Wieso muss bei Reaktionsgleichungen die Mol-Anzahl nicht übereinstimmen?

10 Antworten

Die Teilchenanzahl ist doch auch eine Gewichtsangabe, je mehr Teilchen, desto mehr Gewicht.

Falsch. Wenn du zwei Teilchen zusammenklebst, bleibt das Gewicht gleich, aber du hast nur noch ein Teilchen. Wenn du eins zerreißt, hast du auch mehrere - und das Gewicht ist immer noch dasselbe.­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

Wieso bleibt das Gewicht gleich? 2 Kugeln wiegen doch mehr als 1?

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@philosophus

Wenn du aber aus zwei Knetekugeln eine formst, wiegt die nicht weniger.

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@gorown

Hmmm, du hast sicherlich recht, aber es kommt nicht bei mir an.

Was ich hier lese ist:

2 * 6 * 10²³ Teilchen -> 2 * 6 * 10²³ Teilchen* + 1 * 6 * 10²³ Teilchen

Auf der rechten Seite sind definitiv mehr Teilchen.

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@philosophus

Nö ... zähl mal genau nach. Die Summen der Teilchen stimmen. Das ist nicht das Problem.^^

flüstern: Sauerstoffradikale^^

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@Eulenspiegel

Sauerstoffradikale hatte ich noch nicht in meinem Lehrgang.

Und 2 + 1 ist doch mehr als 2 :/

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@philosophus

Moin,

ja, mehr Teilchen schon, aber nicht mehr Masse, denn die 2 Mol HgO haben die gleiche Masse wie 2 Mol Hg + 1 Mol O2 zusammen!

2 Teilchen HgO haben die Masse 433,2 u (2 • 200,6 u + 2 • 16,0 u)

2 Teilchen Hg haben die Masse 401,2 u (2 • 200,6 u)

1 Teilchen O2 hat die Masse 32,0 u (1 • 16,0 • 2)

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@philosophus

Der Punkt ist, bei deiner Reaktion kommen nicht O-Radikale raus, sondern Sauerstoffgas. Also O₂. Und das verwirrt dich bei deiner Zählung.

Machen wir die Rechnung mal für ein HgO:

HgO -> Hg + O (unproblematisch oder?)

Da O (Sauerstoffradikal) aber so reaktiv ist, das es sofort weiter reagiert. Und Gase im allgemeinen als "Molekül" vorliegen. Können wir das O nicht einfach so stehen lassen. Also ...

2 HgO -> 2Hg + 2 O -> 2Hg + O₂

2 x(1+1) -> 2 x (1) +1 x (2)

4 -> 4

Alles ist gut^^

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@DedeM

Zuviele Zahlen!

Seven, stell dir einfach eine Quecksiberkugel vor (Als "Platzhalter" für ein Quecksilber Atom) und eine Gaskugel (für den Sauerstoff).

Die hängen am Anfang zusammen. So richtig schön aneinandergepappt. Jetzt gehst Du hin, und schneidest die eine Kugel mit deinem ultrathermischen-Magiemesser, von der anderen. Und -Oh Wunder- Du hast 2 Kugeln. Eine Quecksilberkugel, und eine Gaskugel. Wiegen die beiden getrennten Kugeln zusammen jetzt mehr oder weniger oder gleichviel, wie die Ursprungskugeln?

Jap ... gleichviel. Du hast ja nix abgeschnitten, sondern nur die Kugeln getrennt ...

Das sollte jetzt aber echt vorstellbar sein.

Und das Mol: Man macht das mit dem Ultrathermischen-Magiemesser nicht nur einmal, sondern richtig richtig richtig oft ...wie oft? 6 x 10^23 mal ... (was aber egal ist, einmal reicht ums zu verstehen.)

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Die Teilchenanzahl ist doch auch eine Gewichtsangabe,

Nein, die Teilchenzahl ist KEINE Gewichtsangabe, es ist lediglich die Angabe einer Anzahl.

je mehr Teilchen, desto mehr Gewicht.

Das stimmt nur dann sicher, wenn alle Teilchen gleich schwer sind. Das ist aber nicht der Fall, wenn man ein Teilchen in zwei oder mehr kleinere Teilchen zerlegt.

Beispiel: Du hast ein Haus aus 500 Legosteinen, also ein Teilchen "Haus". Nun zerlegst du das Haus in seine Einzelteile und erhältst 500 kleinere Teilchen, die aber zusammen genauso schwer sind, wie das eine Teil "Haus". Aus einem Teil wurden also 500 Teile. Trotzdem wiegen die 500 kleineren Teile insgesamt nicht mehr, als das eine Teil "Haus".

Erstens heisst es O2, und zweitens geht es nur um den Massenerhalt. Wenn du einen Ziegelstein fallen lässt, hast du viele kleine "Ziegelsteine", und trotzdem ist die Gesamtmasse gleich.

Die Stoffmenge, welche ja in mol gemessen wird, ist eine extensive Größe, sie gibt also quasi bestimmte Eigenschaften eines Stoffes wider. Allerdings ist die Stoffmenge keine Erhaltungsgröße, bei einer Reaktion kann Stoffmenge also sowohl erzeugt als auch vernichtet werden. Ein weiteres Beispiel für eine extensive Größe, welche keinem strengen Erhaltungssatz genügt, ist zum Beispiel die Entropie. Sie kann erzeugt, aber nicht vernichtet werden. Die meisten extensiven Größen, wie zum Beispiel Energie, Impuls, Drehimpuls, el. Ladung, genügen einem strengen Erhaltungssatz, man kann sie weder erzeugen noch vernichten.
Nun gibt es bei den nicht erhaltenden Größen aber dennoch bestimmte Vorgänge, bei denen diese Größen dann doch erhalten bleiben, diese Vorgänge haben oft bestimmte Namen. Im Fall der Entropie heißen Vorgänge, bei denen die Entropie erhalten bleibt, also nicht zunimmt, reversibel, sie sind also umkehrbar und spielen daher in der Theorie der Thermodynamik als Idealisierung eine große Rolle. Reaktionen, bei denen die Stoffmenge erhalten bleibt, werden ulkigerweise nicht mehr der Chemie, sondern in der Regel der Physik zugeordnet, zum Beispiel Phasenübergänge von Stoffen etc.

Aus zwei Teilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff (= 3 Teile) entstehen zwei Teile Wasser - nur so zum Beispiel.

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