Wieso mögen Menschen Gewürze oder warmes Essen?

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Um die Frage zu beantworten muss mal erstmal klären warum uns überhaupt etwas schmeckt.

Wir essen weil wir unserem Körper Ressourcen zuführen müssen. Das Essen wird bei der Verdauung in seine Bestandteile zerlegt welche dann auf verschiedene Weise im Körper verwertet werden.

Energiebereitstellung, Aufbau von Muskeln und anderen Zellen, etc.etc.

Das was unser Körper am meisten braucht ist Energie, also Nährstoffe die sich gut "verbrennen" lassen und an zweiter Stelle Nährstoffe die eingelagert werden können um später verbraucht zu werden.

Damit wir nun auch das essen was viele dieser Nährstoffe enthält, haben wir Geschmackszellen entwickelt, die ganz spezifische Informationen über den Nährwertgehalt unserer Lebensmittel liefern (in Form von "Geschmack").

Ist eine Speise reich an Nährwert, an verschiedenen wichtigen Stoffen, reagieren unsere Geschmackszellen. Es schmeckt uns.

Bestes Beispiel: Zucker.

Zucker ist für den Körper das wichtigste und beste Mittel um Energie zu produzieren. Er kann ohne große Mühe verbrannt werden. Daher schmeckt uns Zucker ausserordentlich gut. Selbst Menschen die keinen Süßkram mögen, bevorzugen eine süße Erdbeere gegenüber einer unreifen, sauren.

Aber es gibt noch andere wichtige Nährstoffe, auf die unsere Geschmacksknospen reagieren. Machen wir also ein buntes Gericht, mit vielen verschiedenen Zutaten, schmeckt es uns viel besser als ein Gericht aus bloß einer Zutat, weil unser Mund sagt: "Du, das tut uns extrem gut, mehr davon!"

Gerichte zu garen, also durch Hitze zuzubereiten kommt einem Prozess der Vorverdauung gleich. Wichtige Nährstoffe werden gelöst und können leichter vom Körper aufgenommen werden. Zusätzlich wird die Nahrung weicher und leichter zu kauen.

Durch die gelösten Nährstoffe schmeckt es uns besser, weil die entsprechenden Zellen von Beginn an viel mehr Nährstoffe erkennen als bei ungegarter Nahrung.

Daher hat sich das Garen von Lebensmitteln in der ganzen Welt verbreitet und daher mögen auch alle Kulturen buntes, vielfältiges Essen.

Noch Fragen? ;)

danke für das Sternchen :)

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Die Signale des Körpers, die bewusst wahrgenommen werden, existieren nicht ohne Grund. Negative Empfindungen sind Warnungen vor körperlicher oder sozialer Gefährdung, positive Empfindungen sind Belohnungen für Reproduktion oder Sicherung der Selbsterhaltung. Solche Verbindungen herzustellen, ist ein enormer Evolutionärer Vorteil.

Geschmacks- und Geruchssinn geben grobe Informationen über die chemische Zusammensetzung der Nahrung, bevor man sie ganz aufnimmt. Auch hier werden Geschmacksrichtungen, die auf nährstoffreiche Nahrung hindeuten, als angenehm wahrgenommen (süß, umami, teilweise salzig), während Geschmacksrichtungen, die auf giftige, unreife oder verdorbene Nahrung hinweisen, meist als negativ empfunden werden (bitter, stark sauer).

Viele Gewürze haben physiologische Funktionen, sie wirken etwa antimikrobiell, regen die Durchblutung an oder machen das Essen durch ihren Einfluss auf die Verdauungsorgane leichter verdaulich. Damit lässt sich erklären, warum Gewürze grundsätzlich einen angenehmen Geschmack haben. Unser heutiges Empfinden von Gewürzen ist aber zu einem großen Teil durch Prägung und Gewöhnung bedingt, da sie uns in Massen zur Verfügung stehen. Authentische Gerichte aus früheren Epochen würden für uns heute nur fad schmecken, aber das ist reine Gewöhnungssache, die Leuten von damals hat es zufrieden gestellt.

Zum warmen Essen: Die Geschmackswahrnehmung durch den Geruchssinn beruht auf flüchtigen Substanzen, da die Riechschleimhaut ja keinen direkten Kontakt zur Nahrung hat. Je heißer die Nahrung, desto zahlreicher und schneller kommen die Aromastoffe an die Riechzellen, weshalb sie intensiver schmeckt. Andersherum ist es genauso: Eiskalte Apfelstücke unterscheiden sich geschmacklich nicht von eiskalter roher Zwiebel. Dass gegarte Nahrung außerdem länger haltbar und leichter verdaulich ist, sind ganz tolle Nebeneffekte, die aber mit dem Geschmackssinn nicht wahrnehmbar sind.

Hallo Lessuelsch,

das Essen zu kochen hat immer schon Vorteile gehabt:

- Vieles wird haltbarer dadurch

- Manches wird erst essbar durch Erhitzen (Bohnen, Kartoffeln,...)

- Manches wird vielseitiger und bekömmlicher (Getreide nicht nur als Getreidebrei, sondern als praktisches Brot)

Insgesamt spart Kochen Zeit: Man hat mehr Nahrungsmittel zur Auswahl und kann diese effektiver zu sich nehmen. Die Diät wird gehaltvoller. Alles Vorteile für eine Spezies, die ein wachsendes Gehirn zu füttern hatte...

https://www.welt.de/wissenschaft/article13558930/Kochen-als-entscheidender-Faktor-fuer-Evolutionsschub.html

Gewürze wiederum regen die Verdauung an. Sie wirken auch appetitanregend. Und im Falle frischer Kräuter enthalten sie selbst auch noch Vitamine.

Neben diesen praktischen Vorteilen, war der Menscha aber auch früher nicht dumm - auch unsere Vorfahren haben gemerkt, wenn etwas interessant geschmeckt hat.

Grüße


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