Wieso nehmen die Leute Drogen und werden abhängig?

12 Antworten

Aus deiner Frage entnehme ich, dass du wahrscheinlich noch nie Drogen genommen hast, bzw. dich noch nie so richtig mit dem Thema befasst hast.

Erstmal müssen Leute nicht unbedingt abhängig sein, wenn sie Drogen nehmen. Die meisten sind süchtig, aber da gibt es einen Unterschied zwischen süchtig und abhängig. Ich bin selbst Konsument und habe schon viele Erfahrungen gemacht.

Jetzt war aber deine Frage, warum Leute abhängig werden.
Das hat verschiedene Gründe. Es kommt zum einen darauf an, was die Leute konsumieren, in welchen Mengen sie das tun, welche Qualität der Stoff hat und WARUM sie das tun.

Es gibt Drogen, die schnell süchtig und dann abhängig machen. Wie du schon richtig aufgezählt hast, ist das zum einen Crystal und Kokain, aber auch Heroin gehört dazu. In meinen Augen sind diese 3 Drogen Teufelszeug, da sie darauf ausgelegt sind schnell abhängig zu machen (es gibt Ausnahmefälle).

Das Problem ist, sobald du einmal abhängig bist, ist es sehr schwer von dem Zeug loszukommen, da es meistens beim Entzug zu extremen Schmerzen kommt und der psychische Druck unglaublich groß ist. Viele konsumieren dann einfach weiter, weil das einfach sonst unerträglich ist. Der Körper gewöhnt sich mit der Zeit an den Stoff, weshalb du dann irgendwann jeden Tag deinen "Kick" brauchst um auch mit deinem Leben klar zu kommen. Was sich damit die Leute antun, wissen sie meistens nicht und wenn sie es dann erkennen, ist es meistens fast schon zu spät.

Deswegen sage ich immer wieder:
Man muss wissen was alles passieren kann, wenn man damit anfängt. Die Folgen müssen einen schon von Anfang an klar sein, sonst lässt man sich mit dem Teufel ein. Es ist schon auch so schwer genug darüber die Kontrolle zu behalten. Jeder, der denkt, dass das nur Spaß ist (was es eigentlich auch nur sein sollte), der hat in der Szene nix zu suchen. Es ist immer wichtig, dass man alles mit Vorsicht genießt und nicht übertreibt. Für mich sind einige Drogen taboo. Egal wie oft man sie mir anbietet, ich konsumiere nicht alles, weil ich weiß, dass es Zeug gibt, mit den ich einfach nicht umgehen kann. Auch wenn es noch so ein geiler Rausch wäre. Es muss Grenzen geben und jeder legt die für sich selbst fest. Und dabei passiert es dann halt oft genug, dass die Leute sich überschätzen und dann hast du da deine Leichen am Bahnhof.

Man muss dazu sagen, dass der meiste Stoff einfach auch nur total minderwertig ist und von daher noch VIEL schädlicher ist, als sowie so schon. Man muss dafür ein Gefühl bekommen und sollte da auf einige Dinge achten, aber selbst dann ist es noch schwer genug sauberes von unsauberen Zeug zu erkennen. Deshalb sollte man im Zweifelsfall einfach die Finger davon lassen und nein sagen. Aber das kriegen die meisten Leute einfach nicht hin, weil es ihn an Disziplin mangelt oder sie einfach schon abhängig sind. Und bevor sie dann gar nix haben, nehmen sie auch den Sche*ß oder akzeptieren teuere Preise.

Dealer die das ausnutzen sind in meinen Augen alles Mörder und werfen ein schlechtes Licht auf die Szene. Es gibt einen ungeschriebenen Ehrenkodex, an den sich jeder Dealer halten sollte:

Ein Deal ist ein Deal!
Streck dein Zeug nicht!
Verkaufe kein Mist!
Mach faire Preise!
Verkaufe nicht an Kiddis oder Menschen mit geistiger Be*inderung!
Zieh niemanden ab!

Wenn sich die Leute daran schon mal halten würden, würdest du erst gar nicht so viele kaputte Menschen sehen. Es gibt dann zwar immer noch ein paar Leute, die sich nicht unter Kontrolle haben, aber es wären schon wesentlich weniger.

Am Ende kann ich nur nochmal sagen, dass jeder selbst wissen muss auf was er sich da einlässt. Und jeder muss den Drogen in seinem Leben einen eigenen Stellenwert geben und damit zulassen, wie sehr sie einen beeinflussen.

Wer Drogen konsumiert um Spaß zu haben, der geht da schon falsch an die Sache ran. Wer aber Drogen nimmt, um seien Spaß zu versüßen, der wird auch niemals Drogen leichtfertig missbrauchen. Man kann dann eigentlich gar nicht von einen Missbrauch reden.

Es gibt auch Menschen, die Drogen nehmen um eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen und sich mit ihren Unterbewusstsein zu verbinden. Bei vielen Naturvölkern ist das der Fall. Dies kann unglaubliche Kräfte hervorrufen, den diese Leute aus den Naturvölkern haben verstanden, wie mächtig ihre Gedanken sind, was heute selten ist. Wenn du wüsstest, wie mächtig deine Gedanken sind, würdest du nie wieder schlechte Gedanken haben. Und damit haben sie vollkommen recht.

Ich möchte dir damit eigentlich auch nur sagen, dass nicht jeder, der Drogen nimmt ein schlechter Mensch ist oder automatisch so enden muss, wie du es vielleicht mitbekommst. Ich finde es sehr toll, dass du dir über dieses Thema Gedanken gemacht hast und ich hoffe ich konnte dir hier mit meinen kleinen Roman einen gewissen Einblick verschaffen. Solltest du noch Fragen haben, kannst du sie mir ruhig stellen und ich werde versuchen dir diese dann zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Funsoft

Es gibt so viele Gründe, weshalb Menschen Drogen konsumieren.

Es gibt Leute, die aus Neugier anfangen Drogen zu nehmen. Auch aus neugierig kann man in die sucht oder Abhängigkeit geraten.

Dann gibt es noch die Konsumenten, die die Realität entfliehen wollen. Für die sind Drogen ein halt. Sie sehen ein neuen Sinn im Leben. Und ja, natürlich führt das zu einer Abhängigkeit. Doch wenn das konsumieren irgendwann kein Spaß mehr macht - man nur noch auf Drogen glücklich ist, aber eigentlich aufhören will - ja dann ist man in einen tiefen Teufelskreis.

Also manche probieren sich aus, machen sich besondere Tage daraus, haben einfach Spaß & manche nehmen sie um mit ihr Leben klar zu kommen.

Sie nehmen es zum ersten Mal, um irgendeiner Sache zu entfliehen.

Das fühlt sich gut an, also möchten sie diese Gefühl noch mal haben.

Spätestens dann ist die Abhängigkeit gesetzt und ein Zurück nicht mal eben möglich.

Da die Drogen den Blick auf das Elend bestens verstellen, besteht auch keine Notwendigkeit, sich mit dem Liegen in der eigenen Kotze auseinanderzusetzen. Dafür gibt es dann die nächste Dröhnung.

Kurze und klare Momente kommen vor, der Ekel vor dem eigenen So-sein beschleunigt dann nur noch den nächsten Kick.

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