Wieso merkt mann sofort den Unterschied zwischen deutschen Filmen und Filmen aus Hollywood und Co?

17 Antworten

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Ist eben die Machart, wie der Film geschnitten ist, manchmal die Farben, die Kameraführung und nicht zuletzt die musik. Amerikanische Filme sind im ganzen greller und schneller. Die Amis haben eben einen anderen Geschmack, die sind noch mehr mit medien aufgewachsen, die können sich auf einen Film dessen Handlung sich langsam entwickelt und sehr subtil ist gar nicht mehr konzentrieren, die brauchen ständig neue visuelle Reize um konzentrationsmäßig bei der Stange zu bleiben.

Das hat natürlich mit mehreren verschiedenen Faktoren zu tun:

Schauspielausbildung:

In Deutschland ist die klassische Schauspielausbildung mehr auf Dramatik ausgelegt, wie sie am Theater gepflegt wird: Überakzentuierte Mimik, deutliche, emotionsgeschwängerte Aussprache. Das wirkt heutzutage schon fast ein wenig lächerlich, denn in Filmen werden die Rollen meist nicht allein durch schauspielerisches Talent getragen, sondern durch Effekte, geschickte Regie, aufwändige Produktionen, spektakuläre Postproduktion. An amerikanischen Schauspielschulen wird deshalb auch mehr Wert auf lebensechte, glaubwürdige Darstellung gelegt. Natürlich kommt auch dort der künstlerische und poetische Ausdruck nicht zu kurz, aber alles in allem ist die Ausbildung dort eben "moderner".

Budget:

Die großen us-amerikanischen Produktionen sind extrem teuer, und daher ist der Umsetzung der Fantasien der Produzenten und Regisseure kaum eine Grenze gesetzt.

Autoren:

In den USA arbeiten viele talentierte Autoren. Es nutzt nichts, gute Schauspieler und tolle Regisseure zu haben, wenn die Story nicht stimmt. Ein Filmproduzent hat durch die schiere Anzahl an verfügbaren Autoren deutlich mehr Möglichkeiten, eine Idee umzusetzen. In Deutschland können sich viele Autoren gerade mal so über Wasser halten und müssen daher eine mittelmäßige Story nach der anderen raushauen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht auch hier Ausnahmen gibt. Aber die Perlen muss man sich halt rauspicken.

Weil in Amerika andere Standards und Ansprüche an Inhalt, Spezialeffekte und Produktion angelegt werden, und den meisten amerikanischen Filmproduktionen auch ein vieeeel höheres Budget zur Verfügung steht, vermute ich mal.

Solche Unterschiede findest du überall, auch im Nationalfernsehen. Schau dir Osteuropäische Fernsehsender im Vergleich zu Deutschen, Französischen etc. an.

Ähnlichkeiten bzw. gleich hohe Standards findest du meist nur bei Formaten, die aus dem Ausland eingekauft wurden, siehe die zweiunddrölfzigste Staffel Supertalent / America's Got Talent, oder DSDS / American Idol, und selbst da gibt es immernoch verschiedene regionale Unterschiede.

Andere Länder, andere Sitten. Zunächst sind es ja viele Klischees, die in Hollywood-Filmen vorkommen, vom Happy-End bis zur Ami-Flagge, dem Showdown, usw.

Darüber hinaus sind Hollywoodfilme synchronisiert und auch was die Geschlechterrollen angeht ist man da mehr definiert als in Deutschland. Und die Kultur ist auch ganz anders, vom Sport und einigen Gebräuchen wie das Waffenrecht ganz zu schweigen.

Aber es sind so ziemlich alle Filme aus allen Ländern anders als Hollywoodfilme, aber auch als Deutsche Filme, wo ja in Zeitlupe gesprochen wird, alles so schön auf Urlaub gemacht wird, damit man das Mistwetter zuhause nicht sieht und doch alle so toll gerecht und gut sind, bis auf den Bösewicht.

Ich habe mal 2 Wochen lang bei einem "Film-Kurs" mitgemacht und dort wurde uns genau diese Frage gestellt nur, dass dort es statt deutschen europäische Filme waren. Aber die Antwort war diese, dass in den amerikanischen Filmen meistens Fragen beantwortet werden, sodass man nach einem Film bzw. einer Filmreihe weniger bzw. keine Fragen offen bleiben und man sich bei europäischen Filmen immer etwas dazu denken muss. Ich finde das es nicht so ist, aber so wurde es uns erklärt. Ich hoffe ich konnte dir trotzdem helfen.

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