Wieso musste man zur Gewinnung von Kohle ,,unter Tage"?

6 Antworten

Das hängt erst einmal von der Art der Kohle ab.

1.) Die Braunkohle wird im so genannten "Tagebau" durch Bewegung riesiger Massen Abraum mittels gigantischer Bagger abgebaut. Hier wird die komplette Landschaft umgestaltet, auch Dörfer und ihre Bewohner müssen weichen. Da es bei dieser Art Bergbau alles bei Tageslicht stattfindet heißt es eben "Tagebau". Die Braunkohle landet vor allem in Braunkohlekraftwerken zur Stromerzeugung, zur Herstellung von Eisen ist sie ungeeignet.

2.) Steinkohle kann teilweise in Ländern wie China noch im Tagebau gewonnen werden, in Deutschland ist man zur Gewinnung "unter Tage" immer tiefer und tiefer gegangen, weil alle oberflächennahen Vorkommen seit Jahrzehnten ausgeschöpft sind. Die deutsche Steinkohle ist durch die extreme Tiefe der verbleibenden Vorkommen unrentabel, sodass ihr endgültiges Ende bevorsteht. Steinkohle kommt heute als Importkohle zum Beispiel aus Brasilien, jedoch ist der Bedarf nicht so hoch wie früher weil die Eisen-und Stahlerzeugung nur noch sehr beschränkt in Deutschland stattfindet.

Das Ende des Steinkohlebrgbaus in Deutschland hat jedoch leider wahrscheinlich auch sekundäre Auswirkungen auf den Industriezweig der Bergbautechnik, da kein Betätigungsfeld mehr unmittelbar vor Ort besteht.

Weil die Steinkohle nun mal nicht oben rumliegt, sondern in einer Tiefe von mehreren hundert Metern ......

Die Bezeichnung Tag steht im Bergbau nicht wie im sonstigen Sprachgebrauch für eine Zeitspanne (siehe Tag), sondern für die dem Licht ausgesetzte Erdoberfläche. Tag ist somit eine Abkürzung für Tageslicht in Bezug auf die dem Licht des Tages freigelegte Oberfläche. Im Tagebau sind dies die lichtexponierten Abbauflächen, wenn versucht wird oberflächennahe Bodenschätze zu gewinnen. Außer in den Ausdrücken über Tage und unter Tage wird das Wort in dieser Bedeutung alleinstehend nur selten gebraucht, doch in Zusammensetzungen häufiger, so zum Beispiel auch in Untertagebau oder Tagschacht.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_(Bergbau)

"Unter Tage" bedeutet ja, dass man in einem Bergwerk mehr oder weniger tief unter der Erde arbeitet. Damit ist die Antwort dann recht einfach: Dort liegt reichlich Kohle, direkt an der Oberfläche gibt es aber keine mehr, und sich über Hunderte von Metern von oben durchzugraben, das wäre sehr unpraktisch. Also bohrt man halt einen Schacht (senkrecht) dorthin, wo die meiste Kohle liegt, und wenn man da ist, buddelt man einen Stollen (waagerecht), um dann auch wirklich an die Kohle zu kommen. Sich die Kohle "über Tage", also im Tagebau abzuholen, das wäre noch viel aufwendiger oder ginge vielleicht gar nicht.

da die meisten Kohlevorkommen, tief, sehr tief unter der Erde vorkommen.

Es gibt aber auch Tageabbaugebiete.

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