Wieso meinen alle immer Napoleon sei ein schlechter mensch gewesen?

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8 Antworten

Wer Napoleon mit A.H. gleichsetzt, hat von Geschichte keine Ahnung und betreibt Relativismus (und vielleicht sogar Revisionismus). Napoleon hatte ganz andere Ideale und Motive, wollte z.B. die Aufklärung und die Werte der französischen Revolution offensiv verteidigen.

du bist meiner meingung :)

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Naja. Ich glaube nicht, dass viele Leute Hilter und Napoleon gleichsetzen. Napoleon ist in der Gesamtwahrnehmung schon relativ positiv besetzt. Nun hat er in seinen Feldzügen große Teile Europas erobert und die Zurückdrängung des französischen Einflusses ist wichtiger Teil der Geschichte vieler heutiger Staaten. Naturgemäß wurde der Widerstand gegen ausländische Besatzung dort lange Zeit als "Befreiung" oder ähnlich bewertet. Insofern wird Napoleon in diesen Staaten als Anführer der ehemaligen Besatzer wahrgenommen, dennoch werden aber seine positiven Taten gewürdigt (etwa die Etablierung von Bürgerrechten etc.)

Es ist ja durchaus möglich die beiden miteinander zu vergleichen. ;-) Nur fallen wahrscheinlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf. Der Hauptgrund dafür, dass eine Identität zwischen beiden gesehen wird, ist wohl der, dass beide die Welt mit einem gewaltigen Krieg überzogen haben. Um 1800 spielte die Welt außerhalb Europas für die "zivilisierte Welt" keine Rolle. Viele Staaten, die im WKII mitgemischt haben sind auch viel später zu politischer und wirtschaftlicher Bedeutung gelangt. Das bedeutet, von den damaligen Großmächten, die sich alle in Europa befanden, wurden die napoleonischen Kriege durchaus auch als Weltkrieg betrachtet, auch wenn sie nie so genannt wurden.

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Richtig wurde hier auch erwähnt, dass beide ihren Weg von ganz unten nach ganz oben gemacht haben. Beide waren übrigens "Zwerge" und beide waren extrem eitel. Anders als hier erwähnt stellt sich allerdings die Frage, ob nicht zwischen einem Kaiser um 1800 und einem Diktator um 1940 ein kleiner definitorischer Unterschied besteht. Das würde ich nur sehr vorsichtig gleichsetzen wollen.

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Ein sehr wichtiges Kriterium, in dem sich beide exakt gleichen, das aber garantiert nicht als Begründung herangezogen wird ist, beide sind "große Förderer" des deutschen Nationalismus und des deutschen Einheitsstaates gewesen. Wenngleich auf eine sehr unterschiedliche Weise. Hieran erkennt man schön eines der Kriterien für Nationalismus: es muss "die da", "die" sind an allem Schuld. Es muss jemanden geben auf die mit dem Finger gezeigt werden kann. Das waren im einen Fall die Franzosen, im anderen die Juden.

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Ideologisch betrachtet könnten die Unterschiede wahrscheinlich kaum größer sein. Ich möchte mich vor allem einem Punkt zuwenden, dem "kleinen Mann". Napoleon hat in der Tat einige Ideen der Aufklärung geteilt und einige Ideen der Französischen Revolution in die Welt getragen. Vor allem geschah dies in Form seines bürgerlichen Gesetzbuches, des Code Civil, oder auch Code Napoleon. Mit Rechtsstaatlichkeit hatte der andere nichts am Hut, spätestens nicht mehr seit er an der Macht war. Und zum anderen hat die Implementierung der Bauernbefreiung vor allem im Westen für große Veränderungen der Lebensbedingungen der normalen Leute geführt. Je weiter man nach Osten geht, desto mehr wird dieses Interesse vom Machterhaltungsinteresse überlagert. Ein schönes Beispiel dafür ist bereits die Ambivalenz in Westfalen. Wie H.tler etwas für die Lebensbedingungen getan hat kann ich nicht erkennen, da diese im Mai 1945 nicht besser aussahen als im Februar 1933, sondern bedeutend schlechter.

Eine Gemeinsamkeit fehlt noch, nämlich das Streben nach der Weltherrschaft, da war auch schon bei Napoleon die Karibik, also zumindest Teile der"Neuen Welt", eingeschlossen.

Aber sonst super gute Antwort, ein fettes DH dafür.

DH

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@erweh

Vielen Dank, mein Lieber. Aber man kann ja auch nicht an alles denken...;-)

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Den Vergleich mit Oberfuzzi dürfen sich einige Mächtige der Vergangenheit und Gegenwart stellen. Gemeinsamkeiten haben heißt aber noch lange nicht, identisch zu sein. Desweiteren, was sollen solche Gleichsetzungen bezwecken? Jeder Eroberer, Diktatur kann nicht alleine betrachtet werden. Man muß immer die Zeit betrachten, in dem ein geschichtliches Ereignis stattfand.

Zu Napoleon würde ich anmerken, daß er eine charismatische Persönlichkeit war, die über ein hervorragendes Strategisches Denken verfügte und dies in seinen militärischen Feldzügen umsetzte. Bei ihm wage ich zu behaupten, daß er im Laufe seines Lebens eine negative Persönlichkeits und Wahrnehmungsveränderung erlebte, die in gewissem Sinne an Größenwahnsinn erinnerte. Der Fuzzi hat in seinem "Werk" schon lange vor dem Beginn der NS Herrschaft ausgedrückt, was er will, wessen Geistes Kind er war und blieb. Geiale Gedankengänge kann man bei ihm nicht finden, er umgab sich mit einem Haufen von Gleichgesinnten, die in ihren Bereichen dann die Maschinerie am laufen hielten. Strategische Militärplanung dürfte man dem Österreicher getrost absprechen.

Ansonsten kann ich nur auf den umfanreichen und ausführlichen Beitrag von Nietzsche verweisen

Wäre es so, dann gäbe es nicht die leckere "Napoleon Rolle". Nach wirklich bösen Menschen wird kein Kuchen benannt.

Naja ein Völkerschlächter war er aber schon, auch wenn noch eine Qualitätsbezeichnung für Cognac nach ihm heißt.

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napoleon war der erste, überlieferte, systematische manipulator. taktisch sehr geschickt (in öffentlichkeitsarbeit)....je nach motivation ist das übel, so wie bei a.h.

tja er war eben so genial :D und ein revolutionär ich finde ihn toll und bewundere diesen mann zutiefst er hat es geschafft sich von der gosse hochzuarbeiten mit ehrgeiz! er war ein genialer politiker und nicht so wie die heute die nur um den weichen brei herum reden...klar in diesem punkt hat er was mit a. h. zu tun aber der rest nein!

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beide hatten nur eins gemeinsam: den größenwahn, die welt beherrschen zu wollen.

ansonsten kann man die beiden nicht miteinander vegleichen

Wieso "alle immer" und nicht "viele oft"?

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