Wieso macht die Union nicht mal den Weg frei für eine Politik, von der ALLE etwas haben?

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Im Großen und Ganzen sehen die meisten Leute aus der CDU/CSU das Regieren eines Landes so ähnlich wie das Führen eines Unternehmens. Denen geht es meistens darum, dass wirtschaftlicher Erfolg, Wachstum und der ganze monetäre Kram stetig steigt. Wenn die Einnahmen sprudeln dann sehen sie es als Erfolg. Im Vergleich zu anderen Ländern sind aber selbst solche "konservativen" Wirtschaftsparteien noch relativ sozial eingestellt. Also sie wollen jetzt auch nicht unbedingt, dass Menschen arm sind, aber sie sind durchaus bereit viel mehr Kompromisse einzugehen als andere Parteien, weil das wichtigste Ziel eben der wirtschaftliche Erfolg des Landes ist. Eine Partei wie die UNION wird deshalb im Zweifel akzeptieren, dass Leute absolut erbärmlich verdienen und schlecht behandelt werden in Zeit- und Leiharbeitsfirmen wenn sie dafür wenigstens Jobs haben. 

Es geht dabei um ein Menschenbild. Während die LINKEN z.B. sehr, sehr aufs Soziale schielen und viel Verständnis für Menschen in den verschiedensten Situationen aufbringen, ist es bei der FDP oder der CDU eher so, dass sie nach einer Art "das Recht des Stärkeren" Logik denken. Also etwas freier formuliert: Wem ein schlecht bezahlter Job nicht passt, der kann sich ja mehr anstrengen und was besseres machen. Was sie dabei niemals laut aussprechen ist so ein bisschen der Hintergedanke: Wer das nicht macht, hat es auch nicht besser verdient. Vergessen wird dabei gerne, dass eben nicht alle die selben Voraussetzungen haben. Diese Leute schließen oft von sich, meistens Erfolgsstories und ihrem Bekanntenkreis, meistens ebenfalls erfolgreiche Leute, auf alle anderen und denken jeder kann es schaffen nach dem Motto wenn ich das konnte dann kann es jeder andere auch. 

Die GRÜNEN sind da etwas sozialer, aber das ist auch nicht deren Kern. Deren Kern ist Umweltpolitik. Wenn du ein sehr soziales Menschenbild suchst dann musst du noch weiter links schauen. Bei den LINKEN ist dann aber wieder das Problem, dass sie zwar in Punkto Gleichberechtigung, Bildung, gleiche Bezahlung, Staat sorgt sich für Bürger, Reiche besteuern, Arbeitslosigkeit auch als alternatives Lebensmodell akzeptieren usw. durchaus sehr sozial und "vom Menschen her" denken, aber realpolitisch wie man so schön sagt auch teilweise problematische Ansichten haben z.B. sind sie so sehr pazifistisch, dass sie aus der NATO austreten wollen, was im Grunde mit deren Begründung sogar logisch und nachvollziehbar ist, aber eben realpolitisch schwer zu machen, weil die NATO, so schlecht sie auch konzipiert ist und so viel Leid wie sie auch verursacht, eben AUCH für Sicherheit sorgt. 

Politik ist ein schwieriges Gebiet. Viele Ideale und Menschenbilder kollidieren miteinander und am Ende ist es leider oft so, dass nicht viele "normale" Bürger in die Politik gehen, sondern ich glaube 80 oder 90% (auf jeden Fall sehr hoher Anteil) sind Anwälte oder wie auch immer die genauen Zahlen sind, was ich sagen will ist, dass eben eine ganze bestimmte "Art von Mensch" eher in die Politik geht oder kommt, vor allem bei der CDU und die nicht unbedingt die Sorgen sog. "normaler" Bürger verstehen oder kennen. Ist ja bei uns allen so. Wie wir die Welt sehen hängt stark davon ab, wen wir so kennen. Wenn ich jetzt nur Anwälte, Unternehmer und erfolgreiche Self-made-Menschen in meinem Freundeskreis hätte, würde ich vielleicht auch denken das ist das normale Leben. Wer legt schon fest was normal ist. Und die sog. "kleinen Leute", die eben mehr mit dem Herz denken, alles hinterfragen und sich nicht so sehr um Wirtschaft scheren, die haben eben eine relativ kleine Lobby in der Politik. Trotzdem ist nicht alles schlecht. In D fließt jeder zweite Euro der Gesamteinnahmen vom Staat ins Sozialsystem, also in ein System, dass zumindest theoretisch dazu da ist Ungleichheit auszumerzen. Nur leider funktioniert das nicht so richtig gut, weil eben im Zweifel immer Wirtschaft über alles gestellt wird. 

