

Entscheidend ist, ob der Arzt tatsächlich auch ein Arzt oder Heiler ist. Fragst du den Arzt vorher, ob er Christ, Moslem, Jude, Buddhist oder Atheist ist? Ich nicht. Wieso auch?

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Hallo Honah,

wir hatten gestern schon mal das Vergnügen.

Der Witz von PhotonX sagt ziemlich klar, wie es ist.

Gott wirkt nicht durch sich selbst, sondern durch uns  Menschen.

Es ist sogar möglich, das er im Moment durch dich wirkt. Das du uns mit deinem Fragen zum Nachdenken anregst....

Du schmeissst alle Gläubigen in einen Topf. Und das ist nicht gut.

Ja, es gibt Menschen, die die Evolution abstreiten, die Bibel wörtlich nehmen und die Wissenschaft als Teufelswerk ansehen.

Es gibt aber auch die anderen Gläubigen, die wissen, das die Bibel ein theologisches Werk ist und interpretiert werden muss. Die die Evolution als wahrscheinlich ansehen und dankbar für den Sinn und Nutzen der Wissenschaften sind

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Kommentar von Kessy04
18.03.2017, 13:41

Dass Gott uns Menschen als Werkzeuge und Diener nutzt, um zu wirken, heißt noch lange nicht, dass er nicht aus sich selbst wirkt!

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Ich sehe zwischen Ärzten und einem Glauben, der Gott alles zutraut, zunächst keinen grundsätzlichen Widerspruch. Möglicherweise sind Gläubige hier bei uns von einer Art materialistischen Denkweise beeinflusst, die Gott etwas weniger zutraut, als dies in anderen Kontinenten/Kulturen üblich istund gelebt wird.

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Eine Flutkatastrophe sucht die Stadt heim. Das Wasser steigt
unaufhaltsam, und die Menschen fliehen. Ein sehr frommer Bürger sitzt an
einem Fenster seines Hauses, und als ein Boot vorbei kommt, ruft er:
„Fahrt ruhig weiter! Gott wird mich schon retten!“ Als das Wassser
weiter steigt, wird ein Rettungsboot losgeschickt, um nach Überlebenden
zu suchen. Der fromme Bürger sitzt jetzt am Fenster des zweiten Stocks
und ruft dem Boot zu: „Gott wird mich schon retten, fahrt weiter!“ Das
Wasser erreicht die Hausdächer, und man beschließt, einen Hubschrauber
zu schicken, um den Mann zu holen. Als der Hubschrauber auf das Haus
zufliegt, steht der Mann auf dem Dach, winkt und ruft: „Macht euch keine
Sorgen, Gott wird mich schon retten!“ Das Wasser steigt weiter, der
Mann ertrinkt, kommt in den Himmel und beklagt sich bei Gott: „Warum
hast du mich nicht gerettet?“ Gott sieht ihn verwundert an und fragt:
„Sind die beiden Boote und der Hubschrauber nicht angekommen?“

https://www.tages-witz.com/allgemein/tages-witz-nach-einer-flutkatastrophe/

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bei physischen krankheiten überläßt gott die menschen sich selbst

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Gott hat uns die Ärzte gegeben, damit diese uns behandeln können. Wiso sollte Gott uns dann nicht helfen?

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