Wenn D z.B. in der EU eine gewisse Bedeutung haben will dann sieht es gut aus, wenn wir sog. Vollbeschäftigung haben. Dass dabei aber viele Leute ein grausames Berufsleben in Zeit- und Leiharbeit verbringen müssen das sagt man nicht so gerne dazu. Es muss halt auf dem Papier stark aussehen und wer bringt dem Staat die meisten Einnahmen? Unternehmen! Und eben nicht der sog. "kleine Mann". Der "kleine Mann" der zahlt zwar auch gut Steuern auf seinen Lohn und Mehrwertsteuer im Laden, aber das kann er ja nur wenn er einen Job hat und wer vergibt Jobs? Die Wirtschaft. Letztlich kümmert sich gerade eine Wirtschaftspartei wie die CDU eben am ehesten um Unternehmen und Wirtschaft, weil sie denkt davon haben dann am Ende alle was. Das ist deren Logik. Muss man nicht teilen und es ist auch nicht immer schwarz und weiß, in jeder Partei gibt es sog. Flügel, es gibt auch bei der CDU einen "linken Flügel" der eher sozial denkt usw., aber vom Grundprinzip her suchst du bei der CDU an der falschen Stelle, wenn du eine Politik für "Schwächere" oder Benachteiligte suchst. Die machen eher eine Politik für Erfolgreiche und die anderen werden eben so mitgeschleppt, sind aber weniger von Interesse. Überspitzt ausgedrückt und natürlich würden die aufschreien, wenn sie es so zu hören kriegen. Das ist meine Meinung zu dem Thema und sie ist sicherlich nicht kilometerweit von der Wahrheit entfernt. Ich weiß auch, dass man es differenzierter sehen muss, aber im Grunde läuft es darauf hinaus, dass man zwischen den Zeilen lesen muss und sich immer Fragen "welches Menschenbild, welches Ideal steckt hinter der vorgeschlagenen Politik einer Partei?". 

Ich empfehle dir auf youtube unter anderen die Reihe "Richard David Precht" und "Tilo Jung" - beide machen sehr gute und ehrliche Interviews mit Politikern und weil beide nicht zu den Massenmedien gehören stellen sie in meinen Augen auch die mutigen Fragen und wenn du aufmerksam den Antworten zuhörst kannst du dir ein eigenes Bild machen wie weit du meiner Einschätzung folgst oder im besten Fall bildest du dir gleich eine ganz eigene Meinung über die Menschenbilder der einzelnen Parteien und Politiker. Es sind ja letztlich auch nur Menschen und ich unterstelle keinem, dass er das Land in den Ruin treiben will oder dass ihm andere Menschen völlig egal sind, aber die Denkweisen und Ideen unterscheiden sich so stark voneinander, dass ich mich z.B. mit der CDU überhaupt nicht identifizieren kann und aufgrund des Menschenbilds dieser Partei auch nicht glaube, dass sie sich ändern. Sie wollen "Volkspartei" sein, deshalb kümmern sie sich zumindest ein wenig um die sog. "Mitte", aber ich bin überzeugt, wenn sie nicht dringend die Stimmen dieser "Mitte" bräuchten dann würden sie sich der AfD ziemlich annähern wie man das ja teilweise bei der CSU in Bayern beobachten kann. Eine frische, moderne, aufgeschlossene Weltanschauung haben die jedenfalls in meinen Augen nicht, eher eine sehr gefährliche, kapitalistisch geprägte Ansicht. Wobei man echt aufpassen muss. Ein Kapitalist in D ist z.B. an den USA gemessen immer noch ein Sozialist. In den USA ist z.B. die gängige Meinung aller Parteien wer nicht arbeitet hat auch kein Recht medizinisch betreut zu werden. Sowas hörst du in D nicht mal von der AfD. So richtig unsozial ist keine Partei bei uns in D. Alle haben unterschiedlich stark und mit unterschiedlichen Zielen Soziales im Programm, aber die CDU z.b. interessiert sich da eher für Familien und sog. "Leistungsträger". Maximal noch für die Mittelschicht, weil die gut Steuereinnahmen bringen, aber für Unterschicht oder "unproduktivere" Schichten haben sie wenig übrig.

Viel Spaß auf youtube! 

Es haben nun einmal dreimal so viele Leute die C..-Parteien gewählt wie eine der anderen beiden. Diese Wähler haben einen Anspruch darauf, dass von dem von ihnen unterstützten Wahlprogramm große Teile umgesetzt werden.

Praktisch wird es ungefähr so aussehen, dass die CDU/CSU etwa die Hälfte ihrer Vorstellungen umsetzen kann und Grüne und FDP etwa ein Viertel. Das ist natürlich ein grober Rahmen, der nicht berücksichtigt, dass es auf Einigkeiten zwischen allen oder einigen Parteien geben kann.

An den Grünen liegt es nun, die wirklich wichtigen Dinge vornan zu stellen.

Also erstmal würde ich dir vorschlagen: Wenn du für all diese Probleme eine sinnvolle Lösung parat hast, die sich auch umsetzen könnte, dann kandidiere doch bitte, ich würde dich mit Freuden wählen.

Problem ist: Auch wenn die Grünen und FDP Wähler gewonnen haben, liegen sie noch bei 11, bzw 9 Prozent, während die  CDU es auf 32!!!% bringt. Das heißt immer noch, dass 32% (also ein gutes Drittel) der Zwietstimmen auf die CDU entfielen, ich würde also nicht sagen, dass die Partei oder ihr Programm von den Deutschen abgelehnt wird  (und in der Demokratie geht es doch immer noch darum, oder?)

Ob die CDU jetzt Politik für 'ihre Konzerne und Banken'macht, darüber versuche ich jetzt mal nicht mit dir zu diskutieren, ebenso wie über viele andere Punkte, zu denen ich keine Fakten, sondern nur Meinungen und Ansichten habe. Du hast deine Meinung und das muss ich akzeotieren, auch wenn es nicht meine ist, aber ich an deiner Stelle würde die Fakten (so z.B. die realen Wahlergebnisse) nicht außer acht lassen.

Alles Liebe

Bevi

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